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actr
05.04.2007, 08:49
05.04.2007


INVESTMENTS


Die Todsünden der Geldanlage

Von Arne Gottschalck


Bei der Geldanlage spielt die Psychologie den Anlegern so manchen Streich. Welche die fünf Todsünden an den Kapitalmärkten sind und wie sie sich vermeiden lassen, erklärt Markus Glaser von der Universität Mannheim gegenüber manager-magazin.de.


mm.de: Herr Glaser, die Börsen steigen, und steigen dennoch an vielen Anlegern vorbei. Was sind die größten Fehler, die man an der Börse machen kann?




Teuflische Fehler: Wer bei der Geldanlage zu sehr auf seinen Bauch hört, wird bestraft - von der Börse



Glaser: Anleger glauben, dass sie in der Lage sind, Aktien zu identifizieren, die sich in Zukunft überdurchschnittlich entwickeln werden. Da Aktienkursverläufe aber häufig schwieriger zu prognostizieren sind als viele Anleger glauben, schneidet der durchschnittliche Anleger nach Transaktionskosten oftmals schlechter ab als ein Aktienindex. Das ist der erste Fehler.

mm.de: Aber die wenigsten Anleger haben Aktien im Depot.

Glaser: Das ist der zweite Fehler. Die meisten Anleger haben zu wenige verschiedene Aktien im Depot. Ein Aktiendepot mit beispielsweise nur drei verschiedenen Werten ist sehr riskant, da sich jedes Wertpapier aus aktienspezifischen Gründen völlig anders entwickeln kann als man glaubt. Das gleiche Bild auf der internationalen Ebene, auch dort wird zu wenig diversifiziert. Meist haben Anleger nur wenige deutsche Aktien im Depot. Durch internationale Diversifikation lässt sich das Risiko des Portfolios bei gleicher erwarteter Rendite deutlich senken.

mm.de: Die Fehler zwei und drei also. Was läuft sonst noch falsch in deutschen Depots?


Glaser: Die meisten Anleger beschränken sich auf wenige Industriebereiche. Aber so eine Konzentration, zum Beispiel nur auf Internet- oder Telekommunikationswerte, ist sehr riskant und sollte vermieden werden.



Außerdem orientieren sich viele bei Ihrer Verkaufsentscheidung an vergangenen Kursen, zum Beispiel am Kaufkurs. Das ist falsch: Am Aktienmarkt sollte allein die erwartete Entwicklung einer Aktie für die Verkaufsentscheidung ausschlaggebend sein. Und das Ergebnis ist, dass der durchschnittliche Privatanleger den Markt nicht schlägt. Er wäre also mit einem passiven Indexprodukt besser beraten gewesen.

mm.de: Heißt das auch, dass solche Anleger automatisch Verluste machen?

Glaser: Schlechter sein als ein Index, heißt nicht automatisch, dass man keine positive Rendite erwirtschaftet. Erzielt der Dax ein Plus von 15 Prozent, mein Portfolio aber nur 10 Prozent, so hätte ich mich durch ein Indexprodukt besser stellen können. Anleger, die überhaupt nicht am Aktienmarkt investieren, wären aber noch schlecht dran gewesen. Deshalb ist das Wort "Anlegerfehler" vielleicht auch etwas hart.

mm.de: Und - worüber stolpern die Anleger am meisten?

Glaser: Grundsätzlich trägt natürlich der Privatanleger selbst die Verantwortung für seine Fehler. Häufig ist er sich seiner Sache zu sicher, überschätzt seine Prognosegenauigkeit beziehungsweise seine Fähigkeiten. Dann kommt es zu den oben genannten Fehlern. Eine Reihenfolge an Fehlern würde ich nicht aufstellen.

Vielfach sind sie nur verschiedene Spielarten ein und derselben Sache beziehungsweise zwei Seiten einer Medaille. Ein Beispiel: Ein Anleger ist sich seiner Sache zu sicher, dann handelt er viel und setzt auf wenige Aktien. Das hat dann automatisch zur Folge, dass sein Portfolio sehr riskant zusammengestellt ist. Ein hohes Risiko wird zwar am Aktienmarkt mit einer höheren erwarteten Rendite belohnt, aber hohes Risiko heißt nun mal auch, dass es zu hohen negativen Ausschlägen kommen kann.

Dazu kommt, dass die Nettorendite durch die Transaktionsgebühren bei viel Handel deutlich kleiner ist als die Bruttorendite.

mm.de: Stehen Privatanleger damit eigentlich allein da?


Glaser: Institutionelle Anleger, also Fondsmanager oder Händler, machen deutlich weniger Fehler als Privatanleger, zeigen aber zum Teil ähnliche Verhaltensweisen. Auch Fondsmanager sind Menschen! Aber Wissenschaftler haben hier noch keine Einigkeit erzielt. Bestehende Studien zeigen zum Teil widersprüchliche Ergebnisse, allerdings gibt es deutlich weniger Studien zum Verhalten von Profis als zum Verhalten von Privatanlegern. Das liegt daran, dass es für eine Universität deutlich leichter ist, anonymisierte Kundendaten von Banken zu erhalten als anonymisierte Handelsdaten von Fondsmanagern



mm.de: Wie lassen sich solche Fehler vermeiden - oder ist die menschliche Psyche so übermächtig?



Nüchternes Herangehen: Wissenschaftler Glaser arbeitet an der Universität Mannheim. Unter anderem hat er gemeinsam mit Professor Weber das Buch "Genial einfach investieren" geschrieben, erschienen im Campus-Verlag



Glaser: Grundsätzlich lassen sich viele Handlungsempfehlungen direkt aus den oben genannten Fehlern ableiten: Nicht überschätzen, Transaktionskosten minimieren, möglichst breit streuen. Die Kapitalmarkttheorie, die wir seit Jahrzehnten an allen Universitäten der Welt lehren, ist eindeutig: Teile dein Vermögen in zwei Teile. Lege einen Teil sicher an, den anderen riskant, aber möglichst breit gestreut, am besten in das "Marktportfolio". Wie hoch die relativen Anteile von sicherer Anlage und riskantem Marktportfolio sind, sagt einzig und allein die persönliche Risikobereitschaft.

Es zeigt sich, dass Anleger, die ihr Geld komplett auf ein Sparbuch legen beziehungsweise komplett am Aktienmarkt anlegen, sich vermutlich suboptimal verhalten. Im ersten Fall wird zu wenig, im zweiten Fall zu viel am Aktienmarkt angelegt. Außerdem sollte man noch den Anlagehorizont mit beachten und was man mit dem angelegten Geld machen will. Ein älterer Mensch, der Geld für Enkel anlegt, kann also mehr in riskante Anlagen investieren als ein anderer, der jederzeit auf sein Geld angewiesen ist.

mm.de: Auf welchen Ebenen passieren diese Fehler eigentlich - auf der Einzeltitelauswahl oder auch auf Ebene der Asset-Allocation?

Glaser: Diversifiziere so breit wie möglich, dass sollte natürlich über alle Asset-Klassen gelten. Das zeigt folgendes fiktive Bespiel:




Stellen Sie sich einen Menschen vor, der am Rhein arbeitet, bei der BASF. Er hat sein gesamtes Vermögen in BASF-Aktien investiert, besitzt ein Haus in Ludwigshafen und sein Arbeitseinkommen erhält er ebenfalls von der BASF. Sollte es der BASF in 20 Jahren mal nicht so gut gehen, könnte folgender Extremfall auftreten: Im schlimmsten Fall verliert er seinen Job, der Aktienkurs bricht ein, und das Haus verliert an Wert. Alles in allem also eine sehr riskante Aufteilung des Vermögens in verschiedene Asset-Klassen: Aktienmarkt, Immobilienmarkt, Humankapital. Das Beispiel ist übrigens keine reine Fiktion. Es gibt solche Fälle tatsächlich in den USA.

actr
15.04.2007, 17:32
15. April 2007 webnews Yigg folkd Mister Wong Linkarena Del.icio.us Schrift:
DAX-GEFLÜSTER
Hauptsache, es knallt
Von Kai Lange und Karsten Stumm

Zerschlagen, umbauen, übernehmen: Solche Pläne bringen Aktienkurse in Schwung. DaimlerChrysler, Volkswagen und TUI sind derzeit die Dax-Lieblinge, obwohl alle drei Krisenbewältigung mit ungewissem Ausgang betreiben.

Aktionäre von BMW haben derzeit allen Grund, schmallippig zu werden. Der bayerische Autobauer liefert selten Negativschlagzeilen, ist grundsolide und auf stete Umsatzsteigerung bedacht. Doch der Aktienkurs des braven Strebers dümpelt seit Jahren dahin - im Gegensatz zur krisengeschüttelten Konkurrenz im Dax .


Autowerte: Wilde Geschichten, wundervolle Kursgewinne
Fotostrecke starten: Klicken Sie auf ein Bild (4 Bilder)



Die Anteilscheine von Volkswagen und DaimlerChrysler haben seit Jahresbeginn jeweils rund 30 Prozent zugelegt. Die Frage ist: warum?

Volkswagen-Aktionäre spekulieren auf eine erfolgreiche Sanierung der Kernmarke und darauf, dass der kleine Sportwagenbauer Porsche den wankenden Goliath aus Wolfsburg möglicherweise bald vollständig übernimmt. Bei DaimlerChrysler steigt der Aktienkurs dank der Hoffnung, dass sich Daimler möglichst rasch vom US-Verlustbringer Chrysler trennt. Nach Jahren der Milliarden Euro teuren Expansion scheint nichts zu bleiben von den teuren Firmenkäufen wie beispielsweise AEG, Fokker, Dornier, der Beteiligung an Mitsubishi oder der Fusion mit Chrysler.

Die aktuellen Kursverbesserungen bei DaimlerChrysler beruhen also eher auf der Hoffnung auf bessere Zeiten denn auf bereits eingeführten strukturellen Verbesserungen. Bei Europas größtem Autokonzern hatte Sanierer Wolfgang Bernhard gerade erst richtig mit der Arbeit begonnen, als er vom machtbewussten Chefkontrolleur Ferdinand Piëch entmachtet wurde. Jetzt könnte der geschasste Sanierer Bernhard - so der zweite Teil der Kursfantasie - im Bunde mit Finanzinvestor Cerberus Daimler von Chrysler befreien. Auch bei diesem möglichen Umbau geht es nicht um kraftvolles Wachstum, sondern zunächst um ein Ende der Krise.

"Der Markt wird derzeit von Storys getrieben", sagt Jürgen Pieper, Analyst beim Bankhaus Metzler. Kurzfristig orientierte Anleger hätten derzeit wenig Anlass, sich bei den Autoaktien im Dax ausgerechnet für BMW zu entscheiden. "Die Musik spielt jetzt bei DaimlerChrysler und Volkswagen, dort steckt für einige Investoren auch nach der Rally immer noch Fantasie", so Pieper. Unternehmen, die sich still und leise auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und keine spektakulären Umbrüche zu bieten haben, geraten da schnell aus dem Blickfeld.

Zu Recht?

Einmal Millionär und zurück

Börsenkenner plaudern immer wieder gern über dieses Phänomen. Und ernst zu nehmende Wirtschaftswissenschaftler haben längst versucht, es zu ergründen. Sie vermuten mittlerweile, dass nicht wenige Anleger stets die neuesten und dramatischsten Firmennachrichten schlicht falsch einschätzen und überbewerten.

So, wie vielleicht bei DaimlerChrysler die kurzfristige Trennung vom Verlustbringer Chrysler als gewaltige Gewinnchance gesehen wird, ohne aber die langfristig womöglich besseren Geschäftsaussichten als interkontinentales Unternehmen dagegen abzuwägen. Solche Überreaktionen verleiten Investoren unter Umständen dazu, ausgerechnet jene Aktien zu kaufen, die wegen heißer Neuigkeiten gerade ins Blickfeld geraten sind. Und mit ihren eigenen Orders treiben sie den Kurs der Titel dann zumindest kurzfristig in die Höhe. Solide Langweiler wie BMW-Titel werden dabei nicht selten überrundet.

Aber es gibt noch weitere Beispiele für Kursfantasien im wahrsten Sinne des Wortes:


Seit der Reisekonzern TUI sein Touristikgeschäft mit dem britischen Anbieter First Choice verschmolzen hat und Anleger über eine mögliche Abspaltung der Schifffahrtssparte sowie einen Einstieg des Investors Günter Herz spekulieren, ist die Aktie ein Anlegerdarling; rund 30 Prozent Kursplus seit Januar. Dass die Gesellschaft vorerst kein Geld an ihre Besitzer mehr ausschüttet, scheint derzeit geflissentlich übersehen zu werden.


Der MDax-Wert Puma dümpelte ein Jahr lang um die Marke von 280 Euro. Seit dem dem Übernahmeangebot des französischen Luxusgüterkonzerns PPR notiert die Puma-Aktie deutlich über dem von PPR gebotenen Preis - 20 Prozent Kursplus in kürzester Zeit.


Die Aktie des Energieriesen Eon stieg nach dem Scheitern der Endesa-Übernahme deutlich, während Konkurrent RWE , der sich auf einen zermürbenden und erfolglosen Bieterkampf erst gar nicht eingelassen hat, schwächer notiert als zu Jahresbeginn.

Aktionismus, so scheint es, ist derzeit gefragt. Anleger wollen Stoff für Geschichten: Hauptsache, es knallt. Das Problem dabei ist nur, dass sich damit nur kurzfristig Geld verdienen lässt. Denn unglücklicherweise legt sich die Aufregung der Anleger oftmals bald wieder, und die Kurse der Aufregeraktien sinken entsprechend. Behalten die Markttheoretiker recht, sogar bis auf das Ausgangsniveau.

Einmal Millionär und zurück.



Dax-Performance: Aufschwungzyklus in der Spätphase
Börsenexperten warnen Investoren derzeit noch aus einem anderen Grund davor, den hochfliegenden Kursen zu trauen. "Die sich häufenden Übernahmeversuche sind ein Anzeichen dafür, dass sich der Konjunkturzyklus in seiner Spätphase befindet", sagt beispielsweise Ascan Iredi, Leiter Aktienhandel bei der Postbank . Die Wirtschaftsforschungsinstitute gehen hierzulande zwar noch bis ins Jahr 2009 hinein von einer guten Wirtschaftsentwicklung aus, doch in den USA verstärken sich die Anzeichen für eine Abkühlung der Konjunktur.

Übernahmefieber: Aufschwung in der Endphase

Denn solche Anzeichen würden natürlich auch in den Konzernzentralen registriert, die dann reflexhaft versuchten Umsatz und Marktanteile durch Übernahmen einzukaufen, um so die Illusion von ungebremstem Wachstum aufrecht zu erhalten - und das oftmals mit gepumptem Geld.

"Das kann auch schiefgehen", betont Iredi: Wenn die Zinsen stiegen oder das übernommene Unternehmen die hoch gesteckten Erwartungen nicht erfüllten, sei die Belastung am Ende deutlich höher als der Zugewinn. Die Ehe von Daimler und Chrysler, die über Jahre viele Milliarden Euro Aktionärsvermögen vernichtet hat, ist für Fusionswillige sowie für Firmenjäger weltweit ein warnendes Beispiel.

Übernahme- und Expansionsgelüste sind dennoch der derzeit stärkste Impuls für den Dax. Die Kurssteigerungen von Unternehmen wie Volkswagen oder der MDax-Wert Puma sollen mit dem Geld anderer, meist ebenfalls börsennotierter Konzerne wie PPR oder Porsche bezahlt werden. Die Firmenjäger hoffen wiederum, dass sich ihre stolzen Investitionen irgendwann in der Zukunft rechnen werden. Der Markt füttert sich auf diese Weise selbst.

"Übernahmen sind eine Sache des Timings", sagt Iredi. Zu Boomzeiten teuer zu kaufen, berge hohe Risiken und gefährde den langfristigen Erfolg.

Sowohl die Aktien von DaimlerChrysler wie auch von Volkswagen haben inzwischen ein hohes Rückschlagpotenzial, ergänzt Pieper: Sollte Porsche sich mit weiteren Käufen von Volkswagen-Aktien Zeit lassen oder für Chrysler kein halbwegs akzeptables Angebot auf den Tisch kommen, sei die Börsenparty rasch vorbei.

"Frage des Timings"

Tui, DaimlerChrysler und Volkswagen sind die derzeit heißesten Aktien im Dax . Gleichzeitig sind es auch die Unternehmen mit den größten Baustellen. Dort jetzt noch mitzuspielen, sei eine Frage der persönlichen Risikotoleranz sowie des Anlagehorizonts, so Pieper - "kurzfristig ist da noch Schwung drin." Sicherheitsbewusste Anleger mit einem längeren Zeithorizont dürften nach seiner Einschätzung an einer Aktie wie BMW jedoch mehr Freude haben. "Die haben ihr Rover-Übernahmedebakel längst überstanden", sagt der Experte. Bei BMW bestehe nun die Hoffnung, dass das Unternehmen künftig mehr auf den Gewinn und weniger auf den Umsatz schaue.

Denn auch bei einem grundsoliden, gut aufgestellten Langweiler wie BMW wächst der Druck, für positive Überraschungen zu sorgen. Die Familie Quandt dürfte als Großaktionär von der Kursentwicklung nicht begeistert sein: Quandt-Tochter Susanne Klatten zeigte sich bereits im Fall Altana wenig zimperlich.

Als der Chemie- und Pharmakonzern die Hoffnungen auf das nächste Blockbuster-Medikament begraben musste, entschied sich die Mehrheitseignerin zu Aufspaltung und Verkauf der Pharmasparte an die dänische Nycomed. Forschung und Arbeitsplätze in Deutschland? Zweitrangig. Als Kurstreiber viel effektiver war die Aufspaltungsstory. Anleger haben die Vorlage gern aufgenommen. Hauptsache, es knallt.

actr
26.04.2007, 21:34
26.04.2007 20:45
Was sind Ihre Ziele?
von Thomas Firley

Da Herr Steffens einen wichtigen Termin wahrnimmt, lesen Sie heute bitte einen Gastbeitrag von Tom Firley.

Liebe Leser,

haben Sie sich schon einmal Gedanken über Ihre Ziele beim Aktienhandel gemacht? Ich meine Ihre prozentualen Ziele. Wollen Sie langfristig 10% Gewinn erreichen, 20% oder gar 50%?

Wenn Sie sich noch kein Ziel gesetzt haben, könnten Sie sich diese Vorgehensweise einmal überlegen. Denn, wenn Sie ein Ziel haben, können Sie am Jahresende tatsächlich beurteilen, ob Ihre Strategie aufgegangen ist oder, ob Sie etwas verbessern könnten.

Ihren Erfolg vergleichen Sie dann am besten im Zusammenhang mit einem Vergleichsindex. Wenn Sie z.B. im letzten Jahr 2006 das Ziel hatten, mit einzelnen Dax-Aktien 15% Gewinn einzufahren und schlussendlich aber sogar 20% gemacht haben, war das dann exorbitant gut? Nein, eigentlich nicht (zumindest nicht exorbitant), denn mit einem einfachen Dax-Indexzertifikat hätten Sie über 22 % gemacht.

Wäre Ihnen dieses Ergebnis allerdings im Jahre 2004 gelungen, dann Hut ab. Denn in diesem Jahr hätte das Dax-Indexzertifikat mickrige 5,9% gebracht. Sie hätten also mit Ihren 20% mit den Einzelwerten eine hervorragende Outperformance gegenüber dem Dax erzielt. So gesehen wären Sie sogar mehr als 3mal besser als der Dax gewesen.

Kurz zur Berechnung:

Dax am 2.1.2004: 4018 Punkte

Dax am 20.12.2004: 4256 Punkte

Anstieg: 238 Punkte

In Prozent: 5,92% (238 Punkte geteilt durch 4018)

Ihr Ergebnis: 20%

20% geteilt durch 5,92% = 3,37

Ihr Ergebnis wäre also 3,37 mal so gut gewesen wir die Dax-Entwicklung und 3,37 entspricht nach Adam Riese 337%.

So weit so gut.

Wie hoch sollten wir nun unsere Ziele stecken?
Ich persönlich sehe das sehr nüchtern. Schauen wir uns folgenden Chart an:


http://www.investor-verlag.de/charts/id/00002219.gif


Zunächst sollte die Performance logischerweise besser sein als der aktuelle Tagesgeld-Zinssatz (im besten Fall 4%). Denn sonst könnte ich ja gleich das Geld auf die Bank tragen und den Aktien den Rücken kehren.

Dann schaue ich mir die Entwicklung der letzten 10 Jahre (schwarze Linie) an. Die läge beim Dax bei 7,9 Prozent. Klingt als Ziel erst einmal realistisch.

Und danach versuche ich einzuschätzen, wie sich der Markt weiter entwickeln könnte. Da ich leider keine funktionierende Glaskugel habe, die mir die Kurse von nächstem Jahr anzeigt, muss ich auf vergangene Daten zurückgreifen. Also sehe ich mir den Chart noch einmal an.

Im Falle des Deutschen Aktienindex liegt die durchschnittliche jährliche Performance seit 4 Jahren bei knapp 26% (grüne Linie). Hört sich nicht viel an? Ist es aber. Denn in den 4 Jahren ist der Index um das 2,5fache gestiegen. Aus 1000 Euro wären also 2500 geworden.

Im Bereich der der langfristigen 10jährigen Entwicklung und der jüngeren Entwicklung sollte das angestrebte Ziel liegen. Und dabei ist es Einstellungssache, ob es in unserem Dax-Fall der Beginn der Hausse sein sollte oder – so wie ich es berechnet habe – etwas später. Denn ein genaues Treffen des Tiefs wäre purer Zufall gewesen.

Daher setze ich mir – aktuell – zum selbsternannten Ziel jährlich etwa 20% zu erreichen. Mickrig? Dann rechnen Sie einmal nach. Klar erscheint das im Verlauf der letzten Jahre nicht exorbitant, denn die laufende Hausse hat uns Börsianer einfach verwöhnt. Wenn Sie aber schon lange genug an der Börse „dabei“ sind, wissen Sie, dass ein langfristiges Ziel von jährlich 20% sehr schwer zu erreichen sind.

Nicht, wenn der Vergleichsindex um 25% im selben Zeitraum steigt, aber sehr wohl, wenn die Börse seitwärts läuft oder nach unten tendiert.

Versuchen Sie also einmal selbst, Ihre persönlichen Finanzziele festzulegen. In einer Hausse etwas weniger gut als der Index zu sein, ist kein Beinbruch. Unterm Strich machen Sie ja Gewinne. In einer Baisse aber die Verluste auszusitzen und den Gewinnen beim Zerbröckeln zuzusehen, verbietet sich und macht jedes Depot kaputt.

Berücksichtigen Sie also vor allem die wohl bekannteste Börsenregel:

Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen!

Ein Meister darin, ist übrigens mein Kollege Jochen Steffens vom Target Trader. Ich persönlich kenne keinen, der für seine Leser eine bessere Performance geschaffen hat und ich denke, er würde über meine angestrebten 20% höflich lächeln. Das muss ich neidlos anerkennen.

Denn insgesamt weist sein Target-Trader-Depot eine kumulierte Performance von momentan 4102,8 % (!) auf. Sein jüngster Coup: Sein empfohlener Dax-Call aus dem sogenannten Zocker-Depot liegt aktuell mit 1.645 % im Plus! Momentan ein Versechzehnfacher… (aus 1000 Euro wurden also bei einem Verkauf in diesem Moment 16.000 Euro).


Viel Erfolg

Ihr

Tom Firley

actr
18.05.2007, 12:05
Salzgitter "overweight"

18.05.2007
J.P. Morgan Securities

New York (aktiencheck.de AG) - Die Börsenanalysten von J.P. Morgan Securities vergeben für die Aktie von Salzgitter (ISIN DE0006202005 / WKN 620200) im Rahmen ihrer Ersteinschätzung das Rating "overweight".

Die Börsenanalysten seien der Auffassung, dass eine faire Bewertung der Aktie nur gegeben sei, wenn entweder Aktienrückkäufe oder kontinuierliche Akquisitionen im Kurs eingepreist seien. Salzgitter könne infolge starker Geschäftsfelder und aufgrund des Verkaufs der Vallourec-Beteiligung einen umfangreichen Cashbestand vorweisen. Im Hinblick auf Akquisitionen verfüge das Management zudem über einen starken Track Record. Man sei darüber hinaus der Ansicht, dass der Markt den Ausblick für den Stahlmarkt zu konservativ einschätze. Man gehe davon aus, dass die Nachfrage in den Kernmärkten von Salzgitter auch bis in das Jahr 2008 hinein stark bleiben werde.


Nach Einschätzung der Analysten sei ein Bewertungsaufschlag gegenüber den Aktien der Wettbewerber gerechtfertigt. Die Aktie von Salzgitter werde derzeit bei einem 2007-KGV von 9,8 und einem EV/EBITDA-Multiplikator von 5,3 gehandelt, während der Branchendurchschnitt bei 9,6 respektive 6,1 liege. Die EPS-Prognose der Analysten laute für das Jahr 2007 auf 13,80 EUR, während die Reuters-Konsensschätzung bei 10,70 EUR liege. Für das Jahr 2008 würden die Analysten mit einem EPS von 12,30 EUR kalkulieren (Konsensschätzung: 9,45 EUR). Das Kursziel der Aktie liege auf Sicht von zwölf Monaten bei 171,00 EUR, somit ergebe sich ein Aufwärtspotenzial von 27%.

Auf dieser Grundlage stufen die Analysten von J.P. Morgan Securities die Salzgitter-Aktie mit "overweight" ein. (Analyse vom 18.05.07) (18.05.2007/ac/a/d


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http://isht.comdirect.de/charts/big.chart?hist=10d&type=candle&ind0=VOLUME&¤cy=&&lSyms=SZG.ETR&lColors=0x000000&sSym=SZG.ETR&hcmask=
http://isht.comdirect.de/charts/large.chart?hist=6m&type=candle&asc=lin&dsc=abs&avgtype=simple&ind=BB&ind0=VOLUME&ind1=RSI&¤cy=&lSyms=SZG.ETR&lColors=0x000000&sSym=SZG.ETR&hcmask=

actr
18.05.2007, 12:09
EADS, Bruch und Rücksetzer

18.05.2007 - 09:00:15 Uhr
JRC


Frankfurt (derivatecheck.de) - Die technischen Analysten bei JRC berichten von den aktuellen Aussichten der Aktie von EADS.

Die Handelsexperten bei JRC geben an, in den vergangenen Ausführungen die Aktie der EADS als underperformer identifiziert zu haben, der kein interessantes Chance-Risiko-Verhältnis für Long-Positionen bislang biete. Dies Einschätzung gelte unverändert. Die Aktie müsse mindestens über die 24,50 Euro steigen, um das Chartbild leicht aufhellen zu können. Bei 22,50 Euro treffe die Aktie auf die Aufwärtstrendlinie, welche diese etwas stützen sollte. Ein Bruch dieser sowie Rücksetzer bis 21,50 Euro erscheinen den Strategen bei JRC jedoch wahrscheinlich.

akt. 23,51, +3,43%

http://isht.comdirect.de/charts/big.chart?hist=1d&type=CONNECTLINE&ind0=VOLUME&&currency=&&lSyms=EAD.ETR&lColors=0x000000&sSym=EAD.ETR&hcmask=
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actr
23.05.2007, 23:14
22.05.2007 19:45
Eine sehr gute Traderregel!
von Jochen Steffens

Gerade heute wurde ich direkt von zwei Lesern gefragt, was man macht, wenn eine Position, die bisher tief im Minus war, nun wieder die Pluszone erreicht hat.

Die Antwort ist ganz einfach. Es gibt nämlich eine Traderregel, die ich vor einigen Jahren schon entwickelt habe, die auf den ersten Blick sehr einfach und vielleicht sogar gänzlich unverständlich ist, die aber auf den zweiten Blick die einzig wahre Antwort auf diese Frage darstellt.

1. Steffenssche Regel:

„Wenn eine Position tief im Minus war und dann wieder ins Plus läuft, sollte man diese sofort verkaufen!“

Die Fragen dieser Leser beschreiben eigentlich zwei Tradingfehler:

Der erste Fehler war: Man hat eine Position zu weit ins Minus laufen lassen!

Ein Geschenk sollte man annehmen!
Vereinfacht könnte man nun sagen: „Wenn diese ansonsten doch eher leidenschaftslose Börse Ihnen dieses unglaubliche Geschenk macht, dass Sie einen Fehler ausbügeln können und mit einem blauen Auge davon kommen, dann seien Sie doch nicht so dämlich und lehnen dieses Geschenk ab! Dahinter verbirgt sich die Arroganz zu glauben, die Börse ginge immer weiter. Nein, sagen Sie brav und demütig: „Danke!“, senken den Kopf und nehmen dieses Geschenk reumütig an!

Denn schließlich muss die Börse ja, wenn Sie einen dicken Verlust ausgeglichen haben, seit dem Tief sehr stark gestiegen sein. Das heißt, die Wahrscheinlichkeit, dass es noch viel weiter geht, ist schon deutlich gesunken. Um das zu verdeutlichen, einmal ein Beispiel.

Ein Beispiel
Sie haben zu 100 € ein Wertpapier gekauft (einfach weil 100 € = 100 %). Nun ist die Aktie, der Optionsschein, das Zertifikat um 50 % seit Kauf eingebrochen. Sprich, Sie haben 50 % des eingesetzten Kapitals verloren – offenbar natürlich unter völliger Missachtung jedwedes Money-Managements (was uns allen immer wieder passieren kann und wird, egal wie lange man auch schon dabei ist).

Was tun, wenn das Kind im Brunnen jammert?
In dieser Situation erhalte ich dann immer wieder Mails von Lesern, die mich fragen: „Was soll ich tun? Alles verkaufen, dann steigt es bestimmt wieder, oder investiert bleiben; nur, wenn es dann noch weiter fällt?“

Ich weiß, diese Menschen denken, ich könne ihnen nun das Patentrezept schlechthin an die Hand geben. Das Dumme ist nur, wenn das Kind bereits so weit in den Brunnen gefallen ist, dann gibt es keine „befriedigende“ Lösung mehr. Natürlich ist die Chance nach einem 50 % Einbruch recht hoch, dass es bald einmal zu einer Gegenbewegung kommt. Und natürlich verkauft man erst dann, wenn einem die letzten Nerven reißen! Da wir Trader aber alles nur Menschen mit hauchdünnen Nerven sind, wird dieser Punkt dem Moment entsprechen, wo auch vielen anderen Trader eben diese hauchdünnen Nerven reißen – also dann, wenn die Aktie, das Wertpapier ausverkauft ist – sprich: Genau am Tief. Sie kennen das.

Aber eine Garantie dafür, immer genau am Tief zu verkaufen, gibt es nicht. Es kann auch immer weiter und weiter fallen. Erinnern wir uns an Januar 2002...

Eine wenig befriedigende Lösung
Es gibt nur eine sinnvolle Art mit so einer Situation halbwegs gut umzugehen – wobei „gut“ schon fast ein stark übertriebener Euphemismus ist. Man verkauft Teilpositionen – nach und nach, bis man flat ist (die ganze Position verkauft hat). So nimmt man nach und nach Druck aus der Position, sichert sein Geld, behält aber die Möglichkeit noch von einer Gegenbewegung zu profitieren. Allerdings sollte man dann auch bei weiter steigenden Kursen nach und nach verkaufen. Denn ab diesem Moment, indem man schließlich begriffen hat, dass man eine große Dummheit begangen hat, geht es nicht mehr darum Gewinne zu machen, sondern Verluste zu begrenzen.

Und hier sind wir beim zweiten Fehler: Wenn die Gesamtposition nun wieder im Plus ist, haben Sie natürlich auch nicht bei wieder anziehenden Kursen Teilpositionen verkauft, sprich Druck rausgenommen. Das hätten Sie jedoch tun müssen! Sie wussten nämlich nicht, ob es sich bei den wieder steigenden Kursen nicht nur um eine kleine Gegenbewegung mit anschließend steil weiter fallenden Kursen gehandelt hat. Sprich, Sie haben einfach ein Schweineglück gehabt, dass die Gesamtposition wieder ins Plus gelaufen ist (siehe Geschenk).

Einen Trade in zwei aufspalten
Nun kommen wir zu dem Beispiel zurück: Die Aktie hat sich nun von 50 € auf 100 € wieder erholt. Sprich, sie hat jetzt einen Anstieg von 100 % hinter sich!

Nun stellen Sie sich einfach vor, Sie hätten die Aktie genau am Tief verkauft – also etwas ganz Normales gemacht, was immer wieder passiert. Ein paar Wochen später wären Sie in eine Aktie eingestiegen, die 100 % zugelegt hätte – würden Sie dann noch fragen, ob Sie den Gewinn mitnehmen?

Aber auch hier gibt es natürlich die Lösung, bei einem 100 % Gewinn Teilpositionen zu verkaufen, um Gewinne zu sichern, und den Rest laufen zu lassen. Also eigentlich müsste doch dann die Regel heißen:

Wenn Sie nach einem starken Verlust wieder die Pluszone erreicht haben, dann verkaufen Sie einen Teil der Positionen.

Die Psyche spielt immer mit!
Hier kommt aber noch ein weiterer Aspekt hinzu, der die erste Regel zu der einzig wahren Regel macht:

Gerade an den Börsen geht es aber darum, Fehler zu begreifen UND zu akzeptieren. In dem Moment, wo ich die Position verkaufe, wenn sie wieder ins Plus gelaufen ist, akzeptiere ich diesen Fehler! Ich mache damit meiner Psyche deutlich: Du hast einen Fehler gemacht – nämlich die Position zu weit ins Minus laufen lassen. Die Börse hat dir ein kleines Geschenk gemacht, ich nehme dieses reumütig an, bin aber dankbar, dass ich diese Gnade erfahren habe.

Wenn Sie jedoch investiert bleiben und der Trade tatsächlich noch dick ins Plus läuft, bringen Sie Ihrer Psyche etwas anderes bei, nämlich: Es ist nicht so schlimm, wenn man Positionen zu weit ins Minus laufen lässt, das kommt schon wieder! Und tatsächlich buchen Sie dann den Fehler nicht als Fehler ab, sondern vergessen einfach, dass Sie diesen Fehler gemacht haben! Ist ja alles wieder gut. Mit anderen Worten, Sie werden diesen Fehler wieder machen und es kann gut sein, dass Sie dann beim nächsten Mal KEIN kleines Geschenk mehr von der Börse erhalten und somit richtig viel Geld verlieren.

Und aus diesem Grund ist der Satz:

Wenn eine Position tief im Minus war und dann wieder ins Plus läuft, sollte man diese sofort verkaufen!

die einzig wahre Börsenweisheit und damit die einzige richtige Antwort auf diese Frage der beiden Leser.

Viele Grüße

Ihr

Jochen Steffens

P.S. Ach ja, der Markt: Er steigt weiter und weiter, die Luft wird dünner und dünner, der Wahnsinn kennt noch keine Grenzen – aber aktuell ziehen die Mauerblümchen an – siehe Deutsche Telekom... gefährlich! Das passiert oft in der Nähe markanter Hochs – aber gerade diese Mauerblümchen können es auch noch sehr explosiv werden lassen - wie gesagt, jetzt kann man kaum noch sinnvolle Prognosen erstellen, kurzfristig.

actr
24.05.2007, 08:17
HANDELSBLATT, Donnerstag, 24. Mai 2007, 07:00 Uhr
Bulle und Bär

Deutsche Anleger verschmähen US-Werte
Von Christian Kirchner

Wenn es stimmt, dass das Anlageverhalten deutscher Privatinvestoren ein Kontraindikator für die künftige Kursentwicklung ist, dann sind US-Aktien derzeit einen näheren Blick wert.



DÜSSELDORF. Fraglos schert sich die Wall Street kaum um die Dispositionen deutscher Anleger - die Werte aus den USA derzeit allenfalls mit spitzen Fingern anfassen. Und fraglos gibt es gewichtige Gründe, US-Aktien derzeit skeptisch zu sehen: Der Immobilienmarkt gilt als überhitzt, das Handelsbilanzdefizit ufert aus, das Wirtschaftswachstum schrumpft, und dem Dollar sagen Ökonomen eine weitere Abwertung voraus.

Tatsächlich aber schütten deutsche Anleger das Kind mit dem Bad aus. Sie gewichten US-Aktien, als seien die Vereinigten Staaten ein riskantes Schwellenland, obwohl auf US-Titel im Weltaktienindex MSCI World noch immer rund 45 Prozent entfallen.

So beträgt derzeit der Anteil von US-Aktien an allen Aktienengagements in den Depots von professionellen Vermögensverwaltern hier zu Lande nur rund zwölf Prozent. Das geht aus der jüngsten Untersuchung des unabhängigen Rankinginstituts Firstfive hervor, das die Transaktionen von mehr als 300 deutschen Vermögensverwaltern auswertet.

Noch pessimistischer sind deutsche Privatanleger gestimmt. Auf Basis einer Analyse von über 100 000 Depots errechnet das Münchener Institut für Vermögensaufbau derzeit eine Quote für US-Papiere von nur rund drei Prozent an allen Einzelaktien. Dabei handelt es sich meist um ausgebombte Technologiewerte.

Der Bild bessert sich auch nicht mit der Berücksichtigung von Investmentfonds. Vier Prozent des in Deutschland in Aktienfonds investierten Vermögens entfällt derzeit nach Berechnungen des Branchenverbands BVI noch auf Produkte mit dem Anlageschwerpunkt Nordamerika. Selbst wenn alle global anlegenden Aktienfonds in den Depots deutscher Anleger US-Werte derzeit so gewichteten, wie es der Vergleichsindex MSCI World vorsieht, läge der US-Anteil über alle Aktienfonds hinweg nur bei rund zehn Prozent.

All diese Quoten fallen noch niedriger aus, zöge man nicht nur Aktien, sondern sämtliche Wertpapieranlagen als Grundgesamtheit heran.

Das ist selbst für notorische USA-Skeptiker aus drei Gründen ein Renditerisiko. Erstens erwirtschaften viele US-Konzerne längst wesentliche Umsätze und Gewinne außerhalb der USA. Zweitens täuschen tägliche Allzeithochs im Dow Jones Index schnell darüber hinweg, dass viele Blue Chips - etwa General Electric, IBM, Pfizer oder Coca-Cola - derzeit auf Euro-Basis um mehr als 50 Prozent unter ihren alten Höchstständen der späten 90er-Jahren notieren. Drittens müssen die Volkswirtschaften und Aktienmärkte Europas und Asiens selbst im Krisenfall erst einmal den Beweis antreten, dass sie sich von den USA emanzipiert haben.

Anleger tun daher gut daran, im Hinblick auf die Quote für US-Aktien ein gesundes Mittelmaß zu finden - zwischen Ignoranz und der MSCI-Quote von 45 Prozent.

svx_biker
24.05.2007, 08:19
Ein prima Artikel. Wenn man Leute darauf anspricht antworten viele eher, dass man den Titel weiterlaufen lassen soll.



22.05.2007 19:45
Eine sehr gute Traderregel!
von Jochen Steffens

Gerade heute wurde ich direkt von zwei Lesern gefragt, was man macht, wenn eine Position, die bisher tief im Minus war, nun wieder die Pluszone erreicht hat.



Ein Geschenk sollte man annehmen!
Vereinfacht könnte man nun sagen: „Wenn diese ansonsten doch eher leidenschaftslose Börse Ihnen dieses unglaubliche Geschenk macht, dass Sie einen Fehler ausbügeln können und mit einem blauen Auge davon kommen, dann seien Sie doch nicht so dämlich und lehnen dieses Geschenk ab! Dahinter verbirgt sich die Arroganz zu glauben, die Börse ginge immer weiter. Nein, sagen Sie brav und demütig: „Danke!“, senken den Kopf und nehmen dieses Geschenk reumütig an!

actr
28.05.2007, 12:43
Hallo svx_biker:-D

Da hast du recht!

Ein prima Artikel. Wenn man Leute darauf anspricht antworten viele eher, dass man den Titel weiterlaufen lassen soll.



22.05.2007 19:45
Eine sehr gute Traderregel!
von Jochen Steffens

Gerade heute wurde ich direkt von zwei Lesern gefragt, was man macht, wenn eine Position, die bisher tief im Minus war, nun wieder die Pluszone erreicht hat.



Ein Geschenk sollte man annehmen!
Vereinfacht könnte man nun sagen: „Wenn diese ansonsten doch eher leidenschaftslose Börse Ihnen dieses unglaubliche Geschenk macht, dass Sie einen Fehler ausbügeln können und mit einem blauen Auge davon kommen, dann seien Sie doch nicht so dämlich und lehnen dieses Geschenk ab! Dahinter verbirgt sich die Arroganz zu glauben, die Börse ginge immer weiter. Nein, sagen Sie brav und demütig: „Danke!“, senken den Kopf und nehmen dieses Geschenk reumütig an!

actr
28.05.2007, 12:43
Ud bitte IMMER daran denken!!

Technische Analyse
2007-05-27 19:39:06

Dass klassische Kauf- und Verkaufsempfehlungen von Banken meist nur dem aktuellen Marktumfeld entsprechen, das ist den meisten von uns Anlegern wohl zumindest seit dem Jahr 2000 klar. Anders gesagt: Kennen Sie ein Investment-Haus, das Ende 1999 eine Aktie wie die Deutsche Telekom, EM-TV, oder eBay auf “Sell” bzw. “Strong Sell” gesetzt hat? Ich nicht.

Vielmehr wurden Goldman Sachs, Morgan Stanley und andere renommierte Häuser sogar zu Strafzahlungen verurteilt, weil sie irreführende Ratings veröffentlichten. Klar, wenn eine Bank einen großen Aktienbestand verkaufen will, dann braucht sie zahlungsfähige Käufer. Und wenn man sein Image nun ausspielt, und die Menschen auf die hauseigenen Empfehlungen hören, dann sollte man eine Aktie die man selbst verkaufen will auf “strong buy” setzen. Sonst gibt es keine Käufer.

Seit diesem Urteilsspruch gibt es in großen Investmenthäusern die “Chinese Walls”. Der Eigenhandel darf nicht wissen was die Analysten sagen, machen oder tun - und umgekehrt. (Ob das wirklich so ist, weiß ich nicht….)

actr
02.06.2007, 08:31
Dreistellige Gewinne



Von Rolf Morrien

Das „Kaufen und liegen lassen“ von stark in den Verlust geratenen Positionen kann heute an der Börse – entgegen dem altbekannten Rat von André Kostolany – eher eine Geldvernichtungs - statt eine Gewinnstrategie sein. Und umgekehrt hat der Hype Ende der 1990er Jahre gelehrt, schnell aufgelaufene Gewinne in Übertreibungsphasen an den Märkten auch vorzeitig zu realisieren, selbst wenn der von Ihnen dafür ursprünglich ins Auge gefasste Zeithorizont nicht einmal annähernd erreicht ist.

Das bedeutet für Sie: Nicht nur bei den von vornherein unter Trading-Gesichtspunkten kurzfristig angelegten Geldern, sondern auch bei Ihrem überwiegend mittel- und langfristig investierten Wertpapiervermögen ist es gerade in diesen Zeiten besonders wichtig, auf plötzliche Veränderungen politischer, wirtschaftlicher oder marktpsychologischer Art sofort zu reagieren. Nur so werden Sie in den kommenden Jahren Anlagechancen optimal nutzen und möglichen Verlustrisiken aus dem Weg gehen können.

Bei der Analyse von Wertpapier-Depots fällt immer wieder auf, dass langfristig die Anleger, die bei jeder einzelnen Kaufentscheidung ihr Gesamt-Depot im Blick haben, besser abschneiden als Anleger, die sich einzelne Wertpapiere herauspicken und hoffen, dass in der Summe ein Gewinn herauskommt.
Oft sind viele Unternehmen einer einzelnen Branche sehr günstig. So hat die Automobil-Branche seit vielen Jahren ein relativ niedriges Durchschnitts-KGV. Es ist daher wahrscheinlich, dass der „Rosinenpicker“-Anleger mehrere Auto-Werte in seinem Depot hat. Durch diese einseitige Gewichtung wird das Depot anfälliger für Störungen. Wenn die Automobil-Branche schwankt, wird auch das ganze Depot wackeln.

Streuen Sie Ihre Anlagen gezielt

Wenn Sie dagegen beim Wertpapier-Kauf Ihr Gesamt-Depot im Blick haben, werden Sie diesen Fehler vermeiden und Ihr Vermögen auf verschiedene Sektoren verteilen. Schneidet dann eine Branche schlecht ab, wird das durch andere Wertpapiere ausgeglichen. Das gleiche Grundprinzip herrscht auch bei der Ländergewichtung. Einige Anleger schwören auf deutsche Aktien, weil sie jeden Geschäftsbericht bis ins kleinste Detail prüfen können und so die vermeintlich besten Unternehmen finden. Aber was hilft das, wenn der deutsche Markt insgesamt sehr schlecht abschneidet? So konnten Sie in Deutschland und Westeuropa in den drei Jahren vom Frühjahr 2000 bis zum Frühjahr 2003 nur schwer Geld mit Standard-Aktien verdienen. In Osteuropa und in einigen asiatischen Ländern stiegen die Indizes dagegen rasant an.

Die renditestärksten Märkte und Anlage-Formen sind aber auch oft mit den höchsten Risiken verbunden. Die Königsfrage bei der Geldanlage lautet daher: Wie können Sie das Verhältnis von Risiko und Chance optimieren? In der Fachliteratur finden Sie ganz unterschiedliche Ansätze. Die meisten sind zu kompliziert, um sie ohne großen Aufwand umzusetzen. Es gibt aber einen ganz einfachen Wunsch, der uns Anleger verbindet: Das Vermögen soll auf jeden Fall erhalten, und wenn möglich, eine überdurchschnittliche Rendite erwirtschaftet werden.

Wenn Sie die beiden Faktoren berücksichtigen, kommen Sie als sicherheitsorientierter Anleger wahrscheinlich auf eine ähnliche Ausgangsbasis wie hier beispielhaft vorgestellt: Mit 70% des Vermögens wird das eingesetzte Kapital abgesichert. Das ist das starke Fundament. Mit den restlichen 30% können Sie den Rendite-Hebel einsetzen. Ausgangspunkt dieser 70:30-Verteilung ist die Erfahrung, dass Sie mit relativ sicheren Anlagen mittel- und langfristig Renditen von 5 bis 7% erreichen können. Beispiele für solche Anlageformen sind dividendenstarke Aktien, Genussscheine und Index-Zertifikate.

Nehmen wir an, Sie besitzen 100.000 Euro. Wenn Sie jetzt 70.000 Euro über sechs Jahre mit einer jährlichen Rendite von durchschnittlich 6% anlegen, haben Sie nach dieser Periode ein Kapital von knapp 100.000 Euro. Damit sichern Sie Ihr Gesamtvermögen ab und können gleichzeitig die hinzugewonnenen 30.000 € in hochrentable Anlagen wie Optionsscheine, Hebel-Zertifikate, Wandelanleihen und aussichtsreiche Nebenwerte und Aktien investieren. Mehr Sicherheit für Ihr Depot gibt es nicht.


Rolf Morrien ist Chefredakteur von "GBT-Eilmitteilungen".

actr
06.06.2007, 21:42
05.06.2007 19:45
Wann tradet man welche Strategie? Teil 1
von Jochen Steffens

Herr Steffens befindet sich vom 04.06.07 bis zum 15.06.07 im Urlaub. Freundlicherweise hat er einige aktuelle Grundsatz-Texte für das Trading vorbereitet, die hier in diesem Zeitraum veröffentlicht werden.

Wann tradet man welche Strategie? Teil 1
Von vielen Menschen wird die Trading-Uhrzeit unterschätzt! Sie sollten Ihren Tradingtag nicht an Ihre Bedürfnisse, sondern an den Fluss der Börsen anpassen. Viele Trader handeln dann, wenn sie gerade Zeit oder Lust haben. Das führt dazu, dass sie zu Uhrzeiten traden, an denen es einfach keinen Sinn macht, Positionen einzugehen.

Leider variieren die Urzeiten, an denen es ein gutes Chance-/Risiko-Verhältnis gibt. Beobachten Sie also den Markt! Ich kann Ihnen für den DAX allerdings eine grobe Übersicht an die Hand geben. Dies soll keine absolute Übersicht sein, sondern lediglich zeigen, wie und warum Sie agieren sollten und um was es geht.

Der Morgen des Daytraders
Um 8:00 Uhr morgens eröffnet der DAX Future. In die ersten Kurse werden die Schlusskurse aus den USA und die Entwicklung in Japan, beziehungsweise der ostasiatischen Börsen eingearbeitet. Unter Umständen werden auch Nachrichten, die über Nacht aufgelaufen sind, Einfluss nehmen. Um 8:00 Uhr einzusteigen kann, wenn man ein bestimmtes Konzept für den Tag hat, sehr gut sein. Wenn Sie um diese Uhrzeit traden wollen, dann müssen Sie allerdings alle diese Faktoren verarbeiten und eine entsprechende Strategie für den Tag entwickeln.

Das setzt jedoch voraus, dass Sie wissen, wie der Markt auf welche Ereignisse reagiert. Wenn z.B. der US-Markt nach einem markanten Einbruch auf dem Tagestief geschlossen hatte, die asiatischen Börsen ebenfalls ins Straucheln gekommen sind, Sie aber wissen, dass der Auslöser dieses Einbruchs keinen längere Auswirkung haben sollte, dann können Sie, sofern Sie sich in einem Aufwärtstrend aufhalten, auf eine starke Gegenbewegung setzen. Sehr oft kommt es, wenn die USA auf dem Tagestief geschlossen haben, an den europäischen Märkten zu einem ersten heftigen Einbruch, der dann jedoch schnell wieder aufgekauft wird. Hier bietet sich die Zeit zwischen 8:00 Uhr und 9:00 Uhr zu einem Einstieg an.

Der Dax eröffnet
Ab 9:00 Uhr werden die DAX-Aktien gehandelt. Wenn es zwischen 8:00 Uhr und 9:00 Uhr noch zu einigen Spielchen der Futures-Trader gekommen ist, so entscheidet sich spätestens um 9:00 Uhr wie der Markt wirklich eingestellt ist. Das bedeutet, die nächste interessante Zeit liegt zwischen 9:00 Uhr und 9:30 Uhr.

Für diesen Zeitraum können Sie nun einige gewinnbringende Regeln aufstellen, aber immer in dem Wissen, dass diese Regeln zeitlich begrenzt sind und von der jeweiligen Marktsituation abhängen. Ein Beispiel: Wenn der Markt um 9:00 Uhr hoch gestartet ist, es danach zu einem Abverkauf kommt, und dieses erste Hoch bis 9:45 Uhr (je nach Handelsaktivität kann diese Uhrzeit variieren) nicht überwunden wurde, sollte man sich auf der Short-Seite positionieren. Wird dieses Hoch jedoch innerhalb dieser Spanne überwunden, steigt man auf der Long-Seite ein.

Eine andere Möglichkeit wäre: Wenn bis 9:45 Uhr das Tagestief des letzten Tages unterschritten wurde, geht man eine Short-Position ein. Wurde in dieser Zeit das Hoch vom Vortag überschritten, steigt man auf der Long-Seite ein.

Finden Sie solche Regeln, die für die aktuelle Marktsituation eine entsprechende Relevanz haben.

actr
06.06.2007, 21:45
06.06.2007 18:46
Wann tradet man welche Strategie? Teil 2
von Jochen Steffens

Der Tradingnachmittag: Die USA eröffnet
Um 15:30 Uhr eröffnen die US-Börsen. Hier können Sie dann ähnlich wie im DAX ab 9:00 Uhr vorgehen. Auch hier lassen sich bestimmte sehr funktionale Tradingsregeln erstellen. Auffällig ist in den USA, dass oft die erste Bewegung in die falsche Richtung geht. Das sollten Sie in Ihre Strategie einfließen lassen, wenn Sie entsprechende Regeln aufstellen.

Xetra-Handelsende
Seitdem der DAX, beziehungsweise der Xetra-Dax, um 17:30 das Ende seiner Handelszeit erreicht, gibt es oft um 17:30 Uhr -17:36 Uhr (Ende des Settlements) ein entscheidendes Hoch oder Tief an den internationalen Märkten.

Ähnlich verhält es sich mit dem Ende der europäischen Börsen um 20:00 Uhr. Auch hier findet sich oft ein entscheidendes Hoch oder Tief auch an den US-Indizes.

Der Tradingabend – Wechseln Sie auf die US-Futures
Die europäischen Futures haben zwar bis 22:00 Uhr geöffnet, leiden ab 17.30 Uhr, auf jeden Fall jedoch ab 20:00 Uhr unter einem starken Rückgang des Handelsvolumens. Sie sollten in dieser Zeit auf die aktiveren US-Futures wechseln, sofern Sie neue Positionen eingehen.

In den USA ist die Zeit zwischen 20:00 Uhr und 21:00 Uhr nach meinem persönlichen Eindruck einer der schwersten Handelszeiten für das Intradaytraden. Das hat bei mir dazu geführt, dass ich diese Zeit meide. Natürlich führt das wiederum dazu, dass ich noch weniger mit dieser Zeit zurecht komme...

actr
06.06.2007, 21:50
04.06.2007 21:45
Einer der größten Fehler...
von Jochen Steffens

Herr Steffens befindet sich vom 04.06.07 bis zum 15.06.07 im Urlaub. Freundlicherweise hat er einige aktuelle Grundsatz-Texte für das Trading vorbereitet, die hier in diesem Zeitraum veröffentlicht werden.

„Trade nur die Summe, die zu Dir passt!“

Einer der größten und unerkanntesten Fehler beim Traden ist, zu große Summen zu traden. Es ist nicht ganz leicht zu erklären, warum große Summen ein derart großes Problem sind. Es hat etwas mit der menschlichen Psyche zu tun: Immer dann, wenn der Mensch überfordert ist, fällt er in eine Art „Trance“ – das bedeutet, der Verstand schaltet sich aus, und „niedere“ Instinkte und Emotionen übernehmen das Ruder. Das hat ursprünglich auch Sinn gemacht.

Der Verstand war oft hinderlich
Stellen Sie sich vor, Sie laufen als Mensch der Vorzeit durch den Dschungel und urplötzlich und vollkommen unerwartet sehen Sie in die hungrigen Augen eines ausgewachsenen Tigers. In solchen Momenten macht es keinen Sinn auf den Verstand zurückgreifen zu wollen. Sie sollten in so einer Situation sicherlich andere Dinge tun, als gelassen und strukturiert zu erörtern, was denn als Nächstes zu tun sei. Es macht auch keinen Sinn, einen genauen detaillierten Plan über verschiedene Fluchtwege zu erstellen, während man in vortrefflicher Poesie darüber sinniert, was denn gerade dieser Tiger für ein schönes Tier sei. Nein, tatsächlich passiert folgendes: Der Verstand schaltet sich aus – das Denken schaltet sich aus und Reflexe beherrschen das Tun. In solchen Momenten fällt ein Mensch in eine Trance, das Überlebens- und Fluchtprogramm übernimmt die Kontrolle, es geht um Schnelligkeit und Instinkt.

Der Verstand ist zu langsam
Nur wenige Menschen wissen, dass das Bewusstsein, also der Verstand, dem wirklichen Sein, also der Realität, um einen Bruchteil einer Sekunde hinterher hinkt. Damit dem Mensch das nicht auffällt, datiert das Bewusstsein die verarbeitete Erfahrung in die Zeit zurück. Tatsächlich ist es also so, dass wir sehr häufig in vielen Fällen nicht aufgrund des Verstandes reagieren, sondern aufgrund von anderen Faktoren, die weitaus weniger bewusst ablaufen, als uns lieb ist. Damit wir uns also einbilden können, dass wir die Kontrolle haben, gaukelt unser Bewusstsein uns vor, dass wir uns verstandesgemäß, also rational entschieden hätten. Auch das ist gut so, denn würden wir merken, wie wenig unserer Handlungen und Entscheidungen wirklich dem von uns ach so hochgelobten Verstand zu verdanken sind, wir würden zutiefst erschrecken.

Der Verstand ist nur sehr selten Herr der Lage
Sobald der Verstand überfordert ist, und glauben Sie mir, das ist er sehr schnell, tritt er in den Hintergrund und überlässt den Instinkten und Intuitionen das Feld. In dieser Zeit ist der Verstand höchst bemüht, Sie nicht merken zu lassen, dass er gar nicht mehr so richtig aktiv ist – er gaukelt Ihnen vor, Sie hätten die Kontrolle. Solche Überforderungen treten sehr schnell ein. Auslöser sind unter vielem anderen: Chaos, Angst, zu starke Emotionen - etc.

Mit diesen drei Punkten sind sie natürlich an der Börse ständig konfrontiert! Und so verwundert uns nicht, dass sich viele Trader eigentlich die ganze Zeit über, wenn sie traden, in Trance befinden. Und nur so ist es auch zu erklären, dass viele immer wieder die gleichen Fehler machen, um sich dann sagen zu hören: „Nein! Ich weiß es doch, ich weiß es doch, verdammt! Warum habe ich schon wieder nicht rechtzeitig verkauft / zu früh verkauft / bin ich nicht eingestiegen, bin ich zu früh eingestiegen?“

Sie müssen also unter allen Umständen verhindern, dass Sie in Trance fallen, beziehungsweise es schaffen, in die richtige, sprich entspannte, Trancen zu fallen und dann, was noch wesentlich schwieriger ist, auch in dieser entspannten, wachen, vertandesorientierten Trance zu bleiben.

actr
07.06.2007, 21:18
07.06.2007 20:31
Das Konzept der Relativen Stärke - Stärke, nicht Schwäche kaufen!
Quelle: GodmodeTrader.de

Oft ist beispielsweise in Internetboards zu lesen, dass Boardbenutzer relativ schwache Aktien kaufen. Diese relative Schwäche drückt sich in einer Underperformance gegenüber einem Index, dem zugrundeliegenden Sektor oder einer anderen Aktie aus. Der vermeintliche Grund für den Kauf liegt auf der Hand: Im Falle eines Reversals verspricht sich der Marktteilnehmer ein besonders hohes Kurspotential, denn die Aktie ist ja stark gefallen und sollte demzufolge auch wieder stark steigen. Doch diese Annahme ist im Allgemeinen grundverkehrt! Vielmehr sollten Marktteilnehmer versuchen, relativ starke Aktien zu kaufen und relativ schwache Aktien zu verkaufen beziehungsweise leer zu verkaufen. Insbesondere in Bärenmärkten, die durch eine besonders hohe Frequenz und Eigendynamik hinsichtlich der Sektorenrotation gekennzeichnet sind, stellt der Gebrauch der Relativen Stärke ein nützliches Tool dar, von dem permanent Gebrauch gemacht werden sollte, um starke von schwachen Sektoren zu unterscheiden und dementsprechend starke Aktien in starken Sektoren zu kaufen und/oder schwache Aktien in schwachen Sektoren zu verkaufen.


Was ist Relative Stärke?

Die Relative Stärke misst - wie oben angedeutet - die Performance eines Wertes in Relation zu einem anderen Titel. Sie ist ein sehr leichtes, aber effektives Hilfsmittel zur Chartanalyse. Die Relative Stärke darf nicht mit dem Relative-Stärke-Index (RSI) verwechselt werden, zumal sie ein quantitativer und kein technischer Indikator ist!

Die Formel für die Relative Stärke lautet:

((A2 / B2) - (A1 / B1)) / (A1/B1)

A1 = Erster Kurs der Aktie A

A2 = Letzter Kurs der Aktie A

B1 = Erster Kurs der Aktie B oder des Indexes B oder des Sektors B

B2 = Letzter Kurs der Aktie B oder des Indexes B oder des Sektors B


Wenn die Relative Stärke steigt, ist die Aktie ein Outperformer gegenüber einem Index oder einem Sektor oder einer Aktie. Sinkt hingegen die Relative Stärke, ist die Aktie ein Underperformer gegenüber einem Index oder einem Sektor oder einer Aktie.

Konzepte und charttechnische Darstellung der Relativen Stärke?

William O’Neil kalkuliert in seinem Buch „How to Make Money in Stocks“ die Relative Stärke so, dass die prozentuale Veränderung einer Aktie pro Quartal als Grundlage dient. Bei dieser Methode werden die letzten vier Quartale einbezogen, wobei das letzte Quartal doppelt gewichtet wird. Es geht also um folgendes Verhältnis: Relative Stärke (letzte 3 Monate) x 2 zu Relative Stärke (12 Monate). Neben dem Konzept O’Neil’s sieht die häufigste Anwendung zur Ermittlung der Relativen Stärke vor, dass ein Aktienkurs durch einen bekannten Marktdurchschnitt, in der Regel der S&P 500, geteilt wird. Letztlich wird also die prozentuale Veränderung einer Aktie mit der prozentualen Veränderung eines Marktdurchschnittes für einen bestimmten Zeitraum verglichen. Diese Kalkulation wird auch „normalisierte Division“ genannt und ist in vielen Charting Softwares enthalten. Auf diese Weise lassen sich Relative-Stärke-Charts grafisch darstellen und Relative-Stärke-Rankings ableiten. Verläuft zum Beispiel die aus dem Relative Stärke-Chart resultierende Linie nach oben, hat die Aktie eine höhere Performance als zum Beispiel ein Marktdurchschnitt. Wir sehen uns das einmal in der nachfolgenden Abbildung 1 an.


http://img.godmode-trader.de/charts/3/2005/ko016.gif


Abbildung 1: Relative Stärke von Cree (CREE) gegenüber dem S&P 500 Index (SPX). Die Relative-Stärke-Linie zeigt ab Oktober die Outperformance von CREE gegenüber dem SPX. Ein EMA(20) ist für das Tagesintervall eventuell hilfreich, stellt aber keine Bedingung dar.


Da es sich bei dem Unternehmen Cree um einen Wert aus dem High-Tech-Bereich handelt, ist es angebracht, dessen Relative Stärke auch gegen den Nasdaq Composite, in dem die Aktie ebenso enthalten ist, zu bemessen:


http://img.godmode-trader.de/charts/3/2005/ko017.gif


Abbildung 2: Relative Stärke von Cree (CREE) gegenüber dem Nasdaq Composite (COMP). Die Relative-Stärke-Linie zeigt ab Ende Oktober die Outperformance von CREE gegenüber dem COMP.


Auch hier lässt sich eine deutliche Relative Stärke gegenüber dem Nasdaq Composite ab Ende Oktober feststellen. Ab diesem Zeitpunkt bis weit in den Dezember hinein ist der Aufwärtstrend sowohl in der Relativen-Stärke-Linie als auch in der Aktie intakt. Da es sich bei Cree auch um einen Chip-Wert handelt, möchten wir nun wissen, wie hoch die Relative Stärke von CREE gegenüber dem Philadelphia Halbleiter Index (SOX) ist. Die Aktie von Cree ist zwar nicht in diesem Sektor enthalten, der SOX bietet sich dennoch als ein Benchmark an:


http://img.godmode-trader.de/charts/3/2005/ko018.gif



Abbildung 3: Relative Stärke von Cree (CREE) gegenüber dem Philadelphia Halbleiter Index (SOX). Die Relative-Stärke-Linie zeigt ab Ende November eine Outperformance von CREE gegenüber dem SOX.


Hier lässt sich ebenso feststellen, dass CREE eine hohe Relative Stärke gegenüber dem SOX besitzt. Der Uptrend der RS-Linie ist in allen drei Vergleichen steigend und der Trend der Relative-Stärke-Linie ist bis dato ungebrochen. Unter der Voraussetzung, dass der Nasdaq Composite gegenüber dem Gesamtmarkt im angegebenen Zeitraum outperformte und der SOX der Outperformer im COMP war (beides war im angegebenen Zeitraum der Fall), hatten wir es demzufolge bei CREE mit einer sehr starken Aktie zu tun. Die Relative Stärke sagt grundsätzlich jedoch noch nichts über die eigentliche Performance einer Aktie selbst aus, zum Beispiel ob diese Aktie steigt oder fällt. Normalerweise geht eine steigende Relative-Stärke-Linie auch mit steigenden Kursen einher, jedoch kann es auch sein, dass die Aktie weniger stark fällt als der Marktdurchschnitt. In solchen Fällen würde die Relative Stärke-Linie ebenso steigen. Zudem sollte immer der entsprechende Zeitraum der Untersuchung der Relativen Stärke bedacht werden. So kann es beispielsweise sein, dass die Aktie XYZ zwar in den letzten drei Monaten eine sehr hohe Relative Stärke gegenüber dem S&P 500 besitzt, aber auf Jahresbasis eine sehr geringe Stärke gegenüber dem S&P 500 aufweist. Je nach Trading-Stil und Risiko-Profil muss der Trader wissen, ob er nur Wert auf eine kürzlich bewiesene Relative Stärke legt oder eine zusätzlich länger bewiesene Relative Stärke als weiteren Entscheidungsfaktor hinzuziehen will. Grundsätzlich empfiehlt sich ein Betrachtungszeitraum von einem bis zu 4 Quartalen - demnach hätten wir es mit einer Relativen Stärke der letzten 3 bis 12 Monate zu tun. In Grenzfällen allerdings, in denen genauere Aussagen schwierig sind, empfiehlt sich auch die Betrachtung der kurzfristigen Relative Stärke-Linien. Hierbei sind 5-, 20-, 30-, 60- und 90-Tage Relative Stärke-Vergleichsintervalle sinnvoll, um kurzfristige Trading-Möglichkeiten noch besser isolieren zu können. Auf der Gegenseite würden es längerfristig orientierte Marktteilnehmer bevorzugen, mit geglätteten Versionen der RS-Linien zu arbeiten. Wichtig ist auch folgendes: Insbesondere dann, wenn ein Trader einen Markt positiv beurteilt, sollte er sich auf Aktien mit hoher Relativer Stärke in Sektoren mit hoher Relativer Stärke konzentrieren. Umgekehrt gilt: Bewertet ein Trader einen Markt negativ, also geht er von einem schwachen Markt aus, dann sollte er sich auf Aktien mit niedriger Relativer Stärke in relativ schwachen Sektoren konzentrieren und diese leer verkaufen. Als kurz- bis mittelfristig orientierter Trader kann man sich zu diesem Zweck eine Liste der Sektoren mit den höchsten und den niedrigsten Relative Stärke-Rankings anfertigen. Als nächstes werden die in den Sektoren enthaltenen Aktien dergleichen Prozedur unterzogen. Auf diese Weise betreiben wir eine erste wichtige Aktienselektion und erhalten einerseits die relativ stärksten Aktien in den stärksten Sektoren und andererseits die relativ schwächsten Aktien in den schwächsten Sektoren.


Relative Stärke-Linien und Charting


Da sich die Relative Stärke in Trends bewegt - genauso wie das Aktien tun - können auch die gleichen Techniken wie im normalen Charting verwendet werden. Daher benutzt die Analyse der Relativen Stärke zum Beispiel Trends, gleitende Durchschnitte, Formationen, Widerstands- und Unterstützungszonen. Besonders erfolgsversprechend ist es, Patterns zu identifizieren, die in beiden Charts auftauchen, sowohl im Chart der Aktie als auch im Relative Stärke-Chart. Dabei spielen auch Trendlinienbrüche der Relative Stärke-Linie eine Rolle und geben wichtige Hinweise bezüglich der Verfassung der Aktie gegenüber einem Index, einem Sektor oder einer anderen Aktie. Auch Formationen wie Flaggen, Dreiecke oder Keile in der Relative Stärke-Linie können wichtige und aufschlussreiche Signale geben, dabei ist jedoch immer der Trend der Relative-Stärke-Linie zu beachten. Weiterhin ist zu beachten, dass Relative-Stärke-Linien weit volatiler sind als der Aktienkurs. Aus diesem Grunde sollte man also mit Schlussfolgerungen vorsichtig sein, die ausschließlich auf Relative-Stärke-Linien beruhen. Auch Ausbrüche zu neuen Hochs oder Ausbrüche zu neuen Tiefs können mit Hilfe des Relative-Stärke-Konzeptes bestätigt werden. Dabei kann die Relative-Stärke-Linie zum Beispiel vor oder zeitgleich zum Preisausbruch im Chart der Aktie erfolgen. Natürlich muss die Relative-Stärke-Linie nicht vorzeitig ausbrechen, aber wenn sie es tut, ist dies in der Regel sein sehr zuverlässiges Signal für den Preis der Aktie. Befindet sich beispielsweise die Aktie in einer Trading Range und überschreitet die Relative-Stärke-Linie ein altes Hoch, so ist auch damit zu rechnen, dass die Aktie aus der Trading-Range ausbricht.


Divergenzen

Es ist von großem Nutzen, den aktuellen Wert der Relativen Stärke zusammen mit dem Preisindex zu benutzen. Die Abbildung 4 zeigt einen Kursverlauf, in dem der Preis in einer Folge von drei steigenden Hochpunkten steigt. Die ersten beiden Tops werden dabei durch neue Tops in der Relativen-Stärke-Linie bestätigt, das dritte jedoch nicht. Dies stellt eine negative Divergenz dar und ist ein starkes Signal dafür, dass der positive Trend im Preis auch vor einer Trendumkehr stehen könnte.

Die Abbildung 5 zeigt eine ähnliche Situation, dieses Mal alllerdings am Boden der Kursentwicklung, wo ein neues Tief im Preisindex nicht durch die Relative-Stärke-Linie bestätigt wird. Hier handelt es sich um eine positive Divergenz, die eine bullische Indikation darstellt.


http://img.godmode-trader.de/charts/3/2005/ko019.gif


Abbildung 4: Negative Divergenz. Die Relative Stärke-Linie indiziert vorzeitig eine Schwäche des Preises


http://img.godmode-trader.de/charts/3/2005/ko020.gif



Abbildung 5: Positive Divergenz. Die Relative Stärke-Linie indiziert vorzeitig eine Stärke des Preises

Grundsätzlich ist anzumerken, dass das Konzept der Relativen Stärke auf fast alle Marktsituationen angewendet werden kann. Soll etwa eine Entscheidung über den Tausch einer Aktie gegenüber einer anderen getroffen werden, so liefert eine schnelle Kalkulation der Relativen Stärke der einen gegenüber der anderen Aktie einen wichtigen Hinweis. Ebenso kann das Konzept der Relativen Stärke ein Hilfsmittel sein, um das ganze Jahr über an der Sektoren-Rotation zu partizipieren, bei der wir relativ starke Sektoren kaufen und/oder relativ schwache Sektoren verkaufen. Mit dieser Lesson erhalten Sie eine Microsoft Excel-Tabelle mittels derer Sie die Relative Stärke berechnen können, ohne ein Chart zu benutzen. Die Bedienung der Tabelle ist einfach: Im Beispiel wurde in der Spalte A der Schlusskurs von Aktie XYZ eingetragen und in Spalte B der Schlusskurs des S&P 500. Die Formel für die Relative Stärke ist der heutige Schlusskurs für Aktie XYZ (siehe A3) dividiert durch den Schlusskurs des S&P 500 (B3) minus den anfänglichen Schlusskurs von Aktie XYZ (A2) dividiert durch den anfänglichen Schlusskurs des S&P 500 (B2). Diese Differenz wird dividiert durch den anfänglichen Schlusskurs von Aktie XYZ (A2) dividiert durch den anfänglichen Schlusskurs des S&P 500 (B2). Das $-Zeichen vor einem Spaltenbuchstaben oder vor einer Reihenzahl indiziert, dass die Werte konstant sind.

Autor: Frank Thönnißen - Co-Investment Advisor bei STRADIVARI (Luxemburg)

actr
12.06.2007, 19:39
12.06.2007 18:46
Übe Dich in Geduld!
von Jochen Steffens

Ich glaube das Schwierigste an den Börsen ist es, geduldig zu sein! Der Mensch neigt dazu, "tun" zu müssen. Er leidet, zum Leidwesen dieser Welt und sich selbst, unter dieser unglaublichen Unfähigkeit regungslos zu sein - in sich zu ruhen.

Sie müssen lediglich beobachten, was in Ihnen vor sich geht, wenn Sie den Börsenverlauf beobachten: Sie sitzen dort vor einem Bildschirm und sehen, wie sich die Kurse entwickeln. Steigt der Kurs, denken Sie: „Warum bin ich nicht eingestiegen???“ Fällt er, fragen Sie sich: “Warum hab ich nicht auf fallende Kurse gesetzt?“ Währenddessen rechnet sich der nervöse Trader all die schönen Gewinne aus, die er aufgrund seiner Untätigkeit verpasst hat. Irgendwann hält er es nicht mehr aus und steigt ein – einfach, weil er durch den Kursverlauf weichgekocht wurde. Natürlich, da besteht kaum ein Zweifel, zum völlig falschen Zeitpunkt.

Nur sehr wenige gute Chancen
Es gibt eigentlich nur sehr wenige wirklich gute Einstiegssignale am Tag, oft nur ein oder zwei. Der Rest an den Börsen ist Rauschen. Es geht aber um ihr Geld, es ist kein Spiel, das Ihnen die Freizeit angenehm machen soll.

Es ist ein Spiel, bei dem es um Ihr Überleben geht, wenn auch nur in finanzieller Hinsicht. Und es geht, wie schon angeführt, um Wahrscheinlichkeiten. Es geht darum, zu den wenigen Menschen zu gehören, die Geld aus den Börsen ziehen und zwar nicht nur in starken Aufwärtstrends. Wie ich schon einmal geschrieben habe, 95% der Trader werden die Börsen mit sehr viel weniger Geld wieder verlassen.

Sie wollen also zu den wenigen, zu den 3% bis 5% aller Trader gehören, die langfristig erfolgreich sind? Dann müsse sich auf die wirklich guten Einstiegssignale konzentrieren!

Übertraden Sie nicht den Markt
In den meisten Fällen neigen fast alle Daytrader dazu, den Markt zu übertraden. Das bedeutet, es werden zu viele zu unsichere Signale getradet. Ich habe wirklich lange gebraucht, um zu begreifen, dass ein Großteil meiner Gewinne dadurch wieder aufgebraucht wurden, dass ich einfach zu viel getradetet habe.

Vielleicht ist es auch das, warum viele erfahrene Trader das Trading selbst als langweilig bezeichnen. Man sitzt wie ein Angler stundenlang vor sich kaum bewegenden Kursen und wartet auf ein gutes Signal. Dadurch, dass ich mich durch den täglichen Newsletter und anderen Publikationen die ganze Zeit mit Börse beschäftige, habe ich entsprechend Ablenkung, so dass bei mir diese Langeweile eigentlich nie auftaucht.

Geduld
Um zurück zur Geduld zu kommen: Sie kennen das Gefühl vielleicht, wenn Kurse immer weiter steigen und steigen und Sie sind nicht dabei. In solchen Momenten nicht die Geduld zu verlieren, ist extrem schwierig. Immer wieder denkt man, man würde etwas verpassen. Doch man muss sich einfach bewusst machen, was man da eigentlich verpasst! Es sind schlechte Einstiegschancen. Und auch wenn die Kurse dann immer weiter und weiter steigen, war es richtig aus dem Markt zu bleiben. Das ist gerade für viele Anfänger sehr schwer zu begreifen.

Wenig spektakuläres Traden
Die wirklich guten Tradingchancen sind selten spektakulär. Es geht nicht um die Mega-Trends. Es geht immer nur um ein gutes Chance/Risikoverhältnis. Wenn die Kurse schon weit gestiegen sind, sinkt das Chance/Risikoverhältnis. Dann muss man zuweilen den Markt einfach Markt sein lassen. Der erfahrene Trader tritt an die Seitenlinie und übt sich in Geduld.

Das gilt auf allen Zeitebenen. Lassen Sie sich nie durch die Börse weichkochen. Üben Sie sich in Geduld und traden nur die wirklich guten Chancen. Unter dem Strich werden Sie so wesentlich mehr Geld verdienen, als wenn Sie den Markt übertraden oder den Kursen hinterherlaufen.

Zur aktuellen Situation
Da es gerade passt: Kostolany sagte, dass man bei solchen Übertreibungsphasen (wie aktuell) einfach den Kopf zu machen sollte und mitspielen muss. Das stimmt jedoch nur, wenn man bereits als langfristiger Anleger investiert ist und ist somit missverständlich ausgedrückt. Tatsächlich ist es so, dass man in solche Phasen nach und nach seine Gewinne verkaufen muss und sich mehr und mehr an die Seitenlinie stellen sollte.

Dann muss man nur noch dieses „Gewitter“ an sich vorbeiziehen lassen und sich neue gute Chancen suchen. Auf jeden Fall sollte man verhindern, sich durch eine solche Phase emotionalisieren zu lassen – Achten Sie also nicht auf die entgangenen Chancen, sondern bleiben Sie geduldig auf der Suche nach den neuen.

actr
12.06.2007, 19:45
11.06.2007 18:46
Liebe Deine Verluste und hasse Deine Gewinne
von Jochen Steffens

Herr Steffens befindet sich vom 04.06.07 bis zum 15.06.07 im Urlaub. Freundlicherweise hat er einige aktuelle Grundsatz-Texte für das Trading vorbereitet, die hier in diesem Zeitraum veröffentlicht werden.

Lesen Sie heute auch bitte die beiden Gastbeiträge.

Liebe Leser,

Natürlich werden Sie sich über die Formulierung in der Überschrift wundern. Doch in ihr steckt mehr Wahrheit und mehr Wissen über Börse, als auf den ersten Blick scheinen mag.

Eine der ersten wichtigen Regeln, die Sie an den Börsen lernen, ist ihre Verluste zu begrenzen. Um wirklich zu wissen, wie absolut notwendig das ist, müssen Sie zumeist mehrere Trades gemacht haben, die Ihnen höchst schmerzhafte Verluste bereitet haben – einfach, weil Sie nicht rechtzeitig verkauft hatten. Nur wenn Sie am eigenen Leibe miterlebt haben, wie unglaublich schmerzhaft es ist, wenn eine größere Verlustposition immer mehr Ihres Geldes vernichtet, - nur wenn Sie gespürt haben, wie Sie in totale Erstarrung fallen, weil sie einfach nicht mehr wissen, was sie tun sollen, - nur wenn Sie all diese unglaublichen Schmerzen erlebt haben, können Sie sich ein striktes Geldmanagement angewöhnen. Das bedeutet, erst dann werden Sie anfangen, Ihre Verluste immer zu begrenzen.

Nicht sonderlich lernfähig
Leider ist der Mensch entgegen landläufiger Meinung nicht sonderlich lernfähig. Deswegen brauchen wir oft sehr, sehr lange, um zu begreifen, dass man, egal was man auch denkt, dann aussteigt, wenn ein Trade in die Verluste geht und diese sich auch noch anfangen auszuweiten. Nur wenn man immer wieder diese schmerzhaften Verluste erlitten hat, wird es einem auch egal sein, ob danach der Kurs wieder ansteigt oder nicht.

Ich mache mir aber keine Sorgen, dass Sie das lernen, denn das lernt wirklich jeder, früher oder später. Ganze Bücher handeln deswegen auch davon, wie man seine Verluste begrenzt, oder berichten von einem entsprechenden Geldmanagement.

Falsche Herangehensweise
Für mich geht das etwas an dem Thema vorbei. Denn sobald Sie etwas fortgeschrittener sind, müssen Sie ihre Wahrnehmung ändern. Natürlich neigt jeder Trader dazu, Verluste zu hassen. Dabei sind es doch gerade die Verluste, die uns immer wieder vorsichtig werden lassen. Nur wenn wir Verluste machen, werden wir die Bereitschaft entwickeln, zu lernen. Verluste bringen uns dazu, Bücher zu lesen, uns fortzubilden, große Anstrengungen, teilweise fast unmenschliche Anstrengungen zu unternehmen, diese Verluste zukünftig zu vermeiden.

Man stelle sich das Paradies und dessen Folgen vor
Was passiert aber, wenn Sie nur Gewinne machen? Der Mensch neigt dann dazu, fahrlässig, überheblich, größenwahnsinnig, faul, dekadent zu werden. Dann werden irgendwann sehr große Summen eingesetzt und viel zu viel riskiert. Diese brisante Mischung führt dann fast unweigerlich zu ebenso großen Verlusten.

Das Schlechte ist das Gute
Sind dann Verluste nicht etwas Gutes? Etwas das uns hilft, immer konzentriert zu bleiben? Es sind die leichten Schläge mit dem Stock der Weisheit, die uns helfen, nicht übermütig zu werden, eben nicht überheblich zu werden, nicht zu viel zu riskieren. Warum sollte man sich also über Verluste beschweren, wenn Sie uns doch derart gute Dienste erweisen?

Zu viel des Puddings
Die Gewinne hingegen sind die süße Nachspeise, die uns bei zu intensivem Genuss krank machen. Und es geht darum, zu begreifen, dass Gewinne für uns sehr, sehr gefährlich sind! Denn diese werden versuchen, Sie vom konzentrierten und kontrollierten Weg abzubringen. Die Gewinne werden versuchen, Sie zu verführen zu viel zu riskieren und unter Umständen sogar derart viel, dass Sie einen für Ihr Vermögen „tödlichen“ Verlust erleiden könnten. Das hört sich vielleicht utopisch an, ist aber schon sehr vielen großen Tradern passiert. Deswegen heißt die Regel: Hasse Deine Gewinne. Eigentlich müsste es natürlich heißen: Hasse das, was Deine Gewinne mit Dir machen.

Die andere Wahrnehmung
Noch wichtiger ist es aber, bei den Verlusten die Wahrnehmung zu verändern. Die meisten Menschen wollen keine Verluste machen. Sie empfinden Verluste als etwas höchst Unangenehmes. Da der Mensch alles tut, um Unangenehmes zu vermeiden/auszublenden, nicht wahrzunehmen, werden Verluste oft nicht entsprechend beachtet. Kein Wunder also, dass Trader dazu neigen, einfach nicht mehr hinsehen zu wollen. Wie viele Depotleichen liegen in Ihrem Depot? Wie viele Verluste, bei denen man sich der trügerische Hoffnung hingegeben hat, dass sich irgendwann die Aktie, das Wertpapier doch wieder positiv entwickelt?

Wenn Sie hingegen Verluste als das sehen, was es ist: Eine Art Lehrer, etwas, durch dass Sie nur besser werden können, dann wird diese andere Einstellung dazu führen, dass Sie nicht mehr wegsehen, dass Sie nicht mehr weglaufen wollen, dass Sie nicht mehr zu spät reagieren, wenn eine Position nicht so läuft, wie sie sich das erhofft haben.

Dann werden Sie die Schritte machen, die zu machen sind. Sie werden sich nicht mehr schlecht fühlen, wenn Sie einen Verlust realisiert haben, denn Sie wissen, dass Sie durch diesen Verlust wieder ein etwas besserer Trader geworden sind.

Wenn der Verlust seinen Schrecken verliert, dann wird er zum Trading-Alltag. Wenn Sie allerdings das, was der Verlust mit Ihnen macht, anfangen zu lieben, dann wird er Ihnen ein großer Lehrmeister sein.

Oder kurz und etwas provokativ:

Lernen Sie Verluste zu lieben und Gewinne zu hassen!

actr
12.06.2007, 20:20
08.06.2007 18:46
Bringen Sie die Wahrscheinlichkeit auf Ihre Seite!
von Jochen Steffens

Was sind gute Chancen? Gibt es den perfekten Trade? Nein! Jeder Trade, den Sie eingehen, ist ein Kampf mit Wahrscheinlichkeiten. Ihr höchstes Ziel muss sein, die Wahrscheinlichkeit immer auf Ihrer Seite zu haben. Ich verstehe es zum Beispiel überhaupt nicht, warum Menschen in einem starken Aufwärtstrend immer wieder versuchen, gegen diesen Trend auf fallende Kurse zu setzen. Es ist eigentlich ein Zeichen von großer Unerfahrenheit, so zu agieren. Natürlich kann man auch so einige gute Trades zu Stande bringen, keine Frage. Aber unter dem Strich werden Sie in solchen Fällen ein Problem mit der Wahrscheinlichkeit haben.

Die Wahrscheinlichkeit sagt doch nichts anderes aus, als dass sie von einer bestimmten Anzahl von Fällen, sagen wir 10, eine gewisse Anzahl von Verlusttrades machen, zum Beispiel 5. Und es ist doch schlichtweg auf einfachste Weise nur logisch, dass man als Trader alles versuchen sollte, um dieses Verhältnis möglichst positiv zu gestalten, denn nur so kann man auf lange Sicht erfolgreich agieren.

Traden gegen den Trend
Wenn Sie in einem Aufwärtstrend auf der Short-Seite agieren, dann wird es Ihnen hin und wieder passieren, dass Sie von starken Aufwärtsbewegungen überrascht werden. Einfach weil der Markt in einer solchen Situation auf positive Nachrichten wesentlich intensiver reagiert, als auf negative. Oft genug werden auch Kurse nicht ausreichend lange fallen, damit Ihre Gewinne entsprechend groß werden können. Denn schließlich warten in solchen Aufwärtstrends viele Leute eindringlich darauf, noch zu einigermaßen guten Kursen einsteigen zu können. Oft haben diese Anleger ein oder bereits zwei Einstiegspunkte verpasst und steigen jetzt schon bei nur wieder leicht gefallenen Kursen ein.

Insgesamt bedeutet das, dass Sie beim shorten in einem Aufwärtstrend erstens keinen Fehler machen dürfen, zweitens meistens damit zu kämpfen haben, dass die fallenden Kurse viel zu schnell ausgebremst werden, drittens oft genug von plötzlich und unerwartet stark steigenden Kursen überrascht werden.

Wenn Sie das alles zusammenfassen, dann liegt ihre Gewinnwahrscheinlichkeit weit unter 50%. Das bedeutet, dass Sie häufig direkt Verluste machen und häufig, nachdem Sie deutlich im Gewinn lagen, auf Kaufkurs ausgestoppt werden. In nur ganz wenigen Fällen werden sie eine größere Gewinnposition durch stark fallende Kurse machen. Und nur in einem Fall, nämlich dann, wenn der Aufwärtstrend sein Ende gefunden hat, können sich Ihre Gewinne auch ins „Exorbitante“ auswachsen.

actr
13.06.2007, 22:33
13.06.2007 18:45
Profitieren Sie von der Candlestick-Analyse
von Thomas Firley

Da sich Herr Steffens vom 04.06.07 bis zum 15.06.07 im Urlaub befindet, lesen Sie bitte die folgenden Gastbeiträge.

Liebe Leser,

der von mir erhoffte (ich sage nicht: prognostizierte…) gleichwertige Kampf der Bullen und Bären, mithin eine Seitwärtsphase, scheint begonnen zu haben, wie Sie im folgenden Chart erkennen:


http://news.geldanlage-strategie.de/imgproxy/img/401632120/t.gif


Nach den drei relativ heftigen Abwärtstagen in der letzten Woche (erkennbar an der drei roten Kerzen im Candlestick-Chart), folgte ein kurzer Befreiungsschlag (weiße Kerze), ein Doji (Kerze ohne Körper, gleich mehr dazu) und ein weiterer Abwärtstag. Aus meiner Sicht würde dem Dow Jones (sowie auch den anderen Börsen, die davon mit in den Sog gezogen würde) ein Rücksetzer bis auf 13.000 Punkte nicht schaden. Nun zu den Dojis:

Ein Doji ist wie gesagt eine Kerze mit sehr kleinem oder überhaupt keinem Körper. Das bedeutet, dass der Eröffnungs- und Schlusskurs sehr nahe beieinander liegen oder sogar übereinstimmen. Der Kampf der Bullen und Bären ging an diesem Tag also schlussendlich unentschieden aus. Anders betrachtet ist die Marktlage also verschwommen und orientierungslos.

Nun, aus einem einzigen kleinen Doji, kann natürlich nicht auf den weiteren Handelsverlauf geschlossen werden. Allerdings sind Dojis oft Bestandteile sehr aussagekräftiger Kerzenmustern wie z.B. des Abend- oder Morgensterns.

Eine klassische Candlestick-Formation: Der Abendstern
Hier ein Beispiel für einen Abendstern, der - im Gegensatz zum Morgenstern – ein Anzeichen für fallende Kurse ist:


http://news.geldanlage-strategie.de/imgproxy/img/401632129/t.gif


Der Morgenstern ist ein Umkehrsignal in einem Aufwärtstrend. Diese Trendwendeformation setzt sich aus drei Kerzen zusammen, von denn der Körper der mittleren idealerweise von den Körpern der anderen beiden etwas abgesetzt ist. Die Farbe der mittleren Kerze spielt dabei keine Rolle. Die erste Kerze geht in Trendrichtung (hat also einen weißen Körper), die dritte Kerze ist rot bzw. eine Abwärtskerze, die ein gutes Stück innerhalb des Körpers der ersten weißen Kerze vordringt.

Im abgebildeten Infineon-Chart sehen Sie einen „klassischen“ Abendstern. Nach einem sehr schönen Aufwärtstrend signalisierte diese klare Formation das Ende der Aufwärtsbewegung. Kurz danach zeigt sich noch einmal die gleiche Formation.

Der Morgenstern ist zwar eher selten anzutreffen, sehen Sie ihn aber, sollten bei Ihnen die Alarmglocken klingeln. Sie müssen dann freilich nicht sofort ins Bärenlager wechseln, aber eine Warnung sollten Sie schon als solche sehen und auch realisieren und ggf. Ihre Stopps nach oben ziehen.

Manche Candlestick-Anhänger richten Ihre Tradings ausschließlich auf Candlestick-Formationen aus. Nun, soweit bin ich noch nicht, ich schwöre nach wie vor auf die Chartanalyse, aber es ist sicherlich hilfreich die wichtigsten Candlestick-Grundmuster zu kennen bzw. dazu in der Lage zu sein, sie zu erkennen.

Meister der Candlesticks
Ein Meister der Candlestick-Analyse ist übrigens Stefan Salomon, der ein eigenes Erkennungsprogramm für Candlestick-Formationen entwickelt hat. Sein neuer Börsendienst „Candlestick Trader“ kann jetzt gratis getestet werden.

Das Besondere ist, dass der Test bis zum 7. September läuft. Sie können den Dienst also knapp 12 Wochen gratis mitverfolgen. Wenn Sie sich für Candlesticks interessieren – warum nicht? Klicken Sie hier.

Falls Ihnen der Börsendienst gefällt, können Sie ihn weiterhin beziehen. Ansonsten bestellen Sie ihn einfach wieder ab, haben aber in der Zeit sicherlich interessante Besonderheiten der Candlestick-Analyse kennengelernt. Und zwar – darauf kommt es an – mit aktuellen Beispielen und konkreten Empfehlungen.

Ich schau mir das Ganze jetzt mal an. Auf jeden Fall bis zum 7. September…

Viel Erfolg an der Börse

Ihr

Tom Firley

actr
18.06.2007, 22:08
14.06.2007 18:45
So traden Sie gewinnbringend auf fallende Kurse
von Daniel Wilhelmi

„Profitieren von fallenden Kursen im Vorfeld und nach dem Ablauf von Lock-Up-Perioden“. Wie der Name schon sagt, ist dies eine wirklich spannende Strategie, die sich aber nur für fortgeschrittene Daytrader und kurzfristige Trader eignet. Denn Sie müssen sich mit Put-Optionen (für US-Werte) und Short-Selling (also dem Leerverkauf von Aktien) auskennen. Dann hat diese Trading-Strategie aber tatsächlich ihren Charme.

Bei dieser Strategie ist, im Gegensatz zu fast allen anderen Trading-Strategien, nicht so sehr das Timing entscheidend, sondern die Selektion der richtigen Aktien. Denn nicht jede Aktie eignet sich für diese Art des Tradings. Um eine hohe Trefferquote zu erzielen, muss eine aussichtsreiche Aktie die folgenden 3 Kriterien aufweisen:

1. Sie muss bereits stark gestiegen sein und eine hohe Bewertung (KGV, KUV etc.) erreicht haben. So weit so gut. Aber das alleine reicht nicht. Denn ein starker Anstieg bedeutet ja auch, dass die Aktie sehr beliebt ist. Sie würden sich dann also voll gegen den Aufwärtstrend stellen. Ein sehr gefährliches Unterfangen.

2. Deshalb sollte die Aktie charttechnisch eine Topbildung oder den Ansatz einer Topbildung aufweisen. Das zeigt Ihnen, dass der Wert nach dem Anstieg ein Niveau erreicht hat, bei dem es nur noch wenige neue Käufer gibt. Die bisherige Aufwärtsbewegung kommt also ins Stocken.

3. Die Zahl der frei werdenden Aktien aus der Lock-Up-Periode muss gegenüber der sich schon im Free-Float befindenden Aktien einen hohen Anteil haben. Hier ein Beispiel: Wenn von Unternehmen A bereits 100 Mio. Aktien im Free-Float befinden und eine Lock-Up-Periode mit 5 Mio. Aktien ausläuft, dann werden diese 5 Mio. Aktien keinen bedeutenden negativen Effekt haben. Das entspricht nur einer Steigerung des Free-Float um 5%. Wenn aber Unternehmen B nur 10 Mio. Aktien im Free-Float hat und 5 Mio. Aktien aus der Lock-Up-Periode frei werden, dann ist das eine Größenordnung, die den Kurs nach unten ziehen kann.

Die richtige Selektion ist schon die halbe Miete
In der Praxis stellt sich die Situation dann häufig wie folgt dar: Es gibt Wert A, dessen Aktie nach einer tollen Rallye im letzten halben Jahr beispielsweise 100% angestiegen ist. Inzwischen sind die Bewertungskennziffern (z.B. KGV, KUV) sehr hoch (beispielsweise ein KGV von 20 bei einem Gewinnwachstum von 10 für das kommende Geschäftsjahr). Zudem zeigt sich im Chart eine Top-Bildung. Es finden sich immer weniger neue Käufer, die auf dem hohen Niveau in diesen Wert einsteigen wollen. Warum auch? Die Aktie ist ja schon ambitioniert bewertet.

Das sehen natürlich auch die Insider. Deren Lock-Up-Periode läuft nun aus. Es werden 5 Mio. Aktien frei. Aktuell befinden sich 10 Mio. Aktien im Free-Float. Das schreit für die Insider förmlich danach, einfach mal Kasse zu machen. Immerhin sitzen Sie jetzt auf dicken Gewinnen. Wer weiß schon, wie die Börse in 3 Monaten aussieht. Also verkaufen Sie Aktienpakete nach dem Ablauf der Lock-Up-Periode am Markt.

Da es eh nur noch wenige Käufer gibt, können diese großen neuen Aktienpakete aber nur verkauft werden, indem ein Preis unter dem aktuellen Preis erzielt wird. Nur so werden die vielen Aktien für Käufer attraktiv. Die Aktie beginnt also zu fallen. Die Abwärtsspirale kommt in Gang. Dazu kommt nun ein weiteres Phänomen, dass diese Trader zu ihrem Vorteil ausnutzen. Die meisten Privatanleger achten so gut wie nie auf die Ablauf-Daten der Lock-Up-Periode.

Sie sehen also nur, dass die Aktie plötzlich ohne fundamentale Nachrichten unter hohem Volumen fällt. Und sie denken sich: „Das sieht verdächtig aus. Ich verkaufe mal lieber.“ Also werfen sie ihre Aktien auch auf den Markt und beschleunigen so noch die Abwärtsbewegung – und spielen damit den Tradern genau in die Hände. Mit der richtigen Aktien-Auswahl sind mit dieser Strategie locker 10% Gewinn auf der Short-Seite drin. Mit Optionen dementsprechend mehr. Für den Wall Street Radar werden wir diese Strategie in Zukunft umsetzen. Wenn auch Sie dieser Strategie umsetzen wollen, dann klicken Sie hier.

Have a successful day,

Ihr

Daniel Wilhelmi

actr
21.06.2007, 22:11
21.06.2007 19:43
Immer mit dem Trend handeln? - Besser ja!

Quelle: GodmodeTrader.de

Die Grundregel professionellen Tradings und Investierens lautet bekanntermaßen, in Richtung des übergeordneten Trends zu handeln und nicht gegen ihn.


Die Trendanalyse ist zentraler Bestandteil der charttechnischen Analyse.

Es gibt 3 Kursverlaufsrichtungen:

Steigt eine Aktie im betrachteten Zeitfenster stabil an? Liegt ein intakter Aufwärtstrend vor?
Fällt eine Aktie im betrachteten Zeitfenster? Liegt demzufolge ein Abwärtstrend vor?
Tendiert die Aktie im betrachteten Zeitfenster seitwärts? Bildet sich eine Range, ein Kurskorridor aus?
Identifikation eines Trends

Um mit dem Trend oder gegen den Trend zu handeln, ist es zwingend notwendig zunächst den Trend zu bestimmen. Innerhalb des Marktverlaufes wechseln sich Trendphasen und trendlose Phasen regelmäßig ab. Die Trendphasen bieten dabei besonders im mittelfristigen Zeitfenster hohe Profitmöglichkeiten, wogegen in trendlosen Phasen häufiger Verluste auftreten. Sie müssen aus diesem Grund zunächst die Märkte identifizieren, die sich in einer klaren Trendphase befinden und sollten diejenigen Märkte bei einem trendfolgenden Ansatz meiden, in denen eine Seitwärtsbewegung vorherrscht.

Das Konzept eines Trends

Gekennzeichnet ist ein Aufwärtstrend durch eine Abfolge von höheren Bewegungstiefs und höheren Bewegungshochs. Dabei steigt der Markt nicht geradlinig an, sondern bewegt sich in einer Art zackigen Bewegung nach oben. Es folgt hier jeweils eine Bewegung in Trendrichtung, die, wenn sich ein Extrempunkt eingestellt hat, in der Gegenrichtung wieder korrigiert wird. Sofern ein Aufwärtstrend vorliegt, sind die aufwärts gerichteten Bewegungen länger als die zwischengeschalteten Korrekturen. Anhand des Schemas in Abbildung 1 ist dieses Prinzip verdeutlicht.


http://img.godmode-trader.de/knowhow/0000000694x500.gif



Auf der oberen linken Hälfte der Grafik ist ein Aufwärtstrend dargestellt, auf der oberen rechten Seite befindet sich die Darstellung eines Abwärtstrends. Hier zeigen die abwärts gerichteten Bewegungen eine größere Ausdehnung als die nach oben laufenden Gegenbewegungen. Intakt ist die trendierende Bewegung innerhalb des Aufwärtstrends, solange die jeweiligen Zwischenhochs ein höheres Niveau erreichen als die vorangegangenen Zwischenhochs. Ebenso befinden sich die Zwischentiefs auf höherem Kursniveau als die jeweils vorangegangenen Zwischentiefs. Gegenteilig verhält es sich bei einem Abwärtstrend. Hier haben die aufeinander folgenden Zwischentiefs ein jeweils niedrigeres Kursniveau ebenso wie die innerhalb der Gegenbewegungen gebildeten Zwischenhochs. Das sich daraus ableitende Grundprinzip des Handelsansatzes für den Trader ist einfach. Innerhalb eines Aufwärtstrends wird nach Abschluss einer Korrekturphase, der Gegenbewegung nach unten, gekauft, um bei einsetzen einer neuen Korrekturphase wieder zu verkaufen, bzw. nach Abschluss einer weiteren Korrekturphase auf höherem Niveau die anfänglich eingegangenen Positionen zu vergrößern. In einem Abwärtstrend werden nach den erfolgten Gegenbewegungen nach oben dementsprechend Leerverkäufe getätigt um von der längeren Phase der abwärts gerichteten Bewegung zu profitieren. Hier gestaltet sich ein Einstieg deutlich schwieriger, da die Bewegungen in ausgedehnten Abwärtstrends häufig dynamischer verlaufen. Die nach oben gerichteten Korrekturen der übergeordneten Abwärtsbewegung beginnen sehr schnell und weisen häufig eine hohe Ausdehnung auf. Ebenso erfolgt der Abbruch einer derartigen Gegenbewegung auch sehr plötzlich, so dass ein Einstieg in den fallenden Markt riskanter wird.

Neben den beschriebenen Phasen einer trendierenden Bewegung kommt es innerhalb der Märkte aber auch häufig zu trendlosen Phasen. Hier bewegen sich die Märkte übergeordnet seitwärts, wie in Abbildung 1 in der unteren Bildhälfte dargestellt. Diese Phasen der Marktbewegung, die zeitlich stark ausgedehnt werden können, sind ungünstig für einen trendfolgenden Handelsansatz und führen bei dem oben beschriebenen einfachen Einstiegsprinzip häufiger zu Verlusten. Gekennzeichnet ist eine Seitwärtsbewegung dadurch, dass sich der Markt in einer bestimmten Handelsspanne fängt. Es kommt nicht mehr zu ständig höheren Hochs und höheren Tiefs wie beispielsweise im Falle eines Aufwärtstrends. Wie im Schema des Aufwärtstrends in Abbildung 1 dargestellt, gelangt der Markt nach einer ersten Korrektur an den Widerstand in der Form des vorangegangenen Hochs. Ist die Aufwärtsbewegung intakt, kann durch den vorhandenen Kaufdruck dieser Widerstand überwunden werden und der Markt erreicht ein neues Hoch. Das Tief der Korrektur bietet jetzt eine neue Unterstützung, die nicht mehr nach unten durchbrochen werden darf, solange der Aufwärtstrend als intakt gelten soll. Darüber hinaus kehrt sich jetzt auch die Rolle des überwundenen ersten Widerstands um. Dieser bietet jetzt ebenfalls eine zu beachtende Unterstützung. Wie im Schema des Aufwärtstrends dargestellt, kann der Markt auf dieser, auf höherem Niveau angesiedelten Unterstützung, nach oben drehen, was die Nachhaltigkeit dieses Unterstützungsniveaus erhöht. Es ist, um von einem intakten Aufwärtstrend auszugehen, nicht zwingend erforderlich, dass der Markt während einer späteren Korrekturphase auf dem zuvor überwundenen Widerstand die Aufwärtsbewegung erneut aufnehmen kann. Entscheidendes Kriterium für die intakte Aufwärtsbewegung bleibt, dass das zuvor gebildete Korrekturtief nicht mehr unterschritten wird. Anders verhält es sich bei einem Seitwärtstrend. Wie im Schema in der Abbildung 1 dargestellt, wird das durch ein Korrekturtief gebildete Unterstützungsniveau nicht mehr unterschritten, der Markt ist aber auch nicht in der Lage, den durch die Zwischenhochs gebildeten Widerstand nach oben zu durchbrechen. Der Kaufdruck ebbt im Bereich des Widerstands ab, es kann aber während einer untergeordneten Abwärtsbewegung genügend Kaufdruck aufgebaut werden, um den Markt über dem Unterstützungsniveau zu halten. Würde die Unterstützung nach unten gebrochen, können Sie einen neuen beginnenden Abwärtstrend unterstellen, ebenso können Sie bei einem Ausbruch des Marktes über den Widerstand einen neuen Aufwärtstrend unterstellen. Ist ein Seitwärtstrend aber klar identifiziert, kann der Trader den einfachen Handelsansatz anpassen um auch in einer solchen Marktphase zu profitieren. Im Bereich der Unterstützung werden Käufe getätigt, im Bereich des Widerstands werden die eingegangenen Positionen wieder glattgestellt, bzw. komplett gedreht, um mit eingegangenen Shortpositionen von der erwarteten Abwärtsbewegung bis zum Unterstützungsniveau zu profitieren. Es lassen sich in solchen Seitwärtsbewegungen aber häufig charttechnische Muster ermitteln, die Hinweise auf die Richtung der nächsten trendierenden Bewegung geben, die dann zwangsläufig nach einer Seitwärtsphase folgt. Auf diese charttechnischen Muster wird im weiteren Verlauf noch gesondert eingegangen.

Trends in unterschiedlichen Zeiträumen

Die vorgestellten Varianten der Trendbewegung, Aufwärtstrends, Abwärtstrends und Seitwärtstrends, wechseln sich ständig ab und lassen sich in den Märkten auch in allen Zeiträumen beobachten. Die genannten Trendphasen können in einem Chart mit einem Monatsintervall ebenso beobachtet werden wie in einem Intradaychart, der als Basis die Kursbewegung einer Minute je Intervall hat. Für das Swing- und Positionstrading stellen sich die mittelfristigen Marktbewegungen, von einigen Tagen bis hin zu mehreren Wochen, gegebenenfalls einigen Monaten, als besonders lukrativ dar. Entscheidend ist es dabei für den Trader, zunächst den primären Trend zu identifizieren. Dafür bietet sich die Betrachtung des übergeordneten Chartbildes in einem Wochenchart an, der einen Zeitraum von wenigstens 2 Jahren umfasst. In Abbildung 2 wurde als Beispiel die Aktie von Express Scripts dargestellt im Zeitraum von August 2001 bis zum März 2005.




http://img.godmode-trader.de/knowhow/0000000695x500.gif


Hier ist ein Aufwärtstrend klar erkennbar. In diesem Zeitraum kommt es zur Bildung mehrerer mittelfristiger Tiefs, die auch als Unterstützungsniveaus fungieren, welche in ihrer Abfolge ein jeweils höheres Niveau haben. Auch die mittelfristig gebildeten Hochs haben ein jeweils höheres Niveau, was aber nicht das entscheidende Kriterium bei einem Aufwärtstrend ist. Innerhalb der primären Aufwärtsbewegung des gesamten betrachteten Zeitraumes lassen sich sekundäre Trendbewegungen erkennen. Diese sind im Chartverlauf blau markiert. Von einer dieser sekundären Trendbewegungen, der Abwärtsbewegung von Juli 2003 bis Oktober 2003 wurde der Tageschart dargestellt. Diese Phase der Marktbewegung lässt sich ebenfalls unterteilen in diesem Trend folgende, abwärts gerichtete Bewegung und Zwischenkorrekturen, die nach oben gerichtet sind. Diese kurzfristigen Trendphasen, die sich über einen Zeitraum von einigen Tagen bis hin zu wenigen Wochen erstrecken, sind die tertiären Trendbewegungen. In diesen tertiären Trendphasen lassen sich nun wieder untergeordnete Trendbewegungen identifizieren, beispielsweise wenn man diese kurzfristigen Trends in einem 60-Minuten-Chart, anschließend auch in einem 5-Minuten-Chart betrachtet. Für das Timing des Einstieges bei einer mittelfristigen Orientierung ist diese Betrachtung für den Trader aber nicht mehr notwendig. Hier geht es darum, den sekundären Trend zu Handeln, und diesen in der Richtung des übergeordneten primären Trends. Das Timing erfolgt dann über die tertiäre Trendphase. Sie warten also auf die Aufnahme eines sekundären Trends, der in der Richtung des primären Trends orientiert ist. Im Falle von Express Scripts ist, da die primäre Trendrichtung nach oben verläuft, der Beginn eines wahrscheinlich sekundären Aufwärtstrends für den Aufbau von Positionen abzuwarten. Dabei bildet die tertiäre Trendphase das Instrument zum Timing des Einstieges. Dieser erfolgt dann, wenn eine untergeordnete nach unten gerichtete tertiäre Trendphase beendet wird. Je nachdem, wie lange die sekundäre Trendphase andauert, können mehrere Käufe bei Beendigung der nach unten gerichteten tertiären Korrekturen erfolgen. Bei diesem pyramidisierend genannten Aufbau von Positionen kann der Trader das Anfangsrisiko gering halten und dennoch von ausgedehnten sekundären Bewegungen mit letztlich großen Positionen profitieren. Um stabile Trends zu identifizieren, das Ende und den Anfang einer neuen Trendbewegung besser herausstellen zu können, sowie um Unterstützungs- und Widerstandsniveaus des Marktes bereits im Vorfeld zu lokalisieren, bieten sich in der technischen Analyse Hilfsmittel an, auf die im folgenden näher eingegangen werden soll. Im Einzelnen geht es dabei um Trendlinien, gleitende Durchschnitte sowie Fibonacci-Retracements.

Eine Methode, um eine trendierende Bewegung zu erfassen, ist der Einsatz von Trendlinien. Das Grundprinzip ist einfach. In einer Aufwärtsbewegung werden die Extrempunkte der Reaktionstiefs des Marktes miteinander verbunden und diese Linie bis an das Ende des Charts oder darüber hinaus verlängert. Anders verhält es sich bei einem Abwärtstrend. Hier werden die Extrempunkte der Reaktionshochs miteinander verbunden. In Abbildung 3 ist dieses Schema ersichtlich.




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Kann im Falle eines Aufwärtstrends eine Trendlinie eingezeichnet werden, dann kann diese im weiteren Verlauf der Bewegung als Unterstützung betrachtet werden. Wenn der Trend des Marktes intakt ist, bietet sich bei einer Korrektur in den Bereich der Trendlinie die Chance auf eine Gegenbewegung, die Startpunkt für eine Wiederaufnahme der übergeordneten Aufwärtsbewegung sein kann. Spiegelbildlich gilt dieses Prinzip auch für Abwärtstrendlinien. Wenn der Markt in diesem Fall in einer Erholungsphase den Bereich einer wichtigen Abwärtstrendlinie erreicht, ist die Möglichkeit einer Wiederaufnahme der eigentlichen Abwärtsbewegung gegeben. Dabei ist die Unterstützung umso stärker, je mehr Auflagepunkt die eingezeichnete Trendlinie bereits aufzuweisen hat. Trendlinien, die mit nur zwei Auflagepunkten gebildet werden können, sollten zunächst durch einen dritten Auflagepunkt bestätigt werden um für den Trader als möglichen Einstiegspunkt in Zukunft in Betracht gezogen zu werden. Der Bruch einer Trendlinie ist hingegen ein Indiz für eine Beendigung des vorherrschenden Trends. Sie sollten dabei beachten, dass es wenig Sinn macht, eine Trendlinie zu genau zu nehmen. Häufig kommt es zu temporären leichten Brüchen und Unterschreitungen der Trendlinie, die im Anschluss wieder gekauft werden. Deshalb bietet es sich an, nicht den exakten Kursstand einer Trendlinie für die Handelsentscheidung zu nutzen oder Positionen zu liquidieren, sobald eine geringfügige Verletzung der Trendlinie auftritt. Erst ein nachhaltiger Bruch zwingt den Trader zum Handeln. Über die Frage der Nachhaltigkeit gibt es hingegen viele unterschiedliche Auffassungen. Sie können abwarten, bis ein Trendbruch auf Schlusskursbasis des betrachteten Zeitraumes um mehr als drei Prozent erfolgt oder drei Schlusskurse unterhalb der Trendlinie liegen. Wichtig ist dabei auch die Dynamik der Bewegung. Wenn der Kursverlauf die Trendlinie bei hohem Volumen sofort klar unterschreitet, bietet es sich an, Positionen glattzustellen. Von Volumen getriebene dynamische Bewegungen sollten vom Trader immer besonders beachtet werden. Anders verhält es sich, wenn der Kursverlauf sich im Bezug zum normalen Kursverlauf langsam nähert. Kommt es dann zum Abprallen auf der Trendlinie bei steigendem Volumen, ist ein erstes Einstiegssignal gegeben.

Das Einzeichnen der Trendlinien ist darüber hinaus eine sehr subjektive Angelegenheit. Die Trendlinie kann theoretisch anhand der Extrempunkte der Reaktionstiefs eingezeichnet werden. Häufig bildet der Markt aber Reaktionstiefs aus, die leicht oberhalb oder unterhalb der ursprünglich anhand der durch die ersten Reaktionstiefs ermittelten Trendlinie liegen. Um durch die Trendlinie ein möglichst genaues Unterstützungsniveau für nachfolgende Reaktionstiefs zu haben, ist es ratsam, die den Trend bestimmende Trendlinie zu vermitteln.

Wird eine Trendlinie dann gebrochen, kehrt sich ihre Funktion um. Aus einer Aufwärtstrendlinie, die zunächst als Unterstützung fungierte, wird nach einem Trendbruch ein Widerstand. Umgekehrt verhält es sich bei einer Abwärtstrendlinie. Diese bildet nach einem nachhaltigen Ausbruch nach oben im Anschluss eine Unterstützung. Nähert sich der Kursverlauf der Trendlinie anschließend erneut, ist die Möglichkeit für einen Kauf gegeben. Relativ leicht ersichtlich sind die beschriebenen Trendlinien, die anhand der Extrempunkte außen an den Kursverlauf gelegt werden. Darüber hinaus lassen sich im Kursverlauf auch Trendlinien lokalisieren, die durch die Marktbewegung schneiden. Diese so genannten inneren Trendlinien beinhalten ebenfalls für den weiteren Kursverlauf Unterstützungs- oder Widerstandsniveaus, die vom Trader genutzt werden können. Am Beispiel der Aktie von Amazon in Abbildung 4 soll das Prinzip der Trendlinien verdeutlicht werden.




http://img.godmode-trader.de/knowhow/0000000697x500.gif


Im Zeitraum von 2001 bis 2005 können bei Amazon drei maßgebliche Trendlinien definiert werden, die in der Abbildung dargestellt wurden. Weitere verschiedene Trendlinien sind problemlos im Chart zu lokalisieren, die eingezeichneten bestimmten den Kursverlauf im Darstellungszeitraum aber besonders deutlich. Die grüne Aufwärtstrendlinie lässt sich über die Punkte 1 und 2 bereits definieren, so dass sich auf dieser Unterstützung bereits im Punkt 3 eine Einstiegsmöglichkeit bietet. Allerdings macht erst diese Bestätigung in Punkt 3 die Trendlinie signifikant. In Punkt 4 kommt es dann sofort zu einem leichten Ausbruch nach unten, der sich in der Folge als Fehlausbruch dargestellt hat. Erkennbar wird auch die Dynamik in der eigentlichen Trendrichtung, die dieser in Punkt 4 generierten so genannten Bärenfalle folgt. Einen weiteren Einstiegspunkt für einen Kauf bietet der Punkt 5 mit einer exakten Bestätigung der Trendlinie, ebenso der Punkt 6. Erst der anschließende nachhaltige Bruch zwingt den Trader, aus einer bestehenden Position auszusteigen, die bereits in Punkt 3 eröffnet werden konnte. Ab diesem Zeitpunkt wirkt die gebrochene Aufwärtstrendlinie dann als Widerstand. Die rote Abwärtstrendlinie, die seit Ende 2003 generiert werden kann, wird zunächst durch die markierten oberen Punkte 1 und 2 definiert. Auch hier kommt es im Punkt 3 zu einem leichten Bruch der Trendlinie, welcher sich aber nicht als nachhaltig darstellt. Die nach diesem Fehlausbruch aufkommende Dynamik in der Richtung des zu diesem Zeitpunkt vorherrschenden Abwärtstrends ist ebenfalls klar erkennbar. In Punkt 4 erreicht der Kursverlauf die Trendlinie nicht mehr vollständig, geht aber ebenfalls anschließend wieder in eine Abwärtsbewegung über. Nachdem die Aktie vier markante Zwischenhochs gebildet hat, kann die Trendlinie vermittelt werden. Zu diesem Zeitpunkt lassen sich, wenn man die Extremniveaus der Punkte 3 oder 4 nutzt, mehrere unterschiedliche Trendlinien einzeichnen. Für den Trader ist es aber wichtig, durch die Trendlinie zukünftige Reaktionsniveaus zu projizieren, die vom Markt beachtet werden. Die vermittelte Trendlinie bestätigt ihre Signifikanz, da sie in Punkt 5 und 6 erneut mehrfach bestätigt wird. Da die Abwärtstrendlinie nachhaltig bei hoher Dynamik bereits nach oben gebrochen wurde, wirkt sie nun aber als wichtiges Unterstützungsniveau. Ersichtlich wird im Kursverlauf von Amazon auch die Bedeutung innerer Trendlinien. Die eingezeichnete schwarze Trendlinie konnte bereits ab 2001 gebildet werden und hatte während der Aufwärtsbewegung bis Ende 2003, sowie auch während der folgenden Abwärtsbewegung, eine entscheidende Bedeutung. Die Trendlinie bildet dabei bis zum Punkt C einen Widerstand, in Punkt D und E jeweils eine wichtige Unterstützung. Entscheidend ist, aus welcher Richtung der Kursverlauf auf die Trendlinie trifft. Wird sie von oben erreicht, bildet sie eine Unterstützung, erfolgt der Test einer mehrfach bestätigten Trendlinie von unten, bildet sie einen Widerstand. Kreuzen sich mehrere signifikante Trendlinien, erhöht sich die Nachhaltigkeit der jeweiligen Unterstützung oder des gebildeten Widerstands. Eine Kreuzung der eingezeichneten Trendlinien gibt es im Punkt 5 der grünen Aufwärtstrendlinie. Diese dann auch durch den Kursverlauf bestätigte Kreuzunterstützung führte im weiteren Verlauf zu einer dynamischen Rallye im Jahr 2003. Auch am Ende des dargestellten Chartzeitraumes wird eine Kreuzunterstützung gebildet. In diesem Fall durch die schwarze innere Trendlinie, die die rote Abwärtstrendlinie von unten nach oben kreuzt. Die Aktie von Amazon beginnt zum Zeitpunkt der Abbildung, diese Kreuzunterstützung zu bestätigen.

Marko Strehk - Technischer Analyst und Trader bei GodmodeTrader.de

actr
25.06.2007, 12:43
VOLKSWAGEN
Analyst Datum Einstufung Altes Kursziel Neues Kursziel
Morgan Stanley 25.06.2007 Bestätigt "Overweight" 138,00 € 143,00 €

Die starken Umsatzzahlen von VW in den Monaten April und Mai haben den Analysten von Morgan Stanley (MS) gezeigt, dass ihre Schätzungen viel zu konservativ waren. Noch zum Jahresbeginn hätten die Analysten erwartet, dass der Wolfsburger Automobilbauer unter seiner alternden Modellreihe der Marke VW, dem Auslaufen des Audi A4 und den Folgen der Mehrwertsteuererhöhung zu leiden habe. Nun müsse man feststellen, dass die VW-Gruppe aufgrund neuer Märkte und neuer Modelle erhebliches Wachstum aufweist.


http://isht.comdirect.de/charts/big.chart?hist=1d&type=CONNECTLINE&ind0=VOLUME&&currency=&&lSyms=VOW.ETR&lColors=0x000000&sSym=VOW.ETR&hcmask=
http://isht.comdirect.de/charts/big.chart?hist=10d&type=candle&ind0=VOLUME&&currency=&&lSyms=VOW.ETR&lColors=0x000000&sSym=VOW.ETR&hcmask=
http://isht.comdirect.de/charts/large.chart?hist=6m&type=candle&asc=lin&dsc=abs&avgtype=simple&ind=BB&ind0=VOLUME&ind1=RSI&&currency=&lSyms=VOW.ETR&lColors=0x000000&sSym=VOW.ETR&hcmask=

actr
26.06.2007, 21:15
26.06.2007 17:43
Chartanalyse - Deshalb sind Sie im Vorteil!

Quelle: GodmodeTrader.de


Im Folgenden wird Ihnen ein einfach verständliches Beispiel präsentiert, das zum einen eindrucksvoll das Grundprinzip und zum anderen einen zentralen Vorteil der (chart)technischen Analyse veranschaulicht. Dieses Beispiel soll gewissermaßen den Einstieg in die (chart)technische Analyse ebnen. Um schnelle Überzeugungsarbeit zu leisten, wird natürlich mit einem polarisierenden Beispiel gearbeitet.

Folgen Sie nun den kurzen Erläuterungen der folgenden Chartgrafiken.

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1.) Die Ausgangslage - Der reale Kursverlauf einer Aktie

Beginnen wir mit einem gewöhnlichen Linienchart der E.ON Aktie. Dieser Linienchart dient zur Orientierung. Er zeigt die Aktienkursentwicklung an. Und zwar im vorliegenden Beispiel von Juni 2002 bis Mai 2003. Im Juli 2002 notierte das Papier bei 60,00 Euro. Zu sehen ist ein anschließender mehrmonatiger Kursverfall. Im März 2003 markiert die Aktie ein Tief bei 35,00 Euro.


http://img.godmode-trader.de/charts/3/2005/hw7.gif


2.) Direkt im Trendwendepunkt kaufen - "Der Traum eines Anlegers"

Sie sehen, es ist der gleiche Kursverlauf der E.ON Aktie wie in der ersten Chartgrafik dargestellt. Mit dunklen Punkten sind in dem Kursverlauf der E.ON Aktie die markanten Tiefpunkte/Trendwendepunkte, die im Rahmen des mehrmonatigen Kursverfalls ausgebildet wurden, gekennzeichnet. Um möglichst direkt von den Kursbewegungen profitieren zu können, ist der Kauf der Aktie im Bereich der markierten Tiefpunkte wünschenswert.

Wie kann der Anleger nun diese Tiefpunkte im Vorfeld erkennen? Wie kann er also eine Erwartungshaltung, eine Prognose von zukünftigen Trendwendepunkten entwickeln? Mit welcher Analysemethode kommt er diesem Ziel näher? Ist dies überhaupt möglich?

Die Beantwortung dieser Fragen erfolgt prompt. Sie erfolgt mit den folgenden Chartgrafiken. Lesen Sie weiter.

http://img.godmode-trader.de/charts/3/2005/hw1.gif


3.) Trendwendepunkte im Kurs mittels Fundamentalanalyse? Trendwendepunkte im Kurs anhand von Nachrichtenresearch als Signalgebung?

Wir bleiben bei dem gezeigten Ausschnitt des Kursverlaufs der E.ON Aktie. In der nun vorliegenden Chartgrafik sind rosafarben die Zeitpunkte von Ratingveröffentlichungen durch Investmentbanken gekennzeichnet. Gerade in den letzten Jahren war doch sehr auffällig, dass es zwischen einem Rating und der sich anschließenden Kursbewegung keine eindeutige Korrelation gab. Vielfach wirkten Ratings gerade im kurzfristigen Zeitfenster regelrecht als Kontraindikatoren. Im Tief wurden Aktien abgestuft, im zyklischen Hochs auf "Kaufen" gestellt. Während des Bärenmarkts der Aktienmärkte von 2000 bis 2002 gab es regelmäßig Kaufempfehlungen durch Bankhäuser und just genau dann gaben die Notierungen weiter nach. "Shorting the analysts", eine Floskel, die während dieser Zeit durch Trader geprägt wurde. Der Punkt ist aber tatsächlich der, dass gerade für das kurzfristige Zeitfenster, - das heißt auf Sicht von Tagen bis hin zu einigen Wochen -, nicht einmal eine tendenzielle Korrelation zwischen Ratings und Kursverläufen vorliegt. Das heißt, Kurse können nach einem Rating steigen oder fallen. Das Rating fällt also als Signalgeber für bevorstehende Trendwendepunkte ganz klar aus. In bestimmten Marktphasen können Ratings tendenziell als trendbestätigende Signalgeber herangezogen werden, mir ist aber keine Marktphase bekannt, in der durch das Nachhandeln der Empfehlung im Rahmen einer Ratingvergabe, präzise Trendwendepunkte in Kursverläufen abgepaßt werden konnten. In den vorliegenden Kursverlauf der E.ON Aktie wurde außerdem mit gelber Farbe die jeweilige Nachrichtenlage eingetragen. Auch hier ist aufffällig, dass die Nachrichten "irgendwo" mitten im Kursverlauf liegen. Wenn man die konkrete Nachrichtenlage im Bereich von Trendwenden im Kursverlauf auswertet, so fällt auf, dass im Gros der Fälle gar keine Nachrichten vorliegen. Also auch die Sondierung der Nachrichtenlage führt den Anleger nicht effektiv weiter, seiner Zielsetzung näher zu kommen, möglichst direkt zukünftige Trendwenden zu prognostizieren.

http://img.godmode-trader.de/charts/3/2005/hw2.gif


4.) Direkt im Trendwendepunkt kaufen -

Mittels charttechnischer Analyse kommt man dieser Zielsetzung näher

Und wieder sehen Sie den identischen Kursverlauf der E.ON Aktie wie in den Beispielgrafiken zuvor. Diesmal wurde in den Kursverlauf ein charttechnisches Hilfsmittel, eine so genannte Trendlinie, eingezeichnet. Diese Trendlinie wird durch die Serie der markanten Tiefpunkte gezogen. Um eine Trendlinie zu ziehen, benötigt man mindestens 2, besser 3 Auflagepunkte. Sie sehen, in dem vorliegenden Beispiel liegen alle zyklischen Zwischentiefs/Trendwendepunkte auf dieser simplen charttechnischen Linie. Genau! Es liegt eine eindeutige Korrelation vor. Zwischentief/Trendwendepunkt gleich Trendlinie. Reine psychische Konditionierung. Wenn die markanten Tiefs 2 und 3 auf der Trendlinie liegen, wieso dann nicht auch die folgenden Tiefs? In diesem Charttechnik&Trading Leitfaden von GodmodeTrader.de werden Sie viele Instrumentarien der charttechnischen Analyse kennenlernen. Die in diesem Beispiel gezeigte Trendlinie ist eine von ihnen.

Diese charttechnische Trendlinie ermöglichst es Ihnen, präzise Trendwendepunkte zu sondieren. Immer dann, wenn der Aktienkurs sich der Trendlinie nähert und auf ihr aufsetzt, ist die Wahrscheinlichkeit deutlich erhöht, dass der Kurs nach oben abprallen könnte. Im Rahmen der Chartanalyse werden Wahrscheinlichkeiten sondiert. Es ist also die Kunst, Wahrscheinlichkeiten richtig einzuschätzen. Und das ist gleichbedeutend mit einer Prognoseerstellung.

Gerade für bisher ausschließlich fundamental ausgerichtete Marktakteure muß die Wahl dieses Beispiels befremdend wirken. Da reißt man sich im Rahmen des Fundamentalresearchs ein Bein nach dem anderen aus und der charttechnische Analyst zeichnet einfach nur eine Linie in den Kursverlauf ein und trifft die Trendwenden damit nahezu exakt?

Wie eingangs erwähnt, es handelt sich um ein besonders polarisierend gewähltes Beispiel. Der Zweck heiligt die Mittel. Es geht nicht darum, die eigentliche grundlegende Analysemethode, die Fundamentalanalyse, in ihrer maßgeblichen Rolle zu schmälern. Es geht vielmehr darum, zusätzlich die Vorzüge der Chartanalyse herauszustreichen.

http://img.godmode-trader.de/charts/3/2005/hw3.gif


5.) Gewinnpotenziale ausgehend von den charttechnisch ermittelten zyklischen Tiefpunkten

Ausgehend von den markanten Tiefpunkten konnte der Aktienkurs deutlich nach oben abprallen. Es handelt sich um temporäre Kursanstiegsphasen, die immerhin mehrere Wochen anhielten und eine Größenordnung von deutlich über 10% hatten. Voraussetzung, um die Trendlinie zu ziehen, sind mindestens die ersten beiden Tiefs, am besten noch das dritte Tief. Das heißt, dass der vierte Trendwendepunkt mit dem Folgeanstieg (D) und die folgenden Punkte (E) und (F) tatsächlich prognostizierbar waren.

http://img.godmode-trader.de/charts/3/2005/hw4.gif

actr
26.06.2007, 21:32
26.06.2007 17:43
Immer mit dem Trend handeln? - Besser ja!
Quelle: GodmodeTrader.de
Die Grundregel professionellen Tradings und Investierens lautet bekanntermaßen, in Richtung des übergeordneten Trends zu handeln und nicht gegen ihn.


Die Trendanalyse ist zentraler Bestandteil der charttechnischen Analyse.

Es gibt 3 Kursverlaufsrichtungen:

Steigt eine Aktie im betrachteten Zeitfenster stabil an? Liegt ein intakter Aufwärtstrend vor?
Fällt eine Aktie im betrachteten Zeitfenster? Liegt demzufolge ein Abwärtstrend vor?
Tendiert die Aktie im betrachteten Zeitfenster seitwärts? Bildet sich eine Range, ein Kurskorridor aus?
Identifikation eines Trends

Um mit dem Trend oder gegen den Trend zu handeln, ist es zwingend notwendig zunächst den Trend zu bestimmen. Innerhalb des Marktverlaufes wechseln sich Trendphasen und trendlose Phasen regelmäßig ab. Die Trendphasen bieten dabei besonders im mittelfristigen Zeitfenster hohe Profitmöglichkeiten, wogegen in trendlosen Phasen häufiger Verluste auftreten. Sie müssen aus diesem Grund zunächst die Märkte identifizieren, die sich in einer klaren Trendphase befinden und sollten diejenigen Märkte bei einem trendfolgenden Ansatz meiden, in denen eine Seitwärtsbewegung vorherrscht.

Das Konzept eines Trends

Gekennzeichnet ist ein Aufwärtstrend durch eine Abfolge von höheren Bewegungstiefs und höheren Bewegungshochs. Dabei steigt der Markt nicht geradlinig an, sondern bewegt sich in einer Art zackigen Bewegung nach oben. Es folgt hier jeweils eine Bewegung in Trendrichtung, die, wenn sich ein Extrempunkt eingestellt hat, in der Gegenrichtung wieder korrigiert wird. Sofern ein Aufwärtstrend vorliegt, sind die aufwärts gerichteten Bewegungen länger als die zwischengeschalteten Korrekturen. Anhand des Schemas in Abbildung 1 ist dieses Prinzip verdeutlicht.


http://img.godmode-trader.de/knowhow/0000000694x500.gif


Auf der oberen linken Hälfte der Grafik ist ein Aufwärtstrend dargestellt, auf der oberen rechten Seite befindet sich die Darstellung eines Abwärtstrends. Hier zeigen die abwärts gerichteten Bewegungen eine größere Ausdehnung als die nach oben laufenden Gegenbewegungen. Intakt ist die trendierende Bewegung innerhalb des Aufwärtstrends, solange die jeweiligen Zwischenhochs ein höheres Niveau erreichen als die vorangegangenen Zwischenhochs. Ebenso befinden sich die Zwischentiefs auf höherem Kursniveau als die jeweils vorangegangenen Zwischentiefs. Gegenteilig verhält es sich bei einem Abwärtstrend. Hier haben die aufeinander folgenden Zwischentiefs ein jeweils niedrigeres Kursniveau ebenso wie die innerhalb der Gegenbewegungen gebildeten Zwischenhochs. Das sich daraus ableitende Grundprinzip des Handelsansatzes für den Trader ist einfach. Innerhalb eines Aufwärtstrends wird nach Abschluss einer Korrekturphase, der Gegenbewegung nach unten, gekauft, um bei einsetzen einer neuen Korrekturphase wieder zu verkaufen, bzw. nach Abschluss einer weiteren Korrekturphase auf höherem Niveau die anfänglich eingegangenen Positionen zu vergrößern. In einem Abwärtstrend werden nach den erfolgten Gegenbewegungen nach oben dementsprechend Leerverkäufe getätigt um von der längeren Phase der abwärts gerichteten Bewegung zu profitieren. Hier gestaltet sich ein Einstieg deutlich schwieriger, da die Bewegungen in ausgedehnten Abwärtstrends häufig dynamischer verlaufen. Die nach oben gerichteten Korrekturen der übergeordneten Abwärtsbewegung beginnen sehr schnell und weisen häufig eine hohe Ausdehnung auf. Ebenso erfolgt der Abbruch einer derartigen Gegenbewegung auch sehr plötzlich, so dass ein Einstieg in den fallenden Markt riskanter wird.

Neben den beschriebenen Phasen einer trendierenden Bewegung kommt es innerhalb der Märkte aber auch häufig zu trendlosen Phasen. Hier bewegen sich die Märkte übergeordnet seitwärts, wie in Abbildung 1 in der unteren Bildhälfte dargestellt. Diese Phasen der Marktbewegung, die zeitlich stark ausgedehnt werden können, sind ungünstig für einen trendfolgenden Handelsansatz und führen bei dem oben beschriebenen einfachen Einstiegsprinzip häufiger zu Verlusten. Gekennzeichnet ist eine Seitwärtsbewegung dadurch, dass sich der Markt in einer bestimmten Handelsspanne fängt. Es kommt nicht mehr zu ständig höheren Hochs und höheren Tiefs wie beispielsweise im Falle eines Aufwärtstrends. Wie im Schema des Aufwärtstrends in Abbildung 1 dargestellt, gelangt der Markt nach einer ersten Korrektur an den Widerstand in der Form des vorangegangenen Hochs. Ist die Aufwärtsbewegung intakt, kann durch den vorhandenen Kaufdruck dieser Widerstand überwunden werden und der Markt erreicht ein neues Hoch. Das Tief der Korrektur bietet jetzt eine neue Unterstützung, die nicht mehr nach unten durchbrochen werden darf, solange der Aufwärtstrend als intakt gelten soll. Darüber hinaus kehrt sich jetzt auch die Rolle des überwundenen ersten Widerstands um. Dieser bietet jetzt ebenfalls eine zu beachtende Unterstützung. Wie im Schema des Aufwärtstrends dargestellt, kann der Markt auf dieser, auf höherem Niveau angesiedelten Unterstützung, nach oben drehen, was die Nachhaltigkeit dieses Unterstützungsniveaus erhöht. Es ist, um von einem intakten Aufwärtstrend auszugehen, nicht zwingend erforderlich, dass der Markt während einer späteren Korrekturphase auf dem zuvor überwundenen Widerstand die Aufwärtsbewegung erneut aufnehmen kann. Entscheidendes Kriterium für die intakte Aufwärtsbewegung bleibt, dass das zuvor gebildete Korrekturtief nicht mehr unterschritten wird. Anders verhält es sich bei einem Seitwärtstrend. Wie im Schema in der Abbildung 1 dargestellt, wird das durch ein Korrekturtief gebildete Unterstützungsniveau nicht mehr unterschritten, der Markt ist aber auch nicht in der Lage, den durch die Zwischenhochs gebildeten Widerstand nach oben zu durchbrechen. Der Kaufdruck ebbt im Bereich des Widerstands ab, es kann aber während einer untergeordneten Abwärtsbewegung genügend Kaufdruck aufgebaut werden, um den Markt über dem Unterstützungsniveau zu halten. Würde die Unterstützung nach unten gebrochen, können Sie einen neuen beginnenden Abwärtstrend unterstellen, ebenso können Sie bei einem Ausbruch des Marktes über den Widerstand einen neuen Aufwärtstrend unterstellen. Ist ein Seitwärtstrend aber klar identifiziert, kann der Trader den einfachen Handelsansatz anpassen um auch in einer solchen Marktphase zu profitieren. Im Bereich der Unterstützung werden Käufe getätigt, im Bereich des Widerstands werden die eingegangenen Positionen wieder glattgestellt, bzw. komplett gedreht, um mit eingegangenen Shortpositionen von der erwarteten Abwärtsbewegung bis zum Unterstützungsniveau zu profitieren. Es lassen sich in solchen Seitwärtsbewegungen aber häufig charttechnische Muster ermitteln, die Hinweise auf die Richtung der nächsten trendierenden Bewegung geben, die dann zwangsläufig nach einer Seitwärtsphase folgt. Auf diese charttechnischen Muster wird im weiteren Verlauf noch gesondert eingegangen.

Trends in unterschiedlichen Zeiträumen

Die vorgestellten Varianten der Trendbewegung, Aufwärtstrends, Abwärtstrends und Seitwärtstrends, wechseln sich ständig ab und lassen sich in den Märkten auch in allen Zeiträumen beobachten. Die genannten Trendphasen können in einem Chart mit einem Monatsintervall ebenso beobachtet werden wie in einem Intradaychart, der als Basis die Kursbewegung einer Minute je Intervall hat. Für das Swing- und Positionstrading stellen sich die mittelfristigen Marktbewegungen, von einigen Tagen bis hin zu mehreren Wochen, gegebenenfalls einigen Monaten, als besonders lukrativ dar. Entscheidend ist es dabei für den Trader, zunächst den primären Trend zu identifizieren. Dafür bietet sich die Betrachtung des übergeordneten Chartbildes in einem Wochenchart an, der einen Zeitraum von wenigstens 2 Jahren umfasst. In Abbildung 2 wurde als Beispiel die Aktie von Express Scripts dargestellt im Zeitraum von August 2001 bis zum März 2005.




http://img.godmode-trader.de/knowhow/0000000695x500.gif


Hier ist ein Aufwärtstrend klar erkennbar. In diesem Zeitraum kommt es zur Bildung mehrerer mittelfristiger Tiefs, die auch als Unterstützungsniveaus fungieren, welche in ihrer Abfolge ein jeweils höheres Niveau haben. Auch die mittelfristig gebildeten Hochs haben ein jeweils höheres Niveau, was aber nicht das entscheidende Kriterium bei einem Aufwärtstrend ist. Innerhalb der primären Aufwärtsbewegung des gesamten betrachteten Zeitraumes lassen sich sekundäre Trendbewegungen erkennen. Diese sind im Chartverlauf blau markiert. Von einer dieser sekundären Trendbewegungen, der Abwärtsbewegung von Juli 2003 bis Oktober 2003 wurde der Tageschart dargestellt. Diese Phase der Marktbewegung lässt sich ebenfalls unterteilen in diesem Trend folgende, abwärts gerichtete Bewegung und Zwischenkorrekturen, die nach oben gerichtet sind. Diese kurzfristigen Trendphasen, die sich über einen Zeitraum von einigen Tagen bis hin zu wenigen Wochen erstrecken, sind die tertiären Trendbewegungen. In diesen tertiären Trendphasen lassen sich nun wieder untergeordnete Trendbewegungen identifizieren, beispielsweise wenn man diese kurzfristigen Trends in einem 60-Minuten-Chart, anschließend auch in einem 5-Minuten-Chart betrachtet. Für das Timing des Einstieges bei einer mittelfristigen Orientierung ist diese Betrachtung für den Trader aber nicht mehr notwendig. Hier geht es darum, den sekundären Trend zu Handeln, und diesen in der Richtung des übergeordneten primären Trends. Das Timing erfolgt dann über die tertiäre Trendphase. Sie warten also auf die Aufnahme eines sekundären Trends, der in der Richtung des primären Trends orientiert ist. Im Falle von Express Scripts ist, da die primäre Trendrichtung nach oben verläuft, der Beginn eines wahrscheinlich sekundären Aufwärtstrends für den Aufbau von Positionen abzuwarten. Dabei bildet die tertiäre Trendphase das Instrument zum Timing des Einstieges. Dieser erfolgt dann, wenn eine untergeordnete nach unten gerichtete tertiäre Trendphase beendet wird. Je nachdem, wie lange die sekundäre Trendphase andauert, können mehrere Käufe bei Beendigung der nach unten gerichteten tertiären Korrekturen erfolgen. Bei diesem pyramidisierend genannten Aufbau von Positionen kann der Trader das Anfangsrisiko gering halten und dennoch von ausgedehnten sekundären Bewegungen mit letztlich großen Positionen profitieren. Um stabile Trends zu identifizieren, das Ende und den Anfang einer neuen Trendbewegung besser herausstellen zu können, sowie um Unterstützungs- und Widerstandsniveaus des Marktes bereits im Vorfeld zu lokalisieren, bieten sich in der technischen Analyse Hilfsmittel an, auf die im folgenden näher eingegangen werden soll. Im Einzelnen geht es dabei um Trendlinien, gleitende Durchschnitte sowie Fibonacci-Retracements.

Eine Methode, um eine trendierende Bewegung zu erfassen, ist der Einsatz von Trendlinien. Das Grundprinzip ist einfach. In einer Aufwärtsbewegung werden die Extrempunkte der Reaktionstiefs des Marktes miteinander verbunden und diese Linie bis an das Ende des Charts oder darüber hinaus verlängert. Anders verhält es sich bei einem Abwärtstrend. Hier werden die Extrempunkte der Reaktionshochs miteinander verbunden. In Abbildung 3 ist dieses Schema ersichtlich.




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Kann im Falle eines Aufwärtstrends eine Trendlinie eingezeichnet werden, dann kann diese im weiteren Verlauf der Bewegung als Unterstützung betrachtet werden. Wenn der Trend des Marktes intakt ist, bietet sich bei einer Korrektur in den Bereich der Trendlinie die Chance auf eine Gegenbewegung, die Startpunkt für eine Wiederaufnahme der übergeordneten Aufwärtsbewegung sein kann. Spiegelbildlich gilt dieses Prinzip auch für Abwärtstrendlinien. Wenn der Markt in diesem Fall in einer Erholungsphase den Bereich einer wichtigen Abwärtstrendlinie erreicht, ist die Möglichkeit einer Wiederaufnahme der eigentlichen Abwärtsbewegung gegeben. Dabei ist die Unterstützung umso stärker, je mehr Auflagepunkt die eingezeichnete Trendlinie bereits aufzuweisen hat. Trendlinien, die mit nur zwei Auflagepunkten gebildet werden können, sollten zunächst durch einen dritten Auflagepunkt bestätigt werden um für den Trader als möglichen Einstiegspunkt in Zukunft in Betracht gezogen zu werden. Der Bruch einer Trendlinie ist hingegen ein Indiz für eine Beendigung des vorherrschenden Trends. Sie sollten dabei beachten, dass es wenig Sinn macht, eine Trendlinie zu genau zu nehmen. Häufig kommt es zu temporären leichten Brüchen und Unterschreitungen der Trendlinie, die im Anschluss wieder gekauft werden. Deshalb bietet es sich an, nicht den exakten Kursstand einer Trendlinie für die Handelsentscheidung zu nutzen oder Positionen zu liquidieren, sobald eine geringfügige Verletzung der Trendlinie auftritt. Erst ein nachhaltiger Bruch zwingt den Trader zum Handeln. Über die Frage der Nachhaltigkeit gibt es hingegen viele unterschiedliche Auffassungen. Sie können abwarten, bis ein Trendbruch auf Schlusskursbasis des betrachteten Zeitraumes um mehr als drei Prozent erfolgt oder drei Schlusskurse unterhalb der Trendlinie liegen. Wichtig ist dabei auch die Dynamik der Bewegung. Wenn der Kursverlauf die Trendlinie bei hohem Volumen sofort klar unterschreitet, bietet es sich an, Positionen glattzustellen. Von Volumen getriebene dynamische Bewegungen sollten vom Trader immer besonders beachtet werden. Anders verhält es sich, wenn der Kursverlauf sich im Bezug zum normalen Kursverlauf langsam nähert. Kommt es dann zum Abprallen auf der Trendlinie bei steigendem Volumen, ist ein erstes Einstiegssignal gegeben.

Das Einzeichnen der Trendlinien ist darüber hinaus eine sehr subjektive Angelegenheit. Die Trendlinie kann theoretisch anhand der Extrempunkte der Reaktionstiefs eingezeichnet werden. Häufig bildet der Markt aber Reaktionstiefs aus, die leicht oberhalb oder unterhalb der ursprünglich anhand der durch die ersten Reaktionstiefs ermittelten Trendlinie liegen. Um durch die Trendlinie ein möglichst genaues Unterstützungsniveau für nachfolgende Reaktionstiefs zu haben, ist es ratsam, die den Trend bestimmende Trendlinie zu vermitteln.

Wird eine Trendlinie dann gebrochen, kehrt sich ihre Funktion um. Aus einer Aufwärtstrendlinie, die zunächst als Unterstützung fungierte, wird nach einem Trendbruch ein Widerstand. Umgekehrt verhält es sich bei einer Abwärtstrendlinie. Diese bildet nach einem nachhaltigen Ausbruch nach oben im Anschluss eine Unterstützung. Nähert sich der Kursverlauf der Trendlinie anschließend erneut, ist die Möglichkeit für einen Kauf gegeben. Relativ leicht ersichtlich sind die beschriebenen Trendlinien, die anhand der Extrempunkte außen an den Kursverlauf gelegt werden. Darüber hinaus lassen sich im Kursverlauf auch Trendlinien lokalisieren, die durch die Marktbewegung schneiden. Diese so genannten inneren Trendlinien beinhalten ebenfalls für den weiteren Kursverlauf Unterstützungs- oder Widerstandsniveaus, die vom Trader genutzt werden können. Am Beispiel der Aktie von Amazon in Abbildung 4 soll das Prinzip der Trendlinien verdeutlicht werden.




http://img.godmode-trader.de/knowhow/0000000697x500.gif


Im Zeitraum von 2001 bis 2005 können bei Amazon drei maßgebliche Trendlinien definiert werden, die in der Abbildung dargestellt wurden. Weitere verschiedene Trendlinien sind problemlos im Chart zu lokalisieren, die eingezeichneten bestimmten den Kursverlauf im Darstellungszeitraum aber besonders deutlich. Die grüne Aufwärtstrendlinie lässt sich über die Punkte 1 und 2 bereits definieren, so dass sich auf dieser Unterstützung bereits im Punkt 3 eine Einstiegsmöglichkeit bietet. Allerdings macht erst diese Bestätigung in Punkt 3 die Trendlinie signifikant. In Punkt 4 kommt es dann sofort zu einem leichten Ausbruch nach unten, der sich in der Folge als Fehlausbruch dargestellt hat. Erkennbar wird auch die Dynamik in der eigentlichen Trendrichtung, die dieser in Punkt 4 generierten so genannten Bärenfalle folgt. Einen weiteren Einstiegspunkt für einen Kauf bietet der Punkt 5 mit einer exakten Bestätigung der Trendlinie, ebenso der Punkt 6. Erst der anschließende nachhaltige Bruch zwingt den Trader, aus einer bestehenden Position auszusteigen, die bereits in Punkt 3 eröffnet werden konnte. Ab diesem Zeitpunkt wirkt die gebrochene Aufwärtstrendlinie dann als Widerstand. Die rote Abwärtstrendlinie, die seit Ende 2003 generiert werden kann, wird zunächst durch die markierten oberen Punkte 1 und 2 definiert. Auch hier kommt es im Punkt 3 zu einem leichten Bruch der Trendlinie, welcher sich aber nicht als nachhaltig darstellt. Die nach diesem Fehlausbruch aufkommende Dynamik in der Richtung des zu diesem Zeitpunkt vorherrschenden Abwärtstrends ist ebenfalls klar erkennbar. In Punkt 4 erreicht der Kursverlauf die Trendlinie nicht mehr vollständig, geht aber ebenfalls anschließend wieder in eine Abwärtsbewegung über. Nachdem die Aktie vier markante Zwischenhochs gebildet hat, kann die Trendlinie vermittelt werden. Zu diesem Zeitpunkt lassen sich, wenn man die Extremniveaus der Punkte 3 oder 4 nutzt, mehrere unterschiedliche Trendlinien einzeichnen. Für den Trader ist es aber wichtig, durch die Trendlinie zukünftige Reaktionsniveaus zu projizieren, die vom Markt beachtet werden. Die vermittelte Trendlinie bestätigt ihre Signifikanz, da sie in Punkt 5 und 6 erneut mehrfach bestätigt wird. Da die Abwärtstrendlinie nachhaltig bei hoher Dynamik bereits nach oben gebrochen wurde, wirkt sie nun aber als wichtiges Unterstützungsniveau. Ersichtlich wird im Kursverlauf von Amazon auch die Bedeutung innerer Trendlinien. Die eingezeichnete schwarze Trendlinie konnte bereits ab 2001 gebildet werden und hatte während der Aufwärtsbewegung bis Ende 2003, sowie auch während der folgenden Abwärtsbewegung, eine entscheidende Bedeutung. Die Trendlinie bildet dabei bis zum Punkt C einen Widerstand, in Punkt D und E jeweils eine wichtige Unterstützung. Entscheidend ist, aus welcher Richtung der Kursverlauf auf die Trendlinie trifft. Wird sie von oben erreicht, bildet sie eine Unterstützung, erfolgt der Test einer mehrfach bestätigten Trendlinie von unten, bildet sie einen Widerstand. Kreuzen sich mehrere signifikante Trendlinien, erhöht sich die Nachhaltigkeit der jeweiligen Unterstützung oder des gebildeten Widerstands. Eine Kreuzung der eingezeichneten Trendlinien gibt es im Punkt 5 der grünen Aufwärtstrendlinie. Diese dann auch durch den Kursverlauf bestätigte Kreuzunterstützung führte im weiteren Verlauf zu einer dynamischen Rallye im Jahr 2003. Auch am Ende des dargestellten Chartzeitraumes wird eine Kreuzunterstützung gebildet. In diesem Fall durch die schwarze innere Trendlinie, die die rote Abwärtstrendlinie von unten nach oben kreuzt. Die Aktie von Amazon beginnt zum Zeitpunkt der Abbildung, diese Kreuzunterstützung zu bestätigen.

Marko Strehk - Technischer Analyst und Trader bei GodmodeTrader.de

actr
27.06.2007, 10:39
Von Parallelen - ... und Differenzen

Nachdem der DAX vor kurzem sein Allzeithoch aus dem Frühjahr 2000 touchierte, stellt sich die Frage, inwieweit sich die Situation zwischen damals und heute vergleichen lässt.

Fusionen und Spekulationen
Gerade in einer weit vorangeschrittenen Hausse ließ sich bereits in der Vergangenheit beobachten – das letzte Mal im Jahr 2000 – wie aggressiv an den Märkten die Karte des Fusions- und Übernahmepokers gespielt wurde. Auch wenn nicht jede Spekulation tatsächlich einen wahren Kern besaß, reichte es zumeist aus, wenn einige Namen in einem Satz genannt wurden, damit die Aktienkurse der beteiligten Unternehmen unisono anzogen. Derzeit erleben wir in vielen Branchen ein ähnliches Phänomen. Ob im Stahlsektor – Salzgitter würde sich manch ein Konkurrent gerne einverleiben – im Bankenbereich – Commerzbank als das ewige Übernahmeziel – oder im Rohstoff- und Energiesektor – hier beabsichtigt, wie gestern bekannt wurde, die Norddeutsche Affinerie den belgischen Konkurrenten Cumerio aufzukaufen – die Fusionitis ist mit aller Macht zurückgekehrt. Dass Firmenchefs glauben, über Akquisitionen wachsen zu können, sagt auch viel über die Möglichkeiten für organisches Wachstum aus. Wenn die Expansionsmöglichkeiten im Stammgeschäft begrenzt erscheinen, setzt man allzu gerne auf die riskante M&A-Karte. Ein Warnzeichen sollte auch der Börsengang des Private Equity-Hauses Blackstone darstellen. Wenn nicht deren Finanz-Profis einen Riecher für das richtige Timing haben, wer dann?

Big statt Small
Wenn man angesichts der erreichten Indexstände in das Jahr 2000 zurückschaut, so lassen sich auch eine Reihe von Unterschieden konstatieren. Abgesehen davon, dass die Bullen zurecht auf die weitaus höhere Gewinnsolidität und die vergleichsweise günstige Bewertung von Aktien hinweisen, war der Börsen-Hype zur Jahrtausendwende vor allem das Resultat einer Hausse der kleineren Tech- und Wachstumsunternehmen. Ganz anders die Situation heute: Der DAX zeigt seinen jüngeren „Kollegen“ TecDAX-30 und SDAX in Sachen Performance die Rücklichter. Noch deutlicher wird der Abstand in der Wertentwicklung bei einem Vergleich bspw. mit dem Entry Standard-Index, der viele Aktien mit einer Marktkapitalisierung von weit unter 100 Mio. EUR beinhaltet. Letzterer müht sich, überhaupt von der Stelle zu kommen. Natürlich liegen in einer solch enttäuschenden Wertentwicklung vieler Small- und MicroCaps auch Chancen. Darauf wollen wir im nächsten Heft, das am kommenden Samstag erscheint, hinweisen und in einer neuen Serie interessante Aktien aus dem MicroCap-Universum vorstellen.

Was sagt der Guru?
Auch wenn sie eigentlich nie wirklich weg waren, hören viele Anleger auf selbsternannte Börsenexperten und Aktien-Gurus vor allem dann, wenn die Märkte rennen und die Angst, einen Prozentpunkt an Performance zu verpassen, die Vorsicht vor potenziellen Kursverlusten überwiegt. Legendär ist der TV-Auftritt von Bernd Förtsch, damaliger Chefredakteur von „Der Aktionär“, bei dem er ein Kursziel von „Dausend“ für die MorphoSys-Aktie ausrief. Die jüngsten Ereignisse um den gelernten Bäcker Markus Frick, der seinen Abonnenten zweifelhafte Rohstoff-Aktien wie RussOil und Star Energy zum Kauf empfahl, mahnen zur Vorsicht. Der Guru lebt von Jüngern, die ihm folgen und von einem Markt, der es ihm leicht macht. Dass wir stürmischeren Zeiten entgegen gehen, deutet sich an, wenn es wie im Jahr 2000 wieder möglich wird, Anleger in Scharen mit zweifelhaften Aktienempfehlungen zu manipulieren. Mehr zum Thema Frick findet sich auch im nächsten Heft.

Musterdepot
Von einem Hoch zum nächsten eilt die Aktie von Arques*. Entsprechend gut war die Stimmung auf der vergangenen Donnerstag abgehaltenen Hauptversammlung. Der neue Vorstandsvorsitzende Dr. Martin Vorderwülbecke informierte die versammelten Aktionäre über die bisherige Entwicklung in 2007, zugleich bestätigte er den Ausblick (Umsatz: 1,5 Mrd. EUR, EBITDA 180 Mio. EUR) für das Gesamtjahr. Die überraschende, im Mai durchgeführte Kapitalerhöhung begründete er damit, dass Arques zukünftig auch größere Übernahmen schultern möchte. Dazu bedarf es einer gewissen finanziellen Flexibilität und Unabhängigkeit. Noch im vergangenen Jahr musste man die Übernahme eines Unternehmens mit einem Umsatz von rund 1 Mrd. EUR aufgrund eines für Arques nicht finanzierbaren Kaufpreises ablehnen. In Anbetracht des fortgeschrittenen Kursanstiegs und unserer verhaltenen Gesamtmarktprognose muss jedoch auch bei Arques in den kommenden Monaten mit einer Korrektur gerechnet werden.


http://www.smartinvestor.de/news/pictures/HBAAAtqaW.X.gif

Wir nehmen in dieser Woche keine Veränderungen im Musterdepot vor. Die Investitionsquote bleibt somit bei rund 65%. Für den Fall, dass es zu deutlicheren Kursverlusten am deutschen Aktienmarkt kommt, fahren wir eine Absicherungsstrategie. Wir erwerben dazu das Commerzbank Short-Hebelzertifikat mit der WKN CB5PGT mit Basis- und Knock-out-Schwelle von 8.500 DAX-Punkten, sobald der DAX unter 7.730 Punkten geschlossen hat. Aktuell notiert das Papier bei 5,36 EUR, wir legen eine Order für 1.500 Stück. Wie gesagt, dieses hochriskante Papier erwerben wir nur in dem Falle, dass unserer Ansicht nach Gefahr im Verzuge ist, was bei einem Bruch des Aufwärtstrends seit dem Märztief dieses Jahres der Fall sein könnte (siehe Chart). Vorsicht: Dieses Hebelzertifikat beinhaltet die Möglichkeit eines Totalverlustes, unser Einsatz bleibt daher auf unter 4% des Depotvolumens beschränkt.

Fazit
Wir bleiben, was die Entwicklung in den nächsten Wochen und Monaten angeht, weiterhin skeptisch. Dazu passt unsere vorsichtige Positionierung im Musterdepot, wo wir den Fuß merklich vom Gas genommen haben. Die jüngsten Rückgänge im DAX haben zudem auch aus technischer Sicht das Bild eingetrübt.

Ralf Flierl, Marcus Wessel

actr
02.07.2007, 20:51
02.07.2007 18:45
Neuer Terror in England
von Jochen Steffens

Zwei Anschläge in London konnten vereitelt werden, einer in Glasgow lief zum Glück vergleichsweise glimpflich ab.

Das hält die Märkte, insbesondere die US-Märkte, jedoch nicht davon ab, weiter zu steigen.

Offenbar stellen sich einige Anleger, mit einer gewissen ignoranten Arroganz bewaffnet, auf den Standpunkt: „Wenn die nach so langer Zeit nur ein paar mit Benzin gefüllte Autos in die Luft sprengen können, dann kann die Terror-Gefahr nicht sehr groß sein.“

Die zu leichte Schulter

Anschläge, sofern sie nicht ein größeres Ausmaß erreichen, sind also offenbar zum Börsenalltag geworden. Das ist eine gefährliche Einstellung. Mir ist immer lieber, wenn die Märkte panisch reagieren, da ich dann weiß, dass viele im Hintergrund noch mit solchen externen Nachrichten „rechnen“ und entsprechend abgesichert sind.

Diese „Angst“ führt dann in letzter Konsequenz dazu, dass sich Crashs nicht so ausweiten werden. Wenn die Anleger abgesichert sind, brauchen diese nicht ihre Aktienbestände zu verkaufen, da ihre Absicherungspositionen die Verluste ausgleichen. Das bedeutet, dass der Verkaufsdruck relativ schnell aufhört.

Zudem werden diese Anleger dann recht schnell ihre Absicherungspositionen mit Gewinn auflösen. Wenn immer mehr Anleger ihre Absicherungspositionen verkaufen, also ihre Short-Positionen covern, dann führt das zu Kaufdruck, der einen weiteren Kursverfall zusätzlich abbremst.

Also, der Verkaufsdruck lässt schnell nach, weil die Positionen abgesichert sind. Die Auflösung der Absicherungspositionen führt zu neuem Kaufinteresse. Das ist einer der Gründe, warum nach den letzten Anschlägen die Einbrüche immer schneller wieder aufgekauft wurden.

Ohne Angst steigt die Crash-Gefahr!

Wenn diese „Angst“ nun aus dem Markt ist, dann bedeutet das also im Umkehrschluss, dass auch das Sicherheitsdenken nachgelassen hat. Und eben das kann im Falle eines Falles dazu führen, dass ein größerer Anschlag zu einem unerwartet starken Einbruch führt. Eben weil dann nicht abgesicherte Anleger ihre Bestände verkaufen müssen, statt ihre Absicherungspositionen aufzulösen. Natürlich führt auch die aktuelle Rallye dazu, dass das Sicherheitsdenken geringer wird, immer mehr "euphorisches" und unerfahrenes Geld drängt in den Markt.

Ich bin mir also nicht mehr sicher, dass ein größerer Anschlag, besonders wenn er in den USA stattfinden sollte, auch dieses Mal zu einer schnellen Gegenbewegung führen wird.

Offenbar sind größere Anschläge geplant

Man muss schon zwischen den Zeilen lesen, um zu begreifen, dass die internationalen Behörden gerade zurzeit überaus alarmiert sind. Vor kurzem wurde noch vor neuem Terror in Europa gewarnt, diese Warnung ging mit den Anschlägen in England auf. Offenbar sollen sogar Ermittler in England bereits vor diesen Anschlägen den Tätern auf der Spur gewesen sein.

Darüberhinaus soll es nach Angaben des US-Fersehsenders „ABC News“ momentan erneute ernstzunehmende Hinweise geben, dass auch in den USA Anschläge geplant seien und hierbei soll es sich um größere Anschläge handeln.

Wie soll man mit solchen Gefahren umgehen?

Bleiben Sie erst einmal gelassen. Unter dem Strich ist es einfach nicht möglich, sich gegen solche Gefahren zu schützen. Aus einem ganz einfachen Grund:

Sie wissen nie, wann es zu neuem Terror in einem Ausmaß kommen wird, der die Märkte tatsächlich nachhaltig belasten wird – heute oder erst in drei Jahren oder nie. Es ist also nicht sinnvoll, hier in Aktionismus zu verfallen.

Ein paar Regeln sollten Sie aber beachten und zwar unabhängig von Terrorgefahren. Denn Crashs können immer auch aus absolut nicht vorhersehbaren Gründen die Märkte ereilen, plötzlich und vollkommen unerwartet:

Investieren Sie niemals Ihr ganzes Geld, nehmen Sie erst recht keine Kredite auf, um Börsenspekulationen zu betreiben.

Kommt es nämlich zu einem Crash und Sie haben noch genug Geld in der Hinterhand, können Sie dann, wenn alle verkaufen, einsteigen. Meistens kommt es zumindest zu einer starken Gegenbewegung.

Wenn Sie jedoch gegen jede Vernunft alles was Sie an liquiden Mitteln haben, unbedingt in Aktien investieren müssen, dann verschaffen Sie sich Sicherheit durch oben genannte Absicherungspositionen (Hedge-Positionen). Sie können immer wieder eine kleine Summe in Optionsscheine investieren, die bei einem starken Einbruch massive Kursgewinne von mehreren hundert Prozent generieren werden. So können Sie dann solche Gefahren ausgleichen.

Der sichere Hafen Gold

Sie können natürlich auch einen Teil Ihres Geldes in Gold investieren. Man sieht deutlich, dass Gold bei solchen externen Gefahren für den Markt immer wieder dazu neigt, anzusteigen. Dazu kommt, dass Gold bald auch aus saisonaler Sicht wieder interessant wird. Und so langsam ist Gold wieder aus dem Fokus der Massen gerutscht. Angesichts der Übertreibungen an den Märkten ist hier eine sinnvolle Depotbeimischung mittlerweile wieder interessant.

Insbesondere nehme ich an, dass auf diese Idee jetzt gerade aufgrund des Terrors immer mehr Anleger, Analysten und Kommentatoren kommen werden....

actr
03.07.2007, 09:41
HANDELSBLATT, Montag, 2. Juli 2007, 20:16 Uhr
Übernahmeboom

Aus Fehlern lernen
Von Torsten Riecke

Übernahmeboom und kein Ende: Die Preise steigen, Anleger überhäufen Beteiligungsgesellschaften mit Geld. Und doch ist nicht alles genau so wie im High-Tech-Boom zur Jahrtausendwende. Die Firmen haben aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und planen ihre Deals sorgfältiger. Auch die Disziplin hat zugenommen.


http://bc1.handelsblatt.com/news/loadbin/ShowImage.aspx?img=1015474&l=1

Ex-Daimler-Chef Schrempp: Die "Hochzeit im Himmel" geriet zum Desaster. Solche Fehler werden heute nicht wiederholt. Foto: dpa


NEW YORK. In kaum einem anderen Unternehmen spiegelt sich das Auf und Ab der globalen Übernahmewellen derart deutlich wider wie beim Daimler-Konzern. Der Verkauf der US-Tochter Chrysler an den US-Hedge-Fonds Cerberus markiert den vorläufigen Schlusspunkt einer wechselvollen Geschichte vom integrierten Technologiekonzern zur Welt-AG und wieder zurück. Zugleich stehen die leidvollen Lehren von Daimler jedoch in einem auffälligen Kontrast zu den eher positiven Erfahrungen vieler Konzerne in der aktuellen Übernahmewelle.

Die britischen Unternehmensberater von Towers Perrin kommen in Zusammenarbeit mit der Cass Business School in London zu dem Ergebnis, dass seit 2004 insbesondere mittelgroße Transaktionen den am Aktienkurs ablesbaren Unternehmenswert der beteiligten Firmen deutlich gesteigert haben. „Dieser positive Trend hält an“, sagt Marco Boschetti, Principal bei Towers Perrin.


Bislang wurden Fusionen und Übernahmen (M&A) von den Fachleuten eher skeptisch beurteilt. Untersuchungen der Unternehmensberatung McKinsey zeigen, dass mehr als die Hälfte aller Fusionen in den 90er Jahren als gescheitert betrachtet werden müssen und etwa zwei Drittel die hochgesteckten Erwartungen nicht erfüllen konnten. Die verpatzte Fusion von AOL und Time Warner gilt immer noch als abschreckendes Symbol dieser Ära.

Anders als während der vorangegangenen Übernahmewelle gehen die Unternehmen heute aber weitaus besser vorbereitet auf Akquisitionstour. Nicht zuletzt deshalb, weil sie aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben. „Die Fähigkeiten sowohl an der Wall Street als auch innerhalb der Branchen haben sich deutlich verbessert“, sagt Mark Shafir. Der Chef der M&A-Abteilung der Investmentbank Lehman Brothers glaubt deshalb, dass die Bilanz der Übernahmewelle diesmal positiver ausfallen wird.

Viele Unternehmen haben sich von der Illusion verabschiedet, durch Zukäufe neue Geschäftsfelder zu erobern. Die aktuelle M&A-Welle zeichnet sich dadurch aus, dass die Fusionen und Übernahmen meist innerhalb der gleichen Industriezweige stattfinden. „Es geht heute um den Ausbau der Kernkompetenzen und nicht um unüberlegte Diversifizierungen“, sagte Michael Blatz, Leiter des Kompetenzzentrums Restructuring & Finance bei der Unternehmensberatung Roland Berger

Entscheidend für die positive Zwischenbilanz der meisten Fusionen und Übernahmen ist, dass die Firmen heute vor einer Transaktion ihre Hausaufgaben machen. „Die Unternehmen wickeln ihre Akquisitionen viel professioneller ab“, sagt Berger-Berater Blatz. „Der starke Bieterwettbewerb zwingt sie förmlich zu mehr Gründlichkeit.“ Oft beginnen die Unternehmen bereits Monate vor Abschluss der Kaufverhandlungen mit den Planungen für die Integration.

http://bc1.handelsblatt.com/news/loadbin/ShowImage.aspx?img=1481633&l=1

Zusätzlicher Erfolgsdruck entsteht dadurch, dass heute mehr Übernahmen mit Bargeld und nicht wie zu Zeiten des Interner-Booms mit Aktien finanziert werden. „Alle Untersuchungen zeigen, dass in bar bezahlte Übernahmen zu mehr Disziplin führen und deshalb erfolgreicher verlaufen“, sagt Robert Bruner, Dean an der University of Virginia.

Eine disziplinierende Wirkung üben auch die Aktionäre aus. Aufgeschreckt durch die Bilanzskandale von Enron & Co. mischen sich institutionelle Anleger selbst in strategische Entscheidungen ihrer Unternehmen ein. Renditehungrige Hedge-Fonds setzen die Spitzenmanager ebenfalls unter Druck, wenn ihnen der eingeschlagene Akquisitionskurs nicht passt. Das Vorgehen des US-Fonds Atticus gegen die Übernahmepläne der Deutschen Börse ist dafür ein ebenso gutes Beispiel wie der Druck des britischen Fonds TCI auf das Management der niederländischen Großbank ABN Amro, sich einen Fusionspartner zu suchen.

AMERICA ONLINE INC. SHARES DL -,01


Weitere Kursdaten:

DEUTSCHE BOERSE NA O.N.
BASF AG O.N.
ABN AMRO HLDG NV EO-,56
HONEYWELL INTL DL1
DAIMLERCHRYSLER AG NA O.N
EMC CORP. (MASS.) DL-,01
Vieles haben sich die Unternehmen von den Übernahmespezialisten der großen Private-Equity-Firmen abgeschaut. „Finanzinvestoren erteilen den kaufwilligen Unternehmen eine Lehrstunde in Disziplin“, sagt William Niskanen, Ökonom am Cato Institute in Washington. „Vom Ideal sind wir aber noch ein gutes Stück entfernt“, warnt Berger-Berater Blatz. Die Buyout-Firmen würden sich zu stark am Cash-Flow orientieren und dabei die langfristige Wertsteigerung aus den Augen verlieren.

Obwohl sich die Experten einig sind, dass die Unternehmen beim Vollzug einer Akquisition viel dazugelernt haben, sind die Risiken beträchtlich. „Bei einer Erfolgsquote von 50 Prozent kann man nicht sagen, dass die Manager ihre Übernahmen im Griff haben“, sagt Mirko Dier, M&A-Experte bei der Unternehmensberatung Accenture. Insbesondere bei grenzüberschreitenden Fusionen gebe es wegen der kulturellen Unterschiede noch große Probleme.

„Wir sind an einem Wendepunkt angelangt“, prophezeit Cato-Ökonom Niskanen mit Blick auf den Übernahmeboom. „Auf den Kreditmärkten sind Warnsignale bereits erkennbar.“ Um die Jahrtausendwende hätten die Aktienmärkte die Übernahmewelle getrieben, heute seien es billige Kredite. Steigende Zinsen machten allerdings insbesondere die kreditfinanzierten Übernahmen immer riskanter.

EMC setzt auf permanentes Lernen

http://bc1.handelsblatt.com/news/loadbin/ShowImage.aspx?img=1481634&l=1

tor NEW YORK. Übernahmen in der Technologiebranche gelten als besonders schwierig. In keiner anderen Branche sind kulturelle Unterschiede zwischen den Firmen so stark ausgeprägt. Der US-Datenspeicher-Spezialist EMC hat deshalb sein Übernahmeverfahren neu konzipiert. Konzernchef Joseph Tucci beauftragte vor vier Jahren den Leiter der Service-Abteilung Joseph Walton damit, ein „Drehbuch“ für die Integration von aufgekauften Unternehmen zu erstellen. „Ich habe vor, viel Geld auszugeben, und ich möchte nicht, dass wir die DNA (unserer Zukäufe) zerstören“, sagte Tucci damals.

Walton stellte ein Team zusammen und holte sich Rat von außen. Heraus kam ein Handbuch, das von der Vorbereitung eines Deals über die Kaufverhandlungen bis hin zu den ersten 100 Tagen nach Abschluss der Transaktion den entscheidenden Zeitraum für eine Übernahme umfasst. Führungsfragen werden darin ebenso vorempfunden wie die Integration unterschiedlicher Computersysteme und die Anpassung der Geschäftsabläufe. 18 Monate lang kontrolliert EMC jeden Fortschritt, um sicherzustellen, dass die angepeilten Ziele der Übernahmen auch erreicht werden. „Der Erfolg einer Akquisition bemisst sich für uns sowohl daran, dass wir bestimmte Meilensteine wie Umsatzziele erreichen, aber auch möglichst viele talentierte Mitarbeiter an uns binden“, sagt Thomas Heiser, der bei EMC heute die M&A-Aktivitäten leitet. So gelang es dem Technologieunternehmen, nach seinen Übernahmen mehr als die Hälfte der Vorstandschefs von den aufgekauften Firmen bei der Stange zu halten.


Für Heiser sind Übernahmen ein „permanenter Lernprozess“. „Der Board (Verwaltungsrat) wird laufend über die Fortschritte der Integration informiert“, berichtet der M&A-Experte. EMC habe weniger von dem Geschick der Finanzinvestoren profitiert als vielmehr seine eigene Expertise aufgebaut. Eine Lehre ist, dass EMC Großakquisitionen vermeidet und lieber kleinere Nischenanbieter aufkauft. „Wir vertrauen auf die Idee einer Perlenkette (viele kleinere Zukäufe) statt auf große, transformierende Übernahmen“, sagte Konzernchef Tucci einmal in einem Interview mit der „Business Week“. Unter Analysten gilt EMC nach 24 Transaktionen in den letzten drei Jahren als eine der wenigen Firmen, die in der Technologiebranche erfolgreich durch Akquisitionen gewachsen ist.

BASF kommt mit einem eingespielten Team


http://bc1.handelsblatt.com/news/loadbin/ShowImage.aspx?img=1481635&l=1

shf DÜSSELDORF. Ähnlich wie viele Konkurrenten hat auch die BASF in den 80er- und 90er-Jahren nicht immer die besten Erfahrungen mit Übernahmen gemacht. Doch inzwischen geht der Chemiekonzern wesentlich gezielter und disziplinierter vor.

Nach Einschätzung des Managements wie auch aus Sicht vieler Analysten haben sich daher die jüngeren Übernahmen bislang als erfolgreich erwiesen.

Das gilt auch für den größten und schwierigsten Zukauf in der Unternehmensgeschichte, die feindliche Übernahme des amerikanischen Katalysatorenherstellers Engelhard für 3,8 Mrd. Euro im Jahr 2006. Im Vorfeld hatte die BASF mehrere Dutzend möglicher Übernahme-Objekte geprüft, bevor man sich schließlich zum Vorstoß bei Engelhard entschloss. Ein Jahr nach Vollzug der Transaktion betrachtet die BASF die maßgeblichen Integrationsschritte als bewältigt.

„Jetzt geht es noch um den Feinschliff“, so Hans Ulrich Engel, der als Vorstandsmitglied der BASF Corporation die Übernahme managte und nun als „Global Integration Manager“ auch die Eingliederung von Engelhard in die BASF-Strukturen leitet. Zugute kam ihm dabei, dass der Chemiekonzern in den zurückliegenden Jahren gezielt Know-how und Routinen für die Integration von Unternehmen aufgebaut hatte, die man nun zumindest teilweise nutzen konnte. „Wir verfügen in dieser Hinsicht über umfangreiche eigene Expertise und eingespielte Teams“, so Engel.

Bereits zum Zeitpunkt der Übernahme stand daher ein „Schattenkabinett“ von rund 30 BASF-Managern bereit, das im Bedarfsfall Funktionen bei Engelhard hätte übernehmen können. Am Ende wurde allerdings nur knapp ein Drittel dieser Leute wirklich benötigt, während man rund 70 Prozent der betroffenen Positionen wieder mit Engelhard-Managern besetzte.

Unter anderem solche Vorbereitungen halfen auch, die Herausforderungen zu meistern, die sich aus der feindlichen Übernahme ergaben. „Wir hatten im Vorfeld weder Kontakt zum Engelhard-Management noch irgendeinen Zugang zu den Standorten des US-Konzerns“, so Engel. Das zwang zwar zu einer relativ langen Planungs- und Analyse-Phase von rund vier Monaten nach dem Kauf. Die geplanten Schritte ließen sich anschließend aber relativ zügig umsetzen

Honeywell kauft heute gezielter ein

tor NEW YORK. Mischkonzerne gelten seit langem als notorische Vernichter von Unternehmenswerten. Sie tun sich deshalb besonders schwer, Investoren von der industriellen Logik ihrer Akquisitionen zu überzeugen. Sind sie doch allzu häufig das Produkt zügelloser Übernahmen der Vergangenheit. Dave Cote, Chef des amerikanischen Konzerns Honeywell, weiß um den schlechten Ruf von Konglomeraten. Er beauftragte deshalb Anne Madden als Leiterin des Merger & Acquisition-Teams (M&A) damit, die Übernahmen des Industriekonzerns in den vergangenen Jahren auf ihren Erfolg hin zu untersuchen und daraus einen Leitfaden für künftige Deals zu erstellen.

„Wir haben unsere Zukäufe in den letzten zehn Jahren analysiert, um herauszufinden, was funktioniert und was nicht“, erläuterte Konzernchef Cote seinen Plan. Das Ergebnis: Etwa die Hälfte aller Transaktionen von Honeywell blieb hinter den Erwartungen zurück. Schuld daran sei eine schlechte Vorbereitung gewesen. „Entweder hatten wir uns zu weit von unserem Kerngeschäft entfernt oder geglaubt, wir könnten alle möglichen Synergien im Verkauf realisieren“, berichtete Madden auf einer M&A-Konferenz in New York. Am Ende habe man nicht nur zu viel bezahlt, sondern auch die Integration praktisch unvorbereitet vollzogen.

http://bc1.handelsblatt.com/news/loadbin/ShowImage.aspx?img=1481638&l=1

„Daraufhin haben wir für Honeywell ein völlig neues Verfahren für Firmenübernahmen entwickelt“, so Konzernchef Cote. Der Prozess beginne mit der Auswahl der Übernahmekandidaten, setze sich mit einer sorgfältigen Firmenprüfung und Bewertung fort und umfasse bereits die gesamte Integration.

Das verbesserte Verfahren trägt offenbar Früchte. Im vergangenen Jahr übernahm Honeywell das britische Unternehmen First Technology, obwohl die Amerikaner nur an einer der drei Sparten des Autozulieferers interessiert waren. Früher hätte Honeywell die beiden übrigen Geschäftsbereiche mit durchgeschleppt. Diesmal wurden die Sparten jedoch zu einem guten Preis wieder abgestoßen.

Möglich sind solche schnellen Portfoliobereinigungen nur, weil der M&A- Markt durch den Private-Equity-Boom eine neue Dynamik entwickelt hat. Zwar treiben die privaten Firmenjäger die Kaufpreise in die Höhe. „Die Tage sind vorbei, da wir als strategische Käufer automatisch einen Vorteil vor Finanzinvestoren hatten“, sagt Madden. Andererseits stehen durch den Buy-out-Boom mehr potenzielle Käufer zur Verfügung, wenn sich Unternehmen von Geschäftsteilen trennen

actr
03.07.2007, 23:31
03.07.2007 18:45
Warum Sie eine richtige Ausstiegsstrategie brauchen
von Thomas Firley

Da Herr Steffens heute unterwegs ist, kann er Sie leider nicht dem Investor´s Daily versorgen. Lesen Sie daher folgende Gastbeiträge von Tom Firley und Tom Dyson aus der täglich kostenlosen Geldanlage-Strategie.

Liebe Leser

in der Börsenliteratur gibt es unzählige Ausstiegsstrategien. Von der Komplexität her reichen diese von einem einfachen Trailing Stop (einfach? auch hier gibt es unzählige Möglichkeiten…) bis hin zu kompliziertesten Berechnungen, z.B. mit Hilfe Technischer Indikatoren (MACD, Momentum) oder Darstellungsarten (z.B. Point&Figure Charts).

Hier möchten wir uns zunächst mit den einfachen Ausstiegs-Kriterien beschäftigen. Beginnen wir mit der essentiellen Frage:

Warum eigentlich Regeln für den Ausstieg ?

Hierzu möchte ich einen wohlbekannten, aber sehr krassen Chart präsentieren

http://news.geldanlage-strategie.de/imgproxy/img/401889731/t.gif


Sicherlich kennen Sie diesen Chart. Die damalige Volksaktie „Telekom“ brachte den damaligen Anlegern (die die Aktie gezeichnet haben) am 18. November 1997 gleich einmal einen Zeichnungsgewinn von 16%. Mit der vorherigen Öffentlichkeitsarbeit (erinnern Sie sich an Manfred Krug?) und diesen „leichten“ Gewinnen wurden unzählige deutsche Anleger in das Börsengeschehen gespült.

Es war eine „heiße“ Zeit, streckenweise auch eine sehr schöne Zeit, aber leider auch für viele Anleger in der Retrospektive eine „grausame“ Zeit. Nun, über dieses Kapitel deutscher Börsengeschichte sind schon viele Bücher geschrieben worden und es werden sicherlich noch einige folgen. Kehren wir zurück zum Chart.

Nehmen wir einmal an, Sie waren einer dieser „glücklichen“ Anleger, die die Telekom gezeichnet und Ihnen dann tatsächlich auch Stücke zugeteilt wurden. Wie gesagt, Sie hätten dann gleich etwa 16% Plus gemacht. Und angenommen, Sie hätten damals 10.000 DM (also etwa 5100 Euro) investiert. Wieviel hätten Sie dann heute?

Wenn wir die Dividenden mit einrechnen, lägen Sie so ziemlich plus/minus Null und hätten (nicht wegen des Alters) einige graue Haare mehr. Hätten Sie damals Ihr Geld einfach zu etwa 3% (damaliger Basiszinssatz) angelegt, wären daraus immerhin 13439 DM (etwa 6891 Euro) geworden, ein Plus von 30% (ohne Risiko!). Sie erkennen:

Warum Ausstiegsregeln? Grund Nr 1: Vermeiden Sie Depotleichen
Auch wenn die Deutsche Telekom-Aktie nichtdiesen brachialen Aufschwung bis zum März 2003 hingelegt hätte, bräuchten wir eine Ausstiegsregel. Denn unterm Strich - wie gesagt, ohne das Wissen, was alles möglich gewesen wäre - wäre diese Aktie auf lange Sicht eine Depotleiche gewesen.

Warum Ausstiegsregeln? Grund Nr. 2: Gewinne sichern
Wie Sie aber sicherlich wissen, hat sich die Telekom-Aktie bis zum Frühjahr 2000 mehr als versechsfacht. Aus 10.000 DM wurden zwischenzeitlich also 60.000 DM. Haben damals all die glücklichen Kleinanlegern die Telekom-Aktie endlich verkauft? Nein, zumindest nicht viele. Denn die Mehrzahl der damals noch investierten Anleger ging davon aus, dass die Telekom-Aktie Sie noch reich machen wird, sehr reich. Im schlimmsten Fall haben die Anleger auf hohem Niveau auch noch nachgekauft. Und das führt uns zum nächsten, eigentlich wichtigsten Punkt.

Warum Ausstiegsregeln? Grund Nr. 3: Verluste begrenzen
Angesteckt durch soviel Euphorie, sind zahlreiche Anleger bei der Telekom-Aktie eingestiegen, als Sie schon „jenseits“ von Gut und Börse war. Diejenigen, die also bei Kursen um die 100 eingestiegen sind, haben per heute einen Verlust von über 85% zu verbuchen.

Ich denke, Sie wissen jetzt, warum ich nie ohne Ausstiegsstrategie aus dem Hause gehe. Zusammenfassend brauchen Sie also Ausstiegsregeln, um

- Depotleichen zu vermeiden
- Gewinne zu sichern
- Verluste zu vermeiden

Viel Erfolg an der Börse
Ihr

Tom Firley

actr
10.07.2007, 20:30
10.07.2007 18:45
Die beste Performance von allen!
von Jochen Steffens

Vielen Dank für die vielen Genesungswünsche, mir geht es langsam wieder besser, auch wenn ich immer noch das Gefühl habe, etwas verlangsamt zu sein. Wie heißt es so schön: Eine Erkältung dauert mit Medikamenten sieben Tage und ohne eine Woche. Na, dann müsste ich morgen ja komplett wieder hergestellt sein.

Meine eher trübe Stimmung (ich hasse es, krank zu sein) wurde aber deutlich aufgehellt, als mir mitgeteilt wurde, dass ich von all den vielen Börsendiensten des Verlages mit meinem Target-Trader im Jahr 2006 für meine Leser die beste Performance erzielt habe!

Vielleicht wissen Sie, dass die Performance aller Börsendienste im Verlag von einem unabhängigen Controllingunternehmen nach Maßstäben, die ansonsten für Vermögensverwalter o.ä. gelten, kontrolliert und dann entsprechend vergleichbar berechnet wird. Das heißt, es wird zum Beispiel auch die Haltedauer der jeweiligen Positionen mit eingerechnet. Das macht natürlich Sinn. Denn, ob Sie mit einer Aktie in zwei Wochen 20 % machen, oder in zwei Jahren, ist natürlich ein maßgeblicher Unterschied. Im ersten Fall können Sie nämlich das Geld und den Gewinn wieder reinvestieren und haben somit ein deutlich erhöhtes Performancepotential.

Traden ist doch den anderen Anlageformen überlegen
Und das ist der eigentlich Grund, warum ich mich wirklich über diese Nachricht freue. Denn für mich ist das der Beweis, dass selbst in so einem guten Jahr, wie es 2006 war, das kurzfristige Traden den „Buy and hold“-Strategien und auch den ganzen Trendfolgesystemen überlegen gewesen ist. Dabei erschwert diese unglaublich niedrige Volatilität das Traden erheblich! Kostolany hat also nicht unbedingt Recht, wenn er sagt: „Hin und Her macht Taschen leer“ – nein, es kann sie auch füllen. Und mit dem entsprechenden Trading-Ansatz sogar mehr als jede andere Strategie.

Ihre wirkliche Stärke zeigen Tradingstrategien aber erst dann, wenn die Märkte schwierig werden und die Volatilität ansteigt, zum Beispiel in Seitwärtsbewegungen.

Performance im schwierigen Umfeld großer Aktien und Indizes
Mich freut das auch, weil der Target-Trader eben nicht, wie einige bekannte Pusher außerhalb des Verlages, auf kleine umsatzschwache Klitschen setzt, und dann mit dem Kapital der eigenen Leser diese Aktien hochkauft, sondern weil ich fast ausschließlich nur auf große DAX- und MDAXwerte oder sonstige umsatzstarke Werte gesetzt habe (eben damit dieser Effekt nicht eintritt) und bei Optionsscheinen hauptsächlich die großen Indizes gewählt habe (hauptsächlich den Euro-Stoxx).

Wenn Sie übrigens auch von den Erfolgen des Target-Traders profitieren wollen, dann klicken Sie hier.

Keine Frage, und das möchte ich unbedingt betonen: Wie immer gehört auch das 4. „G“, das Glück dazu. (Die anderen wichtigen „G“s für den Börsenerfolg sind nach Kostolany: „Geld, (eigene) Gedanken, Geduld). Selbst der beste Trader ist niemals vor den Unbillen des Schicksals gefeit und kann somit immer auch eine längere Phase des Pechs erleben. Das sollte man niemals vergessen, sonst verliert man die notwendige Vorsicht.

Wie werden die verschiedenen Strategien in einer Seitwärtsbewegung performen?
Ich bin gespannt, wie sich die verschiedenen Strategien in einer Phase der Seitwärtsbewegung entwickeln werden, denn eine solche hatten wir schon sehr lange nicht mehr. Nahezu sicher ist, dass viele der Strategien, die zurzeit funktionieren, kläglich versagen werden. Ebenso sicher ist, dass in solchen Phasen nur Traden wirklich Gewinne bringen kann. Und es gibt eine Komponente in der Target-Strategie, die genau auf das Traden einer Seitwärtsbewegung ausgerichtet ist.

Wirklich interessant wird es dann aber 2009. Denn spätestens mit der Abgeltungssteuer fällt der Steuernachteil, den das Traden im Vergleich zu den langfristigen Strategien bisher hatte, weg (mir kommt die Abgeltungssteuer also sehr entgegen, mein Steuersatz sinkt erheblich). Und dieser nicht zu verachtende Vorteil war lange ein Argument einiger meiner Kollegen gegen kurzfristiges Handeln. Ich denke, für uns Trader brechen ab 2009 noch rosigere Zeiten an!

Noch kurz zum Markt:
Unglaublich, wie egal auf einmal Themen sind, die im letzten Jahr noch die Anleger in Angst und Schrecken versetzten:

Öl steigt!
Der Ölpreis steigt und steigt – egal! Doch nur auf den ersten Blick – auf den zweiten erhöht das die Inflationssorgen. Ich denke, dass spätestens in zwei Monaten die entsprechenden Inflationsindikatoren anziehen werden. Die Fed müsste darauf mit einer Zinserhöhung reagieren.

Rekord-Handelsüberschuss in China!
Auf der anderen Seite wurde heute veröffentlicht, dass der chinesische Handelsüberschuss im Juni auf 29,6 Mrd. Dollar angestiegen ist. Das ist der größte jemals gemessene Wert weltweit. Natürlich wird das mit hoher Wahrscheinlichkeit auch das Handelsbilanzdefizit der USA betreffen, dass ebenfalls deutlich stärker ausfallen sollte. Eine Folge dieser Nachricht: Der Dollar fällt, eben auch, weil man ein Handelsbilanzdefizit mit sinkenden Zinsen bekämpft.

Vogelgrippe in Deutschland
Und dann ist in Deutschland wieder die Vogelgrippe ausgebrochen, aber das scheint nun gar keinen mehr zu interessieren.

Es brodelt immer heftiger im Untergrund. Dass die Medien das so wenig beachten, ist erstaunlich und gefährlich zugleich. Mehr dazu,den möglichen Folgen für den Markt und wie die Fed reagieren wird, in den nächsten Tagen.

Viele Grüße

Ihr

Jochen Steffens

actr
11.07.2007, 09:28
Geld verdienen bei fallenden Kursen!?
08:07 11.07.07


Quelle: www.geldanlage-report.de

Absicherungsstrategien - Wie es geht, was Sie beachten müssen!



Lieber Geldanleger,



in den vergangenen vier Jahren konnten Aktieninvestoren an einer der größten Kursrallyes aller Zeiten partizipieren. DAX und MDAX haben sich inzwischen von Ihren Tiefs im Jahr 2003 fast vervierfacht bzw. sogar mehr als vervierfacht.



Immer mehr Anleger spielen mit dem Gedanken, die erzielten Gewinne über Derivate abzusichern. Doch für wen kommt eine solche Absicherungsstrategie überhaupt in Frage und wo liegt der Vorteil gegenüber einem direkten Verkauf der eigenen Papiere?



Bevor wir auf die verschiedenen Möglichkeiten zur Absicherung kommen, ist vorweg eines wichtig: Absicherungsstrategien sind prinzipiell nur dann sinnvoll, wenn Sie der Ansicht sind, dass Markttiming möglich ist!



"Markttiming" bedeutet dabei nichts anderes, als der Versuch, den zukünftigen Kursverlauf des Gesamtmarktes zu prognostizieren. Wichtig: Letztlich betreibt jeder Markttiming, der zu irgendeinem Zeitraum nicht zu 100 Prozent im Markt investiert ist und/oder Absicherungsstrategien verwendet.



Einige der größten und erfolgreichsten Investoren aller Zeiten, vorneweg der inzwischen "nur" noch drittreichste Mann der Welt, Warren Buffet, aber auch die Fondsmanager-Legende Peter Lynch halten dieses Unterfangen für unsinnig. Ganz zu schweigen von André Kostolany und seinem legendären "Schlaftabletten"-Bonmot.



Verschiedene neue Langfristuntersuchungen in den USA, unter anderem von Dalbar Financial Services, einer in Boston ansässigen, unabhängigen Investmentberatungsfirma, bestätigen die Ansichten von Buffet & Co. Die meisten Anleger schaden sich, wenn sie versuchen, den Markt zu timen. Dalbar fand heraus, dass der durchschnittliche Aktienanleger in den vergangenen 20 Jahren über neun Prozent weniger Rendite erzielt hat, als der marktbreite S&P 500-Index.



Als Hauptursache machten die Verfasser eben diesen immer währenden Versuch der Anleger, den Markt zu timen, ausfindig. Alleine deshalb, weil so das anzulegende Geld nicht während des gesamten Anlagezeitraums in Aktien investiert war, ging eine Menge an Performance verloren, heißt es in der Studie. Marc Hulbert, der seit nun 25 Jahren die Performance von US-Börsenbriefen unter die Lupe nimmt, bläst ins gleiche Horn. Er fand heraus, dass die meisten Briefe mit ihrer Strategie besser gefahren wären, wenn sie immer zu 100 Prozent im Markt investiert geblieben wären.



Überlegen Sie sich also gut, ob Sie sich auf die Seite der Markttimer schlagen wollen!



*Die Argumentation der Gegenseite!



Andererseits - und das ist die Kehrseite der Medaille - zeigen aber auch Studien, dass die allermeisten Anleger nicht in der Lage sind, eine einmal eingeschlagene Anlagestrategie durch dick und dünn durchzustehen. Kommt es zu so extremen Markteinbrüchen wie nach der Jahrtausendwende - als der DAX von 8.100 bis auf 2.200 Punkte gefallen ist - bekommen dann nicht selten auch hart gesottene Buy&Hold-Verfechter kalte Füße und schmeißen ihre Aktien letztlich zu Spottpreisen auf den Markt.



Ein weiteres Problem der Buy&Hold-Strategie ist, dass viele Privatanleger ihre Depots zu spekulativ ausrichten. Waren es in den 90er-Jahren Technologie- und Internetaktien, die die deutsche Anlegergemeinde begeisterten, so sind es nun Rohstoffwerte in den verschiedensten Facetten. In beiden Fällen ließ bzw. lässt die Qualität der betreffenden Aktien dabei oft stark zu wünschen übrig. Die Risiken werden unterschätzt.



Wer nun versucht mit einem sehr spekulativ ausgerichteten Depot eine "Buy-and-Hold"-Strategie zu fahren, bei dem sind dramatische Kursverluste vorprogrammiert. Und zudem dürfte die Hoffnung darauf, dass die Aktien irgendwann wieder "zurückkommen", vergeblich sein.



Doch selbst für erfahrene Börsianer könnte die Buy&Hold-Strategie in den nächsten Jahren ein echtes Geduldsspiel mit ungewissem Ausgang werden. Denn Fakt ist: Die vergangenen knapp 20 Jahre seit dem 1987er-Crash gehören zu den besten zwei Dekaden für Aktienanleger in den vergangenen 200 Jahren überhaupt. Die Dividendenrenditen für Aktien sind auf einem historischen Tief und die KGVs auf Basis des Durchschnittsgewinns der Unternehmen in den letzten 10 Jahren (das so genannte KGV10), liegen derzeit weltweit bei über 26 (nach neuesten Daten der Huber-Portfolio AG). Diese Zahl liegt rund 50 Prozent über dem historischen Durchschnitt des KGV10 von 17.



Die unbequeme Wahrheit, die man aus der Vergangenheit mit hoher Wahrscheinlichkeit ableiten kann, lautet daher: Die am Aktienmarkt erzielbaren Renditen dürften in den kommenden zwei Dekaden bei weitem niedriger ausfallen als im zurückliegenden Zeitraum. Vor dem Hintergrund des insgesamt hohen bis sehr hohen Bewertungsniveaus an den Aktienmärkten weltweit, nimmt die Wahrscheinlichkeit eines heftigen Einbruchs zu, je länger die Kursrallye anhält.



Klar, dass da das Bedürfnis der Anleger nach einer Absicherung der aufgelaufenen Buchgewinne zunimmt.



*Welchen Zeithorizont haben Sie?



Ob eine Absicherungsstrategie für Sie Sinn macht, hängt aber auch davon ab, welchen Zeithorizont Sie für Ihre Aktien-Investments haben. Wenn Sie Aktien als Altersvorsorge betrachten und noch 15 bis 20 Jahre vor sich haben, bevor Sie das Geld benötigen, brauchen Sie sich über Absicherungsstrategien keine Gedanken machen (sehr wohl jedoch über die Auswahl der Einzelaktien, was aber heute nicht das Thema sein soll).



Wenn Sie aber eher kurzfristig orientiert sind, sind Sie quasi gezwungen, sich Gedanken über eine Depotabsicherung zu machen.

actr
22.07.2007, 00:04
21. Juli 2007

SPEKULATION
Wie die Hedgefonds-Blase entstand - und platzte

Anfang des Jahres waren sie Milliarden wert, nun sind sie pleite: Die US-Investmentbank Bear Stearns hat sich mit zwei Hedgefonds verzockt. Ökonom Willi Semmler erklärt, welche Kettenreaktion zu der Spekulationsblase führte - und wie schnell sich ein solches Debakel wiederholen kann.

New York - Ben Bernanke hat als Chef der amerikanischen Notenbank nicht nur die Inflation und Beschäftigung im Blick. In der Geschichte der Federal Reserve ist er auch einer der ganz wenigen geschulten Akademiker, die sich ausgezeichnet mit den Mechanismen der Finanzmärkte auskennen. In zahlreichen Fachbeiträgen hat er gezeigt, wie Finanzmärkte Aufschwünge und Abschwünge verstärken und zu irrationalen Verzerrungen der Bewertungen führen können. Bernanke nannte dies den "Finanzakzelerator".

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Hedgefonds-Betreiber Bear Stearns: Die perfekte Blase

Sein Wissen kann der Fed-Chef in diesen Tagen gut gebrauchen. Denn die US-Investmentbank Bear Stearns musste in dieser Woche offiziell einräumen, dass sie sich mit zwei ihrer Hedgefonds massiv verspekuliert hat und dabei Milliardenwerte vernichtete. Denkbar ist, dass der Kollaps der beiden Fonds Kettenreaktionen hervorruft, die auch andere Hedgefonds in Mitleidenschaft ziehen - mitsamt den Banken, die ihnen Kredite gaben. Entsteht eine größere Finanzmarktkrise daraus, auf die Bernanke reagieren muss?

Der Zusammenbruch der beiden Hedgefonds - sie trugen die umständlichen Namen High-Grade Structured Credit Enhanced Leveraged Fund und High-Grade Structured Credit Fund - ist ein Lehrbeispiel dafür, wie in einem Finanzmarktboom die realistische Einschätzung von Risiken leidet und alle Vorsicht vergessen wird.

Was genau ist geschehen?

Die beiden Fonds haben auf dem Markt für Hypotheken-Kredite an Schuldner mittelmäßiger und schlechter Bonität spekuliert, dem sogenannten Sektor des subprime lending. Hypothekenbanken in den USA haben auch zahlungsschwachen Schuldnern beim Kauf von Häusern und Wohnungen ermöglicht, bis zu 100 Prozent des Immobilienwertes zu borgen.


Oft war der Zinssatz anfangs niedrig, in der Regel gleitet er aber und orientiert sich an der Zinsrate der Tagesgelder der Fed (der prime rate). Diese ist in der Zwischenzeit auf 5,25 Prozent gestiegen. Viele Amerikaner, die Immobilien auf Pump erworben haben, stürzt das in akute Zahlungsnöte. In der Folge ist der Markt für subprime lending in die Krise gerutscht. Hypothekenbanken, die sich auf das Segment spezialisiert hatten, gerieten in Schwierigkeiten.

Warum aber hat das riskante subprime-Geschäft in den USA überhaupt eine Dimension annehmen können, die sich nun als maßlos übertrieben erweist? Das hängt damit zusammen, dass die Hypothekenbanken ihre Kredite als Sicherheit für Wertpapiere benutzen und diese weiterverkauften. Durch diese mortgage-backed securities (MBS) lässt sich das Kreditrisiko an andere Akteure auf dem Finanzmarkt weiterreichen. Dies vermindert den Anreiz, die Bonität der Kreditnehmer kritisch zu prüfen.

Die perfekte Blase

Investmentbanken erwerben hypothekenbesicherte Wertpapiere, bündeln sie und verkaufen sie ihrerseits weiter - in Form von Tranchen von Anrechtsscheinen mit mal größerem, mal kleinerem Risiko. Diese Tranchen werden CDOs genannt, was für collateralized debt obligations steht, also für eine Art von forderungsbesicherten Wertpapieren. Diejenigen Tranchen mit dem größten Ausfallrisiko versprechen im günstigen Fall auch die höchsten Renditen.

Die zwei Hedgefonds von Bear Stearns sind eigens für den Zweck gegründet worden, solche CDOs aufzukaufen. Das trägt Züge eines Glücksspiels: Wenn die Immobilienpreise nach oben gehen, bewahrt dies die US-Privathaushalte mit geringer Bonität vor Pleiten - und die CDOs werden zu sicheren Anlagen mit hohen Erträgen. Wenn die Immobilienpreise aber sinken, wird das Geschäft gefährlich.


Der Kauf von CDOs ist auch insofern riskant, als sie nur selten und von wenigen Akteuren auf dem Finanzmarkt gehandelt werden. Damit lässt sich schwer ermitteln, wie hoch der Wert der CDOs realistischerweise sein sollte. Kaufen Hedgefonds CDOs im großen Stil auf, treibt das den Wert nach oben. Das lässt die Manager des Hedgefonds erfolgreich erscheinen. Anlagefreudige und betuchte Kunden wittern hohe Renditen und investieren in diese Hedgefonds.

Erst recht bedrohlich wird es, wenn die Hedgefonds zu Finanzierungsbanken gehen, etwa zu Merrill Lynch, Citigroup oder der Deutschen Bank, und Kredite aufnehmen wollen. Als "Sicherheit" bieten die Hedgefonds ihre Portfolios mit den oft hoch riskanten CDOs. Die Banken erfüllen die Kreditwünsche mit billigem Geld, das sie sich zum Beispiel in Japan mit 0,5 Prozent Verzinsung beschafft haben (damit ist dann auch noch das Risiko von Wechselkursschwankungen verbunden).

Nun ist die Spekulationsblase perfekt. Die Hedgefonds kaufen noch mehr CDOs, dadurch steigt deren scheinbarer Wert. Die Finanzierungsbanken geben noch mehr Kredite. Andere Banken wollen auch in den lukrativen Markt einsteigen. Und die Hypothekenbanken im subprime-Sektor gewinnen weitere Anreize, mehr und mehr ungeprüfte Kredite an zahlungsschwache Haushalte zu vergeben.

Der Beginn eines Dominoeffektes?

Diese sich selbst verstärkende Aufwärtsspirale findet in dem Moment ein Ende, in dem die Immobilienpreise zu sinken beginnen. Die Kreditbanken, die den Hedgefonds Geld geliehen hatten, fangen an, ihre Gegenwerte zu verkaufen. Dadurch verlieren die CDOs an Wert, was wiederum andere Banken nervös macht - die ganze Logik der Spekulation kehrt sich um. Das erste Opfer war der New Century Fund, der im Mai wegen einer schief gegangenen Wette auf das subprime-Geschäft Bankrott machte. Dutzende andere Fonds mussten seither geschlossen werden.

Bei den Hedgefonds von Bear Stearns verlief die Abwärtsspirale ganz ähnlich: Banken wie die Citigroup, Goldman Sachs, Bank of America und die Deutsche Bank begannen verstärkt Ende Juni, Gelder zurückzufordern. Am 22. Juni musste Bear Stearns eine Rettungsaktion unternehmen und selbst 1,5 Milliarden Dollar zusätzlich in einen der beiden Fonds investieren, um ihn über Wasser zu halten (anfangs war sogar eine Finanzspritze von mehr als drei Milliarden Dollar geplant).

Angesichts weiterer Wertverluste im Immobiliensektor und bei CDOs waren die Fonds gleichwohl nicht zu retten. Inzwischen sind sie nach Eingeständnis von Bear Stearns "praktisch wertlos" und sollen mittelfristig aufgelöst werden. Die Investoren werden nur wenig von ihren Einlagen wiedersehen.

Die Aktienwerte von Bear Stearns und der involvierten Banken sind seither deutlich gesunken. Inzwischen sind auch Gerüchte aufgetaucht, dass auch Hedgefonds von Lehman Brothers in Schwierigkeiten geraten seien.

Ob weitere Kettenreaktionen folgen, ist im Moment nur vage zu beantworten. Als sicher kann gelten, dass Hedgefonds und Banken nun vorsichtiger agieren werden. Viele dürften hochriskante Anlagen abstoßen und sogar sicherere Anlagewerte verkaufen, um Cash zu gewinnen und eventuelle Finanzlücken zu stopfen. Die Platzierung neuer Anleihen am Markt ist, wie die "Financial Times" berichtet, schon viel schwieriger geworden.

Der subprime-Hypothekenmarkt ist zwar an sich nur ein kleines Marktsegment. Gut möglich ist aber, dass die Probleme auf andere Sektoren des Immobilien- und dann des Finanzmarktes ausstrahlen. Finanzmarkt-Experte Ben Bernanke jedenfalls bezeichnete die Implosion des subprime-Sektors bei seinem halbjährlichen Auftritt vor dem US-Kongress in dieser Woche als "Warnung". Der ganze Sektor sei durch laxe Kontrollen, übertriebene Kreditvergabe und in manchen Fällen Betrug gekennzeichnet. Die Lage werde "sich erst einmal verschlimmern, bevor sie sich bessert".

Bernankes Verhalten in den kommenden Wochen dürfte ein guter Indikator dafür sein, wie ernst die Situation ist. Wie oft erscheint er bei Reden und gesellschaftlichen Empfängen? Tritt er selten auf, ist das ein schlechtes Zeichen: Er sitzt dann wahrscheinlich in der Fed mit seinem Krisenstab zusammen.

Selbst wenn dieses Mal alles gut geht: Die nächste Spekulationskrise, ausgelöst durch den "Finanzakzelerator", dürfte ganz ähnlich beginnen wie das Debakel bei Bear Stearns



DER AUTOR

http://www.spiegel.de/img/0,1020,583515,00.jpg
Willi Semmler ist Professor für Wirtschaftswissenschaften und Research Fellow am Bernard Schwartz Center for Economic Policy Analysis (SCEPA) der New School in New York. An der Universität Bielefeld ist er Professor am Center for Empirical Macroeconomics (CEM). Vor kurzem erschien einer seiner Fachartikel "Iraq War and the World Oil Economy" (zusammen mit Edward Nell verfasst) in der Fachzeitschrift "Constellations". Für SPIEGEL ONLINE analysiert Semmler die Wirtschaftspolitik der USA.

actr
25.07.2007, 23:10
25.07.2007 18:13
Und wieder auf die Art der Gegenbewegungen achten!
von Jochen Steffens

Ja, ja, jetzt kommt wieder der Steffens mit seinen „Gegenbewegungen“. Wir haben gestern im Nasdaq100 die 2020/2018 Punkte nach unten aufgelöst. Wie erwartet kam es dann zu einem dynamischen weiteren Abverkauf. Insoweit sind die bearishen Zeichen im Nasdaq100 bestätigt worden.


http://www.investor-verlag.de/charts/id/00002867.jpg


Heute folgte dann der Dax mit einem Bruch der 7800er und sogar der 7750er Marke. Auch hier klare Bärensignale. Jetzt geht es lediglich noch um die Nachhaltigkeit. Aber, wie man auf dem Börsenparkett so schön sagt: Es ist nun viel Porzellan zerschlagen. Nun sind wirklich alle wach gerüttelt. Und wie immer, wenn nun alle Angst kriegen, wie immer wenn es zu so einem „Ausverkauf“ wie gestern gekommen ist, muss man mit einer Gegenbewegung rechnen. Und tatsächlich, die US-Indizes sind heute zunächst dick im Plus.

Die tatsächliche Verfassung des Marktes
Und erst die Art und Weise, wie diese Gegenbewegung ausfallen wird, kann uns etwas über die tatsächliche Verfassung des Marktes verraten. Erst dann werden wir erfahren, ob es sich bei den fallenden Kursen der letzten Wochen nur um eine kurze kleine Konsolidierung handelt, oder aber ob sich die Kursverluste ausweiten könnten. Sie kennen das, das habe ich schon sehr häufig geschrieben.

In den letzen Monaten waren die entsprechenden Gegenbewegungen nach einem Ausverkauf meistens sehr stark und oft genug führten sie direkt zu einem neuen Hoch. Also so gesehen war es bisher immer richtig gewesen, die Gegenbewegung abzuwarten, bevor man in eine gepflegte Panik zu verfallen ist.

Die erste Frage ist jetzt, werden nun lediglich die entscheidenden Ausbruchsmarken (z.B. im Nasdaq100 die 2020er Marke) von unten getestet oder schaffen es die Indizes wieder, diese Marken zurückzuerobern (im Dax wäre das der Fall, wenn er wieder nachhaltig in seine Seitwärtsbewegung zurückläuft). Werden diese Marken lediglich von unten getestet, dann ist das Kursziel im Nasdaq100 deutlich: Gapclose!

Das muss man einfach abwarten und entsprechend bewerten. Börse ist schließlich immer ein dynamischer Prozess. Sie sehen Entwicklungen, Sie sehen bearishe Zeichen, Sie traden darauf, aber Sie können sich nie darauf verlassen, sondern müssen jeden Tag neu beurteilen und analysieren, was genau passiert – zumindest wenn Sie kurzfristiger orientiert sind.

Was passiert also genau?
Logisch ist, dass nach so einem Abverkauf wie gestern in den USA, die Verkäuferseite erst einmal ausdünnt. Die Anleger, die nah am Markt sind, haben gestern zusehen müssen, wie alles fällt und entnervt irgendwann auch auf „Verkaufen“ gedrückt. Das sind die zittrigen Hände.

Mit anderen Worten, diejenigen, die oben verkaufen wollten (und letzten Endes diesen Einbruch eingeleitet haben) haben nun große Mengen an Aktien verkauft. Hinzu gesellten sich gestern in die kleine „Panik“ hinein die zittrigen Hände. Und somit sind viele potenzielle Verkäufer jetzt bereits aus dem Markt.

Die Käuferseite
Logisch ist auch, dass viele Trader solche „Paniksituationen“ nutzen, um auf eine kurze Reaktion in die andere Richtung zu traden. So sehr auch gegen Trader hin und wieder gewettert wird, gerade sie sind es oft, die solche Entwicklungen „abdämpfen“, eben weil sie Panik kaufen.

Wichtiger wird aber sein, ob nun „echte“ Käufer in den Markt kommen. Also Anleger, die zum aktuellen Niveau einsteigen wollen, um längerfristig investiert zu bleiben. Dazu müssen sie natürlich Gründe finden: Der sinkende Ölpreis könnte so einer sein.

Kommen diese Käufer in den Markt und schaffen diese es, den Verkaufsdruck, der in den letzten Tagen deutlich zu spüren war, aufzukaufen, dann kann es bereits das Ende der Konsolidierung gewesen sein. Und dann ist es egal, wie bearish die Zeichen im Chart waren! Schaffen es diese Käufer nicht, eben weil immer noch genügend Anleger aussteigen wollen, und davon muss man nach dem Bruch der Marken ausgehen, weil zu viele große Adressen mit mittel- bis langfristigen Problemen rechnen, dann wird es weiter runter gehen.

Achten Sie also auf den Chart
So einfach ist das eigentlich. Und meistens erkennt man das, was passiert, an den Charts. Und deswegen ist die Frage so wichtig, ob die aktuelle Gegenbewegung über die alten Ausbruchsniveaus hinaus läuft. Das nämlich wäre ein Zeichen für ein starkes Käuferinteresse. Dieses würde noch etwas mehr bestätigt, wenn es zu einem neuen markanten Bewegungshoch kommen sollte. Richtig bullish wird es erst dann wieder, wenn die letzten Hochs überwunden werden.

Zu offensichtlich alles
Es gibt einen Grund, warum ich noch ein wenig skeptisch bin. Die Topformation im Nasdaq100 ist so extrem deutlich und idealtypisch, dass selbst der wirklich ungeübteste Chartist diese sofort erkennen muss. Meistens sind aber die wirklichen Tops in den amerikanischen Indizes weniger „eindeutig“. Das ist aber nur so ein Gedanke.

Also lassen wir weiter die Charts entscheiden.

Und wie soll man das traden?
Wenn Sie sich fragen sollten, wie man und wann man denn in so einen Markt Short einsteigt, wenn es doch immer sein kann, dass alle Bärensignale wieder aufgelöst werden könnten? Mut braucht man immer an den Börsen, es kann immer alles passieren, auch das bekannte Gegenteil. Man steigt ein, wenn man die Signale sieht, vergrößert eventuell seine Positionen, wenn diese Signale sich bestätigen und beobachtet und analysiert jeden Tage genau, was passiert.

So sind wir sind im Target-Trader am Freitag Morgen, nachdem sich das Umkehr-Doji im Nasdaq100 abzeichnete, eingestiegen. Jetzt warte ich die weitere Entwicklung ab. (Das war übrigens die erste Shortposition seit mehreren Jahren in den normalen Depots).

Und wie immer, wenn man ein gutes Umkehrsignal in so einem starken Trend erkennt, also gegen den Trend tradet, haben wir jetzt bereits einen Stopp auf Kaufkurs dieser Shortposition gelegt. Uns kann also nichts mehr passieren (auch, da wir schon seit Wochen fast alle Aktienpositionen verkauft haben und rechtzeitig in Gold, Euro und den Bund eingestiegen sind).

Sollte die Gegenbewegung nun Stärke zeigen, werde ich natürlich sofort mit einer ersten Position auf die Longseite wechseln. Bei weiter bullishen Signalen, würden dann weitere Long-Positionen folgen. Nur so können Sie einen derart volatilen Markt mit einer gewissen Ruhe und Gelassenheit traden.

Viele Grüße

Ihr

Jochen Steffens

actr
28.07.2007, 11:40
HANDELSBLATT, Samstag, 28. Juli 2007, 10:01 Uhr
Anlagestile

Der richtige Mix führt zum Erfolg
Von P. Mönnighoff

„Glücklicherweise gibt es mehrere Wege, die zum Finanzhimmel führen“, sagte Star-Investor Warren Buffett einmal. Eigentlich ein ungewöhnlicher Spruch für einen Börsianer, der seit Jahrzehnten an seinem Anlagestil festhält. Trotzdem hat Buffett Recht: Möglichkeiten, sein Geld anzulegen, gibt es genügend. Nur sind längst nicht alle auch zu empfehlen.


http://bc1.handelsblatt.com/news/loadbin/ShowImage.aspx?img=1497599&l=1
Viele Profis gehen dazu über, die verschiedenen Anlagestile miteinander zu mischen. Foto: dpa

DÜSSELDORF. Nicht nur zwischen Aktien, Genussscheinen und Anleihen, sondern auch zwischen den einzelnen Anlagestilen müssen die Investoren wählen. Und egal ob sie wie Warren Buffett auf die so genannten Value-Werte setzen, ihr Portfolio an der Momentum-Strategie ausrichten, die Einzeltitelauswahl einem Computer überlassen oder ihr Geld vor allem in riskantere Wachstumswerte investieren – wichtig ist vor allem, was am Ende dabei rausspringt. Und allen Mythen, Star-Investoren und Börsenweisheiten zum Trotz: Einen echten Königsweg gibt es nicht.

Die Idee, sich bei der Aktienauswahl an bestimmten Anlagestilen zu orientieren, hat gerade in den USA eine jahrzehntelange Tradition. Doch auch wenn sich vor allem die legendären Anlagestile wie Value (Wert) und Growth (Wachstum) in den vergangenen Jahren auch in Europa und in Deutschland immer mehr zu Schlagworten entwickelt haben – und die Banken, Fonds- und Zertifikateemittenten seit Jahren den Markt mit derartigen Produkten überschwemmen –, scheint sich der Boom hier zu Lande bereits wieder abzuschwächen. Und das auch zu Recht.



„Ein Portfolio, das allein anhand einer derart strikt ausgelegten Strategie ausgerichtet ist, ist auf lange Sicht nicht optimal“, sagt beispielsweise Thomas Meier, geschäftsführender Gesellschafter bei dem Fondsanbieter Loys in Frankfurt. „Für uns muss ein Unternehmen zwar stark unterbewertet sein, allerdings schließen wir keine Aktien auf Grund solcher Klassifizierungen direkt aus“, sagt er. Denn wer er sich zu steif nach einem speziellen Anlagestil richtet, dem entgehen auf lange Sicht zahlreiche Chancen. Immerhin fällt so ein Großteil aller Papiere aus dem Raster, ohne dass die dahinter stehenden Unternehmen genau untersucht werden.

Zudem sind trotz der Erfolge einzelner Investoren auch die statistischen Belege nicht unumstritten. „Das beste Beispiel sind Value und Growth“, sagt auch Holger Boschke, Chef-Investor bei der Dresdner Bank. Je nach untersuchtem Zeitraum und der Art der Berechnung würde mal der eine, dann wieder der andere Ansatz besser abschneiden. „Entscheidend ist daher, nicht blind einem Ansatz zu folgen, sondern vielmehr das Portfolio an jeweils unterschiedliche Marktsituationen anzupassen“, sagt Boschke.

Viele Profis gehen daher dazu über, die verschiedenen Anlagestile miteinander zu mischen. „Um Chancen zu nutzen, aber auch Risiken zu minimieren, nutzen wir beim Aufbau eines Portfolios eine Kombination verschiedener Anlagestile und gewichten je nach Marktphase den aus unserer Sicht erfolgversprechenderen Strategieansatz über“, erklärt Michael Hottinger, stellvertretender Geschäftsführer der Sparkassen Vermögensmanagement in Gelsenkirchen.

„Es gibt auch unterbewertete Aktien, die durchaus gleichzeitig Wachstumspotenzial haben“, bestätigt Meier. Auch die Dresdner Bank hat ein Modell entwickelt, mit dem das Institut versucht, das Beste aus beiden Welten zu kombinieren. Die Frankfurter setzen dabei auf Wachstumswerte, die allerdings noch immer moderat bewertet sind. Zusätzlich achten die Anlageberater darauf, dass gleichzeitig die Mischung aus den einzelnen Anlageregionen und -branchen stimmt.

Damit liegen die Investoren zumindest auf der sicheren Seite. Denn die jeweiligen Anlagestile sind zwar in einzelnen Marktphasen durchaus überlegen, fallen dafür aber in anderen Zeiträumen mitunter deutlich zurück. Gerade wer aber langfristig investieren und sich über die Jahre ein kleines Vermögen aufbauen will, sollte derartige Schwankungen vermeiden.




Waren beispielsweise vor wenigen Jahren vor allem Growth-Werte gefragt, sind es inzwischen Value-Titel, die in der Gunst der Anleger ganz oben liegen. Auch Warren Buffett mit seinem steten Value-Ansatz hielten Ende der neunziger Jahre viele andere Börsianer für altmodisch und erfolglos. Und obwohl seine Methode heute wieder hochmodern ist und er bei dem Zusammenbruch der New Economy von herben Verlusten verschont blieb, hat er in den Jahren zuvor zahlreiche Chancen verpasst.

Für die absehbare Zukunft rechnet übrigens Boschke von der Dresdner Bank damit, dass Growth-Aktien tendenziell wieder etwas besser abschneiden sollten als Substanzwerte. „Dies liegt hauptsächlich daran, dass die Value-Papiere zuletzt deutlich hinzugewonnen und die Wachstumswerte somit Nachholpotenzial haben“, sagt der Kapitalmarktexperte. Sollte er mit dieser Einschätzung Recht haben, müssten auch Investoren, die in Warren Buffett ein Vorbild sehen, in den kommenden Monaten ihre Strategie überdenken, um ihre Renditen stabil zu halten.

Ausgewählte Anlagestile

Value: Value-Investoren kaufen gezielt Aktien, die unter ihrem Substanzwert notieren. Mit einiger Sicherheit sollten sich diese Papiere dann in der Zukunft ihrem „wahren Wert“ annähern und damit eine ordentliche Rendite abwerfen. Für die Auswahl der Aktien werden vor allem Bewertungskennzahlen wie etwa der Buchwert oder das Kurs-Gewinn-Verhältnis berücksichtigt.

Growth: Der Growth-Stil wird hauptsächlich von mutigen Anlegern gewählt, die schnelle Ergebnisse sehen wollen. Diese Investoren setzen auf so genannte Wachstumswerte, deren Umsätze und Gewinne in Zukunft überdurchschnittlich zulegen sollten. Ob das Unter-nehmen dabei bereits profitabel wirtschaftet, ist für die Anleger zweitrangig. Die Chancen sind dadurch zwar weiterhin hoch, das Risiko möglicher Verluste allerdings auch

Momentum: Was in der Vergangenheit gut gelaufen ist, sollte sich auch in Zukunft gut entwickeln – so einfach lässt sich die Momentum-Strategie zusammenfassen. Die Grundlagen für diesen Anlageansatz stammen bereits aus den 60er-Jahren. Entscheidend in der Praxis ist vor allem, welcher Zeitraum für die Neuanlage gewählt wird.

Quantitativ: Relativ neu in Deutschland ist die Aktienauswahl per Computer nach festen Kriterien. Der Vorteil dieser Strategie ist, dass Emotionen dabei komplett außen vor bleiben. Zudem kann der Computer ständig mehrere tausend Werte überprüfen und systematisch unentdecktes Kurspotenzial aufzeigen.

actr
28.07.2007, 11:48
HANDELSBLATT, Samstag, 28. Juli 2007, 10:01 Uhr
Reinhard H. Schmidt

„Die Suche nach dem Trick bleibt erfolglos“
Von Patrick Mönnighoff

„Die beste Anlagestrategie – insbesondere für nicht-professionelle Anleger – ist immer noch Buy and Hold“, sagt Reinhard H. Schmidt. Im Interview spricht der Professor für Bank- und Finanzwesen in Frankfurt über Risiken und gibt Ratschläge.


http://bc1.handelsblatt.com/news/loadbin/ShowImage.aspx?img=1497604

"Es hat keinen Sinn zu denken, man wäre klüger als alle anderen Anleger", sagt Reinhard Schmidt. Foto: Archiv


Handelsblatt: Herr Schmidt, immer mehr Anleger verlassen sich bei der Aktienauswahl auf Anlagestile wie Value oder etwa die Momentum-Strategie. Macht eine derartige Ausrichtung Sinn?

Reinhard H. Schmidt: Ich denke, sie macht in einer Welt mit weitgehend informationseffizienten Kapitalmärkten keinen Sinn. Die beste Anlagestrategie – insbesondere für nicht-professionelle Anleger – ist immer noch „Buy and Hold“: Man kauft ein gut, auch international diversifiziertes Portfolio aus Aktien und festverzinslichen Titeln, das an die persönliche Risikoneigung angepasst ist, und hält es langfristig. Wer glaubt, dass „Value Investing“ besonders gute Risiko-Ertragskombinationen bringen würde, übersieht wirksame Risikofaktoren. „Growth“ scheint immer gut, ist es aber nicht, jedenfalls dann nicht, wenn andere Anleger das Wachstumspotenzial auch erkennen können. An „Momentum Investing“ scheiden sich die Geister: Vielleicht gibt es da Chancen, da die Anleger wohl doch ein gewisses Herdenverhalten an den Tag legen. Das führt zu kurzfristigen Trends, die ein kluger Investor ausnutzen könnte. Aber man weiß leider nicht, wie lange Trends anhalten. Ich wäre da auch sehr skeptisch.

Konnte denn der Erfolg dieser Strategien statistisch nachgewiesen werden?

Ganz gewiss nicht! Lange Zeit waren die empirisch-statistischen Befunde eindeutig: Es gibt keine Gesetzmäßigkeiten in Kursverläufen, die Anleger nicht nur erkennen, sondern auch ausnutzen können. Kurse verlaufen wie vom Zufall getrieben – „Random Walks“ – aber das ist nicht blinder Zufall, sondern das Ergebnis von Gleichgewichtstendenzen. Heute ist man da etwas vorsichtiger geworden, Rückblickend kann man wohl auch Trends und dergleichen erkennen, aber der überwiegende Teil der Forschungsergebnisse lässt den alten Befund weiter gelten, und Anleger sollte am besten davon ausgehen, dass dies richtig ist. Experimentieren kann sehr teuer werden.

Sind derartige Untersuchungen nicht immer vergangenheitsbezogen?

Ja genau, man kann nie wissen, wie lange in der Zukunft bestimmte erkennbare und zugleich ausnutzbare Gesetzmäßigkeiten von Kursverläufen bestehen bleiben.


Gibt es denn Anlagestile, die in der Wissenschaft als besonders erfolgversprechend gelten?

Die Antwort ist eindeutig: Die beste Anlagestrategie ist kaufen und halten oder „Passive Investments“. Es hat keinen Sinn zu denken, man wäre klüger als alle anderen Anleger und könnte dadurch an der Börse reich werden.

Was würden Sie den Anlegern abschließend raten?

Zwei Ausgangstatsachen sind zu bedenken: Aktien sind eine gute Anlage, sie bringen langfristig deutlich mehr als Festverzinsliche. Und die meisten Anleger sind risikoscheu, wenn auch mitunter überoptimistisch. Deshalb drei Ratschläge: Erstens gut diversifizieren, um unnötige Risiken zu vermeiden. Zweitens das Risiko des persönlichen Gesamtportfolios möglichst gut an die eigene Risikobereitschaft anpassen. Drittens kein Geld verschwenden durch die letztlich meist erfolglose Suche nach dem besonderen, vermeintlich todsicheren „Anlagetrick“.

actr
31.07.2007, 08:49
31.07.2007 08:37
Investitionschancen vor der Haustür
Liebe Leser,

nicht nur weil ich gerade aus einem Dänemarkurlaub zurückgekommen bin, will ich mich heute mit den Anlagechancen in Skandinavien beschäftigen. Wir haben ja immer darauf hingewiesen, dass wir in Europa bessere Anlagemöglichkeiten sehen als beispielsweise in den USA. Hier meine ich, sollten wir nicht nur auf die Standardpapiere im EuroStoxx oder Stoxx50 (die sicherlich als Basisinvestment bleiben müssen) schauen sondern uns auch mit den Volkswirtschaften am Rand der EU befassen. Anders als in den Ländern Osteuropas sind die Risiken im hohen Norden geringer.

In Norwegen gelten wegen der starken Abhängigkeit von der Ölförderung immer noch besondere Spielregeln, aber die anderen Nordländer - Dänemark, Finnland, Schweden - lassen sich leicht unter einen Hut bringen. In der Region leben nur 24 Mio. Menschen. Sie verfügt über große politische Stabilität, die Wirtschaft ist geprägt von geringer Verschuldung und niedriger Arbeitslosigkeit, hoher Produktivität und einer hervorragenden Infrastruktur. Die konsum- und innovationsfreundliche Bevölkerung leistet ebenfalls einen Beitrag zum kontinuierlichen Wachstum.

Motor der Entwicklung rund um die Ostsee wird nach wie vor die Informationstechnologie bleiben, so steht es in einer jüngst veröffentlichten Studie des World Economic Forum. Das Potential der Länder, die am meisten davon profitieren wird hier in einer Rangliste zusammengefasst. Dänemark und Finnland (die nach wie vor mit Abstand aktivste Nation der Welt im Netz) belegen die Plätze 3 und 5 der Rangliste, dicht gefolgt von Schweden auf Platz 8. Damit rangieren die skandinavischen Länder seit 5 Jahren kontinuierlich unter den Top 10.

Wenn sie sich nicht mit den einzelnen Aktien beschäftigen wollen, bieten sich Skandinavienfonds an. Der DWS Skandinavien (WKN 847427) konnte in den letzten Jahren den Vergleichsindex MSCI Nordic Countries regelmäßig schlagen. Auch der Fidelity FDS Nordic (WKN 973277) überflügelt den Index. Die Nordea Bank hat mit ihrem Nordea 1 Nordic Equity (WKN 973346) ebenfalls gut abgeschnitten.

actr
31.07.2007, 09:40
31.07.2007 08:37
Put/Call-Verhältnis: Eine unterschätze Kennzahl zur Aktienanalyse


Welche Kennzahlen nutzen Sie für Ihre Aktienauswahl? Neben den üblichen Kennzahlen KGV, KUV, PEG, KCV etc. existieren noch eine ganze Reihe mehr oder weniger aussagekräftiger Daten. Das Put/Call-Verhältnis zählt dabei zu den am meisten unterschätzten Kennzahlen. Es misst das Verhältnis von Put-Optionen zu Call-Optionen auf eine bestimmte Aktie. Ein Wert unter 1 bedeutet, dass mehr Calls als Puts gekauft wurden, die Mehrheit also auf steigende Kurse der Aktie setzt. Bei einem Wert von über 1 wurden mehr Puts als Calls gekauft.

Interessant ist dabei nicht unbedingt der Wert an sich, sondern seine Veränderung. Eine auffallend starke Veränderung zeigt eine sich verändernde Marktstimmung an. Es lohnt sich daher das Put/Call-Verhältnis bei Anlageentscheidungen zu berücksichtigen. Dies tut der bekannte Wall Street Experte Bernie Schaeffer seit Jahrzehnten. Das Put/Call-Verhältnis ist eine von vielen Anlagekriterien, die er bei jedem Kauf berücksichtigt.

actr
31.07.2007, 18:31
31.07.2007 17:55

Heibel-Ticker/

Nutzen Sie die Erholungsrallye zum Verkauf Ihrer Finanztitel DJ Heibel-Ticker/ Nutzen Sie die Erholungsrallye zum Verkauf Ihrer Finanztitel


BERLIN (Heibel-Ticker) -- Verkaufen Sie, wenn Sie können - nicht, wenn Sie müssen. Heute können Sie Ihre Finanzaktien verkaufen. Die Kurse steigen, dennoch sind die Bären noch immer am Drücker, denn die Immobilienkrise bestimmt die Titelseiten, Hedgefonds gehen Pleite (Sowood), die US-Zinsen sind noch nicht am sinken!

Der Sowood Hedge Fonds, der heute insolvent wurde, war einer der besten und seriösesten. Sein Management-Team kam von der Harvard Universität, Harvard war auch einer der größten Kunden. Dass dieser Vorzeige-Hedgefonds binnen weniger Tage von drei Mrd. USD die Hälfte verspielt hat läßt mich fürchten, dass eine ganze Reihe weiterer Hedgefonds in den nächsten Wochen mit ähnlichen Problemen konfrontiert werden.

Ich halte die UBS, die Deutsche Bank, Goldman Sachs und viele andere Banken und Broker derzeit für günstig. Doch solange die Finanzmärkte in den USA keine Hilfe von Seiten der Fed bekommen (sprich: Zinssenkung), wird die turbulente Sommerphase insbesondere im Finanzsektor anhalten.

Ich würde die heutigen Kursgewinne nutzen, um mein Portfolio um einige Finanztitel zu bereinigen.

Obwohl Fannie Mae, der größte amerikanische Immobilienfinanzierer, letzte Woche noch vorgerechnet hat, dass die Immobilienausfälle noch immer im Rahmen liegen, ist die Aktie um 15 % gefallen. 10 Mrd. USD Marktkapitalisierung von Fannie Mae sind damit vernichtet worden, nur weil man fürchtet, dass die 2,8 Mrd. Rückstellungen für Zahlungsausfälle schlimmstenfalls auf 3 Mrd. USD ansteigen könnten.

Was Sie stattdessen Kaufen können habe ich gestern und vergangenen Freitag beschrieben: Technologie- und andere Unternehmen, die in dieser Phase des Liquiditätsentzugs über große Barreserven verfügen.

Caterpillar liefert Baumaschinen in die ganze Welt, so auch in die BRICs. Boeing baut die Flugzeuge, die Airbus nicht fertig kriegt. John Deere baut die Landwirtschaftsmaschinen, mit denen das Getreide für den Ethanol-Hype vom Feld geholt wird.

Soweit ein kurzer Überblick.

actr
06.08.2007, 12:55
06.08.2007 12:45
So bewerten Sie Rohstoff-Explorer, Teil 5
von Michael Vaupel

*** Weiter geht´s mit ein paar Punkten zur Bewertung von Rohstoff-Explorern (denn Trader´s Daily-Leser/innen gehören nicht zu der Kategorie von Sterblichen, die Explorer aufgrund der Empfehlung einer Telefon-Hotline o.ä. kaufen):

Explorationsergebnisse

Ein wichtiger Punkt, der aber mit den weiter steigenden Rohstoffpreisen an Bedeutung verliert. Trotzdem ist es neben dem Management der Kernansatz für eine Analyse eines Explorers. Was für Ergebnisse haben Probebohrungen geliefert? Der entscheidende Punkt für eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung eines Explorers ist nämlich nicht, ob man Gold, Uran oder Kupfer findet – das ist relativ einfach. Der entscheidende Punkt ist, ob diese Vorkommen so hochgradig sind, dass sie einen wirtschaftlich rentablen Abbau rechtfertigen. Dies ist ein ganz entscheidender Unterschied.

Bei Explorern wird häufig mit herausragenden einzelnen Bohrergebnissen geworben, aber was hat die ganze Probebohrung noch für Ergebnisse geliefert?

Ein hoher Erzanteil am Gestein ist hervorragend, aber wenn diese Vorkommen 300 Meter unter der Erde sind, dann wird es teuer, diese ans Tageslicht zu fördern. Lassen Sie sich nie von einzelnen Bohrergebnissen blenden, sondern analysieren Sie alle Bohrergebnisse. Das gibt Ihnen ein Gefühl über die wahre Werthaltigkeit eines Projektes.

Seriosität des Managements

Manager von Explorern bereichern sich nicht nur über den Verkauf von Aktienpaketen. Das ist zwar der offensichtlichste Weg, aber keineswegs der einzige.

Immer wieder finden sich kleine Explorer, bei denen die Manager Berateraufträge etc. an Unternehmen vergeben, in denen andere Manager des Explorers ebenfalls aktiv sind. So schieben sich die Manager die Gelder des Explorers gegenseitig in die eigenen Taschen. Diese Geschäfte in der Grauzone sind schwer aufzudecken, aber die „Bluthunde“ unter Ihnen (und das meine ich mit allem analytischen Respekt) werden die richtigen Fährten finden und Witterung aufnehmen.

*** Interessante Email - natürlich von einem Trader´s Daily-Leser, und zwar Dirk H.

Er schreibt mir, dass es doch merkwürdig sei, dass China auch hinter der drastischen Milchpreis-Erhöhung in deutschen Landen stehen soll. Grund:

Über 90% der Chinesen sollen an Laktoseintoleranz leiden, d.h. sie haben Probleme mit Milchzucker. Und diese Chinesen sollen ihren Milchkonsum drastisch erhöhen?

Da ist was dran! Laut Wikipedia sind 93% der Chinesen von Laktoseintoleranz betroffen.

Kann es also sein, dass im Falle von Milch die angebliche Nachfragesteigerung der Chinesen nur ein vorgeschobener Grund ist?

Für Deutschland durchaus.

Tja, da es keine Milch-Zertifikate gibt, und wir deshalb als Trader gar nicht auf den Milchpreis setzen können...

...belasse ich es jetzt dabei. Sonst würde ich mich hinter diese "Story" klemmen - doch wofür? Prioritäten müssen gesetzt werden.

Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Woche!

Michael Vaupel

actr
11.08.2007, 12:56
HANDELSBLATT, Samstag, 11. August 2007, 10:03 Uhr
Markttiming

Fallstricke beim Ein- und Ausstieg

Für die Rendite ist über lange Zeiträume gesehen der Zinseszinseffekt der Geldanlage erheblich wichtiger als das richtige Timing. Welche Rolle die Psychologie dabei spielt und was Anleger beachten sollten, finden Sie hier.




Magerer Vorsprung für den perfekten Kaufzeitpunkt.
http://bc1.handelsblatt.com/news/loadbin/ShowImage.aspx?img=1506065&l=1

Kaufzeitpunkt: Über lange Zeiträume spielt der optimale Kaufzeitpunkt am Aktienmarkt kaum eine Rolle. Wer auf Sicht von 25 Jahren und mehr in Aktien investiert, steigert seine Rendite verglichen mit einem Einstieg zum Jahreshoch nur minimal, wenn er zum Tiefstkurs eines Jahres einsteigt.

Emotionen: Anleger neigen nach der Lehre der Börsenpsychologie (Behavioral Finance) dazu, sich selbst keine Fehler bei der Geldanlage einzugestehen. Halten sie den Aktienmarkt für ausgereizt und steigen aus oder warten mit einem Einstieg ab, sehen sie oft über Jahre dem Markt hinterher. Zu höheren Kursen in den Markt zu gehen wäre schließlich das Eingeständnis eines Fehlers.

Zinseszinseffekt: Über lange Zeiträume ist der Zinseszinseffekt der Geldanlage erheblich wichtiger als der optimale Kaufzeitpunkt zu niedrigen Kursen: Unterstellt man eine durchschnittliche jährliche Rendite aus einer Aktienanlage von acht Prozent, so erzielt ein Anleger mit einer Einmalanlage von 25 000 Euro über 30 Jahre ein Endvermögen von 252 000 Euro. Legt er erst in zwei Jahren und dann über 28 Jahre an, beträgt sein Endvermögen bei gleicher Rendite rund 36 000 Euro weniger.

actr
11.08.2007, 13:02
HANDELSBLATT, Samstag, 11. August 2007, 10:14 Uhr
Gutes Timing

Wie man den Zug nicht verpasst
Von Christian Kirchner

Für die Rendite spielt die Verteilung des Vermögens eine viel wichtigere Rolle als der optimale Ein- oder Ausstiegszeitpunkt. Das ist eine gute Nachricht für Privatanleger, die generell ein schlechtes Händchen beim Timing haben.

http://bc1.handelsblatt.com/news/loadbin/ShowImage.aspx?img=1506105&l=1

"Kaufe billig, verkaufe nie" . Mit diesem Motto hat Warren Buffett noch keinen Börsenzug verpasst. Foto: dpa


DÜSSELDORF. Der amerikanische Wissenschaftler Benjamin Graham gilt als geistiger Vater der Fundamentalanalyse und der substanzorientierten Anlagestrategie. Doch als Vermögensverwalter hatte er weniger Glück: Mitte der 50er-Jahre hob der US-Aktienmarkt ab, doch Graham verabschiedete sich aus Aktien, weil er die Märkte gemäß seiner Daten für völlig überteuert hielt. Auch seinen Studenten riet er, den Aktienmarkt zu meiden. 1958 liquidierte er seine Fondsgesellschaft und widmete sich bis zu seinem Tod 1976 Studien und Lehraufträgen.

Graham verpasste den rollenden Börsenzug – und tappte damit in die Falle, die allen Anlegern droht, die mit dem Aus- und Einstieg im Aktienmarkt danach trachten, ihre Rendite zu steigern. Einfach verkaufen, wenn die Märkte zu teuer sind, um Verluste zu vermeiden und später günstig wieder einzusteigen: Das erscheint plausibel, vor allem nach den herben Verlusten in der Phase zwischen 2000 und 2003, in der jeder Monat an der Seitenlinie der Märkte Verluste vermieden hätte. Und dennoch ist diese „Markttiming“ genannte Strategie aus wissenschaftlicher Sicht alles andere als clever. „Auf die Einzeltitelauswahl und das Markttiming entfällt langfristig lediglich ein Performancebeitrag von fünf Prozent. Viel wichtiger ist die Verteilung des Vermögens über die Anlageklassen mit einem Performancebeitrag von 70 bis 90 Prozent“, sagt Steffen Selbach, Leiter Vermögensmanagement der Deka Bank.


Die Argumente der Verfechter der These, der zufolge Markttiming nicht erfolgreich sein kann, fußen vor allem auf einer hohen Effizienz der Märkte. „Anleger können sich noch so viel und intensiv mit der Frage beschäftigen, wie sich der Dax kurzfristig weiter entwickeln dürfte. Sie werden kaum schlauer sein als der Markt, da dieser alle kursrelevanten Informationen bereits berücksichtigt hat“, sagt der Kölner Dachfondsmanager Eckhard Sauren. Er beobachtet und interviewt regelmäßig die aus seiner Sicht 300 besten Fondsmanager der Welt, „und von diesen 300 leistet bei lediglich zwei Managern der Ein- und Ausstieg aus den Märkten einen Renditebeitrag.“

Drei Faktoren erschweren den Erfolg der Timing-Strategie: Erstens steigen die Aktienmärkte langfristig. Wer daher gelegentlich an der Seitenlinie des Marktes auf günstige Kurse wartet, muss in sieben von zehn Fällen mit seinen Marktprognosen richtig liegen, um langfristig auf die Rendite des Aktienmarkts zu kommen. In der Praxis gelingt dies nur Genies. Zweitens liegen Tage mit starken Kursverlusten und starken Kursgewinnen eng beieinander. Wer aber die wenigen starken Börsentage verpasst, ruiniert seine langfristige Rendite. Nach Berechnungen der Fondsgesellschaft Fidelity konnte man im deutschen Aktienmarkt mit einer „Kaufen und Halten“-Strategie in den letzten 15 Jahren 8,7 Prozent pro Jahr verdienen. Wer nur die zehn besten Börsentage der letzten 15 Jahre verpasste, erzielte eine Rendite von nur 4,1 Prozent pro Jahr. Drittens haben Privatanleger gemäß Studien generell ein schlechtes Händchen beim Timing. Markttimer unter Privatanlegern schneiden im Schnitt um 1,6 Prozentpunkte pro Jahr schlechter ab als der Gesamtmarkt, haben die US-Kapitalmarktforscher Geoffrey Friesen und Travis Sapp in einer langfristigen Auswertung ermittelt.

Dabei spielt auch die Psychologie eine Rolle. Doch wie ist es dann zu erklären, wenn Anleger dennoch über lange Zeiträume regelmäßig mit ihrer Kursprognose steigender oder fallender Kurse richtig liegen? Pures Können – sagen Optimisten.

Ein Ergebnis des Zufalls – sagen Kritiker und führen die Statistik an: Man nehme 10 000 Anleger, die sich in jedem Jahr an Neujahr an einer Prognose versuchen, ob der Deutsche Aktienindex Dax zum Jahresende höher oder tiefer notieren wird als zu Jahresbeginn. Wenn dann die Wahrscheinlichkeit, richtig zu liegen, bei 50 zu 50 liegt, so werden selbst bei einer völlig zufälligen Verteilung der tatsächlichen Ergebnisse nach zehn Jahren nicht weniger als neun Anleger in jedem Jahr richtig liegen und als Gurus gelten.


Auch wegen der Einführung der Abgeltungsteuer dürften Anleger in den kommenden Monaten noch häufiger mit der Frage konfrontiert werden, ob sich Markttiming langfristig lohnt. Für Fonds, die vor dem 1. Januar 2009 in den Depots der Anleger liegen, gewährt der Gesetzgeber Bestandsschutz vor der Abgeltungsteuer auf Kursgewinne. Das ist eine Steilvorlage für Manager von variablen Aktien- und Mischfonds. Schließlich stellen sie in Aussicht, auf Dauer immer in den besten Markt zu investieren.

Die dafür nötige Geduld hat seit Jahrzehnten auch der damalige Meisterschüler Grahams, der die Fehler seines Mentors in Timingfragen von Anfang an umschiffte. Sein einfaches Motto: „Kaufe billig, verkaufe nie.“ Sein Name: Warren Buffett.

actr
21.08.2007, 16:23
Wer nicht fragt, bleibt dumm
[15:12, 21.08.07]


Von Tobias Kaiser


Für Bankberater gelten ab November neue Regeln: Künftig sollen sie ihren Kunden offen legen, welche Provisionen sie bekommen, wenn sie dem Kunden in der Beratung Fondsanteile, Versicherungen und anderen Finanzdienstleistungen verkaufen. Bisher halten sich Berater bei diesem Thema vornehm zurück, das belegt erneut eine Studie der studentischen Unternehmensberatung der Universität Mainz.



Im Rahmen der Untersuchung hat Berater e.V. im Juni und Juli 2007 rund 250 Kundenberater aus Banken und Sparkassen sowie rund 250 Bankkunden zum Thema Kostentransparenz befragt. Hintergrund der Studie ist das Inkrafttreten der EU-Richtlinie MiFID (Market in Financial Instruments Directive) am 1. November. Die neuen Regeln sehen unter anderem vor, dass Anleger vom Bankberater darüber aufgeklärt werden, wenn beim Verkauf von Finanzprodukten Provisionen an die Bank und den Berater fließen.

Die Ergebnisse sind wenig schmeichelhaft für die Finanzbranche. „Nur wenige Finanzdienstleister wagen sich schon jetzt nach vorne und positionieren sich durch Kostentransparenz als besonders kundenorientiert“, sagt Philipp Petry, Senior Consultant von Berater e.V. So wollen beispielsweise 45 Prozent der Finanzdienstleister die Details der Gesetzesänderung abwarten, bevor sie entscheiden, welche Provisionen sie gegenüber den Kunden offen legen.

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Die Kunden vieler Finanzdienstleister werden künftig ausdrücklich nach den Provisionen fragen müssen, um darüber informiert zu werden. Zwar erlaubt die MiFID dieses Vorgehen, aber die Wünsche der Kunden werden so ignoriert, glaubt Frank Huber, Marketing-Professor an der Uni Mainz: „Knapp 70 Prozent der Kunden fordern in der Studie eine Offenlegung sämtlicher Provisionen.“

actr
22.08.2007, 13:05
AAREAL BANK
Analyst Datum Einstufung Altes Kursziel Neues Kursziel
WestLB 22.08.2007 Bestätigt "Add" 41,00 € 40,00 €

Die WestLB passt ihre Schätzungen für Aareal an, nachdem die Bank den Verkauf der ImmoScout24 bekanntgegeben hat. Die Analysten begrüßen es, dass sich die Aareal Bank auf ihr Kerngeschäft konzentriert.

http://isht.comdirect.de/charts/big.chart?hist=1d&type=CONNECTLINE&ind0=VOLUME&&currency=&&lSyms=ARL.ETR&lColors=0x000000&sSym=ARL.ETR&hcmask=
http://isht.comdirect.de/charts/big.chart?hist=10d&type=candle&ind0=VOLUME&&currency=&&lSyms=ARL.ETR&lColors=0x000000&sSym=ARL.ETR&hcmask=
http://isht.comdirect.de/charts/large.chart?hist=6m&type=candle&asc=lin&dsc=abs&avgtype=simple&ind=BB&ind0=RSI&ind1=SST&&currency=&lSyms=ARL.ETR&lColors=0x000000&sSym=ARL.ETR&hcmask=
http://isht.comdirect.de/charts/large.chart?hist=30y&type=candle&asc=lin&dsc=abs&avgtype=simple&ind=BB&ind0=RSI&ind1=SST&&currency=&lSyms=ARL.ETR&lColors=0x000000&sSym=ARL.ETR&hcmask=

actr
24.08.2007, 10:02
23.08.2007 15:47
Asian Dragon ohne Feuer?

von Bettina Seidl

Markus Frick ist mit seinen Anlage-Tipps in letzter Zeit in Verruf geraten. Aktuell erntet der Börsenbrief Bullvestor Kritik mit seiner "Asian Dragon"-Empfehlung. Ein Wert, der mit Vorsicht zu genießen ist?

Der asiatische Drache nur ein Papiertiger?
Helmut Pollinger verspricht in seinem Börsenbrief: Die Aktie von Asian Dragon besitze mehr Potenzial als jeder andere China-Play - mit Gold und Silber genau dort, wo es gebraucht werde. Untermauert wird das Ganze mit Hinweisen auf die Silbervorkommen des kanadischen Unternehmens in seinen Minen in China. Das Papier gehöre in jedes Depot, so das Fazit des Bullvestor.

"Asian Dragon - die nächste Mega-Abzocke?!?", fragen sich dagegen User in dem Börsen-Forum von Wallstreet-Online. Unter dem Pseudonym "bigbill" führt eine Internet-Stimme zahlreiche Indizien an, die dafür sprechen, dass es sich um eine reine "Abzockbude" handele auf der Suche nach dem "Stupid German Money". Wer hat Recht?


Gold und Silber - oder wertloses Gestein?
Die knapp 33 Millionen Aktien des kanadischen Explorers sind bei dem derzeitigen Kursniveau von rund 1,72 Euro an der Börse fast 57 Millionen Euro wert. Der Börsenbrief Bullvestor traut dem Unternehmen eine Marktkapitalisierung von 75 Millionen Euro zu - und hält das immer noch für billig.

In Spitzenzeiten wurde der Börsenwert der Kanadier sogar bis auf 192 Millionen Euro hochgetrieben. Damit kam Asian Dragon schon an den Börsenwert kleinerer SDax-Unternehmen heran.

Jeden Tag werden 16.000 Euro verbrannt
Eine so hohe Bewertung scheint in Anbetracht der Finanzkennzahlen recht ambitioniert. Dem aktuellen Quartalsbericht ist zu entnehmen, dass Asian Dragon rote Zahlen schreibt. Im dritten Quartal, das am 31. Mai endete, steht ein Nettoverlust von 1,5 Millionen US-Dollar. Summiert auf die neun Monaten kam sogar ein Fehlbetrag von 4,5 Millionen zusammen. Oder anders gesagt: Jeden Tag gut 16.000 Euro. Umsätze erwirtschaftet Asian Dragon noch nicht.

Ebbe in der Kasse
Diese Eckdaten sind für einen recht jungen Explorer noch nicht ungewöhnlich. Allerdings sollte das Unternehmen genug Reserven haben. Danach sieht es derzeit nicht aus. Der Explorer wies per Ende Mai lediglich einen Cash-Bestand von 12.000 Dollar aus. „Steht das Unternehmen nicht kurz vor der Pleite?“, fragt da "bigbill" im Wallstreet-Online-Board.

Antwort gibt ebenfalls der Quartalsbericht: Ob das Unternehmen überlebt, hänge von der "successful completion of additional financing arrangements" ab, heißt es da. Also wohl auch von weiteren Kapitalerhöhungen, von frischem Geld durch Aktionäre.

Den aktuellen Quartalsbericht sucht man übrigens auf der Webseite des Explorers vergeblich. Fündig wird man bei den so genannten SEC-Files, den Pflichtmitteilungen der Unternehmen an die US-Börsenaufsicht. (s. auch in der rechten Spalte: "Externe Links")

Märchenstunde
Die Bewertung der Aktie ist also ausschließlich auf die Zukunft gebaut. Doch wie vielversprechend sieht diese Zukunft aus? Wie aussichtsreich sind die Explorationsvorhaben von Asian Dragon? Wird der China-Explorer geologischen Erfolg haben, und führt das auch ganz schnell zum finanziellen Erfolg, wie das Bullvestor-Team annimmt?

Das lässt sich eben nicht mit Sicherheit vorhersehen. Die Erfahrung mit den zahlreichen aus dem Boden schießenden Explorer-Klitschen sollte Anleger jedenfalls vorsichtig machen: "Viele der aktuell so beliebten Rohstoffaktien sind mit Vorsicht zu genießen", warnt Matthias Schrade von GSC Research. "Die meisten dieser Werte sind in der Vergangenheit spätestens ein paar Monate nach ihrer ‚Entdeckung’ durch die breite Masse wieder auf ihr Ausgangsniveau zurückgefallen."

Oft sind Betrüger am Werk. Sie kaufen sich günstig einen Börsenmantel. Die fertige Story, die sie dem Anleger verkaufen, haben sie schon in der Schublade: "Eine Lizenz kostet nicht die Welt, dazu ein paar Probebohrungen - das reicht, um die Unternehmens-Story eine Zeitlang zu spielen", erklärt der Experte des Researchhauses. Nach und nach werden die Anleger geködert mit vermeintlichen Fortschritten des Explorers: Neue erfolgreiche Bohrungen, neue Projekte, neue Kooperationspartner. Mit dem einzigen Ziel, den Kurs hochzutreiben, um die eigenen Aktien teuer verkaufen zu können.

"The Stupid German"
Die Betrüger entdecken mehr und mehr den deutschen Markt: "Von einem Insider, der solche Firmen beim Listing unterstützt, weiß ich, dass 90 Prozent der aus Kanada stammenden und dann hierzulande gelisteten Unternehmen keine echten Firmen sind. Sie dienten einzig dazu, den deutschen Anleger abzuziehen", so Schrade. Der deutsche Anleger habe den Ruf, besonders dumm zu sein.

Oft verlassen sich Anleger einfach auf die Empfehlungen in Börsenbriefen und fallen damit auf die Nase. Dabei könnten ein paar Vorsichtsmaßnahmen, zwei, drei Stunden Recherche über das Unternehmen schon reichen, um schwarze Schafe ausfindig zu machen. Vorsichtig ist zum Beispiel geboten, wenn ein Unternehmen nicht genügend Dollar in der Firmenkasse hat, um die kostspielige Förderung zu stemmen. Genau prüfen sollte man auch: Sind das "sichere" Rohstoffreserven oder nur "vermutete"?

99 Prozent schwarze Schafe
Die kleinen Explorer - also alles nur schwarze Schafe? "Lassen Sie es mich anders herum ausdrücken: Es gibt wenige weiße Schafe in diesem Segment. Die Anleger glauben immer, es gibt nur ein paar Abzocker und viele erfolgversprechende Investments, aber es ist genau umgekehrt", so das Fazit des Analysten. Totalsausfälle sind an der Tagesordnung.

Und wie ist es mit den wenigen weißen Schafen? Auch da ist Vorsicht angebracht, mahnt Schrade.
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actr
28.08.2007, 07:35
Aktien zu Aldi-Preisen: Nur scheinbar billig

28.08 00:15
BÖRSE - So tief bewertet wie heute waren die SMI-Titel schon lang nicht mehr. Dennoch raten Experten ab, sich von den günstigen Preisen blenden zu lassen.
Die grossen Schweizer Aktien waren selten billiger zu haben: Ihr Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ist auf einem Rekordtief. Seit Beginn der aktuellen Aktienhausse im März 2003 hatte der Swiss-Market-Index (SMI) im Schnitt ein KGV von 21. Nun beträgt es gerade noch 14. Ist es für die Anleger an der Zeit zuzugreifen? Christian Gattiker, Leiter Aktienresearch bei der Bank Julius Bär, verneint: «Mittel- und langfristige Investoren sollten jetzt nicht einsteigen, nur weil die Kurs-Gewinn-Verhältnisse so tief sind.»

Rekord-Gewinne führen zu so tiefen Bewertungen

Denn die KGV sind vor allem deshalb tief, weil die Gewinne der Firmen in letzter Zeit extrem hoch waren. Diese Spitzenwerte werden nicht mehr übertroffen, denn das Gewinnwachstum dürfte sich weiter abschwächen. Zudem sind in der Regel im vierten Quartal die Aktienmärkte eher unter Druck. Gattiker glaubt, dass die Kurse im Herbst nochmals 5 bis 10 Prozent sinken könnten.
Besonders verlockend sind für die Anleger derzeit die Banken- und Versicherungstitel mit KGV zwischen 8 und 10 (siehe Tabelle). Auch hier raten Experten aber zur Zurückhaltung: «Vorsichtige Anleger sollten die Zahlen des dritten Quartals abwarten», sagt Sven Bucher, der das Aktienresearch der Zürcher Kantonalbank leitet.

Denn erst die neuen Zahlen würden zeigen, wie stark die Kreditkrise die Finanzwerte in Mitleidenschaft gezogen hat. Von den Turbulenzen an den Finanzmärkten sind auch die Versicherer betroffen, da sie stark in Aktien- und Obligationen investiert sind. Auch die Credit Suisse empfiehlt in einer aktuellen Studie, nicht bei den Versicherern einzusteigen. Sie hat zudem ihre Empfehlungen für die Swiss Re, die Zürich-Versicherung, die Swiss Life und die Bâloise von «Buy» auf «Hold» zurückgesetzt.

Nicht alle Kennzahlen stehen auf Grün

Dass die Titel des SMI derzeit billig sind, besagen zudem nicht alle Kennzahlen. Gattiker weist darauf hin, dass die Dividendenrendite oder das Preis-Cashflow-Verhältnis im historischen Durchschnitt liegen.


(Irina Kisseloff)

actr
28.08.2007, 16:51
28.08.2007 16:42
Put/Call - Ratio - Wieder neutrales Sentiment
Die Ratio der gehandelten Aktienoptionen fällt intraday zurück und zeigt bei einem Stand von mittlerweile ein relativ neutrales Sentiment an. Auf dem aktuellen Niveau kann das kurzfristige Sentiment zunächst nicht als Kontraindikator gewertet werden.


http://img.godmode-trader.de/charts/46/2005/pc431.gif

Die Ratio der gehandelten Aktienoptionen lässt sich vor allem als Kontraindikator werten.

Ein Anstieg zeigt dabei eine Zunahme des Handels der Put-Optionen, also eine Neigung der Marktteilnehmer zur Spekulation auf fallende Notierungen. Erreicht diese Spekulation auf fallende Notierungen einen hohen Grad, geht also die Masse von fallenden Notierungen aus, dann ist dies ein Zeichen eines überverkauften Marktumfelds. Somit wird eine Gegenbewegung nach oben innerhalb des Gesamtmarktes wahrscheinlicher. Zumindest, da zu diesem Zeitpunkt bereits in größerem Ausmaß Put-Optionen gekauft wurden sowie wahrscheinlich auch Aktienbestände verkauft wurden, ist eine Stabilisierung des Marktes wahrscheinlicher.

Die Ratio lässt sich nicht als konkreter Signalgeber für ein Handelssignal sehen, zeigt aber im Zusammenhang zur Marktbewegung häufig ein Übergewicht der Stimmung der Marktteilnehmer in bullischer oder bärischer Richtung an. Dieses sollte dann auf absehbare Zeit zu einer Gegenbewegung des Gesamtmarktes oder zumindest zu einer Stabilisierung führen. Im Bereich von ca. 0,40-1,00 ist die Ratio dabei völlig neutral und kann nicht als Kontraindikator genutzt werden. Oberhalb von 1,00 wird das Sentiment bärisch und lässt eine Markterholung wahrscheinlicher werden. Unter 0,40 ist das Sentiment bullisch und lässt tendenziell eine anstehende Konsolidierung wahrscheinlicher werden.

actr
01.09.2007, 12:56
HANDELSBLATT, Samstag, 1. September 2007, 12:00 Uhr
Überforderte Analysten

"Die Ratings waren offensichtlich falsch"

Analysten waren schlichtweg überfordert, riskante Papiere, die jetzt die Krise auslösten, ausreichend zu untersuchen, meint Christoph Schmitt, Kapitalmarktexperte der Sozietät Haarmann. Der Gesetzgeber solle darüber nachdenken, Ratingagenturen einer Zulassungspflicht zu unterwerfen.

Herr Schmitt, die Finanzmärkte sind in Aufruhr. Wie gefährlich ist die Lage?

Ob und wie lange die gegenwärtige Krise andauern wird, ist schwer vorherzusagen. Sie ist letztlich darauf zurückzuführen, dass Anleger in Papiere investiert haben, die viel weniger wert sind als angenommen. Obwohl diese Papiere Forderungen gegen US-Hauskäufer bündeln, die zum Teil kein oder kein geregeltes Einkommen besitzen, erhielten sie von den Ratingagenturen gute Bewertungen. Im Vertrauen darauf haben Hedge-Fonds, aber auch Investoren wie Pensionsfonds und Versicherungen gekauft.

Der Schwarze Peter liegt bei den Ratinganalysten?

Die Ratings waren in diesen Fällen offensichtlich falsch, ja. Allerdings ist es für Analysten oft schlicht unmöglich, in der ihnen zur Verfügung stehenden Zeit die sehr komplexen rechtlichen Strukturen dieser Papiere ausreichend zu analysieren.

Nicht zum ersten Mal. Warum haben Vermögensmanager dennoch darauf vertraut und sich für lumpige fünf Prozent Zinsen solche Risiken reingeholt?

Der Markt war geprägt von viel Liquidität und einem sehr hohen Druck, ordentliche Renditen zu erzielen. Bei fallenden Zinsen war an den normalen Anleihemärkten nicht mehr viel zu verdienen, also haben die Manager bei diesen zwar höher verzinsten aber auch riskanteren Papieren zugegriffen.

Ohne selbst zu prüfen.

Das ist ohnehin kaum möglich. In der Regel bekommt niemand alle Verträge, schon gar nicht die Kreditverträge zwischen dem Hauskäufer und der Bank, zu sehen. Und wenn, dann sind das oft mehr als 500 Seiten starke Papierstapel. Die kann in der Kürze der Zeit kaum einer durcharbeiten.

Über Probleme im US-Hypothekenmarkt berichten Medien schon seit zwei Jahren.

Keine Frage, die Krise kommt nicht völlig überraschend.

Warum wurde nicht reagiert?

Manche Investoren sahen die Krise kommen und haben ihre Risiken rechtzeitig reduziert. Wir haben jedoch ein regulatorisches Problem. Die Aufsicht schreibt in vielen Ländern beispielsweise Versicherungen vor, einen Großteil ihrer Investitionen in Papiere mit hohen Bonitätsnoten anzulegen. Die Vermögensmanager schauen somit auf die Noten der Ratingagenturen und investieren danach. Konsequenterweise müssten die Aufsichtsbehörden auch ein Auge darauf werfen, wer was wie prüft und ob bereits erteilte Ratings bei Bedarf auch nachträglich korrigiert werden. Das passiert bisher jedoch nur eingeschränkt.

Sie fordern eine stärkere Regulierung?

Der Gesetzgeber sollte zumindest darüber nachdenken, ob Ratingagenturen in Zukunft nicht auch einer Zulassungspflicht unterliegen sollen, wie dies heute schon bei Banken, Versicherungen und Finanzdienstleistern der Fall ist. Denn es ist schwer zu verstehen, warum ein kleiner Anlageberater einer Zulassungspflicht unterliegt, ein Analyst aber, der Noten verteilt, nach denen zig Milliarden investiert werden, nicht.

Nützt das was? Die Aufsicht hat bei der IKB auch nicht funktioniert.

Das wird sich noch herausstellen. Es wird zu prüfen sein, ob die entscheidenden aufsichtsrechtlichen Vorschriften richtig angewandt sind.

Ist es nach internationalen Bilanzvorschriften nicht gang und gäbe, wie bei der IKB über bestimmte Vehikel Milliardenrisiken aus der Bilanz zu lagern?

Das ist zwar richtig, funktioniert jedoch nur, wenn dann auch nicht mehr für das Vehikel gehaftet werden muss. Werden beispielsweise Garantiezusagen für ein Vehikel erteilt, kann es sein, dass die Risiken daraus bei der Bank aufsichtsrechtlich ausgewiesen werden müssen. Ob dies bei der IKB der Fall war, ist jedoch zum jetzigen Zeitpunkt noch Spekulation und wird durch die Aufsicht untersucht werden.

Schmitt, 37, ist Rechtsanwalt und Gründungspartner der Sozietät Haarmann, Hemmelrath & Partner in Frankfurt. Der promovierte Jurist war zuvor für Commerzbank, Credit Suisse und Clifford Chance im Firmenkundengeschäft, als Beteiligungsmanager und Derivate-Spezialist tätig.

Das Gespräch führte Christof Schürmann, Wirtschaftswoche.

Quelle: Wirtschaftswoche

actr
03.09.2007, 09:41
03.09.2007 05:55
Der Dynamic Momentum Index (DMI) - Der bessere RSI ?
Quelle : GodmodeTrader.de

Tushar Chande stellte seinen Dynamic Momentum Index (DMI) der Öffentlichkeit erstmals 1994 in seinem Buch „The New Technical Trader“ (Wiley) vor. Der DMI ist ein Derivat des Relative Strength Index (RSI) von Welles Wilder.

Problematik
Der Grund, welcher Chande zur Entwicklung des DMI veranlasste, war die Problematik der fixen Periodeneinstellung des RSI. So hat beispielsweise das feststehende Standard-Parameter von 14 mehrere Nachteile:
• Erstens benötigen Indikatoren in Abhängigkeit der Unterscheidung von seitwärts- oder trendgerichteter Marktphase meistens auch unterschiedliche Periodeneinstellungen.
• Zweitens ist die Berechnung für einen 14-Tages RSI aufgrund von 14 Tagen mit einem 1-Tages-Rückblick (Formel) dafür verantwortlich, dass der RSI Überkauft-/Überverkauft-Bereiche nicht konsequent anzeigt.
• Drittens bietet ein von der Masse verwendetes Standard-Parameter keinen Vorteil, denn die Masse liegt bekanntlich an der Börse immer falsch - dies gilt umso mehr für einen von der Masse betrachteten Indikator wie den RSI.

Lösung
Die Überlegung Chandes ging dahin, den RSI effektiver zu nutzen, indem er den DMI so veränderte, dass der DMI die Periodeneinstellung je nach Marktsituation automatisch selbst verändert. Dies erreichte Chande durch die Kopplung des RSI an eine Volatilitätskomponente. Diese Volatilitätskomponente des DMI bestimmt sich aus einer 5-tägigen Standardabweichung der Schlusskurse, die in das Verhältnis zu einem 10-tätigen Durchschnitt einer 5-tägigen Standardabweichung gesetzt wird.
Tushar Chande bezeichnete diesen längenvariablen, dynamischen RSI als Dynamic Momentum Index (DMI).
Dieser neue Indikator bemisst - wie der Name schon sagt - das Momentum insofern dynamisch, als dass er selbständig eine längere Periodeneinstellung wählt, wenn sich die Volatilität verringert. Auf diese Weise betrachtet der DMI in ruhigen Marktphasen einen längeren Chartausschnitt. Andererseits wählt der DMI ein kürzeres Parameter, wenn sich die Volatilität erhöht. Auf diese Weise trägt die Verkürzung der Periodeneinstellungen den sich relativ schnell verändernden Preisbewegungen Rechnung.
Überkauft- und Überverkauft-Bereiche werden somit in aktiven Märkten durch den verringerten Bemessungszeitraum besser isoliert. Umgekehrt werden in ruhigen Märkten unnötige Signale durch ein automatisch größer gewähltes Parameter weitestgehend eliminiert. Diese sich automatisch an die Marktsituation anpassende Periodenlänge unterscheidet den DMI vom RSI-Ansatz, bei welchem nur Extreme im Wert des RSI angezeigt werden. In diesem Sinne reagiert der DMI sensitiver auf Preisänderungen als der statische RSI.


Interpretation
Der DMI ist ein zwischen 0 und 100 oszillierender Indikator und kann wie der RSI interpretiert werden. Ein Bruch des Equilibriums bei 50 stellt einen Sentimentwechsel dar. Steigt der Indikator über das Equilibrium, so ist der Markt positiv. Fällt der DMI unter die Mittellinie, so ist der Markt als negativ zu bewerten.
Aufgrund der Existenz eines Maximalwertes (100) und eines Minimalwertes (0) lassen sich überverkaufte (< 30) und überkaufte Zonen (>70) definieren. Ein Wert, der höher als 70 ist, zeigt eine Marktphase an, die schon eine volatile Trendbewegung nach oben hinter sich hat. Der Markt ist in diesem Bereich überkauft und es muss nach einer möglichen Trendumkehr Ausschau gehalten werden.
Umgekehrtes gilt für ein Unterschreiten der 30.
Auf den ersten Blick fällt auf, dass der DMI dem RSI sehr ähnelt, siehe Abbildung 1.
Die Kopplung einer Volatilitätskomponente an einen Überkauft-/Überverkauft-Oszillator führt jedoch zu ausschlagsstärkeren Werten gegenüber dem RSI. Generell kann festgehalten werden, dass der DMI eindeutiger in die Extremzonen läuft und damit Overbought- und Oversold-Situationen besser anzeigt als der RSI.


http://img.godmode-trader.de/charts/3/2005/kl477.gif

Ebenso treten die Indikatorwerte während kleinerer Marktübertreibungen beim DMI deutlicher als beim RSI hervor. Dies gilt umso mehr für Seitwärtsphasen. In der Abbildung 2 sind diese Vorteile des DMI gegenüber dem RSI am Beispiel des Banken-Index (BKX) einmal beispielhaft verdeutlicht. Sie können erkennen, wie der DMI in den gekennzeichneten Situationen einen Extrembereich anzeigt, während der RSI bei Werten unter 70 beziehungsweise über 30 verharrt. Insofern trägt der im DMI berücksichtigte Volatilitätsfaktor und den damit verbundenen automatischen Periodenanpassungen den Auf- und Abwärtsbewegungen innerhalb der langen Trading-Range Rechnung.


http://img.godmode-trader.de/charts/3/2005/kl478.gif


Insgesamt ist ebenso zu beobachten, dass der DMI das Ende von Trendphasen mittels einer Notierung im Überkauft-/Überverkauft-Bereich in Kombination mit einem Verkaufssignal (ein Unterschreiten der 70 bzw. ein Überschreiten der 30) anzeigt, siehe Abbildung 3.


http://img.godmode-trader.de/charts/3/2005/kl479.gif


Um den DMI richtig interpretieren zu können, sollten Sie die
Trendlinien-, Formations-, Zonen- und Divergenzanalyse anwenden. Im folgenden sollen dafür Beispiele gegeben werden.

-
a) Trendlinienanalyse
Die Interpretation mittels Trendlinien, welche sich über einen längeren Zeitraum hinweg im Indikator etabliert haben, dient meistens als gute Indikation für eine mögliche Trendumkehr, siehe Abbildung 4. Brüche von Trendlinien erzeugen sowohl Entry- als auch Exitsignale.


http://img.godmode-trader.de/charts/3/2005/kl480.gif


) Formationsanalyse
Die schnellen Oszillationen in Richtung der Extremzonen erfolgen oft vor den Breakouts der Kurse. In diesem Sinne können Sie den DMI mit Breakout-Patterns analysieren und ihn für verschiedene Handelsstrategien nutzen. Auf diese Weise besitzen Sie die Möglichkeit, kurzfristige Kursbewegungen mit hoher Marktdynamik einzufangen, siehe Abbildung

http://img.godmode-trader.de/charts/3/2005/kl481.gif


c) Divergenzanalyse
Ebenso wie beim RSI kann auch die Divergenzanalyse auf den DMI angewendet werden, siehe Abbildung 6. Generell lässt sich jedoch festhalten, dass die Interpretation mittels Divergenzen tendenziell eher mit Vorsicht „genossen“ werden sollte, denn mit seinen ausschlagsstarken Notierungen in Extremzonen sorgt der DMI für relativ viele Fehlsignale in Relation zum RSI und dies macht ihn anfällig für Fehlinterpretationen.



http://img.godmode-trader.de/charts/3/2005/kl482.gif


d) Zonenanalyse
Wertvolle Hinweise bezüglich potenzieller Unterstützungs- und Widerstandsbereiche liefert die Zonenanalyse. In der Abbildung 7 erkennen Sie den Widerstandsbereich zwischen dem Equilibrium (bei 50) und 55. Diese Zone konnte auch in der jüngsten Vergangenheit, siehe Abbildung 8, nicht überwunden werden. Dies verdeutlicht einmal mehr, dass noch kein Sentimentwechsel des Marktes in den letzten Wochen stattfand.


http://img.godmode-trader.de/charts/3/2005/kl483.gif


http://img.godmode-trader.de/charts/3/2005/kl484.gif


Fazit
Der DMI erfährt durch die um den Faktor Volatilität erweiterte Konzeption eine wesentliche Verbesserung gegenüber dem herkömmlichen RSI. Aufgrund der an die Marktverhältnisse automatisch angepassten Periodenlänge entfällt eine müßige manuelle Wahl.


Dennoch gilt es zu beachten, den DMI entsprechend der jeweiligen Marktphase zu interpretieren. In einer Trading-Range funktioniert im Allgemeinen die Interpretation mittels Zonenanalyse und Überkauft-/Überverkauft-Bereichen besser als in einem länger trendierenden Markt, in welchem die Analyse mittels Trendlinien in den meisten Fällen aussagekräftiger sein sollte. Gerade darin besteht aber auch die Herausforderung für den Analysten: Fingerspitzengefühl und Erfahrungswerte ermöglichen es nämlich, mit dem Indikator optimale Ergebnisse zu erzielen.


Ein Nachteil des DMI resultiert aus den vielen Haken, die er in Relation zum RSI schlägt. Damit ist er besonders anfällig für Fehlsignale und Fehlinterpretationen.


Die Divergenzanalyse erweist sich als besonders schwierig und sollte mit größerer Vorsicht betrieben werden.
Zuletzt sei empfohlen, wie bei Indikatoren im Allgemeinen üblich, einen zusätzlichen Indikator als Trendfilter zu verwenden. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund von Handelsansätzen, welche auf der Indikation „überkauft/überverkauft“ beruhen, denn hier müssen Zeiträume gewählt werden, in denen der Trendfilter einen Seitwärtsmarkt anzeigt. Als Trendfilter eignen sich beispielsweise der Random Walk Index (siehe frühere Lesson) oder der RAVI.


Autor: Frank Thönnißen - Co-Investment Advisor bei STRADIVARI (Luxemburg

actr
24.09.2007, 21:30
24.09.2007 20:45
Können Sie den Markt schlagen?
von Tom Dyson

Da sich Jochen Steffens eine Woche Urlaub gönnt, lesen Sie heute bitte einen Gastbeitrag von Tom Dyson aus der Geldanlage-Strategie und einen Hinweis auf die Emerging Markets Konferenz.

Liebe Leser,

wenn es um Investitionen an der Börse geht, entbricht meist eine erhitzte Debatte zwischen zwei Gruppen:

Die erste Gruppe glaubt, dass an der Aktienbörse alles zufällig passiert. Es existieren keine Kursmuster. Kursbewegungen sind ebenso wenig vorhersehbar wie die Zahlen beim Roulette. Es gibt keine Möglichkeit, den Markt zu schlagen, weil dies nur mit Glück geschehen kann.
Wenn Sie den Markt nicht schlagen können, schließen Sie sich ihm an, sagt diese Gruppe. Kaufen Sie einfach einen diversifizierten Bestand an Aktien und lassen Sie diesen über eine Generation liegen. Diese Jungs erzählen Ihnen, dass Sie Index-Fonds kaufen sollen, … das sind Anlage-Instrumente, die Indizes wie z.B. dem S&P 500 blind folgen.

Innerhalb dieser Gruppe gibt es eine Splittergruppe, die eingesteht, dass es Muster auf dem Markt gibt, aber sagt, dass die meisten Menschen nicht dazu geschaffen sind, um sie auszunutzen. Unsere Emotion lässt uns immer die falschen Schritte tun - wie z.B in Aktienblasen zu investieren und immer zum falschen Zeitpunkt in Panik zu geraten.

Die andere Schule sagt, dass es möglich ist, den Markt zu schlagen. Treten Sie nicht für mickrige 7 % Jahresrendite ein, weil - mit etwas Disziplin und ein wenig Recherche - können Sie ein Vielfaches davon erzielen.
Diese Behauptung harmoniert viel besser mit Newsletter-Herausgebern, Börsenmaklern, der Investmentfonds-Industrie und Ihrem Finanzberater. Es gibt Kunden einen Grund, diese Dienstleistungen zu nutzen, die Sie natürlich wunderbar wohlhabend machen können.

Wir geben der zweiten Gruppe Recht. Und wir wissen, dass diese zweite Gruppe Recht hat, weil wir eine Technik haben, die fortwährend den Markt schlägt. Die Formel ist einfach: Sie kaufen Value-Aktien oder andere Werte mit Substanz, die kein anderer haben will.

Denken Sie daran: Der Markt ist die Summe von Millionen von menschlichen Entscheidungen … und Menschen machen ständig Fehler. Das wird sich niemals ändern.

Ich wiederhole nochmals. Der Markt reagiert nicht zufällig. Man kann darüber sicherlich lange Debatten führen, aber der Markt reagiert definitiv nicht zufällig. Ich sage nicht, dass er leicht zu schlagen ist. Es gibt viele Fallen zu vermeiden und Verlustklippen zu umsegeln. Aber mit etwas Disziplin und ein wenig Wissen können Sie wesentlich mehr als 10 % pro Jahr machen.

Good Investing,

Tom Dyson

actr
25.09.2007, 21:39
25.09.2007 18:46
Wie Sie die nächsten Highflyer finden
von Thomas Firley

da sich Herr Steffens eine Woche Urlaub gönnt, lesen Sie heute interessante Gastbeiträge von Tom Firley und Franz-Josef Buskamp

Liebe Leser,

eben habe ich in meinem Chartprogramm alle Einzelwerte aus dem Deutschen Aktienindex in einem 5-Jahres-Zeitraum „nebeneinander gelegt“. Eines fällt sofort auf: Grundsätzlich hätten (oder haben) Sie mit dem Kauf von Dax-Werten vor genau 5 Jahren nicht viel falsch machen können. Egal in welcher Kombination Sie eingestiegen wären, Sie hätten Gewinne gemacht.

Aber entscheidend für das aktuelle End-Ergebnis wäre es natürlich gewesen welche Aktien Sie gekauft hätten. Schauen wir uns einmal die beste und die schlechteste 5er-Kombination an. Deutsche Postbank und Hypo Real Estate müssen bei dieser Betrachtung außen vor bleiben, da diese noch keine 5 Jahre im Dax (bzw. an der Börse) gelistet sind.

Hier also zunächst die beste Kombination im Vergleich zum Dax (blau):

http://www.investor-verlag.de/charts/id/00003404.gif

Bitte bedenken Sie, dass dies die beste Kombination „genau“ im Hinblick auf die letzten 5 Jahre darstellt. Auf 2- oder 10-Jahressicht sähe das Ergebnis sicherlich etwas anders aus. Hier die 5 Sieger-Aktien:

MAN: von 14,95 auf 105,98 (Ergebnis: 709 %)
Conti: von 14,52 auf 100,00 (Ergebnis: 688 %)
Merck: von 18,86 auf 98,42 (Ergebnis: 521 %)
Deutsche Börse: von 18,15 auf 94,00 (Ergebnis: 518 %)
Fresenius Med. Care: von 7,58 auf 37,65 (Ergebnis: 496 %)

Das Gesamtergebnis, also wenn Sie vor 5 Jahren gleich verteilt in diese 5 Aktien investiert hätten, beläuft sich auf 588%. Das bedeutet, wenn Sie damals jeweils 2000 Euro in diese Aktien gesteckt haben, insgesamt 10.000 Euro, ist Ihr Aktien-Vermögen auf 58.800 Euro angewachsen, ein Gewinn von 488%... (Da soll noch einer sagen, die Anlage in einzelne Dax-Werte sei langweilig…)

Der Dax selbst hat sich in diesem Zeitraum ver 2,6-facht, was einem Gewinn von 160% entspricht. Schauen wir uns die Underperformer an:

http://www.investor-verlag.de/charts/id/00003403.gif


TUI: von 16,12 auf 17,89 (Ergebnis: 110,98%)
Münchener Rück: 107,8 auf 130,00 (Ergebnis: 120,59%)
BMW: 32,5 auf 45,14 (Ergebnis:138,89%)
Telekom: 9,75 auf 13,91 (Ergebnis: 142,67%)
Allianz: 93,08 auf 159,90 (Ergebnis: 171,79%)

Bei diesen 5 Aktien liegt das Gesamtergebnis bei 141%, dementsprechend ein Gewinn von 41%. Aus einer Anlage von 10.000 Euro wären also 14.100 geworden. Durch diesen Vergleich der am besten mit den schlechter gelaufenen Einzelwerten erkennen Sie:

Dax ist nicht gleich Dax. Es kommt darauf an zum richtigen Zeitpunkt in den richtigen Wert zu investieren, um eine klare Outperformance (oder einfacher gesagt: Gewinne) zu erzielen.

Jetzt die entscheidende Frage:
Welche Aktien werden in den nächsten Jahren unter den Highflyern zu finden sein?

Die entscheidende Antwort:
Ich weiß es nicht. Keiner weiß das genau und kein Mensch ist dazu in der Lage, genau die richtigen fünf Werte aus dem Dax herauszupicken.

Allerdings kann ich Ihnen zwei Dinge hierzu sagen:

1.) Die beiden Versicherer Allianz und Münchener Rück haben ein paar Gemeinsamkeiten: Sie bewegen sich in einem stabilen Aufwärtstrend, weisen (verglichen mit den anderen Dax-Werten) ein niedriges Kurs-Buchwert-Verhältnis auf, haben gerade ihren 256-Tage-GD nach oben gebrochen und sind weit von ihren ehemaligen Allzeit-Hochs entfernt. Exemplarisch hier der Chart der Münchener Rück:

http://www.investor-verlag.de/charts/id/00003405.gif




Viel Erfolg an der Börse
Ihr

Tom Firley

actr
26.09.2007, 21:23
26.09.2007 21:07
Bullenmarkt Solaraktien - Was sind die Hintergründe?

Subventionierter Sonnenstrom

Deutschland ist in Sachen Solarenergie Vorreiter: In keinem anderen Land wird die Energie aus der Sonne so stark gefördert, wie in Deutschland. Nicht einmal in Italien, Kalifornien oder Australien, wo weit mehr Sonne zur Verfügung steht, wird soviel Solarstrom erzeugt, wie in Deutschland. Allein Japan erzeugt mehr Solarenergie. Grund für die Beliebtheit des Sonnenstroms hier zu Lande sind hohe staatliche Subventionen: Pro Kilowattstunde Strom werdenbis zu 49,21 Cents bezahlt - der Marktpreis für „herkömmlichen“ Strom liegt bei nur rund 4 Cents, für Strom aus Wind, Wasser oder Biomasse werden Subventionen zwischen 3,7 und 21,5 Cent bezahlt. Wer heute auf Photovoltaikanlagen, also Solarzellen zur Stromerzeugung setzt, bekommt auf 20 Jahre zuzüglich des Inbetriebnahmejahres die für das jeweilige Jahr garantierten Einspeisevergütungen garantiert.

Boombranche Solarenergie

Diese Einspeisevergütungen führten in den letzten Jahren zu einem wahren Boom in der Solarbranche in Deutschland. Schätzungen zufolge sind hier zu Lande schon rund 40.000 Menschen in der Solarbranche beschäftigt. Doch es gibt auch Engpässe, mit der die Branche zu kämpfen hat. Zum einen sind das qualifizierte Arbeitskräfte und Ingenieure, die es in Deutschland immer weniger gibt. Das Hauptproblem der Branche ist aber der Mangel am Sollarzellen-Rohstoff Silizium. Das Halbmetall, das auf Grund seiner Halbleiterfähigkeit gefragt ist, kann zwar überall auf der Erde gefunden und gefördert werden. In jedem Sandkorn steckt Silizium. Für Solarzellen ist jedoch so genanntes Reinstsilizium erforderlich, das nur in speziellen Anlagen hergestellt werden kann. Hier gibt es einen Engpass. Und überall dort, wo die Nachfrage das Angebot übersteigt, klettern die Preise. Nach Angaben des Vorstands des Solarzellenherstellers Solon, Thomas Krupke, ist der Preis für Reinstsilizium in den letzten Jahren von etwa 25 auf bis zu 200 Dollar pro Kilogramm gestiegen. Die Gewinne der oligopolistisch organisierten Reinstsiliziumhersteller sind dabei Schwindel erregend: Nach Schätzungen der Landesbank Baden-Württemberg bleiben bis zu 49 Prozent des Umsatzes als Reingewinn hängen. Bei den nächsten Fertigungsstationen fallen die Gewinnspannen dann immer weiter, doch selbst die letzte Station, die Herstellung der Photovoltaik-Module, generiert im Schnitt noch eine Gewinnspanne von 6-7 Prozent.

Silizium

Der Rohstoff Silizium muss zunächst in Lichtöfenbögen eingeschmolzen und mit chemischen Zusätzen zu Reinstsilizium verarbeitet werden. Die Margen in diesem Bereich erreichen Schätzungen zufolge zwischen 30-49 Prozent. Dieser Markt ist als Oligopol organisiert, wenige Marktteilnehmer – darunter die US-Hersteller MEMC und Hemlock, die norwegische REC, Tokuyama aus Japan sowie die deutsche Wacker Chemie – teilen den Markt untereinander auf.

Wafer

Das als Granulat von den Siliziumherstellern an die Waferproduzenten gelieferte Reinstsilizium wird zunächst in viereckige Stangen, den so genannten Ingots, eingeschmolzen. Aus diesen Ingots werden dann extrem dünne – 180 Mikrometer Durchmesser umfassende Scheibchen abgesägt. In diesem Fertigungsschritt arbeiten die Unternehmen mit Gewinnmargen zuwischen 23 und 30 Prozent. Solarworld generiert in diesem Bereich nur ein Viertel des Gesamtumsatzes, aber die Hälfte des Gewinns.

Solarzellen

Die bei den Solarzellenherstellern angelieferten Wafer müssen zunächst „dotiert“ werden. Damit ist das definierte Einbringen von chemischen Elementen gemeint, mit denen man entweder einen positiven Ladungsträgerüberschuß oder einen negativen Ladungsträgerüberschuß in einem Halbleitermaterial erzielen kann. Werden zwei unterschiedlich dotierte Halbleiterschichten gebildet, entsteht an der Grenzschicht ein sogenannter p-n-Übergang. An diesem p-n-Übergang baut sich später in der Solarzelle ein inneres elektrisches Feld auf, das zu einer Ladungstrennung der bei Lichteinfall freigesetzten Ladungsträger führt. Vereinfacht ausgedrückt: Durch diesen Ladungsaufbau entsteht elektrischer Strom, der dann über Metallkontakte abgegriffen wird. In diesem Fertigungsschritt sind Margen von 20 Prozent durchaus üblich. Der Solarzellenhersteller Q-Cells aus Sachsen-Anhalt schafft es sogar auf 24 Prozent.

Photovoltaik-Module

Um für die unterschiedlichen Anwendungsbereiche geeignete Spannungen bzw. Leistungen bereitstellen zu können, werden einzelne Solarzellen zu größeren Einheiten miteinander verschaltet. Nur wenige Unternehmen, darunter die Solarworld AG, decken alle Wertschöpfungsstufen vom Silizium über die Waferherstellung bis hin zur Modulfertigung ab. Meist handelt es sich bei den Unternehmen um spezialisierte Anbieter von Teilbereichen der Wertschöpfungskette (siehe Grafik 1).

http://redaktion.boerse-go.de/cms/gallery/0000002780.gif

actr
28.09.2007, 22:37
28.09.2007 19:03
Würden Sie so Aktien kaufen?
Tom Firley

Da sich Herr Steffens eine Woche Urlaub gönnt, lesen Sie heute interessante Gastbeiträge von Tom Firley und Tom Dyson

Liebe Leser,

stellen Sie sich vor, Sie wollen sich ein Zweitauto zulegen. Ihr "altes" Auto funktioniert zwar noch sehr gut, aber Sie brauchen einfach ein weiteres. Sei es für die Einkäufe Ihres Partners oder für Ihren jungen Sprößling, der gerade seinen Führerschein gemacht hat oder einfach als "Winterauto".

Also halten Sie Ausschau nach einem günstigen Gebrauchtwagen. Sie surfen im Internet auf verschiedenen Seiten und tragen sich für Newsletter ein, von denen Sie sich die regelmäßige Zusendung günstiger, guter Angebote versprechen.

Nach kurzer Zeit erhalten Sie dann auch schon einen tollen kostenlosen Auto-Newsletter. Hier exemplarisch der leicht gekürzte Inhalt:

"Die Wunschvorstellung jedes Autofahrers. Handeln Sie schnell, sonst ist er weg. Es geht um den Rum-Cruzer, den Renner unter den Rennern. Früher kostete der Wagen 38.000 Euro. Wir haben für Sie nach nur einmaliger vollständiger Umdrehung des fünfstelligen Kilometerstand-Anzeigers, den unglaublichen Preis von nur 9.998 Euro herausschlagen können.

Wir haben uns vom bisherigen Letzt-Eigentümer versichern lassen, dass alle Teile der Innenausstattung (also High-Tech-Aschenbecher, ausklappbares Handschuhfach etc.) einwandfrei funktionieren und auch die anderen Teile (wie Motor, Auspuff) weisen nur minimale Schönheitsfehler auf.

Das Allerbeste: Aus sicheren Quellen haben wir erfahren, dass die Benzinpreise in Zukunft einmal tiefer liegen werden als noch am Vortag, so dass der aktuelle Verbrauch von 38 Liter je 100 km Ihren Fahrspass auf keinen Fall schmälern dürfte. Schlagen Sie zu, bevor es ein anderer tut...etc.etc."

Nun, würden Sie dieses Auto kaufen? Sicherlich nicht.

Sie erhalten den nächsten Newsletter:

"Betreff: Die Auto-Granate für nur ganz kurze Zeit.
Liebe Leser, vielleicht haben Sie schon die unglaubliche Nachricht gelesen. Die Autos fahren weiter auf Deutschlands Straßen. Erst letzten Monat habe ich Ihnen ein Auto vorgestellt, dass immer noch fährt. Viele meiner Besucher auf meinen kostenpflichtigen Roadshows fragen mich, wie ich das mache.

Da gehört natürlich viel Erfahrung dazu und ich möchte, dass auch Sie von meiner Erfahrung teilhaben können. Bereits jetzt habe ich wieder ein tolles Auto im Köcher, dass heute noch für einen Spottpreis zu haben ist. Da Sie aber und noch viele andere dafür sorgen werden, dass dieser Wagen exorbitant im Preis steigen wird, sollten Sie nicht warten und einer der ersten sein.

Ich lade Sie herzlich dazu ein, nutzen Sie einfach den Anmeldelink und profitieren Sie mit all meinen anderen Autofreunden. Die geringe Teilnahmegebühr wird sich schon sehr bald mit Ihrem ersten Autokauf gelohnt haben. Ich habe auch schon eins....etc. etc."

Würden Sie diesem Autoberater vertrauen? Sicherlich auch nicht (oder etwa doch?).

Leider ist es so, dass die meisten Menschen beim Autokauf 10-mal genauer hinsehen als beim Aktienkauf. Aber eigentlich sollten sich die Anleger doch genau soviel Zeit bei der Auswahl der Investitionen nehmen wie beim Autokauf. Die Börseninteressierten werden mit unzähligen Spam-Mails bombardiert, die kostenlose "Tipps" abgeben.

Charttechnisch lassen sich diese Tipps so gut wie nie bewerten, bei "erwarteten" Fundamentaldaten sollten Sie besonders vorsichtig sein, und was bleibt ist die "Story".

Der für uns Börsianer traurige Nebeneffekt: Durch die Flut der Empfehlungen werden zum einen die Kurse einiger langfristig vielleicht aussichtsreicher Kandidaten verzerrt, zum anderen die Meinung zu den möglicherweise tatsächlich funktionierenden Geschäftsmodellen erschwert. Denn eine Aktie, die von der Spam-Maschinerie hochgepusht wird, schaue zumindest ich mir unter dem Gesichtspunkt der ernsthaften Investition gar nicht oder vielleicht "irgendwann mal wieder" an.

Was also tun, wenn Sie sich vielleicht doch einmal etwas näher über "heisse" Aktien informieren wollen. Auf keinen Fall sollten Sie einer Empfehlung bei marktengen Werten blind vertrauen. So viel Zeit muss sein, dass Sie sich Ihre eigene Meinung bilden können.

Je mehr Informationen Sie bereits in Ihrem seriösen Börsendienst erhalten, umso besser. Falls Sie sich weitergehend informieren möchten, surfen Sie im Internet, suchen Sie die Website des empfohlenen Unternehmens oder fragen Sie ganz einfach den Redakteur Ihres Börsendienstes.

Oder gucken Sie in verschiedene Börsenforen. Die Meinung in den Foren sollte Sie zwar in keine Richtung (negativ oder positiv) beeinflussen, sollten allerdings unkommentierte Sätze zu lesen sein wie "morgen geht die xy-Aktie ab" sollten Sie skeptisch werden.

Viel Erfolg an der Börse
Ihr

Tom Firley

actr
11.10.2007, 22:31
11.10.2007 21:45
Das VW-Put-Phänomen: Volatilität und steigende Kurse
von Jochen Steffens

Der Handel mit Optionsscheine erfordert eine Menge Erfahrung und Wissen. Tatsächlich reicht angelesenes Wissen allein nicht aus, denn nur wenn man am eigenen Leibe viele leidvolle Erfahrungen gemacht hat, wird man „wirklich“ wissen, wie solche Optionsscheine ticken.

Das trifft ganz besonders für Optionsscheine zu, die einen hohen Hebel haben und somit weit aus dem Geld liegen, also richtig Rendite erwirtschaften können (mehrere hundert Prozent). Hier werden aber auch die meisten Fehler gemacht.

Hebelprodukte sind einfacher zu beherrschen
Aus diesem Grund sollten Unerfahrene auch erst einmal mit kleinen Summen bei solchen Scheinen einsteigen und ansonsten auf Zertifikate vertrauen. Hier fallen solche Aspekte wie Volatilität und Zeitwertverlust nicht ins Gewicht.

Diese Hebelprodukte sind allerdings nahezu immer Knock-Out-Produkte. Das heißt, wenn der Basiswert in die falsche Richtung läuft, wird der Schein je nach Typ entweder wertlos oder automatisch zu einem Restwert ausgestoppt. Und zwar dann, wenn diese Knock-Out- oder Stopp-Schwelle erreicht ist.

Hoher Hebel nur bei Optionsscheinen vernünftig
Will man jedoch einen hohen Hebel, müsste man das Zertifikat dann kaufen, wenn der Basiswert sehr nahe an dieser Knock Out Schwelle notiert. Das birgt aber die Gefahr, schnell ausgeknockt zu werden.

Wenn Sie also richtig große prozentuale Gewinne erwirtschaften wollen, müssen Sie auf Optionsscheine ausweichen. Und hier wird es ganz übel, denn es gibt eine Unmenge von Kennzahlen, gemeinhin „Griechen“ genannt, die gerade für einen Anfänger kaum zu durchblicken sind.

Die Vorteile von Optionsscheinen
Ich will heute nicht auf die Einzelheiten des Handels mit Optionsscheinen eingehen. Damit kann man ganze Bücher füllen. Ich will mich auf ein kleines Thema konzentrieren: Die Volatilität. Es gibt zwei Arten von Volatilität, die historische Volatilität, welche die Kursschwankungen des Basiswertes in der Vergangenheit darstellt, und die implizite Volatilität, die die vom Emittenten erwartete zukünftige Kursschwankung abbildet. Obwohl beide miteinander zusammenhängen, ist die letztere für den Handel von Optionsscheinen von entscheidender Bedeutung.

Die implizite Volatilität
Denn gerade Optionsscheine, die weit aus dem Geld sind, also sich noch weit entfernt vom Basispreis befinden, sind extrem abhängig von der Volatilität.

Die Abhängigkeit bestimmt sich wie folgt: Je höher die Volatilität, desto teurer die Scheine.

Nun kennt man das, wenn die Kurse kräftig fallen, springt die Volatilität an, die Optionsscheine werden „insgesamt“ teurer. Gerade bei Scheinen, die sehr weit aus dem Geld sind, kann man interessante Effekte erleben (und sogar ausnutzen).

So kommt es nicht selten vor, dass Call-Optionsscheine, die sehr weit aus dem Geld sind, bei stark fallenden Kursen ansteigen! Und das nur, weil die implizite Volatilität massiv zulegt und somit insgesamt alle Optionsscheine teurer werden. Hier überkompensiert der Effekt der Volatilität die Kursverluste.

Die Sicherheit nach unten
Diesen Effekt kann man sich zunutze machen. Wenn Sie langfristig von einem starken Trend überzeugt sind, können Sie bei einem größeren Kurseinbruch (Konsolidierung) einfach einen Optionsschein kaufen, der weit aus dem Geld ist (lange Laufzeit, reale Chance, dass er noch innerhalb der Laufzeit ins Geld läuft). Wenn Sie hier (mit etwas Erfahrung) einen guten Zeitpunkt erwischen, können die Kurse auch weiter fallen, der Schein wird trotzdem kaum noch an Wert verlieren. Sie sichern sich also nach unten durch diesen Volatilitätseffekt ab. So brauchen Sie nicht genau das Tief zu erwischen, was bei starken Kurseinbrüchen gemeinhin schwierig ist.

Keine Sicherheit gibt es umsonst
Diese „Sicherheit“ erkaufen Sie sich allerdings auf der anderen Seite damit, dass der Schein, wenn sich die Kurse wieder erholen, zunächst nur kaum oder sehr zäh zulegt.

Das hat folgenden Grund. Wenn die Kurse nach einem starken Einbruch und dem damit verbundenen starken Anstieg der Volatilität wieder ansteigen, wird die Volatilität wieder sinken. Wenn die Volatilität sinkt, werden die Optionsscheine insgesamt wieder „billiger“.

Und so werden die Kursgewinne des Optionsscheins, die durch die steigenden Kurse des Basiswertes bedingt sind, durch den Abbau der Volatilität wieder aufgezehrt. Kurz: Viele Optionsscheine (die aus dem Geld sind) bewegen sich gerade zu Beginn einer Erholung zunächst kaum mit.

Eine Falle, in der schon viele hineingetappt sind
Leider kennen diesen Effekt die meisten Anleger, die mit Optionsscheinen handeln, eher auf der „negativen“ Seite. Sie kaufen einen solchen Optionsschein, wenn sie meinen, das Tief sei erreicht, und wundern sich dann, dass er sich trotz hohem Hebel und steigenden Kursen einfach nicht bewegen will. Sehr ärgerlich, aber tatsächlich einfach nur logisch.

Wenn Sie nach einem Einbruch auf eine schnelle Gegenbewegung setzen wollen, müssten Sie bei Optionsscheinen sehr genau das Tief erwischen, das ist natürlich schwierig. Sie sollten daher bei hoher Volatilität und kurzem Anlagezeitraum (kurze Gegenbewegung) eher auf Zertifikate zurückgreifen.

Steigende Kurse führen zu steigender Volatilität?
Das Gleiche geht, allerdings zugegebenermaßen nur in seltenen Fällen, auch umgekehrt. Das liegt daran, dass Kurse gemeinhin langsamer steigen, als fallen. Einen Aufwärtscrash erlebt man eben nur sehr selten.

So kommt es, dass auch immer wieder gerne bestritten wird, dass die Volatilität auch bei steigenden Kursen steigen kann. Das zu bestreiten ist natürlich Quatsch. Tatsächlich kann es bei einem „Aufwärtscrash“ auch zu stark steigender Volatilität kommen. Einen solchen „Aufwärtscrash“ erleben wir gerade bei Volkswagen:

http://www.investor-verlag.de/charts/id/00003525.gif


Sie sehen hier die 30 Tage historische Vola von Volkswagen. (Nachrichten/Aktienkurs) (Nachrichten/Aktienkurs) Und tatsächlich ist hier dieses eindrucksvolles Phänomen deutlich zu erkennen. Seitdem Volkswagen in den letzten Tagen fast schon dramatisch ansteigt, steigt auch die Volatilität und zwar ebenso dynamisch. Ein klarer Beweis.

Der Volkswagen-Put ohne Verluste
Der nette Nebeneffekt: Der Schein, den ich meinen Lesern vom Target-Trader empfohlen hatte, ist, obwohl Volkswagen seitdem weiter deutlich zulegen konnte, keinen Cent billiger geworden! Das heißt, Sie haben aktuell immer noch den gleichen Kaufkurs, wie vor einigen Tagen. Da dieser Optionsschein eine lange Laufzeit hat, konnte ich hier ab einem bestimmten Punkt (an dem die Vola drehte und wieder angestiegen ist) einfach gelassen einsteigen in dem Wissen, einen gewissen Sicherheitspuffer zu haben (der natürlich auch irgendwann aufgebraucht sein wird).

Und genau in solchen Fällen sind Optionsscheine jedem Zertifikaten dramatisch überlegen! Bei einem Zertifikat, hätten Sie zum einem niemals derart hohe Gewinnchancen gehabt. Doch auch bei wesentlich kleineren Gewinnchancen müssten Sie nun wahrscheinlich bangen, bald ausgeknockt zu werden.

Bei dem Optionsschein ist noch nicht viel passiert. Die Laufzeit ist noch lang. Hier kann man abwarten und hat Zeit, während der Schein sich kaum bewegt.

Auf jeden Fall hat VW heute die obere Linie meiner Zielzone bei 185 € centgenau erreicht. Wenn es darüber geht, wird auch der Schein anfangen, ins Minus zu laufen. Aber trotzdem, aufgrund der langen Laufzeit kann man selbst dann gelassen bleiben.

Zum Markt:
Er steigt weiter und weiter. Der heutige Tag ist nicht so entscheidend. Wirklich wichtig wird der Freitag. Denn morgen werden die US-Erzeugerpreise veröffentlicht. Nachdem heute schon die Importpreise deutlich gestiegen sind, könnte hier ein über den Erwartungen liegender Wert den Markt in Bedrängnis bringen. Aber auch das US-Verbrauchervertrauen, das morgen um 16.00 Uhr veröffentlicht wird, könnte den Markt verunsichern. Aus diesem Grund glaube ich, dass heute und morgen früh nicht mehr so viel passieren wird.

Alles zu diesen Konjunkturdaten und deren Auswirkungen natürlich morgen hier, wie gewohnt, im Investor’s Daily.

Viele Grüße

Ihr

Jochen Steffens

actr
12.10.2007, 13:05
12.10.2007 12:45
Tipp zum Nebenwerte-Traden
von Michael Vaupel

Trader´s Daily-Leser Thomas H. fragt:

”Was kann ich mit einer Aktie machen die in Deutschland keine Umsätze mehr hat? Bekomme ich diese noch irgendwie los? Es handelt sich um einen Wert aus Thailand (Bangkok Expressways, WKN: 892821). Danke für Ihre Meinung!“

Meine Antwort:

Keine Sorge – die Aktie werden Sie schon los! Gestern gingen sowohl über Xetra als auch in München jeweils über 10.000 Stück „über den Tisch“. Versuchen Sie doch einfach, an einem der beiden Handelsplätze zu verkaufen.

Übrigens: Oft ist es bei solchen Titeln (kleine ausländische Nebenwerte) so, dass der zuständige Makler einspringt, wenn niemand anderes kaufen will. Und zwar springt der Makler tendenziell dann ein, wenn diese Aktie zeitgleich an der Heimatbörse gehandelt wird und der Makler deshalb in Deutschland kaufen und wenige Sekunden später an der Heimatbörse verkaufen kann. Damit sich das für ihn lohnt, wird er den Kauf nur zu einem gewissen Abschlag ausführen. Das ist aber ok, wenn dadurch Liquidität sichergestellt wird.

Wichtig für diesen Fall: Sie sollten bei einem Kauf/Verkauf an einer deutschen Börse deshalb darauf achten, dass zeitgleich auch an der Heimatbörse des Titels gehandelt wird.

*** Und dann schreibt mir Trader´s Daily-Leser Michael V. (bin nicht ich):

„Ich könnte auch jedes Mal vor Wut platzen, wenn ich von der unerträglichen, verantwortungslosen Verschwendung bei Bund und Ländern lese! Aber was nutzt diese Fleißarbeit des Bunds der Steuerzahler!? Absolut NICHTS ! Bund und Länder nehmen es, wenn überhaupt, zur Kenntnis und gehen zur Tagesordnung über. Das Schwarzbuch hat keinerlei Effekt!!“

Meine Antwort:

„Noch ist Deutschland nicht verloren“, antworte ich da in leichter Abwandlung der polnischen Nationalhymne.

Und nehme den Bund der Steuerzahler in Schutz, und lobe ihn gleichzeitig…

…indem ich auf das Kapitel „Erfolge“ im aktuellen Schwarzbuch verweise. Dort sind Beispiele aufgezählt, bei denen sich der Bund der Steuerzahler eingeschaltet hat, bevor das Kind in den Brunnen fiel, und so einige Millionen Euro Verschwendung von Steuergeldern verhindern konnte. Jeder Steuerzahler wird das dankbar zur Kenntnis nehmen!

Ich wünsche Ihnen ein angenehmes Wochenende,

Ihr

Michael Vaupel

actr
22.11.2007, 20:30
22.11.2007 18:46
Aus dem Nähkästchen

von Jochen Steffens

Heute ist in den USA Feiertag, die amerikanischen Börsen bleiben geschlossen. Es gibt also nicht viel zu schreiben. So bleibt etwas Zeit, aus dem Nähkästchen zu plaudern.

Immer wieder erhalte ich Mails mit der Frage, warum ich denn überhaupt einen Investor’s Daily schreiben, wenn ich doch mit Traden selbst so viel Geld verdienen könnte. Dazu muss ich weit zurückgehen:

Wie es dazu kam
Als ich nach einiger Zeit der Börsenspekulationen anfing, Indizes intraday zu handeln, hatte ich ein Problem: Charttechnik war damals schon mein Steckenpferd und ich hatte bereits unzählige Charts analysiert. So passierte es immer häufiger, dass ich mir vorbörslich den Dax-Chart anschaute und ohne tiefgreifende Analyse sagte: Klar, das geht jetzt aufwärts.

Prompt verlor ich Geld. Wenn ich dann in der Nachbetrachtung den Chart einer genaueren Analyse unterzog, stellte ich oft fest, dass ich etwas Entscheidendes übersehen hatte. Ich fragte mich also, wie ich mich gerade morgens disziplinieren könnte, um zu verhindern, dass ich allzu gelassen mit meinen Chartgefühlen umging.

Ein täglicher Dienst war geboren
Also entschloss ich mich (neben meiner Arbeit als Chartanalyst für einige Internetbörsenportale) einen allmorgendlichen, vorbörslichen Chartdienst für meine engsten Traderkollegen zu erstellen. So war ich gezwungen, jeden Morgen eine genaue Analyse der wichtigen Indizes zu verfassen (was ich bis heute beibehalten habe). Schließlich konnte ich mir nicht allzu viele Fehler erlauben, ohne mich schnell lächerlich zu machen.

Und tatsächlich, es funktionierte. Meine Fehltrades gingen deutlich zurück. Das führte auf der anderen Seite dazu, dass sich allein durch Mundpropaganda immer mehr Leser bei mir meldeten. Für mich war das natürlich ein Ansporn, noch genauer zu arbeiten.

Irgendwann gründete ich dann eine eigene Internetseite und schließlich wurde der Verlag auf mich aufmerksam. Sie wollten einen täglichen Newsletter, der über die Börse berichtet. Da es hier nicht nur um Charts ging, war ich zunächst etwas skeptisch. Aber ich mag Herausforderungen (wäre ich sonst Trader?) und nahm das Angebot an.

Ein Test mit Folgen
Es war der erste Internet-Newsletter des Verlags. Wie ich später erfahren habe, eigentlich nur ein Test. Aber wenn ich etwas mache, dann mache ich es gründlich. Ich investierte viel Arbeit – sehr viel Arbeit und merkte schnell, welch` unglaublichen Nutzen ich aus dem Investor’s Daily ziehen konnte. Anders hätte sich der enorme Aufwand auch nicht ansatzweise rentiert.

Dadurch, dass ich täglich schreiben MUSSTE, setzte ich mich viel intensiver mit der Materie Börse auseinander. Auch hier ging es um Prognosen, und diese mussten sitzen. Es gab einfach zu viele tägliche Kommentare und ich wollte mich davon natürlich abheben.

Ich habe mir also Leib und Leben aus der Seele recherchiert, Daten gesammelt, Analysen erstellt, diese mit Charts verglichen und Bücher über Bücher gelesen. Sehr vieles, was ich scheinbar entdeckte, entpuppte sich letzten Endes als totaler Blödsinn und vieles haben meine Leser (zum Glück) nie zu Gesicht gekriegt. Doch mit der Zeit perfektionierte sich die Herangehensweise und ich stellte schnell fest, dass meine Prognosen immer besser wurden. Zudem verstand ich auch immer mehr, was an den Börsen eigentlich gespielt wurde und ich ließ Sie, die Leser, jeden Tag an meinen Erkenntnissen teilhaben. Nur so war es möglich, fast von Anfang an (August 2002) das meiste korrekt vorherzusagen.

Das ist wohl auch der Grund, warum dieser Newsletter sich von einem „Test“ zu einem der erfolgreichsten Börsennewsletter in Deutschland entwickelte. Ich weiß, in Deutschland wird man schnell des übelriechenden Eigenlobs bezichtigt und muss mit solchen Aussagen sehr vorsichtig sein, doch es ändert nichts an der Tatsache, dass ich darauf wirklich stolz bin.

Keine Lust auf Arbeit
Erfolg hängt auch immer mit viel, viel Arbeit zusammen. Das Problem ist, das sich viele diese Arbeit nicht machen wollen. Aber wie sonst soll man sich von den unzähligen Börsenkommentatoren und Analysten abheben? So geraten immer wieder einige Analysten auf die „schiefe Bahn“ und werden zu den schwarzen Schafe, die mit höchst unseriösen Aktionen versuchen, ihre Inkompetenz in Gold zu tauchen.

Die meisten von Ihnen kennen sicherlich mittlerweile die Pusher, die umsatzschwache Aktien empfohlen haben, vorher investiert waren und dann den gierigen Idioten, die auf diese Empfehlungen aufspringen, ihre eigenen Aktien mit sicherem Gewinn verkauften. Mittlerweile hat die BaFin zum Glück ein Auge darauf. Leider führt das jedoch lediglich dazu, dass die Methoden dieser Pusher sich verfeinert haben. So lange es genug Menschen gibt, die blind solchen Heilsversprechern hinterherlaufen, wird es auch diese Pusher geben...

Traden und reich werden – nicht so einfach
Aber auch beim Traden unterschätzen viele Anleger, wie schwierig es ist, wie viel Mühe es kostet und wie langsam und zäh sich Geld vermehrt, wenn man mit wenig Kapital anfangen muss. Traden ist ein harter Fulltimejob und die Realität ist weit entfernt von der romantischen Vorstellung, mal eben entspannt die paar tausend Euro für die neue Yacht zu ertraden...

Ich hatte zwar, als ich damals anfing mit der Börse, einen gewissen Grundstock. Aber das was ich hatte, habe ich auch recht schnell, wie so viele andere, zunächst erst einmal deutlich dezimiert. Da ich vom Traden lebte, schlich sich bald die Angst um meine nackte Existenz in meinen Kopf und begleitete mich von da an täglich.

Mit (Existenz-)Angst Traden ist unmöglich
Damals lernte ich, wie immer an den Börsen auf die schmerzhafte Art und Weise, dass man nicht mit (Existenz-)Angst traden kann. Es funktioniert einfach nicht.

Mit Angst im Nacken versucht man, die sicheren Trades zu machen, doch scheinbar sichere Trades sind oft Trades, die auch schon viele andere sehen. Sprich, die scheinbar sicheren Trades gehen gerne schief.

Wenn Angst im Spiel ist, zögert ein Trader oft zu lange oder er steigt zu schnell wieder im Gewinn aus. Doch das größte Problem ist, man hat keinen langen Atem. Man kann eine Position, die ins Minus läuft, nicht auch mal durchhalten, obwohl man von der eigenen Analyse überzeugt ist. Nein, man steigt aus, muss aussteigen, weil es zu unerträglich wird, und etwas später stimmte doch alles. Doch irgendwie muss man all diesen Horror wohl am eigenen Körper erleben, um ein guter Trader zu werden...

Da es ohne „Angst“ schon schwer genug ist, den Börsen das tägliche Brot zu entlocken, hat man mit Angst erst recht keine Chance.

Grundausgaben gesichert
Und das ist der zweite Grund, warum ich nicht „nur“ trade und recht früh schon bei diversen Internetbörsenportalen mitgearbeitet habe. Mit dieser Arbeit habe ich mir die Grundausgaben gesichert: Miete, Strom, Versicherungen, Essen. Ich musste also nicht mehr traden, um überleben zu können. Seitdem hat sich meine Performance erheblich verbessert. Ich kann mehr Risiken eingehen und auch mal eine Position länger halten, ohne dass ich nachts um 5 Uhr aufwache und nachsehe, was die asiatischen Börsen machen.

Es ist einfach viel angenehmer, zu traden, weil man kann und nicht weil man muss! Es ist entspannter und damit auch weniger nervenaufreibend. Immer wenn mich Leser fragen, wie man „Trader“ wird, und wie viel Geld man braucht um damit anzufangen, antworte ich: Sie brauchen erst einmal eine Geldquelle, die wenigstens Ihre Grundausgaben sichert – alles andere ist kaum zu realisieren.

Mittlerweile ist es so, dass mir etwas fehlt, wenn ich den Investor’s Daily nicht schreibe. Ich merke das, wenn ich Urlaub habe und zu Hause bleibe. Die Börse beginnt dann, sich mir zu entwinden, ich verliere den Kontakt. Über kurz oder lang würde sich das sehr nachteilig auf mein Traden auswirken. Jeder findet irgendwann seinen Stil, um mit der Börse fertig zu werden, und meiner ist es wohl, Worte an Worte zu reihen...

Viele Grüße

Ihr

Jochen Steffens

actr
26.11.2007, 16:40
26.11.2007 16:21
Wohin läuft die Konjunktur?
Wohin läuft die Konjunktur?
Von Susanne Schmitt

Liebe Leser,

viel ist schon über den Zustand der US-Wirtschaft gemutmaßt worden. Wird es einen Abschwung geben oder nicht? Wird die Immobilienkrise jetzt auf die Realwirtschaft durchschlagen oder nicht? Nun am Ende dieser Woche werden wir vielleicht ein wenig klarer sehen, denn es wird eine ganze Reihe von Konjunkturdaten auf uns niederprasseln. Händler rund um den Globus werden die Statistiken aufmerksam nach Hinweisen auf den Zustand der US-Wirtschaft durchkämmen um sich ein besseres Bild über den künftigen Verlauf der Konjunktur zu machen.

Die Liste ist recht beeindruckend: Neben den Zahlen zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe, der zweiten Schätzung des Bruttoinlandsproduktes im dritten Quartal und die Statistiken zum Eigenheimabsatz im Oktober werden noch der Einkaufsmanagerindex, die Zahlen zu den persönlichen Einkommen und Konsumausgaben sowie die Bauausgaben erwartet. Außerdem kommen die Auftragseingänge für langlebige Güter, das Verbrauchervertrauen im November und die Veröffentlichung des Beige Book zur Geschäftsaktivität in den zwölf Fed-Distrikten auf uns zu.

Ich hoffe, Sie sind noch nicht vollends verwirrt. Denn wie soll man bei all den Daten den Überblick behalten? Ich denke, bevor wir uns verzetteln, konzentrieren wir uns auf einen, wie ich meine, relativ grundlegenden Termin. Die Veröffentlichung des so genannten Beige Book am Mittwochabend. Erwartet werden allgemein Hinweise der US-Notenbank, ob sie bei ihrer nächsten Sitzung am 11. Dezember erneut die Zinsen senken wird.

Analyse der US-Wirtschaft: das Beige Book
Im "Beige Book" berichten die zwölf regionalen Zentralbanken der USA über die Wirtschaftsaktivitäten in ihrer Region. Das in der Regel 50 Seiten starke Werk setzt sich zusammen aus den einzelnen Berichten über die Regionen und einer Zusammenfassung, die ein Bild von der konjunkturellen Lage der Volkswirtschaft geben soll. Es erscheint 8 Mal pro Jahr, und zwar jeweils 2 Wochen vor der nächsten Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Zentralbank.

Letzte Woche konnten wir schon einen Einblick erhalten, was wahrscheinlich darin enthalten sein wird, als nämlich das Protokoll der letzten Sitzung des Offenmarktausschusses veröffentlicht wurde. Die Notenbankgouverneure äußerten bereits Sorge über die Situation auf den Kreditmärkten und deren Auswirkung auf die allgemeine Wirtschaftslage. Gleichzeitig haben Sie ihre Vorhersagen zum künftigen Wachstum zurückgenommen. 2008 werden demnach nur noch 1,8 – 2,5% Wachstum in den USA prognostiziert. 2009 und 2010 sollen die Wachstumsraten aber wieder auf 2,3-2,7% bzw. 2,5-2,6% steigen. Die Inflationsraten werden um die 2%-Marke schwanken.

Nun, das hört sich alles nicht so schlimm an. Hier werden nur kleine Korrekturen vorgenommen. Das zeigt aber auch, dass auch die Notenbank im Augenblick ziemlich unsicher über den künftigen Verlauf der Konjunktur ist. Bei der letzten Sitzung, auch das steht im Protokoll, gab es sogar eine Gegenstimme zur Zinssenkung. Der Gouverneur für Kansas, war der Ansicht, dass die Inflationsrisiken schwerer wiegen als die allgemeinen Risiken und wollte die Zinsen nicht senken. Notenbanker, wie alle Wirtschaftsexperten, sitzen im Augenblick in der Falle, für die bisher noch kein Nobelpreisträger einen Ausweg gefunden hat: Wendepunkte der Konjunktur sind schwer vorherzusagen.

Wirtschaftskreislauf: Realwirtschaft und Aktienmärkte gehören zusammen
Wirtschaftliches Wachstum läuft in der Regel zyklisch ab. Bisher galt: In einem Zeitraum von ca. 4 bis 10 Jahren wechseln sich konjunkturelle Hochs mit entsprechenden Tiefs ab. Ein idealtypischer Konjunkturzyklus besteht aus verschiedenen Phasen: Aufschwung, Konjunkturhoch, Abschwung oder Rezession, Konjunkturtief. Das Durchlaufen dieser Phasen von Aufschwung bis Abschwung wird als Konjunkturzyklus bezeichnet. Beruhigenderweise dauern Aufschwünge meist deutlich länger als Abschwünge.

Was auch immer sich in der Realwirtschaft abspielt, spiegelt sich auf dem Kapitalmarkt wieder. Grundsätzlich gilt: Aktien „laufen“ kurz vor und in der frühen Phase eines Aufschwungs besonders gut. Die Gewinne steigen und die Kurs-Gewinn-Verhältnisse erscheinen wieder attraktiv. Im Gegensatz dazu lohnt es sich zu Beginn des Abschwungs Schwerpunkte am Rentenmarkt zu setzen. Die Anleihekurse steigen, denn normalerweise lockert sich die Geldpolitik in der ersten Phase eines Abschwungs. Kurzfristige und langfristige Zinsen fallen.

Kein Zyklus gleicht dem anderen
Leider ist es eben problematisch im Vorhinein festzustellen, wann ein Aufschwung beginnt und wann dieser zum Ende kommt. Außerdem verhalten sich Aktien- und Anleihekurse in einem so genannten Zwischentief anders als in Zeiten eines regelrechten Wachstumseinbruches. In der Realität gleicht zudem kein Konjunkturzyklus dem anderen, da jeder Zyklus von besonderen Ereignissen überlagert wird. So wie dieser Zyklus offensichtlich einmal vom Einbruch auf dem amerikanischen Häusermarkt und gleichzeitig von stark steigenden Rohstoffpreisen bestimmt wird. Zwar lassen sich tendenzielle Zusammenhänge wie oben beschrieben bei der Investition in Aktien oder Anleihen nutzen, Sie sollten jedoch auch Sonderfaktoren sowie langfristige Trends berücksichtigen.

In welchem Stadium befinden wir uns jetzt? Suchen wir die relevanten Daten zusammen: Wir haben also leicht fallende kurzfristige Zinsen, leicht rückläufige Gewinne (bisher aber nur in einem Quartal!), steigende Preise (hauptsächlich aufgrund steigender Rohstoffpreise) und die Aktienkurse scheinen auf eine Korrektur aus zu sein, während die Anleihekurse bereits steigen. So hat sich zum Beispiel im Bereich der kurzfristigen Pfandbriefe einiges getan. So hat die Eurohypo vor zwei Wochen beispielsweise einen Jumbopfandbrief mit einer Rendite von 4,5% aufgelegt, der stark überzeichnet war.

Daraus aber jetzt zu schließen, dass wir unausweichlich auf eine Rezession zu steuern, halte ich für verfrüht. Fallen Zinsen und Gewinne aber weiter, und zwar nicht nur in den USA sondern auch in Europa, müssten wir uns zumindest auf ein kleines Zwischentief vorbereiten.

actr
28.11.2007, 07:37
Öl: Wo bleibt das 100-Dollar-Fass?

An der Nymex schwitzen die Händler. Der Ölpreis ist volatil wie selten zuvor, er steigt und fällt fast täglich um mehrere Dollar – und das auf kritischem Level. Die 100-Dollar-Marke ist seit Wochen zum Greifen nahe, vor wenigen Tagen fehlten nur noch 71 Cent, doch drüber kommt man nicht.

Nicht dass die Händler in den Pits von teurem Öl profitieren würden. Im Gegenteil: Jeder einzelne, der da auf dem Parkett der New Yorker Rohstoffbörse schreit und kauft und verkauft, ist ja auch ein Verbraucher, der unter steigenden Benzin- und Heizölpreisen leidet. Jeder einzelne zahlt seinen Benzin-Zuschlag auf Airline-Tickets und Paketpost, jeder einzelne spürt den allgemeinen Inflationsdruck, der in keinem Sektor so stark ist wie bei den Rohtsoffen.

Dass die Händler den Ölpreis dennoch dreistellig sehen wollen liegt nur daran, dass dann endlich die Anspannung weg wäre. „Lasst uns jetzt die 100 Dollar sehen, dann haben wir es hinter uns“, klagt ein Trader, dem die ewig gleichen Schlagzeilen auf den Wecker gehen. „Öl bald 100 Dollar?“, droht es immerhin täglich aus irgendeinem Wirtschaftsmagazin – klar, Öl wird bald bei 100 Dollar notieren, jedes Kind weiß das.

Die Frage ist: Wer hat etwas vom hohen Ölpreis, und wer leidet darunter? Und die Antwort liegt nicht auf der Hand, im Gegenteil: In der Rohstoff-Branche selbst gibt es Gewinner und Verlierer, in anderen Sektoren verhält es sich noch komplizierter.

In der Öl-Branche gibt es gerade unter den amerikanischen Konzernen unerwartet viele Verlierer. Denn Branchengrößen wie ExxonMobil und Chevron verkaufen an ihren Tankstellen viel mehr Benzin als sie aus ihrem selbst geförderten Öl gewinnen können. Die Raffinerien müssen also massiv nachkaufen – zum regulären Marktpreis. Umso härter triffte das Raffinerienbetreiber wie Valero und Sunoco, die so gut wie keine eigene Förderung haben, und deren Aktien in den letzten Wochen rund 15 Prozent abgegeben haben.

Andere Verlierer finden sich in der Automobil- und Flugzeugindustrie – in der sich aber wiederum Chancen für Gewinner auftun. Denn während Fluggesellschaften und Autofahrer mit hohen Spritkosten zu kämpfen haben, steigt die Nachfrage nach effektiveren Motoren und Turbinen. Das wiederum kommt einigen Zulieferern zugute, die einen Wachstumsmarkt bearbeiten können, der lange vernachlässigt war.

Ähnliches macht Monsanto als Spezialist für alternative Energien. Das Unternehmen, einer der größten Hersteller von Bio-Diesel, gehört zu den Lieblins-Aktien der Wall Street in diesem Jahr und hat seinen Wert seit Januar um rund 80 Prozent steigen sehen.

Dass alternative Energien immer wichtiger werden, ist weithin bekannt – allerdings auch, dass sie Öl nie ersetzen werden, solange noch ein Tröpchen des schwarzen Goldes aus der Erde gepresst werden kann. Insofern steigt mit dem hohen Ölpreis die Nachfrage nach Förderbedarf. Der Ölfeld-Spezialist Schlumberger und die Plattform-Betreiber Weatherford und Transocean profitieren direkt vom steigenden Ölpreis und sehen damit ihre eigenen Aktien und die ihrer Ausstatter steigen.

Und ein Sektor profitiert ohnehin, wenn Rohstoffe knapp und teuer werden: das Militär. Da die meisten Ölfelder mittlerweile in der Hand der jeweiligen Staaten sind, fließt verstärkt Geld in deren Kassen, wo es zu einem großen Teil in Rüstung – und damit letztendlich die Sicherheit der Öl- und Einnahmequelle – investiert wird. Aktien von Lockheed-Martin und Raytheon haben allein im letzten Vierteljahr vor dem Hintergrund eines steil steigenden Ölpreises um jeweils rund 20 Prozent zugelegt.

Wer klug investiert, kann also vom steigenden Ölpreis direkt profitieren – letzten Endes schaden teure Rohstoffe aber mehr als sie nutzen. Insofern wünschen sich die Trader an der Nymex wirklich keinen langfristig dreistelligen Ölpreis. Nur sehen möchte man ihn einmal. Ganz kurz.

Lars Halter

actr
06.02.2008, 16:51
06.02.2008 16:42
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Liebe Leser,
aktuell befinden wir uns in einer sehr spannenden Marktphase. Die Nervosität an den Märkten spiegelt sich in den Kursen wider. Ein deutliches Kriterium für die hohe Unsicherheit bietet der Anstieg der Volatilität – also die Schwankungsbreite der Kurse. Nehmen wir nur den gestrigen Handelstag als Beispiel. Da fällt ein wichtiger Konjunkturindex in den USA und schon rauschen nicht nur die Kurse an der Wall Street sondern eben auch in Frankfurt in den Keller. Am Ende des Tages verlor der DAX 3,4% und alle Werte schlossen im Minus. Solche heftigen Ausschläge hat es in den vergangenen Wochen sehr oft gegeben.

Eine gute Kennziffer für die Volatilität bietet der VDAX. In diesen Index fließt die Schwankungsbreite des deutschen Leitindex ein. Und der Blick auf den langjährigen Chart offenbart: Aktuell steht der VDAX so hoch wie seit Herbst 2004 nicht mehr. Langfristige Anleger mögen diese starken kurzfristigen Kursschwankungen überhaupt nicht – außer die niedrigen Kurse werden dazu genutzt, bestehende Positionen bei Aktien aus dem Depot aufzustocken. Doch für Trader sind diese Wochen ein Fest: 250 Punkte Handelspanne im DAX am Tag bilden die Basis für sehr hohe Gewinne – und dabei ist es fast egal, ob der DAX steigt oder fällt. Vorausgesetzt man hat sich im Vorfeld auf der richtigen Seite positioniert.

Mein Kollege Heiko Seibel ist schon seit Jahren ein erfolgreicher Trader, der sich mit seiner kurzfristigen Marktmeinung auch gegen den allgemeinen Trend stellt. Aktuell setzt er beispielsweise beim Gold auf einen fallenden Preis und zusätzlich kurzfristig auf einen schwächeren Dollar.

Bis morgen,
Heiko Böhmer

actr
07.03.2008, 08:47
07.03.2008 08:38
Warren Buffet ist nicht zu bremsen
Warren Buffet hat Bill Gates als reichsten Mann der Welt abgelöst. Die neuste Milliardärs-Liste der Zeitschrift Forbes führt die 77-jährige Investorlegende mit einem geschätzten Vermögen von 62 Mrd. Dollar zum ersten Mal auf Platz 1, dicht gefolgt vom Mexikaner Carlos Slim (60 Mrd.) und Microsoft-Gründer Bill Gates (58 Mrd.). Mit Karl Albrecht schaffte es in diesem Jahr auch ein Deutscher unter die Top Ten.

Warren Buffet zählt zu den bekanntesten und besten Investoren der Welt. Seinen Reichtum verdankt er allein seinen Investments. Nebenbei hat er auch viele andere Menschen zu Millionären gemacht. Die Aktien seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway (News/Aktienkurs) (die er heute noch leitet) haben seit der Gründung vor 50 Jahren von 7 auf 135.000 Dollar zugelegt. Seinen Erfolg verdankt Warren Buffet keinen hochspekulativen Trades, sondern einer Strategie, die seit Jahrzehnten kontinuierlich Renditen von im Schnitt 23% pro Jahr abwirft. Hat er erst einmal eine Aktie ausgewählt, so hält er ihr Jahre, oft sogar Jahrzehnte die Treue. Seine Geduld hat sich fast immer ausgezahlt.

Wenn ihnen 135.000 Dollar für eine Aktie zu viel sein sollten, können Sie stattdessen auch die stimmrechtlosen B-Aktien von Berkshire Hathaway kaufen. Diese sind bereits für "nur" 4.500 Dollar zu haben. Gelohnt hätte sich ein Investment ins Buffets Unternehmen allemal, notiert die Aktie doch etwa auf demselben Niveau wie zu Jahresanfang. Gegenüber dem Juli 2007 (als der DAX sein Allzeithoch aus dem Jahr 2000 übertraf) liegt Berkshire sogar fast 30% im Plus. Warren Buffets Investmentstil erzielt auch nach 50 Jahren noch Top-Ergebnisse.

Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende.

Sascha Mohaupt
Chefredakteur Investor´s Daybreak

actr
07.03.2008, 23:12
07.03.2008 22:19
Bullen vs Bären: Buffett, Cohen vs Faber, Soros.


Im Folgenden eine Serie von Interviews, die diverser Finanzsender mit namhaften Persönlichkeiten aus der Investmentbranche geführt haben.

Übergeordnet bullisch äußern sich Warren Buffett (News/Aktienkurs) und Abby Cohen.

Und übergeordnet bärisch äußern sich Marc Faber und George Soros.

Ein differentiertes Bild zeichnet Markt Mobius.

Blättern Sie durch die Videobeiträge hindurch ...


In einem Interview auf Bloomberg äußert sich Marc Faber (wie könnte es bei ihm anders sein) skeptisch zur US Wirtschaft. Bernankes Fiskalpolitik werde den US-Dollar vernichten. Es sei unverantwortlich, dass Bernanke nicht den Fokus auf der Stabilität der US Währung habe.

Auch wenn Marc Faber ein Perma-Bär ist, seine scharfsinnigen Analysen sind bekannt und beliebt.

Anbei der Link zu dem Interview :

http://www.bloomberg.com/avp/avp.htm?clipSRC=mms://media2.bloomberg.com/cache/v5g.9Aykh2hA.asf


http://img.godmode-trader.de/charts/3/2005/klg250rtrt.jpg

In einem Interview auf CNBC äußert sich Warren Buffet zur Lage der US Konjunktur. Laut Buffett befinden sich die USA bereits in einer Rezession. Kurzfristig sehe er den Aktienmarkt vorsichtig, im großen und ganzen sei er aber von der Stärke der US Wirtschaft überzeugt. Aktien seien derzeit noch nicht billig.

Nachfolgend der Link zu dem Interview : http://www.cnbc.com/id/15840232?video=671171311&play=1

http://img.godmode-trader.de/charts/3/2005/001buffett.jpg


In einem Interview mit der Financial Times warnt Mark Mobius vor den Emerging Markets. Im Gegensatz zu den etablierten Aktienmärkten seien sie mittlerweile hoch bewertet. Allerdings gebe es auch in den Emerging Markets noch ausreichend Investmentmöglichkeiten.

Nachfolgend der Link zu dem Interview :

http://www.ft.com/cms/893ac9c8-757e-11dc-b7cb-0000779fd2ac.html?_i_referralObject=562772784&fromSearch=n


Die Chef US Investmentstrategin von Goldman Sachs, Abby Joseph Cohen, äußert sich in einem Interview mit dem Anlegermagazin Barrons zum US Marktgeschehen. Wie könnte es anders sein, sie bleibt ihrer bullischen Grundhaltung treu.

Für S&P 500 Index und DOW Jones behält sie ihre Kursziele bei.

Anbei das Video mit dem Interview :

http://link.brightcove.com/services/link/bcpid86245679/bclid1137792066/bctid1381147934

http://img.godmode-trader.de/charts/3/2005/klg250a.jpg


Anbei der Link zu einem Interview, das die Financial Times mit dem legendären Hedgefunds Manager George Soros geführt hat. Soros äußert sich zu der Kreditkrise in den USA sowie zu anderen makroökonomischen Risiken. Ähnlich wie Jim Rogers bewertet er die Kreditkrise als schwerwiegend. Die Folgen seien unabsehbar.

http://www.ft.com/cms/8a38c684-2a26-11dc-9208-000b5df10621.html?_i_referralObject=627561916&fromSearch=n


(© BörseGo AG 2008, Autor: Weygand Harald, Technischer Analyst, © GodmodeTrader - http://www.godmode-trader.de/)

http://img.godmode-trader.de/charts/3/2005/soros.jpg

actr
14.03.2008, 12:29
14.03.2008 08:37
Der neue Ferrari unter den Trading-Instrumenten
CFDs erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Auch bzw. gerade unter Privatanlegern, für die diese innovative Anlagemöglichkeit erst seit kurzem zugänglich ist. CFD ist die Abkürzung für "Contract for difference". Diesen Begriff könnte man frei übersetzt als Kursdifferenzkontrakte oder -verträge bezeichnen. Ein CFD ist demzufolge der Barausgleich eines Differenzgeschäfts zwischen Kauf- und Verkaufspreis eines Börsenwertes. Lange Zeit war dieses Trading-Instrument in Deutschland allein Banken und Finanzinstituten vorbehalten.

Der Run auf CFDs hat seine Gründe. Denn im Vergleich zu Optionsscheinen oder Hebel-Zertifikaten bieten Ihnen CFDs eine Reihe von Vorteilen. So fallen Finanzierungskosten bei CFDs nur dann an, wenn Sie einen Trade über Nacht halten. Stellen Sie Ihren Trade noch am selben Tag glatt, fallen überhaupt keine Finanzierungskosten an. Zudem sind die Kurse für CFDs deutlich transparenter als beispielsweise bei Optionsscheinen, Faktoren wie Volatilität spielen bei der Kursstellung von CFDs keine Rolle. Auch die Handelsspesen sind bei CFDs geringer. Als CFD-Anleger müssen Sie nur einen Bruchteil des tatsächlichen Handelsvolumens hinterlegen. Die Hebeleffekte liegen weit über denen von Optionsscheinen oder Hebel-Zertifikaten. Ein Hebel von 100 ist bei einem CFD nichts Ungewöhnliches. Dies bringt Ihnen traumhafte Gewinnchancen …

… aber natürlich auch entsprechend hohe Verlustrisiken. Für den Erfolg ist daher ein konsequentes Risikomanagement von enormer Bedeutung. Wer sich darauf einlässt, sollte außerdem unbedingt die Funktionsweise von CFDs genau verstehen. Ich empfehle dazu den Besuch eines entsprechenden Seminars, wie Sie beispielsweise CFD-Experte Heiko Seibel gibt. Dort erhalten Sie das nötige Rüstzeug, um mit dieser neuen Anlageform erfolgreich zu handeln. Oder Sie vertrauen gleich auf die Empfehlungen eines Experten: Herrn Seibels Trader-Dienst "CFD-Circle" können Sie hier 30 Tage lang kostenlos testen.


Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.

Sascha Mohaupt
Chefredakteur Investor´s Daybreak

actr
25.03.2008, 08:58
25.03.2008 08:37
Aktienauswahl mittels Value-Strategie
Bei der Auswahl seiner Investments orientiert sich Warren Buffet dabei einerseits an fundamentalen Mindestkriterien: Eigenkapitalquote 30%, Eigenkapitalrendite 25%, Cash-Flow-Marge 15%, Umsatzrendite 10% und Gewinnwachstum 10% pro Jahr. Andererseits achtet er auch auf allgemeine Unternehmenscharakteristika. Er kauft nur Unternehmen, deren Geschäft einfach zu verstehen ist. Die Unternehmensgeschichte sollte nach Möglichkeit eine hohe Beständigkeit aufweisen, das Wachstumspotenzial hoch und die Marktstellung monopolartig sein.

Schließlich prüft Warren Buffet bei Unternehmen, die seinen strengen Qualitätskriterien genügen, ob der aktuelle Börsenkurs noch Spielraum nach oben hat. Dafür bestimmt er den "wahren" Unternehmenswert (auch innerer Wert genannt). Dazu bedient er sich dreier gängiger Verfahren: dem Diskont-Modell (auch als Discounted-Cash-Flow-Verfahren bekannt), dem Modell für den zukünftigen Unternehmenswert auf Basis der Gewinne pro Aktie und des Kurs-Gewinn-Verhältnisses und dem Modell für den zukünftigen Unternehmenswert auf Basis der Eigenkapitalrendite und des Kurs-Gewinn-Verhältnisses.

actr
25.03.2008, 09:00
25.03.2008 08:37
Die besten Anlagestrategien Teil 2 - Value-Strategie
Liebe Leser,

im zweiten Teil meiner fünfteiligen Serie zu den erfolgreichsten Anlagestrategien möchte ich Ihnen heute die Value-Strategie vorstellen. Sie ist untrennbar mit dem Namen Warren Buffet verbunden. Wenn Sie sich schon länger mit der Börse beschäftigen, dann wird Ihnen dieser Name ein Begriff sein. Der Amerikaner zählt zu den bekanntesten Investoren der Welt. Die neuste Milliardärs-Liste der Zeitschrift Forbes führt die 77-jährige Investorlegende mit einem geschätzten Vermögen von 62 Mrd. Dollar auf Platz 1. Angefangen hat er mit einem Startkapital von 10.000 Dollar. Das macht Warren Buffet zum erfolgreichsten Anleger der Welt.

Nebenbei hat er auch viele andere Menschen zu Millionären gemacht. Die Aktien seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway (die er heute noch leitet) haben seit der Gründung vor über 50 Jahren von 7 auf 135.000 Dollar zugelegt.

actr
25.03.2008, 09:01
25.03.2008 08:37
Im Schnitt satte 23% Gewinn pro Jahr mit der Value-Strategie
Seinen Erfolg verdankt Warren Buffet keinen hochspekulativen Trades, sondern einer Strategie, die seit Jahrzehnten kontinuierlich Renditen von im Schnitt 23% pro Jahr abwirft. Hat er erst einmal eine Aktie ausgewählt, so hält er ihr Jahre, oft sogar Jahrzehnte die Treue. Seine Geduld hat sich fast immer ausgezahlt.

"Fragen Sie nicht nach dem Preis, den Sie für ein Unternehmen zahlen, sondern nach dem Wert, den Sie für Ihr Geld bekommen."

Dieser Satz beschreibt treffend, worauf es bei der Value-Strategie von Warren Buffet ankommt. Es geht darum, gute Qualität zu einem möglichst niedrigen Preis zu erhalten, genau wie im alltäglichen Leben.

actr
28.03.2008, 09:02
28.03.2008 08:38
Ist das der Stein der Weisen?
Mich stört der Begriff "Zauberformel" (im Englischen "magic formula") gewaltig. Diese Formulierung suggeriert, dass damit problemlos Geld verdient werden kann und die Strategie IMMER zum Erfolg führt - eben wie von Zauberhand. Immerhin räumt Greenblatt ein, dass seine Strategie nicht in jedem Jahr funktioniert. Das ist sicherlich kein Beinbruch, denn keine Anlagestrategie kann Ihnen den 100%-igen Erfolg garantieren.

Nach eigenen Angaben hat die Zauberformel Greenblatt in den vergangenen 17 Jahren Gewinne von durchschnittlich 30,8%. Sicherlich ein herausragendes Ergebnis, allerdings weiß nur Joel Greenblatt, ob er seine Investments tatsächlich ausschließlich nach der Zauberformel ausgewählt hat.

Im Gegensatz zu den hier vorgestellten etablierten Anlagestrategien steht der Zauberformel der Praxistest noch bevor. Erst wenn sich eine ganze Reihe Anleger danach richtet, wird sich zeigen, wie gut die Formel ist. Ich halte den Ansatz aber für sehr interessant. Im Vergleich zu dem in der Vergangenheit oft kritisierten KGV, erscheint mir die von Greenblatt verwendete Kennzahl zur Bestimmung der Bewertung erheblich besser geeignet.

Wert- und langfristigorientierten Anlegern bietet die Zauberformel eine gute Alternative zur klassischen Value-Strategie, wie sie Warren Buffet geprägt hat. Daher findet sie unter Value-Anlegern auch so großen Anklang.

Der deutsche Value-Experte Volker Gelfarth hat die Zauberformel ins Auswahlsystem für die von ihm heraus gegebene "Aktien-Analyse" aufgenommen

actr
28.03.2008, 09:03
28.03.2008 08:38
Die besten Anlagestrategien Teil 5 - Die Zauberformel
Liebe Leser,

den heutigen abschließenden Teil meiner Anlagestrategie-Serie möchte ich der Strategie widmen, die aktuell am häufigsten diskutiert wird: die "Zauberformel". Joel Greenblatt skizziert diese Strategie in seinem Bestseller "The little book that beats the market". Von der Fachpresse begeistert gefeiert, avancierte das "Buch des Jahres" (Financial Times) in kürzester Zeit zur Lieblingslektüre value-orientierter Anleger. In Deutschland erschien das Buch 2006 unter dem Titel "Die Börsen-Zauberformel. Wie Sie den Markt mit Leichtigkeit schlagen".

Der ehemalige Hedgefondsmanager wollte damit ein Börsenbuch verfassen, welches selbst Kinder problemlos verstehen und somit in der Lage wären, an der Börse Geld zu verdienen. Entsprechend einfach und amüsant ist sein Werk zu lesen. Greenblatt präsentiert wenige simple Auswahlkriterien, nach denen wirklich jeder die besten Aktien auswählen kann.

actr
28.03.2008, 09:05
27.03.2008 08:37
120 Jahre alt und immer noch höchst treffsicher
Die Point&Figure (P&F)-Methode zählt zu den ältesten Charttechniken der Welt. Sie existiert seit über 120 Jahren und wird vor allem in den USA von professionellen Vermögensverwaltern aufgrund der Treffsicherheit ihrer Signale und ihrer einfachen Handhabung sehr geschätzt.

In Deutschland ist sie (noch) ein Geheimtipp. Es gibt nur wenige Spezialisten, die diese Chartart beherrschen. Aber dank ihrer Treffsicherheit wächst die Zahl ihrer Anhänger täglich.

actr
28.03.2008, 09:07
27.03.2008 08:37
Kreuzchen und Kreise weisen den Weg
Bei P&F-Charts werden Kursbewegungen, solange sie in einer Richtung verlaufen, vertikal in ihrem gesamten Ausmaß in die Graphik eingetragen. Erfolgt eine Richtungsänderung, wird eine neue Spalte rechts von der alten begonnen und dort wiederum vertikal eingetragen. In welcher Zeit die Kursbewegung stattfindet wird nicht berücksichtigt. Üblicherweise werden Aufwärtsbewegungen mit einem Kreuzchen je Einheit gekennzeichnet, während Abwärtsbewegungen mit einem Kreis eingezeichnet werden.

Im Gegensatz zu vielen anderen Methoden der Technischen Analyse liefert die P&F-Strategie klare und einfach nachvollziehende Signale. Ein Kaufsignal liegt beispielsweise vor, wenn eine Kreuzchen-Säule (die für steigende Kurse steht) die voraus gegangenen Kreuzchen-Säulen übertrifft. Umgekehrt liegt ein Verkaufssignal vor, wenn eine Kreis-Säule die voran gegangenen Kreis-Säulen unterschreitet.

actr
28.03.2008, 09:09
27.03.2008 08:37
Der Beweis: Die P&F-Strategie funktioniert
Die Prognosesicherheit der P&F- (News) Signale liegt bei deutlich über 80%, das belegen sowohl wissenschaftliche Studien als auch praktische Erfahrungen von Profi-Tradern. Es ist schon beeindruckend, wie erfolgreich eine so einfach zu handhabende Charttechnik sowohl kurz- als auch langfristige Trends identifiziert. Ich bin mir sicher: In den nächsten Jahren wird die P&F-Strategie mehr und mehr Anhänger gewinnen.

Ein Beispiel zur verblüffenden Treffergenauigkeit der P&F-Strategie: Am 06.01.2008 prognostizierte der deutsche P&F-Experte Jörg Mahnert den Lesern seines "P&F-Trader" den bevorstehenden Crash:

"Die Bullish-Percent-Indizes in den USA und Deutschland haben sich deutlich verschlechtert. Der deutsche Markt ist sogar in den Status Bear-Confirmed gewechselt. Das deutet auf eine Fortsetzung der nun begonnenen Konsolidierung hin. Aus diesem Grund empfehle ich Ihnen, die von mir vorgegebenen engen Stopps für die Positionen des P&F-Depots einzurichten."

Und genau das trat ein. Heute notiert der DAX über 15% tiefer. Während etliche Anleger zum Teil noch wesentlich höhere Verluste mit Einzelaktien erlitten, schauten die Leser des „P&F-Trader“ den Turbulenzen in aller Seelenruhe zu. Denn sie waren bereits aus allen Positionen ausgestiegen, als es an den Märkten so richtig krachte.

actr
28.03.2008, 10:34
26.03.2008 08:37
Erfolg versprechende Verfeinerung: Fundamentale Kriterien
Die rein charttechnisch orientierte Trendstrategie lässt sich sogar noch verbessern, indem Sie zusätzlich fundamentale Kriterien bei der Aktienauswahl berücksichtigen. So macht es beispielsweise Michael Kelnberger, Chefredakteur des "TREND Investor" seit Jahren sehr erfolgreich.

Der Extra-Filter Fundamentalkriterien reduziert Ihr Risiko. Denn bei hoch bewerteten Titeln ist das Risiko eines Rückschlags höher als bei fundamental günstigen Werten. Neben dem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) spielt für Herrn Kelnberger vor allem das wesentlich aussagekräftigere PEG ("Price-Earnings-Growth-Ratio") eine Rolle. Diese Kennzahl setzt das KGV ins Verhältnis zum durchschnittlichen jährlichen Gewinnwachstum in %. Wenn Sie das KGV durch das Gewinnwachstum teilen, erhalten Sie das PEG. Entspricht das KGV dem Gewinnwachstum, liegt das PEG also bei 1. Dies wird gemeinhin als faire Bewertung angesehen. Ist das KGV geringer als das Gewinnwachstum, bewegt sich der Wert des PEG unter 1.

Diese Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse geht auf. Der "TREND Investor" erzielt seit Jahren Gewinne, die deutlich über der Performance der Indizes liegen. Das gilt sowohl für gute als auch für schlechte Börsenzeiten.

actr
28.03.2008, 10:34
26.03.2008 08:37
Die besten Anlagestrategien Teil 3 - Trendstrategie
Liebe Leser,

in der heutigen Ausgabe beschäftige ich mich mit einer weiteren erprobten Anlagestrategie, der Trendstrategie. Statistisch gesehen handelt es sich sogar um DIE erfolgreichste Strategie. Sie kennen sicherlich alle die Börsenweisheit "The trend is your friend". Und daran ist nicht nur etwas dran, Trend-Werte machen Sie sogar richtig reich. Es lohnt sich für Sie als Anleger auf Aktien setzen, die neue Höchststände markieren.

actr
01.04.2008, 09:15
01.04.2008 08:37
Invest 2008: Top-Themen Rohstoffe, Marktlage und Abgeltungssteuer
Ende nächster Woche findet die alljährliche INVEST Anlegermesse in Stuttgart statt. Vom 11. bis 13. April wird die größte deutsche Messe zum Thema Aktien, Börse und Finanzen im neuen Stuttgarter Messegelände direkt am Flughafen wieder viele Besucher anlocken. Im Folgenden möchte ich Ihnen einen kleinen Vorgeschmack auf das Großereignis für Börsianer geben.

Im Vergleich zum Vorjahr wurde die Veranstaltung nochmals erheblich erweitert. Das neue Stuttgarter Messegelände mit der größten Veranstaltungshalle Süddeutschlands bietet Besuchern und Ausstellern auf 20.000 Quadratmetern 50% mehr Platz. Die Zahl der Aussteller ist um 20% gestiegen. Rund 200 Banken, Fondsgesellschaften, Wertpapieremittenten, Wertpapierhändler, Börsen, börsennotierte Aktiengesellschaften, Finanzdienstleister und -medien stellen ihre Produkte und Dienstleistungen vor.

Natürlich ist auch der Fachverlag für Privatfinanzen, in dem der "Investor´s Daybreak" erscheint, mit von der Partie. Zahlreiche Experten des Verlags stehen Ihnen am Verlagsstand (Halle 1, Standnummer B 35) für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

Besucher erwartet zudem ein attraktives Rahmenprogramm mit zahlreichen (zumeist kostenlosen) Vorträgen und Seminaren. Wie schon 2007 finden Sie erneut einen Themenpark Rohstoffe vor, in dem sich zahlreiche so genannte Explorer und Rohstoff-Produzenten und Förderer potenziellen Investoren vorstellen. Wer sich für Rohstoff-Werte interessiert, erhält hier die einmalige Gelegenheit, den Vorständen in einem persönlichen Gespräch auf den „Zahn zu fühlen“.

Zwei Themen rücken aus aktuellem Anlass in diesem Jahr in den Vordergrund: die aktuelle Marktlage und die Abgeltungssteuer. Wie zahlreiche Befragungen zeigen, sind einem Großteil der deutschen Privatanleger die genauen Bestimmungen der ab 2009 eingeführten Pauschalsteuer noch nicht bekannt. Ich kann dazu nur immer wieder betonen: Informieren Sie sich darüber (beispielsweise durch einen Besuch auf der INVEST), es lohnt sich, denn wer dieses Jahr handelt, kann eine Menge Geld sparen.

Im vergangenen Jahr gaben übrigens 98% der Besucher bei einer Befragung an, dass sich das Kommen gelohnt hat. Vielleicht denken auch Sie einmal über einen Messebesuch nach. Bei über 200 Ausstellern ist für jeden etwas dabei.

actr
01.04.2008, 11:32
01.04.2008 11:25
Deutsche Börse weitet Angebot an Indizes aus
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der Börsenbetreiber Deutsche Börse AG (ISIN DE0005810055 (News/Aktienkurs)/ WKN 581005) meldete am Dienstag, dass er sein Angebot im Bereich Indizes weiter ausgebaut hat. Mit dem DAXglobal Water Index hat das Unternehmen erstmals einen Index aufgelegt, der die weltweit größten und liquidesten Unternehmen aus dem Bereich der Wasserwirtschaft abbildet. Zudem startet die Deutsche Börse sieben neue Short-Indizes, mit denen sich Anleger gegen fallende Kurse in Emerging Markets absichern können.

Den Angaben zufolge enthält der DAXglobal Water Index Unternehmen aus den Branchen der Wasserversorgung und Bewässerung ebenso wie Abwasserentsorgung, die an internationalen Börsen gehandelt werden. Alle im Index vertretenen Unternehmen müssen mindestens 30 Prozent ihrer Einnahmen in diesen Sektoren generieren. Momentan enthält der Wasser-Index 26 Unternehmen, die drei größten Werte sind das spanische Unternehmen Aguas Barcelona, Veolia Environnement aus Frankreich und UTD Utilities aus Großbritannien. Prozentual stellen Unternehmen aus Großbritannien mit 33 Prozent den größten Anteil am Index dar, gefolgt von den USA (13 Prozent), Malaysia (11 Prozent), Spanien und Frankreich (jeweils 8 Prozent) und Hongkong (5 Prozent). In der historischen Rückrechnung erzielte der Index 2007 eine Wertentwicklung von 32 Prozent, 2006 stieg der Wert um 24 Prozent.

Auswahlkriterien für den DAXglobal Water Index sind die Marktkapitalisierung und der durchschnittliche tägliche Börsenumsatz der letzten sechs Monate. Die Berechnung erfolgt jeweils als Kurs- und Performance-Index in Euro, US-Dollar und Britischen Pfund. Die Indexzugehörigkeit wird einmal jährlich überprüft. Die Neugewichtung erfolgt jeweils vierteljährlich.

Darüber hinaus hat die Deutsche Börse ihr Angebot um sieben neue DAXglobal Short Indizes ergänzt. Die Short-Indizes entwickeln sich gegenläufig zum jeweiligen Index DAXglobal Asia, DAXglobal China, DAXglobal Emerging11, DAXglobal Russia, DAXglobal Russia+, DAXglobal BRIC und dem DBIX Index, der indische Unternehmen abbildet. Fällt also DAXglobal China zum Beispiel um 5 Prozent, steigt DAXglobal China Short um 5 Prozent und umgekehrt. Investoren, die eine negative Wertentwicklung des jeweiligen Index für die entsprechenden Märkte erwarten, können mit diesen Indizes von fallenden Indexständen profitieren.

Die Aktie der Deutschen Börse steigt aktuell um 1,80 Prozent auf 103,87 Euro. (01.04.2008/ac/n/d)

actr
10.04.2008, 22:05
10.04.2008 20:46
Technische Analyse, der Beginn einer Erklärung
von Tom Firley, Gastbeitrag aus der

Immer wieder werde ich von meinen Lesern der nach einer Erklärung zum „MACD” gefragt. Im Internet gibt es Hunderte von Erklärungen zu diesem Thema. Aber zumindest ich habe keine Darstellung gefunden, bei der ein Anfänger im Bereich der Technischen Analyse nicht schon beim ersten Satz geistig „aussteigt”.

Daher rolle ich dieses Thema einmal ganz einfach auf und merke bereits jetzt, dass ich durch Nutzung des Begriffs „Technische Analyse” schon die ersten Leser ebenso zum Aussteigen zwinge… zumindest die Leser, die noch nie etwas von diesem Thema gehört haben. Also fangen wir ganz von vorne an. Vorab: Ich wette mit Ihnen: Wenn Sie „dran” bleiben, haben Sie Ihr Börsen-Verständnis in Kürze um ein gutes Stück erweitert. Zunächst einmal:

Technische Analyse contra Chartanalyse

Die Begriffe Technische Analyse und Chartanalyse werden in der Literatur gerne durcheinander gewürfelt. Die einen sagen, die Technische Analyse ist eine Unter-Disziplin der Chartanalyse, wieder andere behaupten das Gegenteil. Ich meine, die Bereiche Technische Analyse und Chartanalyse sind einfach gesondert zu behandeln. Einfach ausgedrückt:

Chartanalyse
Bei der Chartanalyse dürfen Sie in den Chart „zeichnen”. Hier werden zunächst einmal Trends (aufwärts, abwärts, seitwärts) visualisiert. Das ist die einfachste Form der Charttechnik.


http://www.investor-verlag.de/charts/id/00004724.gif


Wie Sie bereits in diesem ganz einfachen Chart auf Monatsbasis erkennen, lässt die Chartanalyse viel Spielraum für Interpretationen… Grün eingezeichnet sind Aufwärtstrends, rot Abwärtstrends und schwarz Seitwärtstrends.

Scharfen Beobachtern könnte jetzt auffallen: „Mensch, das war ja ganz klar, der aktuelle langfristige Aufwärtstrend wurde ja bereits im Dezember 2007 unterboten. Da hätte ich aussteigen müssen”. Nun, das ist nur die halbe Wahrheit, denn:

Schwarz eingekreist habe ich die Phasen, in denen ein vorherrschender Trend zwar formal gebrochen wurde, kurze Zeit später aber wieder in dieselbe Richtung weiterlief. Der aktuell eigentliche wichtige Trendbruch fand im - wie in der Geldanlage-Strategie öfter erwähnten - Bereich der 7.500 Punkte (rot eingekreist) im Dax statt.

Sie sehen: Neben den Trends ist es genauso wichtig „Unterstützungen und Widerstände” zu erkennen und einzuzeichnen.

Fortgeschrittene erkennen dann auch noch Dreiecke, Wimpel, Schulter-Kopf-Schulter-Formationen (kurz S-K-S), Doppel-Tops, Dreifach-Tiefs und so weiter. Das Problemchen:

Je nach Professionalität des Darstellenden können dabei vollkommen verschiedene Interpretationen für ein und denselben Chart entstehen. Dabei müssen die unterschiedlichen Interpretationen nicht grundsätzlich falsch sein, nur manche (im Internet sehr viele…) Chart-Artisten interpretieren in die Charts wesentlich mehr hinein, als eigentlich notwendig bzw. „gestattet” ist. Vor einigen Jahren habe ich mich noch darüber geärgert, welch charttechnischer Humbug oft und besonders im Internet verbreitet wird, aber das ist nun mal die Schmach des World Wild Web…



Viel Erfolg an der Börse

Ihr

Tom Firley

actr
11.04.2008, 22:20
GELDANLAGE

Erotik frisst Hirn

[21:30, 11.04.08]

Von Brigitte Watermann


Der Hirnscan beweist’s: Erotik und Geldanlage haben eine Menge miteinander zu tun. Zeigt man Männern erotische Bilder, verhalten sie sich danach deutlich risikofreudiger, haben US-Forscher herausgefunden.



Hat Ihr Mann mal wieder Geld mit viel zu riskanten Geschäften an der Börse verzockt? Dann versuchen Sie einmal diskret herauszufinden, ob er vielleicht zuletzt zu lange vorm Spät-TV-Programm versumpft ist. Auf Premiere-deutsch „Vollerotik-Programme“ - oder für Menschen des klaren Wortes Pornos- erhöhen nämlich offenbar die Wahrscheinlichkeit dafür, dass Männer riskantere finanzielle Entscheidungen eingehen.


Zeigt man Männern erotische Bilder, werden sie danach deutlich risikofreudiger. Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen neuropsychologischen Studie mehrerer renommierter US-Universitäten. Sie haben in einer Laborsituation das Verhalten von 15 heterosexuellen Männern getestet. Ihnen wurden zunächst erotische Bilder gezeigt. Daraufhin entschieden sie sich bei einem Zufallsspiel erheblich öfter für die riskantere von zwei Spielvarianten.




Die Evolution habe dafür gesorgt, dass Männer sowohl einen Bedarf nach Geld wie nach Frauen hätten, erläutert die Leiterin der Studie, die Finanzwissenschaftlerin Camelia Kuhnen von der Northwestern University, gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Beides rege den gleichen Bereich im Gehirn an – das so genannte Nucleus Accumbens. Es wird nämlich bei sowohl bei der Erwartung von finanziellen wie nicht-monatären Belohnungen – zum Beispiel erotischen Bildern – aktiviert, wie Gehirnscans der Probanden zeigten.


Der Zusammenhang zwischen Gier und Sex lasse sich über mehrere hundertausend Jahre in der Menschheitsgeschichte zurückverfolgen, so das an der Studie beteiligte Professorenteam. Die Studie gehört zum Bereich der Neuroökonomie. Sie verbindet die Neurowissenschaft mit der Wirtschaftsforschung, zum Beispiel Motive finanzieller Entscheidungen herauszufinden.

Ob die Schlussfolgerung erlaubt ist, dass Männer, die vor allem auf Tagesgeldkonten setzen, immer nur das Kinderprogramm anschauen, haben die Forscher allerdings nicht untersucht.

actr
30.05.2008, 09:08
30.05.2008 08:37
Die 5 Gewinner-Kriterien für Ihr Depot
Das Fundament meiner Empfehlungen bilden die folgenden 5 Eckpfeiler:

1. Kräftiges Gewinn- und Umsatz-Wachstum
Mein Augenmerk gilt Firmen mit zweistelligem Plus bei Profit und Erlösen. Im Markt gibt es zu viele gute Kaufgelegenheiten, um sich mit weniger zufrieden zu geben.

2. Starke Marktmacht
Ich suche Firmen, die nicht ohne weiteres von einem Konkurrenten angegriffen oder kopiert werden können. Dies ist besonders in China wichtig, wo das Kopieren an der Tagesordnung ist.

3. Marktführer
Wir investieren entweder in die Nummer 1 oder in die Nummer 2 einer Branche. Oder in die am schnellsten wachsende Firma des Industriezweiges. Diese Aktien entwickeln sich sowieso am besten. Dazu kommt ein politischer Sonderfaktor: China fördert ganz besonders den Aufbau seiner neuen Welt-Champions.

4. Hohe Margen
China ist nicht nur der am schnellsten wachsende Markt der Welt, es ist auch der am härtesten umkämpfte. Viele Firmen konkurrieren über den Preis und verkaufen ihre Waren für hauchdünne Gewinnmargen. Diejenigen, die beständig zweistellige operative Margen erzielen, haben langfristig bessere Chancen auf hohe Profite - für sich und für uns.

5. Privat- vor Staatsfirmen
China wird immer kapitalistischer - private Firmen werden letztlich die Oberhand über die Regierungs-Bürokratie behalten. Dieser Prozess ist gerade in Gang, Anleger profitieren von Firmen mit echtem Unternehmergeist. Nur wenige Staatsfirmen sind gute Investments; die Ausnahmen zeichnen sich durch ein gutes Management und eine dominierende Marktmacht in einer staatlich regulierten Branche aus. So wie beispielsweise CNOOC, Sinopec, China Aluminum und China Mobile.

Zudem analysiere ich weitere Faktoren, aber die oben genannten Richtlinien haben sich bei meinen eigenen Investments, der Verwaltung der Kundengelder und unseren Empfehlungen in „China Strategy“ bestens bewährt. Flaut das Wachstum in den kommenden Jahren ab, passe ich die Kriterien der Analyse an. Aber ich bin sicher, dass der aktuelle Ansatz gute Gewinne hervorbringt. Auch für Sie.

actr
30.05.2008, 09:09
30.05.2008 08:37
Die wichtigsten Faktoren bei der Aktienauswahl
Zunächst betrachte ich die gesamte Volkswirtschaft: Die chinesische Wirtschaft wächst global am schnellsten, daher konzentriere ich mich auf Wachstum (Growth), nicht auf Werthaltigkeit (Value). Die besten Chancen weltweit bietet die dynamischste Volkswirtschaft: China.

Dementsprechend suche ich die nächste Welle großartiger Growth-Titel - wie Microsoft oder Cisco Anfang der 1990er Jahre in den USA. Ich investiere folglich nur in die besten Titel.

Als 2000 das Wachstum nachließ, haben viele Growth-Fonds den schweren Fehler begangen, ihre Aktien zu halten und beim Absturz zuzusehen. Daher: Wenn die Zuwächse ausbleiben, heißt es verkaufen und anderweitig investieren.

actr
30.05.2008, 09:11
30.05.2008 08:37
So finden Sie die besten China-Investments
Von Robert Hsu, Chefredakteur „China Strategy“

Liebe Leser,

häufig werde ich nach meiner Strategie für die Auswahl der besten China-Aktien gefragt. Als gelernter Investment-Banker habe ich mir dafür ein klar umrissenes Regelwerk aufgestellt.

Dieses Vorgehen unterscheidet uns von den meisten anderen Finanzdiensten. Und mit diesem Ansatz habe ich auch Erfolg. Ein Beispiel: Von den 12 chinesischen Börsengängen an der New York Stock Exchange und der NASDAQ brachten 2006 nur die Hälfte Gewinne; die anderen Neulinge rutschten ins Minus. Und genau die vier Aktien, die ich meinen Lesern empfohlen hatte - New Oriental Education, Mindray Medical, Home Inns und Trina Solar gehörten zu den Top-Performern an der Wall Street.

actr
30.05.2008, 09:12
30.05.2008 08:37
Editorial
Liebe Leser,

an der Börse wechseln ständig die Trends. Das Trendthema China beschäftigt uns jedoch schon seit einigen Jahren. Und ohne Frage: Bis Mitte 2007 konnte man bei einem Aktieninvestment in China oder mit einer chinesischen Aktie auch kaum etwas falsch machen. Der breite Markt kannte nur eine Richtung: nach oben. Doch selbst in diesen Phasen gab es immer wieder Werte, die deutlich hinter der Performance der großen Indizes zurückblieben.

Andere Werte hingegen waren in der Lage deutlich besser zu performen als der Markt. Investoren, die da mit dabei waren, haben in den vergangenen Jahren in China eine Menge Geld verdienen können. Aber seit Mitte 2007 ist alles anders.

Seit dem haben auch die chinesischen Blue Chips, wie beispielsweise China Mobile oder Petrochina, deutlich an Wert verloren. Seit Jahresanfang gehörten die großen chinesischen Indizes zu den großen Verlierern an den Weltbörsen. Wer jetzt in China investiert, braucht gute Nerven – oder einen guten Berater. Robert Hsu ist ein solcher Berater. Er hat für seine Kunden auch in den vergangenen Monaten die China-Depots sicher durch die stürmischen Zeiten geführt. Sicher haben auch einige Aktien in diesen Depots an Wert verloren. Aber da die langfristige Story stimmt, gab es keinen Grund, diese Werte zu verkaufen. Der Lohn: Viele Aktien notieren schon wieder so hoch wie zu Jahresanfang.

Lesen Sie heute, wie auch Sie die besten China-Investments entdecken können und so langfristig vom „chinesischen Wunder“ profitieren können.

actr
30.05.2008, 09:14
29.05.2008 08:38
China investiert selbst in Rohstoffe
Liebe Leser,

China ist das Land hinter dem Rohstoff-Boom. Das gängigste Argument der Rohstoff-Bullen lautet: Das asiatische Land fragt so viele Rohstoffe nach, dass das Angebot nicht mithalten kann und die Preise einfach steigen müssen. So einfach, so gut.
Offizielle chinesische Finanzfachleute wollen nun auch den Rohstoff-Boom außerhalb des Landes nutzen. Bislang fließt noch ein Großteil des Kapitals nach Hong Kong. Doch die staatlichen Fonds können mittlerweile auch in Japan, Singapur, Großbritannien und den USA investieren. Schon jetzt sind dort die Investments auf mehr als 15 Mrd. Dollar angestiegen.
Was liegt also näher, als Rohstoff-Aktien aus Ländern wie Australien oder Brasilien an den internationalen Aktienmärkten wie den USA zu kaufen. Die chinesischen Fonds gehen dabei eigentlich auf Nummer sicher und verringern noch ihr Risiko. Denn das die Nachfrage bei den Rohstoffen aus China hoch bleiben wird, steht eigentlich außer Frage. Zusätzlich sichern sich die Chinesen so auch noch den Einfluss auf wichtige Rohstoff-Firmen. Das passt sehr gut zu der Strategie des asiatischen Landes, direkt in den Ländern, in denen die Rohstoffe produziert werden, auch aktiv zu werden und die eigenen Bedürfnisse zu decken.
Was zeigt uns dieses starke Engagement der Chinesen in Sachen Rohstoffe? Der Bullenmarkt ist noch lange nicht vorbei. Sicherlich wird es auf dem weiteren Weg nach oben auch immer wieder Korrekturen geben – aber insgesamt können wir im Rohstoff-Sektor auf Sicht der kommenden Jahre noch einiges erwarten

actr
17.06.2008, 09:27
17.06.2008 08:38

Mit dieser Aktie verdienen Sie an der Benzin-Preistreiberei mit

Manchmal schreibt das Leben die besten Investment-Ideen. Monatelang ärgerte ich mich beim Autofahren jedes Mal wenn ich an einer Tankstelle vorbei kam und die Preise dort schon wieder höher lagen. Als der Preis für den Liter Super auf die 1,50 Euro zu marschierte, entschloss ich mich dieser Preisspirale ein Ende zu setzen und auf Autogas umzusatteln.

Hier spare ich langfristig nicht nur Geld, ich beteilige mich auch aktiv am Klimaschutz. Im Vergleich zu Benzin liegen die Emissionen von Stickoxiden um rund 20%, CO2 um rund 15% und unverbrannte Kohlenwasserstoffe um rund 50% niedriger. Die Umrüstung kostet einmalig 2.000 bis 3.000 Euro. Bei einem Preis von lediglich 68 Cent pro Liter (die weitaus geringere Energiesteuer auf Autogas ist bis 2018 festgeschrieben) amortisiert sich die Umrüstung je nach Verbrauch schon ab 30.000 bis 50.000 gefahrenen Kilometern.

Neben dem finanziellen Aspekt hat die Umrüstung sogar noch einen positiven Nebeneffekt: Seitdem fahre ich an jeder Tankstelle mit einem Lächeln vorbei.

Die Nachfrage nach der Autogas-Umrüstung ist übrigens riesig. Ich musste zwei Wochen auf einen Termin warten. Als Vollblut-Börsianer habe ich mich dabei natürlich gefragt, welche Aktien von diesem Boom profitieren werden. Nach einigen Recherchen bin ich auf eine (noch) sehr kleine AG gestoßen, die sich auf Umrüstung von benzingetriebenen PKWs auf Erdgas und Autogas spezialisiert hat.

Die Wachstumsraten sind gigantisch. Brachte es diese AG im vergangenen Jahr lediglich auf einen Umsatz von 2 Mio. Euro, sind es 2008 voraussichtlich schon über 10 Mio. Euro Umsatz und 1 Mio. Euro Gewinn. Im nächsten Jahr rechne ich mit einer Verfünffachung des Gewinns.

Jede weitere Preiserhöhung bei Benzin, Super und Diesel bringt dem Unternehmen neue Kunden. Solange die Kraftstoffpreise nicht drastisch einknicken (was niemand ernsthaft erwartet), werden die Geschäfte blendend laufen.

Bei diesen Aussichten ist der aktuelle Börsenwert von gerade einmal 28 Mio. Euro ein absolutes Schnäppchen. Die Aktie ist eben noch völlig unbekannt. Doch das wird sich in den kommenden Monaten sicherlich ändern…



Allzeit gutes Klima für Ihr Depot wünscht

Sascha Mohaupt
Chefredakteur Investor´s Daybreak

actr
17.06.2008, 09:33
17.06.2008 08:38

Mit dieser Aktie verdienen Sie an der Benzin-Preistreiberei mit

Manchmal schreibt das Leben die besten Investment-Ideen. Monatelang ärgerte ich mich beim Autofahren jedes Mal wenn ich an einer Tankstelle vorbei kam und die Preise dort schon wieder höher lagen. Als der Preis für den Liter Super auf die 1,50 Euro zu marschierte, entschloss ich mich dieser Preisspirale ein Ende zu setzen und auf Autogas umzusatteln.

Hier spare ich langfristig nicht nur Geld, ich beteilige mich auch aktiv am Klimaschutz. Im Vergleich zu Benzin liegen die Emissionen von Stickoxiden um rund 20%, CO2 um rund 15% und unverbrannte Kohlenwasserstoffe um rund 50% niedriger. Die Umrüstung kostet einmalig 2.000 bis 3.000 Euro. Bei einem Preis von lediglich 68 Cent pro Liter (die weitaus geringere Energiesteuer auf Autogas ist bis 2018 festgeschrieben) amortisiert sich die Umrüstung je nach Verbrauch schon ab 30.000 bis 50.000 gefahrenen Kilometern.

Neben dem finanziellen Aspekt hat die Umrüstung sogar noch einen positiven Nebeneffekt: Seitdem fahre ich an jeder Tankstelle mit einem Lächeln vorbei.

Die Nachfrage nach der Autogas-Umrüstung ist übrigens riesig. Ich musste zwei Wochen auf einen Termin warten. Als Vollblut-Börsianer habe ich mich dabei natürlich gefragt, welche Aktien von diesem Boom profitieren werden. Nach einigen Recherchen bin ich auf eine (noch) sehr kleine AG gestoßen, die sich auf Umrüstung von benzingetriebenen PKWs auf Erdgas und Autogas spezialisiert hat.

Die Wachstumsraten sind gigantisch. Brachte es diese AG im vergangenen Jahr lediglich auf einen Umsatz von 2 Mio. Euro, sind es 2008 voraussichtlich schon über 10 Mio. Euro Umsatz und 1 Mio. Euro Gewinn. Im nächsten Jahr rechne ich mit einer Verfünffachung des Gewinns.

Jede weitere Preiserhöhung bei Benzin, Super und Diesel bringt dem Unternehmen neue Kunden. Solange die Kraftstoffpreise nicht drastisch einknicken (was niemand ernsthaft erwartet), werden die Geschäfte blendend laufen.

Bei diesen Aussichten ist der aktuelle Börsenwert von gerade einmal 28 Mio. Euro ein absolutes Schnäppchen. Die Aktie ist eben noch völlig unbekannt. Doch das wird sich in den kommenden Monaten sicherlich ändern…



Allzeit gutes Klima für Ihr Depot wünscht

Sascha Mohaupt
Chefredakteur Investor´s Daybreak


Die Aktie eines Windkraftunternehmens, das nach meinen internen Informationen 2008 und 2009 so viele Windparks baut wie weltweit kein anderes Unternehmen


Die Aktie des chinesischen Solarunternehmens, das sich anschickt, den Erfolg von Solarworld zu versiebzehnfachen


Die Aktie eines bis jetzt noch vollkommen unbekannten Unternehmens aus dem boomenden Bereich des Personennahverkehrs. Dieses Unternehmen hat gerade einen Auftrag aus dem Milliarden-Topf der öffentlichen Hand bekommen – und ich kann Ihnen versichern: Es schwimmt im Geld.

actr
17.06.2008, 09:36
17.06.2008 08:38
+300% mit Ersol in nur 7 Wochen
Das Übernahmeangebot für Ersol (News/Aktienkurs) war vorhersehbar. Schon längere Zeit kursierten unter Insidern Gerüchte über das Interesse großer Finanzinvestoren und Industriekonzerne an den Solar-Unternehmen. Für Ersol sprachen zwei gewichtige Gründe: Erstens war die Aktie im Branchenvergleich klar unterbewertet. Zweitens erleichtert die Eigentümerstruktur mit Großaktionär eine Übernahme.

Aus diesem Grund habe ich Ersol den Lesern meines KLIMAWANDEL INVESTOR schon Ende April zum Kauf empfohlen. Die Aktie für das Klimawandel-Aktien-Depot und ein Turbo-Zertifikat für das Klimawandel-Turbo-Depot. Mit durchschlagendem Erfolg: Die Aktie legte in nur 7 Wochen um über 90% zu, das Turbo-Zertifikat um über 300%.

actr
17.06.2008, 09:37
17.06.2008 08:38
Solar-Werte im Übernahme-Fieber
Liebe Leser,

keine andere Branche wird in den kommenden Jahren und Jahrzehnten so stark vom Megatrend Klimaschutz profitieren wie die Erneuerbaren Energien. Die Solarbranche ist wieder in Bewegung, die Anleger kehren in Solarwerte zurück. Auslöser war das üppige Übernahmeangebot von Bosch für Ersol Solar. Der Industriekonzern zahlt für Ersol einen Aufpreis von über 60%. Das beweist einmal mehr, welches gewaltige Potenzial in den Erneuerbaren Energien schlummert. Neben Bosch gab es noch weitere Interessenten für Ersol, darunter namhafte Private-Equity-Firmen und große Industriekonzerne. Diese werden sich jetzt andere Übernahmeobjekte in der Branche suchen.

Dementsprechend robust zeigten sich Solar-Aktien in den letzten (sehr schwachen) Börsenwochen. Das Anlegervertrauen kehrt langsam wieder zurück. Damit wird die nächste Hausse-Welle bei dieser Boom-Branche eingeleitet.

actr
20.06.2008, 09:20
20.06.2008 08:38
Die wichtigsten Erkenntnisse der Börsenpsychologie
Mittlerweile hat sich ein ganzer Forschungszweig rund um das Thema Börsenpsychologie entwickelt, die „Behavioral Finance“. Schauen wir uns einmal die wichtigsten Erkenntnisse zusammen an, vielleicht werden Sie sich bei der ein oder anderen Sache wieder erkennen und den gleichen Fehler in Zukunft vermeiden.

Ganz oben auf der Liste der „Behavioral Finance“ steht das Phänomen der Verlustaversion. Viele Anleger können nicht mit Verlusten umgehen. Sie vermeiden es daher, Verluste zu realisieren, weil sie sich ihre falsche Einschätzung beim Kauf des Wertpapiers nicht eingestehen wollen. Der Verkauf käme für sie dem Eingeständnis einer Niederlage gleich. Stattdessen hoffen sie (meist vergeblich) darauf, doch noch richtig zu liegen. Vielleicht kennen auch Sie es aus eigener leidvoller Erfahrung. Das Gegenmittel: Setzen Sie Stoppkurse. Legen Sie bei jeder Investition im Voraus fest, wie viel Sie maximal verlieren wollen und verkaufen Sie die Position konsequent, wenn der jeweilige Kurs unterschritten wurde.

Umgekehrt werden Gewinne oftmals viel zu früh realisiert. Das Gefühl des Gewinnens ist in diesem Fall wichtiger als die Höhe des Kursgewinns. Mit der alten Faustregel „Gewinne laufen lassen“ fahren Sie in den meisten Fällen höhere Renditen ein. Wichtig dabei: Ziehen Sie Ihren Stoppkurs regelmäßig nach, um aufgelaufene Gewinne abzusichern.

Ein weiteres wiederkehrendes Börsenphänomen ist der „Herdentrieb“, also das Mitgehen mit der breiten Masse. Paradebeispiel: der Internetboom im Jahre 2000. Trotz horrender Bewertungsniveaus stiegen immer noch massenhaft Anleger in Internetaktien ein, mit katastrophalem Ergebnis. Das was an der Börse alle machen, ist längst eben nicht immer auch das Beste. Bevor Sie als Letzter auf einen Trend aufspringen, warten Sie lieber auf den nächsten.

Ebenfalls oft anzutreffen: die Fokussierung auf den Heimatmarkt. Wer (fast) sein gesamtes Kapital in Deutschland investiert, geht unnötige Risiken ein. Insbesondere in den Jahren 2000 bis 2002 hat es den DAX weitaus schlimmer getroffen als andere Märkte. Nutzen Sie stattdessen eine gute internationale Risikostreuung als Airbag für Ihr Geld.

Zu einer guten Risikostreuung zählen auch Investments in andere Assetklassen als Aktien. Festverzinsliche Papiere, Rohstoff- und Immobilienanlagen gehören heutzutage in jedes gut diversifizierte Depot. Das Auf und Ab der Aktienmärkte können Sie auch mit der Beimischung von Devisen-Investments vermeiden. Irgendwelche Währungen haben immer gerade einen Lauf. Mein Kollege Andreas Habecki hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese für Sie aufzuspüren - und das mit großem Erfolg, wie seine Performance von +157% seit Oktober beweist.

actr
20.06.2008, 09:32
20.06.2008 08:38
Was gute von schlechten Anlegern unterscheidet
Liebe Leser,

Deutschland hat es ins EM-Halbfinale geschafft. Die Fans feierten dementsprechend bis in die tiefe Nacht hinein. So manch ein Börsianer schaut sicherlich neidisch auf das runde Leder. Denn die Börse gibt uns dieses Jahr keinen Grund zu feiern.

Die (Börsen-)Zeiten sind eindeutig härter geworden. Leichte Gewinne sind seit Mitte letzten Jahres passé. Damit will ich nicht sagen, dass mit Aktien kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist. Doch dazu braucht es in Zukunft etwas mehr als willkürlich einige Werte heraus zu picken, wie es in der jahrelangen Hausse-Phase ohne weiteres möglich war.

Aber was unterscheidet eigentlich die erfolgreichen von den weniger erfolgreichen Anlegern? Zahlreiche Studien belegen den Unterschied: Gute Anleger lassen sich nicht von ihren Gefühlen (ver-)leiten. Und machen deshalb erheblich weniger Fehler.

actr
24.06.2008, 13:14
24.06.2008 12:12
Ein Milliardär und eine Wette

*** Der wahrscheinlich reichste Mann der Welt - Warren Buffett, einer von den Guten - ist eine Wette eingegangen:

Und zwar mit „Protégé Partners LLC", einer Firma, welche Hedgefonds betreibt.

Es geht darum: Protégé Partners LLC loben natürlich ihre eigenen Hedgefonds - doch Warren Buffett hält dagegen. Er sagt:

Ich wette, dass eine Auswahl aus 5 dieser Hedgefonds in den nächsten 10 Jahren NICHT mehr Ertrag einbringen wird, als der S&P 500.

Und zwar netto, das heißt abzüglich aller Gebühren, Gewinnbeiligungen etc.; Warren Buffett hält diese für überzogen und ist deshalb der Ansicht, dass ein Index-Fonds auf den S&P 500 (gibt es zu minimalen Gebühren) die bessere Wahl ist.

Wetteinsatz:

Beide Parteien legen 320.000 Dollar auf den Tisch. Davon wird ein Zero-Bond gekauft, welcher in 10 Jahren (zum Zeitpunkt des Wettendes) 1 Million Dollar wert sein wird.

Der Gewinn soll so oder so für einen guten Zweck eingesetzt werden: Wenn Protégé Partners LLC gewinnt, soll der Gewinn an „Absolute Return for Kids" gehen, eine philantropische Einrichtung in London. Wenn Warren Buffett gewinnt, soll der Gewinn an „Girls Inc." gehen. So oder so also eine gute Sache.

Nun, bei der Wette selbst ist klar, wem ich die Daumen drücke.

*** Ich finde Warren Buffett richtig klasse, haben Sie vielleicht mitbekommen. Das möchte ich kurz begründen:

1. Er hat einen exzellenten „track record" (Börsenslang für: Liste abgeschlossener Trades/Investitionen). Und zwar nicht nur für ein paar Jahre - sondern für die letzten gut 40 Jahre.

Seit 1965 hat er mit seiner Anlagegesellschaft Berkshire Hathaway jedes Jahr im Durchschnitt ein Plus von 21,1% erzielt (womit er den S&P 500 um mehr als Faktor 2 geschlagen hat).

Das ist „sehr gut."

Und davon lässt sich lernen: Schielen Sie nicht immer nach Gewinnen im drei- oder sogar vierstelligen Prozentbereich, wie das von gewisser Werbung ja manchmal suggeriert wird.

Nein, viel wichtiger ist: Wenn Sie es schaffen, mit Ihrem Vermögen pro Jahr ein Plus von 20% zu erzielen - dann ist das super. Und wenn Sie das Jahr für Jahr durchhalten, können Sie auf diese Weise richtig reich werden.

Warren Buffett hat mit ein paar Tausend Dollar angefangen. Doch 21,1% Plus, über 40 Jahre, hat ihn zum reichsten Mann der Welt gemacht.

2. Warren Buffett ist ein bodenständiger Mann. Er ist extrem reich, aber er schwelgt nicht im Luxus und verhält sich nicht wie ein „king of the universe", wie das gewisse Hedgefonds-Manager tun. Nein, Buffett lebt immer noch in dem Haus, welches er 1958 für angeblich 31.500 Dollar gekauft hat. In Omaha - keiner „hippen" Gegend. Er mag laut eigener Aussage lieber „Hamburger&Cherry Coca Cola" als Kaviar und Champagner.

Und er hat seinen Reichtum selbst verdient, durch seinen Kopf. Er ist ein „self-made man".

3. Sein Investment-Ansatz gefällt mir: Er kauft Aktien bzw. Unternehmen, deren Fundamentals er genau unter die Lupe genommen hat. Und wenn er zu dem Schluss kommt, dass sie zu günstig bewertet sind, dann kauft er (falls möglich). Am liebsten dann, wenn diese Aktie gerade „out" ist, er antizyklisch einsteigen kann.

Und dann kann er warten. Und zwar darauf, dass diese Unterbewertung korrigiert wird. Und das wird sie früher oder später, denn keine Unterbewertung ist von Dauer, wenn der Markt halbwegs funktioniert.

Es geht also um „Werte" - auf Englisch „Values". Daher der Begriff „Value Investor".

Buffett kauft nicht kreditfinanziert, er will außerdem das Geschäftsfeld verstehen, sonst kauft er nicht. Und er kauft nicht, um Unternehmen zu zerschlagen, wie gewisse „Heuschrecken". Nein, er ist ja gerade der Ansicht, dass es sich um ein gesundes Unternehmen handelt, welches einfach zu günstig bewertet ist. Deshalb hat er gekauft.

Und deshalb sagt er....aber ach, das ist ein gutes „Zitat des Tages", siehe unten!

4. Und dann: Warren Buffett ist extrem glaubwürdig. Wenn er spricht, dann sagt er die Wahrheit. Bei ihm ist ein „Deal ein Deal". Und noch etwas: Er spricht kein „Fachchinesisch" im Sinne von Börsenslang, sondern einfaches Englisch. Jeder, der Englisch kann, kann ihn verstehen. Er ist kritisch gegenüber den „Wall Street Haien", gegenüber der Gier der Investment-Banker und gegenüber den Vorständen, die sich auf Kosten ihrer Aktionäre bereichern."

Keine Frage, dass ich Warren Buffett bewundere. In der Finanzwelt ist er für mich der Größte.

Mit herzlichem Gruß



Ihr


Michael Vaupel

actr
01.07.2008, 09:48
01.07.2008 09:37
Anzahl von IPOs fällt auf 5-Jahrestief
New York (BoerseGo.de) - Das Tempo weltweiter Börsengänge ist im ersten Halbjahr 2008 auf den niedrigsten Stand seit 2003 gesunken. Dies geht aus den von Bloomberg erhobenen Daten hervor. Von Januar bis Juni gingen 333 Unternehmen an die Börse. Demgegenüber waren im Vergleichszeitraum des Vorjahres 702 Erstnotizen zu registrieren. Das generierte IPO-Volumen im ersten Halbjahr 2008 von 73,2 Milliarden Dollar entspricht gegenüber der Vergleichsperiode 2007 einem Rückgang von 41 Prozent und dem niedrigsten Niveau seit 2005.

Die deutlich rückläufige Entwicklung basiere vor allem auf die geringer gewordene Zuversicht der Investoren für eine Erholung des Wirtschaftswachstums sowie auf den größer gewordenen Verlusten aus der Finanzmarktkrise.

Die signifikante IPO-Verlangsamung habe bei den konsortialführenden Banken zu Einbrüchen bei Einnahmen aus Beratungen von fast 50 Prozent auf 2,42 Milliarden Dollar geführt.

(© BörseGo AG 2007 - http://www.boerse-go.de, Autor: Huber Christoph, Redakteur)

actr
24.07.2008, 08:44
23.07.2008 19:45
Die hohe Kunst keinen Stopp zu setzen
von Jochen Steffens

Mit dem Bruch des März-Tiefs vor einigen Handelstagen bei 6167 Punkten dürften viele Stopps ausgelöst worden sein. Jetzt scheint es fast so, als würde sich der Ausflug auf die 6000 Punkte-Marke als heftiges Fehlsignal herausstellen.


http://www.stockstreet.de/newsletter/steffens-daily/080723.gif


Ich möchte diese Entwicklung einmal nutzen, um mit einem Börsenmärchen aufzuräumen, das sich durch die gesamte Börsenwelt zieht. Ich weiß, dass ich mich damit quasi in ein Wespennest setze, denn diese Weisheit gilt als eines der unumstößlichen und ehernen Gesetze der Börse: Legen Sie Stopps in den Markt!

Nun, Sie wissen, ich bin Antizykliker. Immer wenn die Masse etwas als unumstößliche Wahrheit begreift, mache ich mir so meine Gedanken.

Um es vorweg zu nehmen:
Stopps machen beim kurzfristigen und mittelfristigen Traden Sinn – keine Frage!
Auch für Börsenneulinge sind Stopps auf jeden Fall ein absolut wichtiges und notwendiges Instrument, um nicht zu schnell, zu viel Geld zu verlieren. Daran will ich nicht rütteln.

Aber bei sehr langfristigen Strategien (10 / 20 Jahre oder länger) und einem sehr breit diversifiziertem Portfolio sind Stopps kontraproduktiv.
Stopps sind das Allheilmittel der Börsen
Überall lesen Sie, dass Stopps Verluste minimieren und damit die eigene Performance optimieren. Das ist leider demnach nicht immer richtig. Man kann es back-testen: Je langfristiger eine Anlagestrategie ausgerichtet ist, desto negativer wirkt sich eine Stopp-Strategie auf die Performance aus.
Der Wiedereinstieg
Das Grundproblem beim Stopp ist nämlich die Frage des Wiedereinstiegs. Unbewusst kennt das jeder langfristig orientierte Anleger. Fällt der Kurs auf einen tiefliegenden Stopp, bleibt das unbefriedigende Gefühl, dass man vielleicht jetzt doch lieber fast schon wieder in diese Aktie eingestiegen wäre. Schließlich dürfte der Markt/die Aktie zu diesem Zeitpunkt schon massiv überverkauft gewesen sein. Irgendwie ist der Zeitpunkt immer ungünstig, an dem man ausgestoppt wird. Zum Beispiel der Dax, wann steigt man jetzt wieder in den Dax ein, wenn man bei 6200 Punkten ausgestoppt wurde? Kniffelige Frage.

Doch das ist nicht das einzige Problem: Ist der Stopp zu eng gesetzt, fliegt man zu oft raus und verpasst somit, wenn es schlecht läuft, die gesamte folgende Rally. Setzt man ihn zu weit, ufern die Verluste aus.
Diverse Stopp-Strategien
Es gibt nun eine Menge ausgefeilter Stopp-Strategien, die mehr oder weniger versuchen, diese Probleme in ein Schema zu pressen. Meiner Meinung nach nur, um die „Eigenverantwortung“ und damit das schlechte Gefühl auszumerzen: Schließlich hat man nicht selber gehandelt, sondern das System.

Nur, mit jedem Stopp kappen Sie sich eine mögliche Performance nach oben und realisieren Verluste nach unten. Sie werden so nie in der Nähe der Hochs verkaufen und selbst wenn sie die Stopps nachziehen, werden Sie bei langfristigen Strategien immer 15-30 % der einmal gemachten Performance wieder abgeben.
Das Timing ist im langfristigen Segment unwichtiger
Wenn Sie in einem langfristigen Depot direkt beim Einstieg einen Stopp setzen, muss ihr Einstiegstiming sehr gut sein. Langfristig gesehen ist es aber eigentlich unerheblich, ob die Aktie zunächst einemal 15 % oder 20 % abgibt. Jim Rogers zum Beispiel sagte vor der Agrarrohstoff-Hausse von sich, dass er ein sehr schlechtes Timing habe. Das sei ihm aber egal, er wisse, dass die Agrarrohstoffe steigen werden. Ihm war es demnach egal, ob die Kurse nach einer Investition erst einmal deutlich ins Minus rutschten.

Wenn Sie bei einem Minus von 15 % - 20 % aussteigen, realisieren Sie diesen Verlust und manifestieren ihn. Das wieder zu einem Zeitpunkt, wo die Aktie, wie gesagt, häufig überverkauft ist. Und dann müssen Sie in eine andere Position einsteigen, um diese verlorenen Prozente wieder einzubringen. Doch auch diese Position könnte jetzt 15-30 % verlieren. Warum also nicht direkt in der ersteren investiert bleiben?
Die verlorene Performance
Bringt man diese Punkte zusammen, verlieren Sie auf allen Seiten Performance, oben schneiden Sie sich den Gewinn ab, und unten realisieren Sie Verluste und müssen ein neues Risiko eingehen. Dieser Performanceverlust ist es, der sich auf langfristige Sicht zunehmend negativ auf jede langfristige Strategie auswirken muss.
Langfristig bullish
Machen Sie sich die Mühe und schauen Sie sehr langfristige Charts an. Sie werden erkennen, dass es tatsächlich keinen Sinn macht, Stopps zu setzen. Sie wären immer wieder bei größeren Konsolidierungen ausgestoppt worden. Ob Sie dann den Mut gehabt hätten wieder einzusteigen, ist mehr als fraglich. Besonders, weil oft in diesen Situationen die Stimmung erdrückend ist.

Hier der Dow Jones von 1900 - 2007:

http://www.stockstreet.de/newsletter/steffens-daily/080723a.gif

Wie macht man es richtig?
Wichtiger ist jedoch bei einer langfristigen Strategie die Aktienauswahl und natürlich das man sehr breit diversifiziert. Ich würde hier grundsätzlich empfehlen, direkt die Indizes selbst zu kaufen. So reduziert man das Einzelaktienrisiko.

Natürlich sollte man auch nicht sein ganzes Geld auf einmal investieren, sondern nach und nach über Jahre immer dann einsteigen, wenn die Börse wieder einmal in Panik verfällt. Dazu gehört zwar etwas Erfahrung, aber damit schlagen Sie im sehr langfristigen Bereich jede Stopp-Strategie. (z.B. wenn Sie 1929 ungünstig am Hoch vor dem Crash eingestiegen wären und dann mit Geduld in weiter fallende Kurse die Position immer weiter ausgebaut hätten, wären Sie nach wenigen Jahren wieder im Plus gewesen. Das kann man auch auf den Dax 2000-2003 übertragen)
Ist vielleicht dieses Mal alles anders?
Aber, werden nun viele sagen, dieses Mal ist die Situation anders, dieses Mal haben die Börsen ihre langfristigen Hochs gesehen. Die Zukunft ist düster: Staatsverschuldung, vielleicht sogar ein drohender Zusammenbruch des internationalen Finanzsystems, die Endlichkeit der Ressourcen, Klimakatastrophe, politische Verwerfungen und alles andere, was in den Medien rauf und runter diskutiert wird.

Ob die aktuelle Situation wirklich „schlimmer“ ist, als zu Beginn der Weltwirtschaftskrise 1929 oder den Weltkriegen oder der Auflösung des Goldstandards und die Zeit der Inflation im Zusammenhang mit dem Vietnamkrieg, die Kuba-, Japan-, Russlandkrise, das Platzen der Dotcom-, Immobilienblase, etc? Wer weiß...

Zudem spiegelt der Langfristchart des Dow Jones die USA in ihrer Entwicklung zur Weltmacht wieder. Was wäre also, wenn die Zeit der USA als Weltmacht vielleicht bald zu Ende geht, wie es einige Analysten (allerdings auch schon seit 20 Jahren) behaupten. Dann kann ich nur empfehlen, sich auch noch den MSI World (ein Index, der die Welt abbildet) ins Depot zu legen. Damit reduzieren Sie auch noch dieses Risiko.
Sicher ist allerdings nichts
Aber natürlich, ich kann Ihnen nicht versprechen, dass sich der Dow Jones oder der MSCI World auch in den nächsten 100 Jahren entsprechend weiter entwickeln werden. Ich kann nicht einmal versprechen, dass es in 100 Jahren noch Börsen geben wird. Und ja, wenn man die Inflation rausrechnet, sieht das Bild auch anders aus.

Aber was ich sagen kann ist, dass in den letzten 100 Jahren eine Stopp-Strategie im Dow Jones für sehr langfrstig orientierte Anleger wenig Sinn gemacht hätte, besonders wenn Sie ausschließlich Panik und schlechte Stimmung gekauft und vielleicht bei Euphorie auch noch die Positionen etwas reduziert hätten....

Das nur einmal als Anregung. Im kurz- mittelfristigen Bereich kommen Sie aber, wie gesagt, ohne Stopps nicht aus. Zudem sollten Sie Ihr Portfolio bei einer Strategie ohne Stopps breit streuen, damit Verwerfungen bei Einzelaktien nicht stark ins Gewicht fallen. Wie gesagt, bei einer solcher Strategie kauft man am besten direkt den Index und muss die Nerven (und das Geld) haben, auch einmal sehr große Verluste auszusitzen...

Viele Grüße

Ihr

Jochen Steffens

actr
25.07.2008, 21:48
25.07.2008 19:45
Die Baisse nährt die Baisse
von Jochen Steffens

Daimler schockt mit einer Gewinnwarnung, der starke Euro und die Rohstoffpreise werden als Begründung angegeben. Heute kommt die Münchener Rück und senkt überraschend ihre Gewinnprognose. Was ist los? Wir wissen, Börse nimmt die Zukunft vorweg. Zeigte der Dax sich in den letzten Monaten so schwach, weil er bereits mit solchen Nachrichten rechnete? Das stimmt nur zum Teil. Bei Daimler ist offensichtlich, dass Rohstoffpreise und der starke Euro belasten. Gerade die Rohstoffpreise und hier insbesondere der Ölpreis sind natürlich mit ein Grund für die Kursrückgänge gewesen, da steigende Rohstoffpreise sich ganz besonders auf die Margen des produzierenden Gewerbes auswirken.

Bei der Münchner Rück verhält es sich hingegen anders. Im Prinzip ist die Aktie der Münchener Rück auch eine Art „Fonds“. Mit Kapitalanlagen im Wert von ca. 166 Mrd. Euro ist der Rückversicherer einer der größten Investoren der Welt. Somit ist es nur logisch, dass es in Folge von starken und unerwarteten Kursverlusten an den Börsen zu Abschreibungen kommen kann, welche das Ergebnis belasten.

Der Teufelskreis

Gerade am Beispiel der Münchener Rück zeigt sich die Gefahr, dass eine Baisse (Phase anhaltender Kursrückgänge) die Baisse nährt. Nicht nur die Münchener Rück leidet unter den Kursverlusten. Auch andere Unternehmen halten Aktien, Beteiligungen etc, die im Zuge eines Abwärtstrends alle an Wert verlieren.

Die Spirale beginnt

Doch das ist nicht das Einzige. Wenn die Gewinne einzelner Unternehmen durch Kursrückgänge schrumpfen, kommt es auf der einen Seite zu Entlassungen und damit zu steigender Arbeitslosigkeit. Diese wiederum wirkt sich auf den Gesamtkonsum aus, der dadurch zurückgeht. Auf der anderen Seite verringern die Unternehmen ihre Investionen. Beides belastet wiederum andere Unternehmen.
Schleichender Kaufkraftverlust
Gleichzeitig werden die Arbeitnehmer in so einer Situation kaum Möglichkeiten haben, höhere Lohnforderungen durchzusetzen. Schon bei einer normalen Inflation führen stagnierende Löhne bereits zu einem Kaufkraftverlust der Gesamtbevölkerung, der sich auch belastend auf die Unternehmensgewinne auswirken kann.

Doch auch die Unternehmen untereinander geraten in Schwierigkeiten. Sinkende Gewinnmargen in Verbindung mit sinkenden Produktionsmengen führen dazu, dass auch die Zulieferer weniger Absatz haben. Zudem werden die Unternehmen versuchen, einen Teil ihrer gesunkenen Gewinnmargen über einen massiven Preisdruck auf die Zulieferer abzuwälzen.

Eine Krise weitet sich aus

Schlussendlich sind auch ganz andere Bereiche betroffen: Für weniger Arbeitnehmer müssen zum Beispiel weniger Bürostühle, Büroeinrichtungen und Bürobedarf erworben oder erneuert werden. Die Kantinen produzieren weniger Essen. Es wird weniger Werbung geschaltet, darunter leiden nicht nur Werbeunternehmen sondern auch Zeitungen usw.. Und so wird am Ende nahezu jeder auf die eine oder andere Art und Weise von der Krise betroffen.

Der psychologische Effekt

Auch nicht unbedeutend ist der psychologische Effekt. Wenn die Kurse einbrechen, wird die Stimmung schlechter. Die Zeitungen greifen „Angst-Themen“ auf, um die Kursverluste zu erklären. So bekommen auch Börsenunbeteiligte (eine Spezies, die es eigentlich nicht geben sollte) auf einmal mit, dass da etwas nicht richtig läuft. Die Stimmung der Gesamtbevölkerung wird schlechter, das sogenannte „Verbrauchervertrauen“ sinkt. Und das ist ein sehr entscheidender Punkt.

Die Eitel-Sonnenschein-Mentalität

Blicken die Verbraucher positiv in die Zukunft, werden sie natürlich bereitwillig konsumieren, Geld ausgeben, Häuser kaufen, Kinder in die Welt setzen, neue Projekte starten und sich - natürlich auf Kredit - das neue große Auto in die Garage stellen. Sprich, die Konsumneigung nimmt zu, das fördert die Binnenkonjunktur.

Die Weltuntergangsstimmung

Haben dieselben Verbraucher allerdings Angst vor der zukünftigen Entwicklung, werden sie lieber sparsam mit dem Geld umgehen, um für den Fall der Fälle über einen Notgroschen zu verfügen. Tatsächlich werden in solchen Zeiten auch weniger Kinder, also weniger Konsumenten geboren. Die Immobilienpreise sinken, weil man sich in so einer unsicheren Situation nicht unbedingt auch noch hoch verschulden will, und das alte Auto reicht schließlich auch noch für ein paar Jahre.

Tiefe Verflechtungen

Auch wenn ich hier nur einen winzigen Ausschnitt der unvorstellbar engen Verflechtung der Unternehmen und Verbraucher eines Wirtschaftsraumes zeigen kann, so erkennt man doch schon sehr gut den Teufelskreis, der zumindest theoretisch allein nur durch fallende Kurse verursacht werden könnte. Normalerweise sind diese Faktoren nur ein Teil der Prozesse, die eine Wirtschaft in eine Rezession führen, aber dieser Einstieg verdeutlicht, warum eine Baisse die Baisse nährt.

Die notwendige Intervention

Normalerweise wird eine solche Entwicklung dadurch gestoppt, dass man das System mit Geld flutet (z.B. durch niedrige Leitzinsen.) Dieses billige Geld führt, um es kurz zu machen, zu mehr Investitionen. Das bedeutet, dass Unternehmen Aufträge vergeben, neue Projekte starten, die Zulieferer wieder mehr Waren liefern müssen, etc. Der vorherige Kreislauf wird gestoppt und dreht sich um.
Die Crux der Inflation bei gleichzeitig schwacher Wirtschaft

Was aber passiert, wenn bereits durch eine enorme Ausweitung der Geldmenge, die Inflation angeheizt wurde, und es der Wirtschaft trotzdem nicht gut geht (wie zurzeit in den USA)? Eine unkontrollierte Ausweitung der Inflation kann eine Wirtschaft zerstören. Es gibt einen Punkt, da wird die Inflation zu einem sich selbst nährenden und damit unaufhaltsamen Prozess (galoppierende Inflation).

Ein probates Mittel gegen Inflation sind drastische Zinserhöhungen. Kommt es in einer Schwächephase zu solchen Zinserhöhungen, werden diese den oben beschriebenen Kreislauf nur noch mehr anheizen.

Senkt man die Leitzinsen, um die Wirtschaft zu stützen, besteht die Gefahr, dass die Inflation ausufert. Die Notenbanken stehen in solchen Momenten zwischen Tod und Teufel.

Und genau das ist die aktuelle Situation in den USA, aber auch in Europa und anderen Ländern.

Die verschiedenen Ansätze

Die USA versuchen durch niedrige Zinsen zunächst die Wirtschaft zu stützen. Das macht Sinn, da die US-Wirtschaft durch die Immobilienkrise und die Finanzmarktkrise stark angeschlagen ist. Es gilt hier zunächst dafür zu sorgen, dass das Finanzsystem liquide bleibt, andernfalls würde es zusammenbrechen. Sobald das gewährleistet ist, wird die Fed die Zinsen anheben.

In der Eurozone, wo die Wirtschaft noch vergleichsweise gut läuft, hat die EZB die Möglichkeit, an der Zinsschraube zu drehen, aber auch das muss sie sehr vorsichtig und bedächtig machen.

Zwei Wirtschaftsräume, verschiedene Probleme, andere Ansätze. Werden die Notenbanken die Probleme in den Griff bekommen? Das werden wir wahrscheinlich erst zum Ende des aktuell gespielten Börsenthrillers mit dem klangvollen Namen: „Kreditmarktkrise, Crash und Inflation“, und dem Untertitel: „Dramatisch inszenierte Rohstoffpreisexplosionen“ wissen.

Das Dumme ist nur, als Spekulanten müssen wir bereits jetzt auf den möglichen Ausgang setzen. Mehr zu dieser Wette und deren Ausgang in den nächsten Wochen und Monaten natürlich in Ihrem Steffens-Daily.

Viele Grüße

Ihr

Jochen Steffens


US-Wirtschaftsdaten
von Jochen Steffens

Die Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter sind im Juni um 0,8 % gestiegen. Analysten hatten hingegen mit einem Minus im Bereich von 0,0 bis -0,4 % gerechnet, nach einem Plus von 0,1 % zuvor. Damit lagen die Zahlen deutlich über den Erwartungen.

Das ist ein gutes Zeichen. Hier zeigen sich meines Erachtens nun deutlich die Auswirkungen der US-Leitzinssenkungen. Wie oben beschrieben, setzt die Flutung der Wirtschaft mit Liquidität nun stabilisierende Prozesse in Gang. Und das war wohl auch der eigentlich Grund, warum sich der US-Markt nach dem schwachen Donnerstag und den schlechten Zahlen und Vorgaben aus Übersee gut entwickeln konnte.

Die Zahl der Neubauverkäufe ist in den USA im Juni um 0,6 % auf 530.000 zurückgegangen. Analysten hatten mit einem etwas leichteren Rückgang gerechnet.

Der endgültige Verbraucherstimmungsindex der Uni Michigan notiert im Juli bei 61,2 nach 56,6 in der vorläufigen Fassung. Im Monat zuvor hatte der Index noch bei 56,4 notiert.

http://www.stockstreet.de/newsletter/steffens-daily/080725.gif


Und auch hier positive Signale. Wenn Sie sich den Verlauf in dem Diagramm ansehen, könnte sich auf dem aktuell sehr niedrigen Niveau ein Boden ausbilden. Insbesondere dann, wenn sich auch in den nächsten Wochen und Monaten die US-Wirtschaftsindikatoren durch die niedrigen US-Leitzinsen verbessern.

actr
27.07.2008, 08:33
26.07.2008


THILENIUS-KOLUMNE
Pferdewechsel

Von Georg Thilenius


Der feurige Renner Rohstoffe kommt außer Atem - Zeit für eine Pferdewechsel. Während der Rohstoffzyklus sich dem Ende nähert, werden Konsumgüter interessant: Beiersdorf statt Blei, Procter & Gamble statt Platin lautet die Devise.


Stuttgart - Wo ist die Schwäche am Aktienmarkt? Das zumindest fragen sich in diesen Tagen einige Anleger. Wenn es auch nicht sehr viele sind, die diese Frage stellen können - nur eben jene, die rechtzeitig in die großen Rohstoffwerte investiert haben.


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© REUTERS


Strammer Lauf: Wer bislang auf Rohstoffe gesetzt hat, hat vieles richtig gemacht



Die Eigentümer von Bergbauwerten, Kohleproduzenten, unabhängigen Öl- und Gasförderern, wie es sie vor allem in England und USA gibt, und einiger Ölserviceunternehmen sehen ihre Papiere auf neuen Höchstständen oder in der Nähe der Höchststände. Die meisten dieser Papiere sind auch in den vergangenen zwölf schwierigen Monaten recht ordentlich vorangekommen.

Während man ja bekanntlich seine Gewinne laufen lassen soll, könnte der richtige Rat also sein, die Werte weiterhin zu behalten und sich an der guten Entwicklung zu freuen.

Genau das dürfte jedoch falsch sein. Denn die oben genannten Werte bilden teilweise recht ausgedehnte Kursgipfel heraus. Nach diesen Kursgipfeln ist mit einer deutlichen Abschwächung zu rechnen. Dies verträgt sich recht gut mit einigen seit Jahrzehnten bestehenden Verhaltensmustern der Aktienmärkte. Danach erreichen Energiewerte regelmäßig am Ende eines Konjunkturzyklus die höchsten Stände. Danach schwächt sich die Wirtschaft ab, die Nachfrage nach Rohstoffen sinkt und die Rohstoffwerte sinken dann auch.


Die bekannten Gründe, warum Rohstoffwerte langfristig interessant sind, bestehen zwar nach wie vor. Es ist nur damit zu rechnen, dass auf eine Frist von etwa sechs bis zwölf Monaten, bis die Weltwirtschaft wieder Fahrt aufnimmt, die Nachfrage nach Rohstoffen angesichts der hohen Preise zurückgeht oder zumindest stagniert.


Hafflinger statt Araber

Wer sich die Verhältnisse innerhalb der Aktienmärkte mit verständigem Blick ansieht, wird auch gleich die neuen Favoriten finden. Seit die großen Rohstoffwerte ungefähr ab April und Mai angefangen haben Gipfel zu bilden, kommen alte Bekannte nach langer Seitwärtsbewegung auf einmal wieder ans Tageslicht. In einer Zeit sich abschwächender Konjunktur steigen die Aktien der wenig konjunktursensiblen Unternehmen, die Gegenstände des täglichen Bedarfes herstellen.


Denn trotz drückender Benzinpreise und Einschränkungen der Verbraucher im Segment der Luxuswaren lebt der Bedarf nach Dingen des täglichen Bedarfes weiter fort. Derartige Unternehmen haben auch gute defensive Qualitäten. Sollte die Konjunkturschwäche länger anhalten, sind Aktionäre mit ihnen daher recht gut bedient.

Auch unter dem Gesichtspunkt der Wertzuwachssteuer sind diese Werte interessant. Über lange Fristen und unabhängig vom täglichen Hin und Her an der Börse sind diese Unternehmen zur langfristigen Anlage hervorragend geeignet. Erstklassige europäische Namen in diesem Segment sind die Deutsche Beiersdorf und die Französische L'oreal . Wer das Währungsrisiko nicht scheut, und auch Chancen durch einen im Laufe der Zeit wieder stärkeren Dollar wahrnehmen möchte, ist in USA mit Procter & Gamble und Johnson & Johnson gut bedient.


Ein wichtiger Grund für die stabile Entwicklung dieser Werte in der jüngsten Zeit liegt auch in der Kostenstruktur. Die stark gestiegenen Preise für Rohstoffe spielen bei diesen Unternehmen keine so sehr große Rolle, da die Herstellungskosten der Produkte relativ gering sind. Der Großteil des Werts des Produktes steckt im Marketing und Vertrieb.

Der Autor ist geschäftsführender Gesellschafter der Stuttgarter Vermögensverwaltungsgesellschaft Dr. Thilenius Management GmbH. Das Unternehmen unterliegt der BaFin.

actr
17.08.2008, 23:34
Übernahmen

Auf Einkaufstour in der deutschen Wirtschaft


http://www.faz.net/m/{AC3105F6-9B85-41A4-9E0F-8806E0C6A13F}File1_4.jpg
Continental ist ein Kaufobjekt


17. August 2008 Familienunternehmen sind zu einem wichtigen Faktor auf dem Übernahmemarkt geworden. Sie verfügen über solide Bilanzen, gefüllte Kassen und haben im Gegensatz zu privaten Beteiligungsgesellschaften weiter die Möglichkeit, Kredite zu günstigen Konditionen aufzunehmen. „An der Finanzierung scheitern Übernahmen von Familienunternehmen so gut wie nie“, sagt Sascha Haghani, Partner für Unternehmensfinanzierung der Strategieberatungsgesellschaft Roland Berger. Etwa 1000 große Familienunternehmen gebe es alleine in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Nicht selten könnten sie 100 bis 200 Millionen Euro aus Eigenmitteln für solche Käufe aufbringen.

„Wenn sich mehrere Familien zusammenschließen und dann noch externe Finanzierung hinzugerechnet wird, sind auch Käufe zwischen 2 und 3 Milliarden Euro denkbar“, sagt Haghani. Damit kommen viele deutsche Unternehmen in Reichweite. Beispielsweise sind im Index für mittelgroße Unternehmen, M-Dax, nur elf aller 50 Titel mehr wert als 3 Milliarden Euro. Von allen 103 Aktien, aus denen der Index der von Eigentümern dominierten Unternehmen, Gex, zusammengesetzt ist, sind es sogar nur 3. Dass in Einzelfällen auch größere Käufe finanziert werden können, hat der Luxuswagenhersteller Porsche demonstriert durch die Übernahme der viel größeren Volkswagen AG. Die Familie Schaeffler bietet für den Autozulieferer Continental mehr als 11 Milliarden Euro.

Zwei wichtige Käufergruppen

Bis vor kurzem waren Unternehmen besonders begehrt, die wenig Schulden und einen stabilen Mittelzufluss haben. Denn der Käufer konnte die Finanzierung dem gekauften Unternehmen auflasten. Das ist wegen der viel höheren Zinsen für Übernahmekredite schwierig geworden. Heute spielen stattdessen strategische Überlegungen eine wichtigere Rolle. „Interessant sind Unternehmen mit einer hohen Vertriebskraft und einer auf dem Markt starken Marke“, sagt Haghani.


Damit spielt er auf die neben Familienunternehmen zweite wichtige Käufergruppe an, die den Übernahmemarkt bestimmen könnte: Unternehmen aus aufstrebenden, wirtschaftsstarken Schwellenländern wie Brasilien, Russland, Indien und China, aus deren Anfangsbuchstaben die Investmentbank Goldman Sachs den Namen „BRIC“ schuf. Genau wie Familienunternehmen profitieren sie davon, dass viele Aktienkurse in den vergangenen zwölf Monaten gesunken und die zugehörigen Unternehmen darum vergleichsweise billig zu haben sind.

„Kostenvorteile spielen eine untergeordnete Rolle“

Private Beteiligungsgesellschaften fallen für sie als potente Konkurrenten auf dem Übernahmemarkt aus, weil deren Geschäftsmodell unter den durch die Finanzkrise verschlechterten Kreditbedingungen weitgehend zum Erliegen gekommen ist. „Auf jeden Fall können Beteiligungsgesellschaften im Moment nicht die hohen Übernahmeprämien bezahlen, mit denen sie in den vergangenen Jahren strategische Käufer oft ausgestochen haben“, sagt Gerd Sievers, ebenfalls Partner bei Roland Berger. Als Ziel für Übernehmer aus den BRIC-Ländern kommt nahezu jedes deutsche Unternehmen in Frage.

Auch BRIC-Unternehmen suchen ihre Ziele nicht in erster Linie nach unterbewerteten Unternehmen aus, sondern wollen technologischen Sachverstand und einen möglichst breiten Zugang zu den Märkten der westlichen Industrieländer kaufen. In 90 Prozent der Fälle sei das der wichtigste Grund für einen Kauf, schreibt Anja Schmiele, Ökonomin am Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), in einer Studie. Mögliche Größenvorteile und andere Kostenvorteile spielten für Investoren aus den Schwellenländern eine untergeordnete Rolle, schließt sie aus den Antworten von 350 Analysten aus Banken, Versicherungen und Industrieunternehmen. Außerdem hat das ZEW ausgerechnet, dass der Anteil Chinas an den Übernahmen schon 5 Prozent beträgt.

Besonders viel Geld haben die staatlichen Investitionsgesellschaften

Vor dem Jahr 2000 spielte China auf dem Übernahmemarkt noch keine Rolle. Zwischen 2000 und 2007 haben chinesische Käufer immerhin 161 Mal im Ausland zugegriffen und dafür 18 Milliarden Dollar ausgegeben. Ein prominentes Beispiel ist der rund 1,25 Milliarden Doller teure Kauf der PC-Sparte des amerikanischen Informationstechnikkonzerns IBM durch den bis dahin weitgehend unbekannten chinesischen Hersteller Lenovo im Dezember 2004.

Besonders viel Geld haben außerdem die staatlichen Investitionsgesellschaften. In China sind das State FX Investment Corporation, China Investment Company und Central Hujin Investment Corporation, die zusammen mehr als 500 Milliarden Dollar weltweit anlegen können. Die Investitionsgesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate verfügt über 875 Milliarden Dollar und ist mit großem Abstand die größte Beteiligungsgesellschaft der Welt. Der russische Stabilisation Fund hat ein Vermögen von 127 Milliarden Dollar.



Text: ala. / F.A.Z.
Bildmaterial: dpa

actr
19.08.2008, 14:55
19.08.2008 08:37
Weshalb Anleihen in jedes gute Depot gehören
Die aktuell sehr turbulenten Börsenzeiten belegen es wieder einmal: Es ist nicht ratsam, alles Kapital in Aktien zu investieren. Nur die richtige Mischung bringt den Erfolg! Neben Aktien gehören daher auf jeden Fall Anleihen bzw. Rentenfonds in jedes gut diversifizierte Depot.

Hinzu kommt - Anleihen gewinnen in Zukunft im Vergleich zu Aktien an Attraktivität: Die Abgeltungssteuer wird ab 2009 die Rendite von Aktien und Fonds reduzieren. Anleihen profitieren davon, da Sie Ihre Zinsgewinne nur noch mit den pauschalen 25% plus Soli und ggf. Kirchensteuer statt mit Ihrem (in den meisten Fällen höheren) persönlichen Steuersatz versteuern müssen.

Hohe Zinsgewinne sind ab 2009 wertvoller als kleine Aktiengewinne, solange das Risiko bei den gewählten Anleihen überschaubar bleibt. Mit der richtigen Auswahl von Unternehmensanleihen können Sie eine ähnlich hohe Rendite erzielen, ohne die hohen Verlustrisiken von Aktien einzugehen. Regelmäßige Anleihenempfehlungen mit Renditen weit über Tagesgeldniveau finden Sie im "Depot-Optimierer". Mit der im Juli vom Unternehmen zurück bezahlten Gildemeister-Anleihe verdienten Anleger in rund 4 Jahren 42,09% an Zins- und Kursgewinnen.

In der aktuellen Ausgabe hat Chefredakteur Rolf Morrien erneut eine Unternehmensanleihe zum Kauf empfohlen. Mit 6,22% fällt die jährliche Rendite zwar nicht ganz so hoch aus, dafür ist der Schuldner aber sehr zuverlässig und die Anleihe entsprechend sicher.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Börsentag.

Sascha Mohaupt
Chefredakteur Investor´s Daybreak

actr
29.08.2008, 09:06
29.08.2008 08:37
So funktioniert die 3-Filter-Strategie
James O'Shaughnessy untersuchte als erster empirisch, welche Strategien an der Börse auf lange Sicht wirklich zum Erfolg führen. Das Ergebnis seiner Computeranalyse der Daten von 44 Jahren zwischen 1952 und 1996 zeigt, warum es sich lohnt, Anlage-Strategien genau zu vergleichen.

Aus 10.000 Dollar, die Ende Dezember 1952 an der Wall Street in ausgewählte US-Werte, die bestimmte Kriterien erfüllen, angelegt wurden, waren mit der besten von O'Shaughnessy untersuchten Strategie bis Ende 1996 stolze 13 Mio. Dollar geworden, eine Rendite von durchschnittlich 18,6% pro Jahr. Der S&P 500-Index schaffte in diesem Zeitraum im Schnitt lediglich 11,5% jährlich. Der

Eine Kombination der wachstums- und wertorientierten Kriterien erwies sich in der Langzeitbetrachtung als Königsweg für die Aktienauswahl. Denn mit der Anzahl der einbezogenen Bestimmungsgrößen steigt der zu erwartende Anlage-Erfolg überproportional.

Aus seinen Untersuchungen leitete O'Shaughnessy die 3-Filter-Strategie (auch als Cornerstone-Growth-Strategie bekannt) ab. In seinen Aufzeichnungen nennt er sie selbst „Stein-der-Weisen-Strategie“. Denn bei seinen Erhebungen, die den amerikanischen S&P 500 über einen 4 Jahrzehnte währenden Zeitraum betrafen, erzielte er mit dieser Vorgehensweise die weitaus beste Performance. Die Aktienauswahl findet nach 3 Kriterien statt. Nur Aktien, die alle diese 3 „Filter“ erfolgreich durchlaufen, werden ins Depot aufgenommen. Die 3 Kriterien sind:

1. Grundvoraussetzung ist, dass das Unternehmen ein konstantes Gewinnwachstum aufweist. Denn nur, wenn die Gewinne steigen, kann sich die Aktie nachhaltig positiv entwickeln. Nur diejenigen Aktien, bei denen die Gewinne in den vergangenen 5 Jahren gewachsen sind, kommen in die engere Wahl.

2. Für diese Werte wird das Kurs-Umsatz Verhältnis (KUV) errechnet und eine Rangliste erstellt. Ganz oben stehen diejenigen Titel mit dem niedrigsten, ganz unten die Aktien mit dem höchsten KUV. (Bedingung: KUV<=1,5). Grundannahme ist: Je niedriger das KUV, desto besser.

3. Auf das Ergebnis wird nun der 3. Filter angesetzt - die Relative Stärke. Dabei geht es um folgende Überlegung: Grundsätzlich stehen die Chancen für diejenigen Aktien hinsichtlich einer besseren Kursentwicklung gegenüber dem Index besser, die sich auch im Vorfeld als Outperformer präsentierten und dadurch eine hohe Relative Stärke entwickelten

actr
16.09.2008, 08:56
16.09.2008 08:38
Reichen die Gegenmaßnahmen aus?
US-Notenbank (Fed) und Europäische Zentralbank (EZB) haben erneute Maßnahmen zur Unterstützung der Finanzmärkte angekündigt. Nach Aussage von Fed-Chef Ben Bernanke sollen damit „die potenziellen Risiken und die Störungen des Marktes abgeschwächt werden“.

Außerdem kündigte ein Zusammenschluss von zehn großen Banken (Bank of America, Deutsche Bank, Credit Suisse, UBS, Barclays, Morgan Stanley, Citibank, Goldman Sachs, J.P. Morgan und Merrill Lynch) an, 70 Milliarden Dollar zur Verfügung zu stellen, um Liquiditätsengpässe von Banken abzufedern.

Damit dürfte zumindest sichergestellt sein, dass nicht auch noch gesunde Banken aufgrund von Liquiditätsproblemen mit in die Krise schlittern. Bleibt die Frage, wie viele Banken wirklich schwer angeschlagen sind. Leider geben die Institute die Wahrheit nur scheibchenweise bekannt, anstatt alle Leichen im Keller offenzulegen.

Wie es weiter geht, ist schwer prognostizierbar. Ein groß angelegtes Bankensterben halte ich jedoch für eher für unwahrscheinlich. Trotzdem bleibe ich bei meiner Warnung vor Finanzaktien. Wie die Lehman-Pleite zeigt, ist die Branche noch lange nicht über den Berg. Zwar bin ich normalerweise ein Freund antizyklischer Investments, doch die Schwäche der Finanzaktien kann noch einige Jahre andauern. Wesentlich bessere Chancen auf eine schnelle Trendwende sehe ich bei HighTech- und Rohstoffaktien. Hier stimmen trotz Konjunkturflaute bei vielen Einzelwerten die Wachstumsaussichten.

actr
17.09.2008, 09:08
17.09.2008 08:37
Clever Verluste begrenzen
Dieses Thema ist leider wieder sehr aktuell und ich will Sie deshalb gerne noch einmal auf das einfachste Mittel Verluste zu begrenzen hinweisen. Und das ist immer noch der Stoppkurs. Als Faustregel gilt, unterhalb von 10 bis 15% Ihres Einstiegskurses setzen Sie einen so genannten Stopp. Wenn sich eine Aktie nicht in die gewünschte Richtung entwickelt und der Kurs auf diese Marke fällt, dann verkaufen Sie die Aktien automatisch. Gerade in einer volatilen Zeit wie jetzt stellen Sie wieder fest, dass die Kurse oft sehr heftig auf negative Nachrichten reagieren.

Mit einer Stopp-Marke schalten Sie Ihre Emotionen aus. Im Prinzip geht es darum, dass Sie zugeben müssen, die Wette auf einen steigenden Kurs verloren zu haben, das fällt natürlich nicht so leicht. Völlig falsch wäre es aber an Ihren Verlustpositionen festzuhalten, denn das bedeutet sogar in zweifacher Hinsicht Schaden für Ihr Vermögen. Das eingesetzte Kapital bringt zum einen keine Rendite und Sie erleiden zum anderen einen Opportunitätsverlust, weil das in den Verlustbringern geparkte Kapital für alternative Investments, die vielleicht Gewinne bringen, fehlt.

Wie aber können Sie mit fallenden Kursen auch Gewinne einfahren. Am einfachsten geht das mit einem Optionsschein. Mit einem Verkaufs-Optionsschein, einem so genannten Put, mit zum Beispiel einer Basis von 50 Euro, kaufen Sie das Recht, eine Aktie in einem bestimmten Zeitraum für 50 Euro zu verkaufen. Dafür zahlen Sie den Optionspreis. Fällt der Kurs der Aktie abzüglich des Optionspreises unter 50 Euro, werden Sie die Aktie billiger an der Börse kaufen und sie über einen Put-Kontrakt teuer für 50 Euro verkaufen. Die Differenz ist Ihr Gewinn.

Wenn Sie sich zusätzlich absichern wollen, dann kommt vielleicht ein Reverse-Bonus-Zertifikat infrage. Dieses funktioniert prinzipiell wie ein Bonuszertifikat. Die Gewinne sind nach oben offen und nach unten gibt es einen Risikopuffer. Beim Reverse-Bonus-Zertifikat partizipieren Sie voll, wenn der Markt nach unten geht und haben gleichzeitig einen Risikopuffer für steigende Märkte. Reverse-Bonus-Zertifikatesowie Optionsscheine finden Sie für alle gängigen Indizes. Achten Sie bei allen Produkten auf die Laufzeit.

Eine glückliche Hand bei Ihren Investitionen wünscht Ihnen

Susanne Schmitt
Autorin Investor's Daybreak

actr
18.09.2008, 08:49
18.09.2008 08:38
Editorial
Liebe Leser,

ich möchte das heutige Editorial nutzen, um ein eminent wichtiges Thema ansprechen. Meine Kollegen und ich beobachten seit einiger Zeit Vorgänge, die uns große Sorgen bereiten.

Es geht um Folgendes: Nach den vielen Horror-Meldungen über die Immobilien- und Banken-Krise hatte sich die Lage zwischenzeitlich scheinbar wieder beruhigt. Viele hatten schon den Eindruck, das Gröbste sei überstanden. Das dem überhaupt nicht so ist, zeigen die jüngsten Entwicklungen um die Pleite von Lehmann Brothers und den desolaten Zustand von des Versicherungsgiganten AIG . Doch das ist nicht das einzige Problem.

Etliche namhafte Experten weisen derzeit auf besorgniserregende Entwicklungen hin, die parallel zur Immobilien-Krise ablaufen; sie werden eine Abwärtsspirale in Gang setzen, die fatale Auswirkungen auf Wirtschaft und Börse hat. Wohlgemerkt: Die Experten sprechen nicht von einem Crash oder einer Rezession; sie erwarten eine Katastrophe von historischen Dimensionen.

George Soros, der Mann der durch sein Wissen über Börse und Wirtschaft zum Milliardär wurde, sagt: Wir stehen vor der schlimmsten Wirtschaftkrise seit 60 Jahren. Auch Harry S. Dent, der US-Analyst, der den 2000er-Crash vorhergesagt hat, prophezeit einen Abschwung, der verheerender ausfällt, als alle bisherigen.

Aufgrund der bedrohlichen Lage informiert Sie mein Kollege Dr. Bernd Heim in seinem Beitrag unten über die wesentlichen Zusammenhänge. Bitte lesen Sie den Artikel. Er ermöglicht Ihnen, sich rechtzeitig auf die sich abzeichnenden Gefahren vorzubereiten.

Da wir vom „Verlag für die deutsche Wirtschaft“ die aktuelle Situation als sehr brisant einschätzen, haben wir jetzt die „Vermögensschutzvereinigung“ gegründet. Diese Einrichtung, die die bekannte nt-v-Börsen-Journalistin Carola Ferstl leitet, wird unsere Leser vor Verlusten bewahren: unter anderem durch ein umfassendes Sicherheits-Paket. Im Artikel von Bernd Heim erfahren Sie mehr darüber.


Bis morgen
Sascha Mohaupt
Chefredakteur Investor´s Daybreak

actr
18.09.2008, 08:51
18.09.2008 08:38
Krise von historischem Ausmaß bedroht Ihr Vermögen!
Von Dr. Bernd Heim,

Vorstandsmitglied der „Vermögensschutzvereinigung“

Dieser Beitrag für den Investor´s Daybreak ist wahrscheinlich der wichtigste Artikel, den ich je geschrieben habe. Ich möchte Sie heute detailliert über Entwicklungen von enormer Tragweite informieren. Entwicklungen, vor deren Hintergrund die „täglichen“ Börsengeschäfte fast schon banal erscheinen.

Denn während sich die Anleger nach den Turbulenzen der vergangenen Monate wieder in Sicherheit wähnen, steuern wir auf eine beispiellose Katastrophe zu!

George Soros, einer der erfolgreichsten Börsianer aller Zeiten, hat es vor kurzem so formuliert: „Wir stehen vor der schwersten Wirtschaftskrise seit 60 Jahren“. Etliche namhafte Börsen- und Wirtschafts-Fachleute sind mittlerweile seiner Meinung. Die Experten haben mehrere fatale Entwicklungen ausgemacht, die sich gegenseitig verstärken und zu einem nie da gewesenen Absturz der Wirtschaft führen werden.

actr
18.09.2008, 09:01
18.09.2008 08:38
Die „Subprime crisis“ breitet sich weiter aus
Unbeachtet von der Öffentlichkeit fallen in den USA die Preise für Häuser und Wohnungen immer tiefer. Mittlerweile zeigt sich auch Fed-Chef Bernanke sehr besorgt darüber.

Die Entwicklung ist fatal. Denn in den nächsten 12 Monaten werden Hunderttausende von billigen Einstiegs-Krediten, mit denen die Bürger zum Häuserkauf verführt wurden, auf Anschluss-Kredite umgestellt. Da sind die Zinsen wesentlich höher. Die bisherige Taktik, dies durch Hypotheken auf die im Preis steigenden Häuser auszugleichen, funktioniert jetzt aber nicht mehr.

Millionen Amerikaner können die Kredite nicht mehr zahlen, werden ruiniert. Sie haben kein Geld mehr für Autos, Computer, Dienstleistungen etc. Ein ungeheurer Schlag für die US-Wirtschaft: sie lebt zu 70% vom Konsum – und die Weltwirtschaft zu 25% von den USA!

Verheerende Auswirkungen hat das auch für die Banken. Die haben die faulen Hypotheken-Kredite an andere Institute weiter und weiterverscherbelt. Jetzt werden die Darlehen nicht mehr abbezahlt. Die Folge: gigantische Abschreibungen. Offiziell 28 Mrd. US-Dollar. Aber das ist Augenwischerei. Das wahre Ausmaß soll verschleiert werden, um Panik zu verhindern. Die Experten von rgemonitor.com, bekannt für ihre zuverlässigen Schätzungen, sind sicher: Die tatsächlichen Verluste betragen 500 Mrd. Dollar. Und sie nehmen weiter zu.

Das wird vielen schwer angeschlagenen Instituten das Genick brechen. Wir werden ein beispielloses Sterben der Geldhäuser erleben.

Die sonst eher zurückhaltende Finanzaufsicht BaFin spricht bereits von der „größten Bankenkrise seit den 30ern“. Und Deutsche-Bank-Chef Ackermann sieht einen gigantischen „Finanz-Tsunami“ auf uns zurasen. Er wird unzählige Unternehmen, die auf Kredite angewiesen sind, vernichten. Das Fundament der Weltwirtschaft wird weggeschwemmt.

Aber es kommt noch viel schlimmer...

actr
18.09.2008, 09:06
18.09.2008 08:38
Die Inflation steigt dramatisch
In den USA hat sich mittlerweile der größte Schuldenberg der Geschichte angehäuft: 9 Billionen Dollar! Um dies auszugleichen, druckt die US-Regierung seit längerem Unmengen neuer Dollars. Das kann sie. Weil die Deckung der Währung durch Gold abgeschafft wurde. Die Geldmenge erhöht sich jetzt laufend.

Eine ähnlich aberwitzige Situation gab es schon einmal: vor der Weltwirtschaftskrise 1929!

Seit Jahresbeginn eskaliert die Situation so richtig. Die US-Notenbank pumpt zusätzliche Milliarden ins System, um die taumelnden Banken zu retten. Allein im Januar wurden unglaubliche 180 Mrd. bereitgestellt.

Wenn aber pausenlos neues Geld gedruckt wird, sinkt sein Wert. Die unausweichliche Konsequenz: Inflation. Inzwischen packt sogar Alan Greenspan das Entsetzen: Er sagt einen dramatischen Anstieg der Inflation voraus, die schon jetzt bei 4,5% liegt.

Das einzig wirksame Gegenmittel: Die FED muss die Zinsen drastisch erhöhen. Und das ist ein tödliches Gift für Börse und Wirtschaft! Die Lage spitzt sich zu. Aber der eigentliche Hammer kommt erst noch.

actr
18.09.2008, 09:12
18.09.2008 08:38
Die beängstigende Entdeckung des Harry S. Dent
Der renommierte US-Analyst Harry S. Dent hat herausgefunden: Wirtschaftsleistung und Börsenkurse hängen direkt mit der Bevölkerungsentwicklung zusammen. Jeder Jahrgang ist mit etwa 46 Jahren am produktivsten, kauft dann auch die meisten Aktien. Je größer ein Jahrgang, desto besser laufen Wirtschaft und Börse.

Die höchsten Geburtenraten gab es in den USA Anfang der 60er mit den „Baby Boomern“. Die größte US-Generation aller Zeiten, der Jahrgang 1961, war 2007 genau 46 Jahre alt!

Ende 2007 hat sie die Börsenkurse zu einer haushohen Welle aufgetürmt. Sie sehen das, wenn Sie ein Langzeit-Chart des Dow Jones anschauen. Das Erschreckende: Die Welle fällt jetzt gnadenlos in sich zusammen. Nach den „Baby Boomern“ brechen die Geburtenraten ein. Schuld ist der „Pillenknick“.

Zur Banken-Katastrophe und der steigenden Inflation kommt also auch noch eine bevölkerungsbedingte Talfahrt, die nicht zu stoppen ist.

Harry S. Dent prophezeit deshalb eine Weltwirtschaftskrise von historischem Ausmaß.

Wie wahrscheinlich ist es, dass er Recht behält? Leider sehr. Dent hat sowohl den 2000er-Boom als auch das Platzen der Immobilien-Blase präzise vorhergesagt.

actr
18.09.2008, 09:41
Die untenstehenden heutigen Artikeln stammen alle aus der Quelle:

Sascha Mohaupt bzw. Mitarbeiter von:
Chefredakteur Investor´s Daybreak

actr
19.09.2008, 09:51
19.09.2008 09:10
Kreise: US-Börsenaufsicht prüft Verbot von Leerverkäufen
Die US-amerikanische Börsenaufsicht SEC prüft nach Angaben aus Kreisen ein Verbot von Leerverkäufen (Short Selling). Es gebe die Überlegung, einen grundsätzliches Verbot für alle Aktien oder zumindest für einen Teil der in den USA gehalten Aktien einzuführen, verlautete in der Nacht zum Freitag aus den Kreisen. Eine Entscheidung könnte noch vor dem Wochenende bekannt geben werden.

Leerverkäufer werden für den massiven Kursverfall einiger Bankaktien in den vergangenen Tagen verantwortlich gemacht. Bei Leerverkäufen verkaufen Investoren Aktien, die sie gar nicht besitzen, sondern sich von Dritten gegen Gebühr ausleihen. Sie hoffen auf fallende Kurse, um die Titel billiger zurückerwerben und dem Ausleiher wiedergeben zu können. Die Differenz zwischen den Preisen streichen sie als Gewinn ein./FX/mur/tw

ISIN US38141G1040 US6174464486 US3135861090 US3134003017 US0268741073

AXC0028 2008-09-19/09:09

actr
24.09.2008, 22:03
24.09.2008 21:49
US-Behörden weiten Shortselling-Verbot aus
New York (aktiencheck.de AG) - Die zuständige US-Behörde SEC hat ihr vorübergehendes Shortselling-Verbot wegen der jüngsten Marktturbulenzen ausgeweitet. Dies teilte die New York Stock Exchange, die Tochtergesellschaft des Börsenbetreibers NYSE Euronext Inc. (ISIN US6294911010 (News)/ WKN A0MLCE) am Mittwoch mit.

Demnach wurden für weitere 12 Werte Shortgeschäfte vorerst untersagt. Dazu zählen unter anderem die Aktien des Technologiekonzerns International Business Machines Corp. (IBM) (ISIN US4592001014 (News/Aktienkurs)/ WKN 851399) und des größten amerikanischen Steuerberatungsunternehmen H&R Block Inc. (ISIN US0936711052 (News)/ WKN 859376).

Das Verbot von Shortgeschäften bezog sich zunächst nur auf die Finanzbranche, wurde in den letzten Tagen aber vermehrt auf andere Branchen ausgedehnt. Auf der Liste stehen inzwischen auch Aktien der Autobauer General Motors Corp. (GM) (ISIN US3704421052 (News/Aktienkurs)/ WKN 850000) und Ford Motor Co. (ISIN US3453708600 (News/Aktienkurs) / WKN 502391) oder des Mischkonzerns General Electric Co. (GE) (ISIN US3696041033 (News/Aktienkurs)/ WKN 851144). Die Spekulation auf fallende Kurse ist damit mittlerweile für über 900 statt bisher knapp 800 US-Aktien untersagt.

Duncan Niederauer, CEO des transatlantischen Börsenbetreiber NYSE Euronext sagte, er gehe davon aus, dass das Shortselling-Verbot verlängert werde. Das Verbot war zunächst auf 10 Tage bis zum 2. Oktober 2008 befristet. Die SEC hat aber die Möglichkeit, dieses Verbot auf 30 Tage zu verlängern, jedoch nicht länger.

Die Aktie von NYSE Euronext notiert aktuell bei 38,06 Dollar (-1,30 Prozent), Papiere von IBM bei 115,55 Dollar (+0,16 Prozent). H&R Block verlieren 2,20 Prozent auf 23,14 Dollar, General Motors 1,96 Prozent auf 10,51 Dollar und General Electric 1,24 Prozent auf 24,64 Dollar. Dagegen legen Anteilscheine von Ford 2,47 Prozent auf 4,98 Dollar zu. (24.09.2008/ac/n/a)

actr
26.09.2008, 09:18
26.09.2008 08:37
Sorgfältige Auswahl ist wichtiger denn je
Umschichtungen kosten Ihnen in Zukunft bares Geld. Schließlich tauschen Sie damit steuerfreie Investments (falls vor dem 1. Januar gekauft) in abgeltungssteuerpflichtige Investments ein.

Mehr denn je kommt es auf die langfristigen Perspektiven der Aktien an. Zyklische Werte, deren Geschäfte je nach Konjunktur mal gut, mal schlecht laufen, haben daher in einem Langfristdepot nichts zu suchen. Wählen Sie stattdessen Aktien von Unternehmen aus, die sich in der Vergangenheit durch kontinuierliches Wachstum ausgezeichnet haben und deren Bewertung noch viel Spielraum nach oben zulässt.

actr
26.09.2008, 09:21
26.09.2008 08:37
Einzelaktien und Fonds gegenüber Zertifikaten klar im Vorteil
Für Aktien und Fonds, die vor dem 1. Januar 2009 gekauft werden, gilt die alte Regelung (Steuerfreiheit für Kursgewinne nach mehr als 12 Monaten Haltefrist). Neu gekaufte Zertifikate bieten Ihnen hingegen keinen Bestandsschutz. Hier greift der Fiskus gnadenlos zu. Warum Indexfonds vom Bestandsschutz profitieren, Indexzertifikate aber nicht, ist nur eine weitere Ungereimtheit, die keiner der Verantwortlichen vernünftig erklären kann.

Für Sie als Anleger ergeben sich daraus zwei klare Handlungsstrategien:

1. Lassen Sie Zertifikate vorerst links liegen. Zumindest so lange, wie für diese wieder die gleichen steuerlichen Spielregeln wie für Einzelaktien und Fonds gelten. Aber auch dann sollten Sie das Emittentenrisiko immer im Blick behalten. Geht der Emittent pleite, droht Ihnen nämlich ein Totalverlust.

2. Kaufen Sie Ihre Einzelaktien und Fonds unbedingt vor dem 1. Januar 2009. So kommen Sie in den Genuss der alten steuerlichen Spielregeln und können Ihre Gewinne nach einer Haltedauer von mehr als 12 Monaten steuerfrei kassieren, egal ob nach zwei, fünf oder zehn Jahren.

actr
26.09.2008, 09:25
26.09.2008 08:37
Machen Sie Ihr Depot fit für die Abgeltungssteuer
Liebe Leser,

noch knapp drei Monate bleiben Ihnen Zeit Ihr Depot fit für die Abgeltungssteuer zu machen. Bei allen neuen Investments ab dem 1. Januar 2009 greift der Staat dann unbarmherzig mit 25% + Solidaritätszuschlag + Kirchensteuer zu.

Mit der neuen Pauschalbesteuerung setzt der Gesetzgeber ein verhängnisvolles Fehlsignal, in dem er ausgerechnet Langfristanleger, die ihre Altersvorsorge mit Aktien in die eigene Hand nehmen, bestraft, obwohl die Politiker seit Jahren genau dies von den Menschen fordern. Das verstehe, wer will. Offenbar waren die zuständigen Politiker von den Euro-Zeichen in ihren Augen zu sehr geblendet, um die Auswirkungen ihres Handenls zu erkennen. Oder es interessierte sie schlichtweg nicht.

Aber alles lamentieren hilft nichts. Noch haben Sie immerhin drei Monate Zeit, sich langfristig mit Ihren Investments zu positionieren und dem allzu geldgierigen Gesetzgeber so das Nachsehen zu geben. Nutzen Sie diese Gelegenheit!

actr
02.10.2008, 10:12
02.10.2008 08:37
Wenn die eigene Bank pleite ist
Liebe Leser,

stellen Sie sich vor, Sie gehen zu Ihrer Bank und stehen während der regulären Öffnungszeiten vor geschlossener Tür. Ein Anruf bringt die traurige Gewissheit: Ihre Bank ist pleite. Ein Horrorszenario für jeden Geldanleger, insbesondere in diesen Tagen, in denen die Medien mächtig Panik verbreiten.

Sofort stellt sich die Frage, welche Ihrer Anlagen in diesem Fall sicher sind und welche nicht? Hier kann ich Sie beruhigen. Fast alle Investments sind abgesichert, vorausgesetzt Ihre Bank gehört einem Einlagensicherungsfonds an, der alle Einlagen über die mickrige staatliche Garantie von 90% der Gelder bis 20.000 Euro hinaus absichert (Einzelheiten zur Einlagensicherung finden Sie in der Ausgabe vom 25.09.2008). Sie überweist allen Anlegern mit Giro- oder Festgeldkonto das Geld binnen weniger Wochen oder Monate, abzüglich einer Bearbeitungsgebühr von 10 Euro, zuzüglich der bis zum Zeitpunkt der Insolvenz angefallenen Zinsen. Bei der Insolvenz der Weserbank im Frühjahr hat das beispielsweise rund zwei Monate gedauert.

Aber wie sieht es mit anderen, vermeintlich sicheren Anlagen wie Sparbriefen einer insolventen Bank aus? Hier gilt es zwischen Namensschuldverschreibungen und Inhaberschuldverschreibungen zu unterscheiden. Namensschuldverschreibungen werden direkt auf den Namen des Inhabers ausgeschrieben und von der Einlagensicherung ersetzt.

Nicht abgesichert sind hingegen von der insolventen Bank ausgegebene Inhaberschuldverschreibungen (dazu zählen auch Zertifikate und Unternehmensanleihen). Zwar sind Sie auch im Falle der Bankinsolvenz ihr Eigentümer und dadurch an der Insolvenzmasse beteiligt - ihre Wertverluste werden Ihnen aber nicht erstattet.

Und wie sieht es mit den Fonds, Aktien, Anleihen und Zertifikaten in Ihrem Wertpapierdepot bei der Bank aus? Hier brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. Denn die Wertpapiere werden von der Bank lediglich für Sie verwahrt, sie bleiben daher stets in Ihrem Besitz. Gläubiger der Bank erhalten darauf keinen Zugriff. Gleiches gilt für ein Schließfach. Wenn Sie Ihr Depot zu einem anderen Institut übertragen lassen, können Sie dort Ihre Wertpapiere wieder ganz normal handeln.

actr
06.10.2008, 22:13
06.10.2008 21:48
PRESSESTIMME BÖRSEN-ZEITUNG / Bankenkrise
DJ PRESSESTIMME BÖRSEN-ZEITUNG / Bankenkrise


Versagende Banker

> Kommentar zur Bankenkrise, von Claus Döring.

>
Mittlerweile im Wochenrhythmus stürzt die Reputation der Banken und ihrer
Manager. Spätestens nach dem zurückliegenden Wochenende dürfte im
öffentlichen Rating die unterste Stufe des Junk-Status erreicht sein. Dass
die Bundesregierung binnen Wochenfrist ein zweites Mal gezwungen sein würde,
beim selben Institut eine Rettungsaktion zu koordinieren, hätte sich selbst
der krisenerfahrene Bundesfinanzminister nicht träumen lassen.

Erst hat der Vorstand die Aktionäre hinters Licht geführt, dann die zur
Rettung angetretene Kreditwirtschaft einschließlich Politik und
Öffentlichkeit. Mitte August - die Finanzkrise war gerade ein Jahr alt
geworden - behauptete der Vorstand der Hypo Real Estate (HRE) im
Aktionärsbrief: "Das Liquiditätsrisiko wird auf täglicher Basis überwacht,
unterstützt durch zukunftsgerichtete Stresstests. Selbst unter einem
Worst-case-Szenario ist dadurch sichergestellt, dass die Hypo Real Estate
Gruppe sowie ihre Tochterbanken jederzeit uneingeschränkt zahlungsfähig
sind." Zu Recht wird inzwischen öffentlich nach der Verantwortung der
Vorstände und Aufsichtsräte gefragt, nach den Tätern also, während noch vor
wenigen Tagen die HRE als Opfer der Vertrauenskrise dargestellt wurde.

Wenn etwas das Vertrauen untergräbt, dann sind es die Falschinformationen.
Wie sehr dadurch nicht allein das Vertrauen unter den Banken selbst, sondern
auch das der Bürger und der Politiker zu den Banken erschüttert ist, wird
daran ersichtlich, dass die Bundeskanzlerin es für nötig hielt, den
deutschen Sparern über die Fernsehschirme zur besten Sendezeit die
Sicherheit ihrer Einlagen zu garantieren.

Auf was und wen ist noch Verlass in diesen Zeiten? Auf den Staat, lautet die
Botschaft, die die Bundesregierung mit ihrer Bürgschaft und Rettungsaktionen
sendet. Auf den Staat, lautet die Botschaft, die führende Banker mit ihrem
Ruf nach einem europäischen Hilfsprogramm à la USA und nach einem
Risikoschirm für alle Kreditinstitute senden. Auf den Staat, lautet die
Botschaft, wenn jetzt aus Wissenschaft und Praxis einer weitgehenden
Regulierung des Finanzsektors das Wort geredet wird. Ist es nicht erst
wenige Wochen her, dass es hierzulande nach den Skandalen um IKB, WestLB,
SachsenLB und KfW zum Allgemeinwissen an Stammtischen und in Hörsälen zu
gehören schien, der Staat habe als Banker versagt? Nun schlägt das Pendel
zurück.

An welcher Stelle soll man das Pendel anhalten, wie viel Staat braucht der
Finanzsektor? Sich die USA zum Vorbild zu nehmen wäre verkehrt. Dort hat der
Staat einschließlich Notenbank und Börsenaufsicht kläglich versagt und mit
seiner diskretionären Politik die Finanzkrise eingebrockt. Dabei konnte sich
die US-Regierung auf die angeblich besten Thinktanks, die renommiertesten
Ökonomen und den gleichsam Guru-Status genießenden Notenbank-Chef Alan
Greenspan stützen. Sie alle sind grandios gescheitert, weil sie glaubten,
Wirtschaft und Konjunktur, Wachstum und Wohlstand in ihrem Sinne lenken zu
können. Diese Anmaßung produzierte bis in diese Tage eine Fehlentscheidung
nach der anderen: der Insolvenz von Lehman Brothers, die den
Interbankenmarkt zum Erliegen und Fortis, HRE und Dexia erst so richtig in
die Bredouille brachte, folgte das 700 Mrd. Dollar schwere Bail-out

So groß jetzt die Sehnsucht nach einem vom Bundesfinanzminister ins Gespräch
gebrachten "Plan B", einem großen Risikoschirm gegen jedwede Gefährdung sein
mag - auch das wäre der falsche Weg. Denn jede Bankenschieflage war und ist
anders: mal ist das Kreditrisiko, mal das Marktrisiko, mal das
Liquiditätsrisiko oder mal ein operationales Risiko für eine Notlage
ursächlich. Wenn der Staat sprich Steuerzahler einspringen muss, dann bitte
nur beim einzelnen Institut und befristet. Ein genereller staatlicher
Risikoschirm mag für vorübergehendes Aufatmen bei den Betroffenen sorgen.
Nachhaltiges Vertrauen entsteht jedoch erst, wenn Banken mit ihrem
Geschäftsmodell dem Orkan der Finanzkrise trotzen, wenn ihre
Kapitalausstattung solide bleibt, ihr Zahlenwerk transparent und ihr
Management verlässlich.

Der Beitrag des Staates zur Vertrauensbildung besteht darin, kalkulierbare
Rahmenbedingungen zu schaffen und zu erhalten. Das klingt banal und wie aus
dem Lehrbuch - ist es aber nicht. Die Einlagensicherung ist eine solche
verlässliche Rahmenbedingung, auch schon vor der Garantie der Kanzlerin. Die
Sicherstellung der Liquiditätsversorgung und eine auf den Geldwert
verpflichtete Geldpolitik gehören ebenso dazu wie die Regeln von Basel II
oder eine Finanzaufsicht, die unabhängig von nationalen oder sektoralen
Lobbygruppen den Schutz der Anleger und die Stabilität des Finanzsystems in
den Vordergrund stellt.

Sicher sind Korrekturen nötig, vor allem in der Regulierung. Aber man muss
der Versuchung widerstehen, in Zeiten der Panik die Politik eine neue
Finanzarchitektur entwerfen zu lassen. Das Versagen einzelner Bankvorstände,
so schlimm es sein mag, ist nicht das Versagen des gesamten Systems
hierzulande.

> Dies ist eine Pressestimme der Börsen-Zeitung. Für Text und Inhalt ist
ausschließlich die Börsen-Zeitung verantwortlich. > Die geäußerten Ansichten
reflektieren auch nicht die Ansichten von Dow Jones Newswires oder der Dow
Jones and Company Inc. >

>

(END) Dow Jones Newswires

October 06, 2008 14:47 ET (18:47 GMT)

actr
09.10.2008, 21:42
09.10.2008 20:48
IPO-KALENDER/Börsenkandidaten 2008 (Stand 9.10.)
DJ IPO-KALENDER/Börsenkandidaten 2008 (Stand 9.10.)

+++++++++++++++++++
Orga Systems GmbH
Unternehmenssitz Paderborn
Termin Herbst 2008
Branche Softwareanbieter
Marktsegment Prime Standard
+++++++++++++++++++
Sinosol AG
Unternehmenssitz Stuttgart
Termin 4Q 2008
Branche Photovoltaik
Marktsegment Prime Standard
Konsortium UniCredit, Süddt. Aktienbank
Börsensymbol SNN
ISIN DE000A0JEQK6
WKN A0JEQK
+++++++++++++++++++

DJG/rso/brb

(END) Dow Jones Newswires

October 09, 2008 13:47 ET (17:47 GMT)

Copyright (c) 2008 Dow Jones&Company, Inc.

actr
10.10.2008, 09:03
10.10.2008 08:37
Langfristanleger greifen jetzt zu
Liebe Leser,

mit der Frage nach dem besten Einstiegszeitpunkt beschäftigen sich Anleger schon seit es die Börse gibt. Leider ohne Erfolg. Denn dieser lässt sich immer erst im Nachhinein feststellen. Statt sich mit dem Timing rumzuplagen bringt es in der Regel mehr, Zeit in die Auswahl richtig guter Aktien zu investieren.

Gut möglich, dass wir in diesen Tagen die Tiefststände an den Börsen erleben. Nach den panikartigen Ausverkaufstagen ist eine Erholung absolut überfällig. Genauso gut kann es in den kommenden Monaten aber noch etwas weiter runter gehen, bevor die Erholung schließlich einsetzt.

Dessen ungeachtet spricht aber ein wichtiger Faktor dafür, dass Sie Ihre Langfristanlagen unbedingt noch in diesem Jahr vornehmen sollten: die Abgeltungssteuer. Bei allen neuen Investments ab dem 1. Januar 2009 greift der Staat dann unbarmherzig mit 25% + Solidaritätszuschlag + Kirchensteuer zu. Selbst wenn Sie Anfang nächsten Jahres die etwas günstigeren Einstiegskurse bekommen, nützt Ihnen das nichts, weil Sie Ihre Gewinne dann mit dem Fiskus teilen müssen.

Wer ohnehin langfristig investieren will, tut daher gut daran, das in den kommenden 80 Tagen zu machen. Ich empfehle Ihnen dabei, Ihre Käufe zeitlich über den Zeitraum von heute bis Ende Dezember zu streuen. Auf diese Weise können Sie das Risiko, kurzfristig einen ungünstigen Einstiegszeitpunkt zu erwischen, erheblich reduzieren.

actr
13.10.2008, 22:16
Warum aus der Finanzkrise keine große Depression wird
von Torsten Ewert

Verehrte Leserinnen und Leser,

schön, dass Jochen Steffens nun zurück ist und alleine die Kraft seiner Anwesenheit wieder die Märkte stützt! Aber wir wollen nicht vergessen, dass die Politik mit ihren Aktionen vom Wochenende auch ihren Anteil an dem heutigen Rebound hat. Aber dazu gleich mehr.

Momentan können Sie ja dem Thema „Finanzkrise“ in den Medien nicht mehr entgehen. Viele Berichterstatter gefallen sich dabei in der Rolle des Schwarzsehers und beschwören Szenarien vom Untergang des Abendlandes, aber mindestens einer Rezession vom Schlage der Großen Depression aus den 1930er Jahren herauf.

Das Bankensystem ist das Rückgrat der Wirtschaft

Natürlich ist die Gefahr nicht grundsätzlich von der Hand zu weisen. Die Banken sind nun einmal die Grundlage unseres Wirtschaftssystems. Wenn sie zusammenbrechen, dann hat das gravierende Auswirkungen auf das gesamte System. Die heutige globale Vernetzung der einzelnen Volkswirtschaften verstärkt diesen Effekt noch.

Das ist ohne Zweifel eine ganz andere Qualität als vor 80 Jahren. Die enge Verflechtung könnte also deutlich schneller zu einem wirklichen Zusammenbruch führen, zumal heute auch ganz andere Produkte ganz andere Risiken aufgehäuft haben als damals.

Von geschichtlichen Lehren und neuen Fehlern

Andererseits ist natürlich das Bewusstsein für die Auswirkungen solcher Effekte derzeit ein ganz anderes als 1929. Was damals völlig unvorstellbar war, ist heute zumindest als mögliche Wiederholung denkbar. Auch wenn man mitunter den Eindruck gewinnt, dass einige Akteure immer noch glauben, Augen zu und Aussitzen sind die besten Methoden, die Krise zu überwinden.

Aber allein das Bewusstsein für die Gefahren ist eine wesentliche Komponente, die die Auswirkungen der Bankenmisere abmildern wird. Denn dieses Bewusstsein führt eher früher als später zu Handlungen. Ich bin weit davon entfernt zu behaupten, dass dies immer die „richtige“ Handlungen sein werden. Auch wenn sich zum Beispiel Ben Bernanke jahrzehntelang mit der 1929er Krise beschäftigt hat.

Vielleicht macht er jetzt also nicht die gleichen Fehler wie damals, sondern neue. Nur werden wir das erst wissen, wenn der nächste Ben Bernanke seine Forschungen zur 2008er Krise abgeschlossen hat...

Der dreifache „Merkbrück“ und andere politischen Tänzchen

Aber auch die Politik sieht sich in einer anderen Rolle. Heutzutage ist man weit davon entfernt, die internationalen Verflechtungen zu leugnen. Auch wenn es ein Weilchen dauert und jedes Land erst „seinen“ Banken-GAU haben muss, bis alle wenigstens verbal an einem Strang ziehen.

Sogar Angela Merkel und Peer Steinbrück haben es so geschafft, über ihre Schatten zu springen und ihre Positionen um 180° zu drehen. Und das in äußerst bemerkenswerter Manier:

Vor zwei Wochen waren die beiden ja noch gegen alles: den US-Rettungsplan, eine EU-Initiative zum gleichen Thema und gegen direkte Beteiligungen an deutschen Banken sowieso. Seit diesem Wochenende haben wir all das nun doch. Stolze 400 Milliarden Euro macht Deutschland dafür im Notfall sogar locker. Das sind – in Dollar gerechnet – fast 80 % der Summe, die die Amerikaner in ihren Rettungsplan gestopft haben!

Finden Sie nicht auch, dass das dieser dreifache „Merkbrück“ eine einmalige Schrittkombination ist, die es – passenderweise – wert wäre, von Börsenmakler Joachim Llambi auf dem Tanzparkett eingeführt zu werden? Es wäre jedenfalls eine Herausforderung. Merkel und Steinbrück haben nicht einen Wackler und eine Unsicherheit gezeigt – und das bei spiegelglattem (diplomatischen) Parkett, schlüpfrigem Untergrund und trotz der Knüppel, die sie sich zum Teil selbst zwischen die Beine geworfen haben. Hut ab!

Andererseits könnte eben genau das der Wendepunkt sein, auf den alle gewartet haben...

Die völlig andere politische Gemengelage von 1929

Nach dem Börsenkrach von 1929 war die politische Situation dagegen eine völlig andere. Die europäischen Mächte kochten weitgehend jeder ihr eigenes Süppchen, Deutschland – immer noch durch Reparationszahlungen und die Hyperinflation geschwächt – war mit einer schwachen Regierung in extreme politische Flügelkämpfe verstrickt. Die USA waren politisch so weit weg davon, Verantwortung zu übernehmen, wie geografisch von Europa.

Kein Wunder also, dass zunächst Protektionismus und Zollerhöhungen an der Tagesordnung waren. Nicht einmal zeitnahe fiskalpolitische Maßnahmen seitens der Notenbanken gab es. Als sie dann kamen, waren es fatalerweise auch noch die falschen.

Zwischen Rezession und Depression

Ich möchte keine Zweifel aufkommen lassen: Natürlich ist das „Schlimmste“ immer noch möglich. Wenn eine große Bank überraschend „fällt“, könnten eventuell auch die Regierungsmaßnahmen das System vielleicht nicht mehr stützen. Die Gefahr dafür ist aber seit dem Wochenende deutlich geringer geworden.

Es ist auch ganz klar: Diese Maßnahmen werden eine Rezession wahrscheinlich nicht verhindern. Das ist aber auch nicht ihr Zweck. Verhindert werden muss eine Depression mit wirtschaftlichem Zusammenbruch, schweren sozialen Problemen und jahrelanger gesellschaftlicher Stagnation.

Das ist wie der Unterschied zwischen einem „schlechten“ Job und arbeitslos oder leidlich gesund und der „besten“ Krankheit, die Sie sich vorstellen können. Also wie der Unterschied zwischen Tag und Nacht.

Der springende Punkt

Es gibt aber einen anderen, viel wichtigeren Grund, warum es jetzt eigentlich nicht angebracht ist, als Investor (und Bürger) den Kopf in den Sand zu stecken:

Die wirtschaftliche und technologische Situation ist eine völlig andere als Ende der 20er/Anfang der 30er Jahre. Die Wirtschaft war damals hauptsächlich auf (Industrie-)Produktion fokussiert und stark binnenorientiert. Bei den meisten Produkten existierte ein Verkäufermarkt (d.h. die Hersteller bestimmten, was „verkauft“ wurde); entsprechend schlecht konnten die Unternehmen in einem schwächeren Markt agieren.

Heute verfügen wir darüber hinaus über deutlich bessere technologische Voraussetzungen. Das drückt sich weniger in den „besseren“ Geräten aus, als vielmehr in der Vielfalt dessen, was an entwicklungsfähigen Ansätzen zur Verfügung steht.

Auch die Herausforderungen – von Mobilitätskonzepten über effektivere Ressourcennutzung bis Klimawandel – sind so zahlreich, dass sich genügend „Tummelfelder“ für die verschiedenen (dienstleistungsorientierten) Industrien bieten, die (wirtschaftliche) Entwicklung fortzuführen.

Verblüffende Parallelen

Dabei gibt es durchaus einige erstaunliche Parallelen zwischen den verschiedenen Krisen. In den dreißiger Jahren wurden die Grundsteine für den Transistor, das Fernsehen und die Kernkraft gelegt. Die durch den Ölpreisschock hervorgerufene Krise in den siebziger Jahren führte zum Siegeszug von Mikroprozessor und PC sowie der Nutzung der Kernenergie.

Und diese „Wiederbesinnung“ auf die eigenen Stärken geht immer schneller vonstatten. Dauerte es nach dem Börsenkrach von 1929 noch über 20 Jahre (inklusive des zweiten Weltkrieges) bis die Börsen sich wieder erholten, waren es in den siebziger Jahren nur zehn Jahre (inklusive eines zweiten Ölschocks 1979/80) – siehe Charts.


http://www.stockstreet.de/newsletter/steffens-daily/081013a.gif

http://www.stockstreet.de/newsletter/steffens-daily/081013b.gif


Noch schneller mit den richtigen Branchen

Sicher, zehn Jahre klingt immer noch viel. Aber: Die Internetblase war ja auch schneller vorbei. Und: Es gibt nach solchen Einbrüchen immer auch Branchen, die deutlich schneller von der folgenden Entwicklung profitieren.

Insofern passt es sehr gut, dass wir in unserem Spezial „Abgeltungssteuer“ in der demnächst erscheinenden zweiten Ausgabe das Thema „Branchen und Rohstoffe“ in den Vordergrund gestellt haben.

Perfekter Zeitpunkt für Langfristinvestoren!

Dieser Spezial-Report dient eigentlich dazu, Ihnen Vorschläge für vernünftige Investitionen angesichts der bevorstehenden Einführung der Abgeltungssteuer zu machen. Die Gestaltung dieser Steuer macht den wirklich langfristigen Blick auf die Märkte notwendig. Insofern sind zehn oder zwanzig Jahre durchaus der richtige Zeithorizont für strategische Investitionen.

Wenn Sie jetzt also auch die Chancen in der aktuellen Situation erkennen, dann profitieren Sie sogar dreifach, wenn Sie sich jetzt für unseren Spezial-Report „Abgeltungssteuer“ entscheiden:

- Sie erhalten wertvolle Tipps, wie Sie die Steuer lebenslang vermeiden können,
- Sie erfahren, welche Investmentvehikel überhaupt für diesen Zeithorizont geeignet sind,
- Sie lernen die vielversprechendsten Branchen der nächsten Jahre kennen.

Natürlich erhalten Sie auch nachträglich die erste Ausgabe und die zwei folgenden. Für weitere Informationen zum Spezial-Report „Abgeltungssteuer“ klicken Sie hier.


Mit besten Grüßen

Ihr Torsten Ewert

office@TorstenEwert.de
www.TorstenEwert.de

actr
15.10.2008, 09:06
15.10.2008 08:37
Gewinnschätzungen deutlich zurück gefahren
Wie Sie an der langen Liste oben sehen, nimmt die Quartalssaison in den USA an Fahrt auf, das will aber nicht heißen, dass es auch durchgehend positive Zahlen geben wird. Die Prognosen für die S&P-Firmen sind nicht schlecht, aber auch nicht so gut. Zurzeit rechnet der Markt mit einem Gewinnzuwachs von durchschnittlich 4,8%. Zuvor waren noch 12,8% Zuwachs für möglich gehalten worden. Und um es besonders deutlich zu machen. Im 3. Quartal 2007 waren es noch 46% mehr Gewinn gewesen.

Natürlich ist an dieser Situation hauptsächlich die Finanzbranche Schuld, von der wir jetzt besser noch die Finger lassen sollten. Wie heißt es so schön: Greife nie in ein fallendes Messer. Allein die Banken werden in diesem Quartal zwei Drittel weniger Gewinn vermelden. Darauf sollten Sie sich gefasst machen.

Auch die Vorhersagen für die Ölkonzern sind niedriger als vorher. Der Grund liegt auf der Hand. Rohöl ist wieder deutlich billiger geworden. Also weniger Gewinn - doch das auf hohem Niveau, denn die Ölkonzerne werden immer noch eine Plus von 50% machen. Ohne dieses gigantische Plus, sähe es wahrlich düster aus.

Verluste werden bei den Konsumgütern und in der Telekommunikation erwartet, zurückschrauben und mit geringerem Gewinnwachstum auskommen müssen die Sektoren Gesundheit (+6%), IT (+7%), Versorger (+3%) und Industrie (+2%). Hier sind es vor allem die Automobilhersteller, die zum schwachen Ergebnis im Industriesektor beitragen.

Umso mehr müssen wir auf die Gewinnerwartungen und Ankündigungen der Unternehmen achten. So mancher Wert der jetzt billig erscheint, mag nur auf den ersten Blick unterbewertet sein. Sinken die Gewinne weiter, dann wäre ein Einstieg jetzt immer noch zu teuer gewesen.

Eine ruhige Hand bei Ihren Investitionen wünscht Ihnen

Susanne Schmitt
Autorin Investor´s Daybreak

actr
15.10.2008, 10:53
15.10.2008 10:43
GoingPublic Kolumne: Crack Up Boom - So viel Munition da wie noch nie
Jetzt noch kaufen? Jetzt mit voller Kraft in die Märkte hinein? Vielleicht werden wir uns bald alle daran gewöhnen müssen, so etwas wieder zu tun.

An diesem Dienstag, den 14. Oktober 2008, macht es mir am Vormittag gar keinen Spaß mehr, Aktien zu kaufen. Was soll man denn jetzt noch kaufen?, denke ich. Es ist doch schon alles unglaublich viel teurer als am Freitag. Und da ich weiß, dass ich mich von meinem Persönlichkeitsprofil her nicht dazu eigne, in steigende Kurse hinein zu kaufen, habe ich schon vorher gekauft. Damit liege ich natürlich noch im Minus, aber so ist das immer. Wie hat der alte Kostolany dazu immer so schön gesagt: Wer die Aktien nicht hat, wenn sie fallen, der hat sie auch nicht, wenn sie steigen.

Oder kaufen Sie jetzt tatsächlich? In allem Ernst? Mit voller Kraft in die Märkte hinein? Nein, das werden Sie nicht tun. Die guten Zeiten kommen nicht so schnell wieder, werden Sie denken. Doch vielleicht werden wir uns alle bald daran gewöhnen müssen, so etwas zu tun. Auch ich. Vielleicht nicht morgen oder übermorgen, aber in ein paar Monaten, einem halben Jahr oder einem Jahr.

Wir sollten uns die gegenwärtige Situation genau vergegenwärtigen. Wir befinden uns derzeit in einer Rezession. Sie mag durch die Finanzkrise schwerer werden als ohne. Doch noch niemals in der Geschichte der Wirtschaft ist die Geld- und Fiskalpolitik weltweit expansiver als im Moment gewesen. Und bei einem derartigen Trommelfeuer aus geldlichen und fiskalischen Stimulanzen kann es eine heftige Krise eigentlich nicht geben.

Nur ein paar Überlegungen dazu: Die US-Notenbank leiht derzeit direkt an Industrieunternehmen Geld. Gegen Commercial Paper, also blanko. In der Eurozone gibt es bei der Dollarleihe keine Begrenzungen mehr. Hier wird jetzt in unbegrenzter Höhe geliehen. In den USA hat sich die Zentralbankgeldmenge, die Geldmenge M0 ? und jetzt halten Sie sich fest ? binnen einer Woche schlichtweg verdoppelt! Hierin sind natürlich die Effekte des verstärkten Kassenaufbaus der Banken enthalten. Doch salopp gesprochen heißt das: So viel Munition war überhaupt noch niemals da. Jetzt muss nur noch geschossen werden. Und es wird geschossen werden!

Einen Vorgeschmack haben der Montag und der Dienstagvormittag gegeben. Selbstverständlich bleibt noch offen, ob der Interbankenhandel sofort anspringt. Aber bitte denken Sie daran: Jeder, der heute ein Asset verkaufen will, um selbst liquide zu sein, findet in der Summe mittlerweile einen Partner, der seinerseits dafür selbst keine Liquidität aufgeben muss, weil er (oder ein anderer) sich direkt bei der Notenbank refinanzieren kann.

Es gibt daher jetzt grob gesprochen zwei Möglichkeiten: Die erste ist, dass das ganze neu geschaffene Geld von den Unternehmen und Haushalten, von den Fonds und Versicherungen in voller Höhe als Kasse gehalten wird. Die Gesellschaft wäre dann so etwas wie ein vollgesogener Schwamm. Wir würden alle so viel Bargeld halten wie nie zuvor. Aus Sicherheitsaspekten. Und zu Nullzinsen. Die ganze Welt würde dann das Japan-Modell der 90er Jahre im Großen nachspielen.

Ist das realistisch? Auch damals, als die Bank of Japan so expansiv war wie heute beinahe alle Notenbanken der Welt, ist das Geld allerdings nicht in Japan als Cash gehalten worden. Sondern es ist verliehen worden in den Rest der Welt. Dadurch entstanden die ?carry trades?. Da sich gegenwärtig die ganze Welt im Japan-Fall befindet, fällt diese Möglichkeit jedoch weg. Die ganze Welt kann das Geld nicht exportieren. Mit Mond, Mars und dem Weltraum sind keine carry trades zu machen.

Bleibt also nur noch der zweite Fall übrig: Wir werden versuchen, im Gleichschritt unsere Kasse wieder abzubauen. Das schaffen wir jedoch nicht. Das geht erst dann, wenn die Zentralbank mitspielt. Diese wird deshalb der anstehenden Inflation an den Wertpapiermärkten eine Weile lang beglückt zuschauen und dann die in der Krise aus den Märkten genommenen Assets wieder in den Markt zurück schleusen.

Damit kann sich dann die Liquidität sukzessive wieder abbauen. Und Staat und Notenbank haben die Marktwirtschaft nicht außer Kraft gesetzt, sondern sich als perfekt handelnde Marktteilnehmer erwiesen. Dieses Szenario ist eigentlich fast zu schön, um es zu glauben. Doch mir fällt kaum ein Weg ein, der daran vorbei führt. Richtiges Unbehagen habe ich erst vor der Zeit danach.

Bernd Niquet

Die GoingPublic Kolumne ist ein Service des GoingPublic Magazins, Deutschlands großem Kapitalmarktmagazin. GoingPublic ist allein für die Inhalte der Kolumne verantwortlich. Informationen zu einzelnen Unternehmen stellen keine Aufforderung zum Kauf bzw. Verkauf von Aktien dar. Die Kolumne erscheint wöchentlich in Zusammenarbeit mit dpa-AFX.

AXC0066 2008-10-15/10:42

actr
17.10.2008, 10:25
17.10.2008 08:37
Zweistellige Dividendenrenditen locken
Die Dividendenstrategie, also der Kauf von Aktien mit hoher Dividendenrendite, stellt ihre Überlegenheit gegenüber dem Gesamtmarkt seit Jahrzehnten unter Beweis. Zahlreiche Studien belegen die Outperformance von Dividendentiteln.

Viele Anleger sehen die Dividende lediglich als kleines Zubrot zu den Kursgewinnen an. Doch dabei unterschätzen sie deren Einfluss auf die Gesamtperformance. Denn auf lange Sicht machen Dividenden rund 40% der Performance von Aktien aus. Bei Aktien mit hoher Dividendenrendite fällt dieser Anteil sogar noch höher aus. Wenn Sie also eine solide Aktie mit einer Dividendenrendite von über 5% finden, gibt Ihnen dies langfristig eine gewisse Sicherheit.

In der Crashphase der vergangenen Wochen war von der Outperformance von Dividendentiteln allerdings wenig zu spüren. Wenn die Verkaufspanik ausbricht, schmeißen Anleger eben alles aus ihren Depots raus – ohne Rücksicht auf die Qualität der Titel. Dafür trennt sich aber in der anschließenden Erholungsphase die Spreu vom Weizen. Hier wird wieder Qualität gesucht.

Nach den Kursverlusten der letzten Wochen locken einige Aktien sogar mit zweistelligen Dividendenrenditen. Beispielsweise die des Personaldienstleisters Amadeus Fire. Trotz zweistelliger Zuwachsraten bei Umsatz und Gewinn ist die Aktie unter die Räder gekommen. Folge: Die Dividendenrendite liegt bei weit über 10%. Auch die Bilanz sieht sehr solide aus. Für Langfristanleger scheint mir die Aktie daher sehr interessant. Wer sich selber nicht die Mühe machen will, die aussichtsreichsten Dividendenwerte auszuwählen, kann alternativ zu Dividendenfonds wie dem DWS Top Dividende (WKN 984811) oder dem BWI-Dividenden-Strategie Euro (WKN 978041) greifen.


Ich wünsche Ihnen nach einer weiteren Handelswoche rasanter Achterbahnfahrt ein erholsames Wochenende.

Sascha Mohaupt
Chefredakteur Investor´s Daybreak

actr
20.10.2008, 23:40
Mein geschätzter Kollege Torsten Ewert sieht das mit den Zeichen ähnlich:
Gewinner und Verlierer
von Torsten Ewert

Verehrte Leserinnen und Leser,

sind Sie ein Gewinner? Ich meine, jetzt und hier – ein Gewinner der Finanzkrise? Nein? Sie auch nicht? Das ist schon komisch: Allerorten liest, hört und sieht man von Verlierern: wir Bürger, die Wirtschaft von Manhattan bis „Mainhattan“, Kunden von Lehman Brother, Kaupthing und anderen Banken und natürlich die Banken selbst.

Aber wieso eigentlich die Banken? Die sollten doch von den Milliardenprogrammen profitieren und damit letztlich zu den Gewinnern gehören.

Verkehrte Welt

Das Verrückte dabei ist, dass die Banken die hochgejubelten Rettungspakete nun zum Teil schon als Klotz am Bein empfinden. Nein, nein – nicht was Sie jetzt denken! Nicht wegen der horrenden Summen, die der Staat dafür aufwenden muss. Solche Skrupel sind den Bankoberen weiterhin fremd.

Die Befürchtung ist, dass Banken, die sich um Gelder aus den Fonds und Töpfen bemühen, dann erst recht an der Börse gemobbt werden. Wer will sich denn schon als Verlierer outen, bevor wirklich nichts mehr geht? Und so denken die deutschen Banken konsequenterweise schon laut darüber nach, einen kollektiven Kotau vor dem Staat zu machen. Wer hätte das gedacht! Völlige Gleichmacherei, quasi sozialistisches Gedankengut in den Frankfurter Bankentürmen, den Tempeln des Kapitalismus.

Doch ob es dazu kommt, bleibt dahingestellt. Schließlich müssten die Vorstandschefs dann ja damit rechnen, mit 500.000 € Gehalt nach Hause zu gehen und somit auch zu den Verlierern zu gehören. Und Verlierer sein wollen ja nicht einmal die Sozialisten!

Plötzlich wollen alle etwas vom Kuchen abhaben

Diese Schaukelpolitik der Finanzbranche versucht aber nun der Rest der Wirtschaft für sich zu nutzen. In der letzten Woche trafen sich Industrievertreter mit der Regierung, um ihrerseits mal so richtig auf die Tränendrüse zu drücken. Dem Vernehmen nach war die Regierung auch angemessen beeindruckt, wie schlecht die Wirtschaftslage in Deutschland nun wohl sei – und auch noch einige Zeit bliebe.

Speziell die Autoindustrie – mit Daimler, BMW und VW überproportional in der Runde vertreten – beeilte sich, gleich eine Reihe von Forderungen zu präsentieren: von einer Neuregelung der Kfz-Steuer über eine Lockerung der CO2-Richtlinie der EU bis hin zu KfW-Krediten für Autokäufer und Staatszuschüssen für die Entwicklung alternativer Antriebe. Motto: Auf ein paar Milliarden mehr oder weniger kommt's ja jetzt auch nicht mehr an – und wenn die Banken das Geld sowieso nicht wollen...

Sag mir, wo die Gewinner sind

Sollte nun plötzlich die Autoindustrie zu den Gewinnern der Finanzkrise gehören? Also, ehrlich gesagt, widerstrebt es mir, solches Gejammer mit Gewinnern in Verbindung zu bringen.

Aber in jeder Situation gibt es doch Gewinner und Verlierer. Also wird es auch irgendwann Gewinner dieser Finanzkrise geben. Nur, davon ist bisher noch nirgends die Rede. Kein Wunder! Wären nämlich die Gewinner so leicht zu erkennen, würde sich ja niemand mehr um die Krise kümmern...

Also, überlegen wir doch einfach einmal, wer wirklich das Zeug dazu hat, mit „mehr“ aus diesem ganzen Schlamassel hervorzugehen. Da gibt es zum Beispiel Unternehmen, die weitgehend schuldenfrei sind und demzufolge von einer möglichen Kreditklemme nicht in die Bredouille gebracht werden. Idealerweise haben sie auch noch etwas Cash oder einen ordentlichen Cash-Flow für Investitionen und Übernahmen.

Es versteht sich fast von selbst, dass solche Unternehmen Marktführer in ihrem Bereich sind – sonst hätten sie eine solche Stellung nicht aufbauen können. Idealerweise haben sie auch eine stabile Eigentümerstruktur, sind also auch nicht so direkt von dem aktuellen Börsen-Auf und -Ab betroffen. Daher können sie ihre (Langfrist-)Strategie systematisch verfolgen.

Setzen Sie auf die Gewinner!

Solche Unternehmen, zum Beispiel Familienunternehmen à la Schaeffler, werden über kurz oder lang versuchen, ihre Marktstellung auszubauen. Zum Beispiel andere Unternehmen, die schlechter dastehen, aufkaufen oder in neue Märkte vordringen, aus denen sich die Konkurrenz zurückgezogen hat oder in denen sie momentan schwach ist und verdrängt werden kann. Am Ende werden sie also stärker sein als vorher.

Wenn Sie es schaffen, diese Gewinner ausfindig zu machen und jetzt zu investieren, werden natürlich auch Sie zu den Gewinnern gehören! Klar, dazu sind eine Menge Arbeit und Mut nötig – jetzt, wo die tollsten Weltuntergangsszenarien an die Wand gemalt werden!

Ist denn jetzt schon der Zeitpunkt zum Einstieg gekommen?

Diese Frage ist so beliebt wie irrelevant. Denn meist schielt der Fragesteller dabei angstvoll auf den Markt als Ganzes. Doch nur, wenn Sie einen potenziellen Gewinner gefunden haben, sollten Sie sich diese Frage in Bezug auf dieses konkrete Investment stellen. Ist der „Preis“ (=Kurs) für dieses „Unternehmen“ (=Aktie) „angemessen“ (=mit ausreichendem Sicherheitspolster) für die erwartete Rendite?

Schaeffler bei Continental und Warren Buffett bei Goldman Sachs und General Electric haben diese Frage für sich bereits mit „ja“ beantwortet... Zwar sind die Märkte seitdem noch das eine oder andere Stück tiefer gefallen, aber glauben Sie Schaeffler oder Buffett sehen ihre Deals deswegen um einen Deut schlechter an?

Und was macht nun der Markt?

Aber ich will mich nicht drücken und Ihnen auch meine Markteinschätzung geben. Und da sind aktuell zwei Faktoren besonders relevant: das Sentiment und die Gewinnsituation der Unternehmen.

http://www.stockstreet.de/newsletter/steffens-daily/081020d.gif


Im Chart oben sehen Sie den Kursverlauf des DAX (oben) im Vergleich zum Volatilitätsindex. Dieser beschreibt die Erwartung der Investoren hinsichtlich der zukünftigen Schwankungsbreite (Volatilität) des Index und wird aus den an der Eurex gezahlten Optionsprämien für den DAX berechnet.

Ein hoher Wert bedeutet (vereinfacht gesagt) ein hohes Angstpotenzial, denn starke Schwankungen werden – erfahrungsgemäß – hauptsächlich nach unten erwartet. Derzeit haben wir hier einen Wert von fast 80, das ist weit jenseits von dem, was die Asienkrise 1998, der 11. September 2001 oder die Tiefpunkte von 2002/2003 hervorbrachten.

Erfreulich ist, dass ein ähnliches Sentiment auch für die USA festzustellen ist. Daran gemessen, kann ein Tief eigentlich nicht mehr so weit wegliegen...

Und was machen die Gewinne?

Für eine (pauschale) Beurteilung der Gewinnsituation eines Marktes werden die Gewinne der Unternehmen eines Index in gleicher Weise wie der Index selbst gewichtet, woraus sich ein „KGV“ (Kurs-Gewinn-Verhältnis) für den Index errechnen lässt. Je kleiner das KGV, desto günstiger die Bewertung – wobei auch historische Werte berücksichtigt werden sollten.

Für den DAX erhält man so folgenden Chart (DAX oben, KGV unten):

http://www.stockstreet.de/newsletter/steffens-daily/081020c.gif


Hier liegen wir zwar auf historisch niedrigem Niveau mit einem KGV von unter 10, und einzelne Werte wie MAN oder ThyssenKrupp werden aktuell sogar mit 2008er KGVs von unter 5 gehandelt. Wir sehen aber auch, dass von 2005 bis 2007 das KGV relativ konstant auf verhältnismäßig niedrigem Niveau blieb (Rechteck). Das bedeutet, dass in dieser Zeit die Gewinnschätzungen immer weiter noch oben angepasst wurden, denn in dieser Zeit stiegen ja auch die Kurse!

Sollte es also tatsächlich zu einer anhaltenden wirtschaftlichen Schwäche in den nächsten ein bis zwei Jahren kommen, werden vermutlich auch die Gewinnschätzungen wieder nach unten angepasst. Und Sie wissen ja – auch die Analysten neigen häufig zu Übertreibungen...

Dow Jones mit weiterem Abwärtspotenzial?

Die gleiche Betrachtung für den Dow Jones zeigt, dass die Lage tatsächlich noch nicht eindeutig ist.

http://www.stockstreet.de/newsletter/steffens-daily/081020b.gif

So sind die Gewinnerwartungen für die größten US-Unternehmen offenbar seit Anfang 2008 massiv nach unten korrigiert worden (das KGV stieg!). Da gleichzeitig auch die Kurse per Saldo sanken, heißt das, dass die Gewinnkorrektur stärker war als der Kursrückgang.

Erst der letzte Einbruch brachte auch das KGV nach unten. Trotzdem sind die Werte immer noch auf dem gleichen Niveau wie 2006/07, als die Kurse noch Aufwärtspotenzial hatten. Wenn man den Analysten und Ökonomen glauben darf, sind wir derzeit allerdings weit davon entfernt.

Also besteht ein Widerspruch – entweder zwischen der Konjunktureinschätzung der Experten und der tatsächlichen Lage (es ist alles gar nicht so schlecht) oder zwischen den Kursen und den Gewinnerwartungen (wobei dann die Kurse zu hoch sein müssten).

Denken Sie jetzt langfristig!

Sie sehen, dass sich aktuell nirgendwo ein klares Bild gewinnen lässt. Nicht zuletzt das ist die Ursache für die gegenwärtige Unsicherheit. Versuchen Sie, sich davon zu lösen, indem Sie auf langfristige Entwicklungen setzen (wo, glauben Sie, werden die Märkte in 10 bis 15 Jahren stehen) oder sich wie gesagt mögliche Gewinner der momentanen Situation herauspicken.

Im ersten Fall müssen Sie bereit sein, auch weitere 10 bis 20 % Kursrückgang zu ertragen, im zweiten Fall haben Sie Arbeit, Mühe und eine Menge Unsicherheit. Dafür sind Ihre Chancen natürlich auch überdurchschnittlich.

Keine leichte Entscheidung? Hat irgendwer behauptet, das Geldverdienen an der Börse eine leichte Sache ist? Nur eins ist sicher: Die Gewinner von morgen werden heute auch nicht den leichten Weg gehen. Obwohl es hinterher meist so aussieht...


Mit besten Grüßen

Ihr Torsten Ewert

actr
21.10.2008, 12:07
21.10.2008 10:15
Commerzbank senkt K+S-Ziel auf 80 Euro - unverändert 'Buy'

Die Commerzbank hat das Kursziel für die K+S-Aktie (News/Aktienkurs) von 100 auf 80 Euro gesenkt, die Empfehlung aber auf "Buy" belassen. Das reduzierte Ziel reflektiere die höhere Kapitalrisikoprämie, die derzeitigen Bewertungsabschläge sowie die deutlich gesunkenen Kalipreise, schrieb Analyst Stephan Kippe in einer am Dienstag vorgelegten Studie. Trotz der nachgebenden Agrarrohstoffpreise und eines voraussichtlich schwächeren vierten Quartals dürfte der weltweite Kali-Markt 2009 aber stabil bleiben.

AFA0005 2008-10-21/10:14


http://isht.comdirect.de/charts/big.chart?hist=1d&type=CONNECTLINE&ind0=VOLUME&&currency=&&lSyms=SDF.ETR&lColors=0x000000&sSym=SDF.ETR&hcmask=
http://isht.comdirect.de/charts/big.chart?hist=10d&type=candle&ind0=VOLUME&&currency=&&lSyms=SDF.ETR&lColors=0x000000&sSym=SDF.ETR&hcmask=
http://isht.comdirect.de/charts/large.chart?hist=6m&type=candle&asc=lin&dsc=abs&avgtype=simple&ind=BB&ind0=RSI&ind1=SST&&currency=&lSyms=SDF.ETR&lColors=0x000000&sSym=SDF.ETR&hcmask=

actr
21.10.2008, 12:45
21.10.2008 11:21
Deutsche Börse AG: buy (Citigroup Corp.)

New York (aktiencheck.de AG) - Daniel R. Garrod, Analyst der Citigroup, stuft die Aktie der Deutsche Börse AG (ISIN DE0005810055 (News/Aktienkurs)/ WKN 581005) unverändert mit "buy" ein und bestätigt das Kursziel von 90 EUR.

Aufsichtsratschef Kurt Viermetz habe seinen Rücktritt zum 08. Dezember angekündigt. Die Entscheidung folge auf den Druck der Aktionärsaktivisten, die die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung zu dessen Abwahl gefordert hätten. Viermetz habe hingegen erklärt, dass der Rücktritt aus Altersgründen bereits länger festgestanden habe.

Die Rolle von Viermetz als Aufsichtsratschef von Hypo Real Estate, die vom Staat habe gerettet werden müssen, mache ihn auf der Position bei der Deutschen Börse unhaltbar. Der Schritt sei daher leicht positiv zu werten.

Am 02. September hätten TCI/Atticus angekündigt, alle Optionen prüfen zu wollen, die Mehrwert für die Aktionäre schaffen könnten. Abgesehen davon habe es im Oktober positive Volumentrends gegeben.

Vor diesem Hintergrund bleiben die Analysten der Citigroup für die Aktie der Deutsche Börse AG weiterhin bei ihrer Kaufempfehlung. (Analyse vom 21.10.08)
(21.10.2008/ac/a/d)

Analyse-Datum: 21.10.2008


http://isht.comdirect.de/charts/big.chart?hist=1d&type=CONNECTLINE&ind0=VOLUME&&currency=&&lSyms=DB1.ETR&lColors=0x000000&sSym=DB1.ETR&hcmask=
http://isht.comdirect.de/charts/big.chart?hist=10d&type=candle&ind0=VOLUME&&currency=&&lSyms=DB1.ETR&lColors=0x000000&sSym=DB1.ETR&hcmask=
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http://isht.comdirect.de/charts/large.chart?hist=5y&type=candle&asc=lin&dsc=abs&avgtype=simple&ind=BB&ind0=RSI&ind1=SST&&currency=&lSyms=DB1.ETR&lColors=0x000000&sSym=DB1.ETR&hcmask=

actr
21.10.2008, 21:23
Warren Buffett: Jetzt Aktien kaufen!
Montag, 20. Oktober 2008

Warren Buffett gibt es zu: „Die Finanzwelt ist ein einziges Chaos, sowohl in den USA als auch im Ausland. Die Probleme haben auf die Konjunktur übergegriffen (…) bald wird die Arbeitslosigkeit steigen, die Geschäftsaktivitäten werden sinken und Schlagzeilen schlecht bleiben“. Was macht der Mann? – Er kauft Aktien.

Sein ganzes persönliches Portfolio habe er in den letzten Tagen von Anleihen auf Aktien umgestellt, erklärte der reichste Mann der Welt in einem Gastbeitrag für die New York Times. Und zwar nicht in irgendwelche Aktien, sondern in amerikanische. Das liegt allerdings nicht an einem hingebungsvollen Patriotismus, den Buffett zur Schau stellen will, sondern an einer einfachen Überlegung: Die amerikanischen Aktien hat es in den letzten Monaten am schlimmsten getroffen – also sind sie auch am billigsten.

Entsprechend rät Buffett anderen Investoren, ebenfalls einzusteigen. Anleger sollten sich, wie er selbst, an einem einfachen Grundsatz orientieren: „Sei vorsichtig, wenn andere zu gierig werden. Sei gierig, wenn andere zu vorsichtig werden.“

Zur Zeit seien Anleger an den amerikanischen Aktienmärkten nicht nur vorsichtig, sondern geradezu panisch. Sie haben quer durch die Branchen hindurch alle möglichen Papiere verkauft… und damit die Kurse auf unglaublich attraktive Niveaus geknüppelt. Das heiße nun nicht, dass Anleger wahllos zugreifen sollten. Denn einige Unternehmen seien ja völlig zurecht unter Druck geraten. Doch erinnert Buffett an die vielen amerikanischen Konzerne, deren Geschäfte solide laufen, und die nach ein paar möglicherweise schwachen Quartalszahlen langfristig wieder deutlich anziehen dürften.

Dabei ist „langfristig“ das wichtigste Wort. Buffett ist als Investor mit weitem Horizont bekannt geworden; auf kurzfristig hohe Renditen setzt er nicht. Viel interessanter: Wo steht ein Unternehmen – und damit eine Aktie – in fünf, zehn oder zwanzig Jahren?

Zur Zeit sei diese Frage ganz einfach zu beantworten: Besser als heute. Das dürfte zumindest für die überwältigende Mehrheit gelten, und daher solle der Investor jetzt in den Markt gehen. Die Geschichte gibt Buffett übrigens recht: Ob während der Weltkriege oder während der Weltwirtschaftskrise: Aktien fanden immer einen Boden, bevor sich die eigentlichen Probleme hinter dem ursprünglichen Abschwung erledigt hatten.

Ob die Anleger auf Warren Buffett hören werden, ist natürlich offen. Historisch gesehen tun sie das nicht. In Krisenzeiten haben vor allem private Kleinanleger oft genug von der Börse und steigen mit hohen Verlusten ein. Sie ziehen sich in andere Anlagen zurück, zur Zeit vor allem in Cash – in Inflationszeiten wohlgemerkt die schlechteste Idee.

Lust auf Aktien bekommen Durchschnittsanleger dan erst wieder, wenn die Börsen schon lange in einer Boom-Phase sind; den größten Teil der Gewinne haben sie dann verpasst. Sie steigen dann teuer ein und haben damit den nächsten Frust vorprogrammiert: Kommt es erneut zu einer Baisse, sing ihre Verluste erneut höher als die der Profis, die viel früher – und viel billiger – eingestiegen waren.

In seinem Tip an Anleger, sich jetzt ungeachtet der letzten Wochen günstig zu positionieren, beruft sich Warren Buffett in der New York Times zuletzt auf ein Zitat von Wayne Gretzky: Der legendäre Eishockey-Star hat einmal erklärt: „Ich skate dorthin wo der Puck sein wird – nicht dorthin, wo er gerade war.“
© Inside Wall Street

actr
29.10.2008, 09:02
29.10.2008 08:42
Deutsche Börse begrenzt VW-Gewichtung im DAX
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Vor dem Hintergrund der jüngsten Kursentwicklung in der Stammaktie der Volkswagen AG (ISIN DE0007664005 (News/Aktienkurs)/ WKN 766400) hat die Deutsche Börse AG (ISIN DE0005810055 (News/Aktienkurs)/ WKN 581005) eine außerordentliche Anpassung der DAX-Indexgewichtung beschlossen.

Wie der im DAX30 notierte Börsenbetreiber am Dienstagabend mitteilte, wird die im Index-Leitfaden zu den regulären Verkettungsterminen vorgesehene Kappungsgrenze von 10 Prozent für die VW-Aktie außerordentlich zum Handelsstart auf den 3. November vorgezogen. Damit wird das Gewicht der Volkswagen-Aktie in DAX auf 10 Prozent zurückgesetzt, sofern sie diese Schwelle mit Abschluss des Handels am Freitag überschreitet. Zum Handelsende am gestrigen Dienstag hatte Volkswagen ein Gewicht von 27 Prozent.

Mit dieser Kappung ändern sich auch die Gewichte der übrigen DAX-Konstituenten, hieß es weiter. Grundlage für die Neuberechung werden die Xetra-Schlusskurse am 31. Oktober sein. Der nächste reguläre Termin für die Indexanpassung ist der 22. Dezember.

Gestern schlossen die Aktien von VW bei 945,00 Euro (+81,73 Prozent) und die Titel der Deutschen Börse bei 45,57 Euro (-5,65 Prozent). (29.10.2008/ac/n/d)

actr
05.11.2008, 10:25
05.11.2008 10:23
Die Sensation ist perfekt - Salus Alpha macht weltbesten Hedge Fonds Index für Anleger als Fonds zugänglich
Zeichnungsperiode für Salus Alpha Directional Markets vom
05.11.2008 bis 30.11.2008

Wien (ots) - Salus Alpha macht den weltbesten Hedge Fonds Index
nun auch für Anleger unter 10 Mio. Euro zugänglich. Der DMX -
Directional Markets Index überzeugte dieses Jahr durch herausragende
+53% YTD-Performance. Der DMX konnte sich durch seine
überdurchschnittliche Performance in den letzten Jahren klar von
anderen Hedge Fond Indizes absetzen.

Die hohe Nachfrage der Anleger hat Salus Alpha dazu bewogen den
Salus Alpha Directional Markets auch als Fonds zugänglich zu machen.
Damit setzt Salus Alpha seinen Plan, Tracker-Fonds auf die Hedge
Fonds Indizes der Alternative-Index GmbH zu lancieren, weiter fort.
Durch die Erweiterung der Produktpalette wird auf Bedürfnisse der
Anleger in volatilen Zeiten wie diesen eingegangen und eine größere
Auswahl an nicht mit Aktien und Anleihen korrelierenden Fonds zur
Verfügung gestellt. Dadurch ist es Anlegern möglich auch in fallenden
Märkten positive Erträge zu erwirtschaften.

Der Salus Alpha Directional Markets wendet direktionale
Trendfolgestrategien in mehreren Zeiträumen und Märkten an. Der Fonds
ist darauf ausgelegt geringe bis negative Korrelation zu
traditionellen Long-Only Veranlagungsformen wie Anleihen oder Aktien
aufzuweisen. Der Fonds trackt den an der Wiener Börse notierten DMX -
Directional Market Index, der seit Berechnungsbeginn eine Performance
von 28,40% p.a bei einer Volatilität von 17,88% p.a. aufweist.

Weitere Informationen auf:
http://www.salusalpha.com/productpage/pdf/sadm_fs.pdf

Die Zeichnungsperiode für den Salus Alpha Directional Markets ist
vom 05.11.2008 bis 30.11.2008.

Rückfragehinweis:
Salus Alpha Financial Services GmbH
Frau Mag. Andrea Luksch
Tel: +43 1 9572587-42
mailto:public.relations@salusalpha.com

actr
07.11.2008, 08:55
07.11.2008 08:37
Ideale Einstiegsgelegenheit für Langfristanleger
Die Schere zwischen kurzfristiger Kursentwicklung und langfristigen Aussichten ging bei Solar- und Windenergie-Aktien zuletzt immer weiter auseinander. In den vergangenen Tagen mussten diese Werte wieder überproportional Federn lassen. Einige Solarwerte weisen mittlerweile schon einstellige Kursgewinn-Verhältnisse auf. Dabei haben sich die langfristigen Aussichten der Branche nicht verschlechtert. Im Gegenteil: Weltweit werden neue Subventionsprogramme für saubere Energien aufgelegt bzw. aufgestockt. Das bevorstehende Investitionsprogramm von Barack Obama ist nur die Spitze des Eisberges.

Das macht Solar- und Windenergieaktien gerade für Langfristanleger attraktiv, die sich vor der Einführung der Abgeltungssteuer noch rechtzeitig positionieren wollen. Nichts liegt näher als bei einem Langfristinvestment auf den Klimaschutz, DEN Megatrend des 21. Jahrhunderts zu setzen.

actr
07.11.2008, 09:09
07.11.2008 08:37
Unter Obama steht ein massiver Ausbau der Erneuerbaren Energien bevor
Zentrales Anliegen Barack Obamas Klimaschutz-Politik ist der massive Ausbau der Erneuerbaren Energien. Bis zum Jahr 2025 will Obama ein Viertel des US-Energiebedarfs mit Erneuerbaren Energien abdecken. Um das zu erreichen, plant er ein 150 Mrd. US-Dollar schweres Investitionsprogramm in Erneuerbare Energien. Eine Investition, die der Branche weiteren Auftrieb geben wird, nicht nur in den USA, sondern auch für die exportstarken Anbieter aus Europa und Asien.

Darüber hinaus hat Barack Obama bereits einige konkrete Klimaschutzziele formuliert:

• Eine Reduzierung der Treibhausgase bis 2050 um 80%, im Einklang mit den Empfehlungen des Weltklimarates

• Ausbau von Bio-Kraftstoffen durch Steuervergünstigungen

• Verbesserung der Energieeffizienz bis 2030 um 50%

• Verschärfung der Treibstoffverbrauchsnormen für PKW

• Reduzierung der US-Ölimporte bis 2030 um mindestens 35%

actr
07.11.2008, 09:33
07.11.2008 08:37
Klimakonferenz 2009: Gute Chancen auf den Durchbruch
Die nächste UN-Klimakonferenz findet 2009 in Kopenhagen statt. Dann soll der Nachfolger des Kyoto-Protokolls ausgehandelt werden, dem sich George Bush bekanntlich beharrlich verweigert hat. Mit einem US-Präsidenten Obama wird dies anders sein.

Nach den vielen kleinen Schritten sehe ich hier gute Chancen auf einen wirklich großen Schritt, einen echten Meilenstein für den Klimaschutz. Dafür müssen endlich verbindliche Etappenziele her. Einzelne Länder müssen sich zu konkreten Maßnahmen und Klimazielen verpflichten. Nur so kann der Kampf gegen den Klimawandel letztlich gewonnen werden.

Dabei gilt es, neben den USA auch die aufstrebenden Schwellenländer mit ins Boot zu holen. China und Indien etwa tragen mittlerweile einen spürbaren Anteil zum Klimawandel bei, der sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten noch steigern wird. Auf dem G8-Gipfel vereinbarten die Teilnehmer, die fünf Schwellenländer China, Indien, Brasilien, Mexiko und Südafrika bis zur Klimakonferenz 2009 in Kopenhagen in den Kampf gegen den Klimawandel einzubinden. Hier erhält Obama die Gelegenheit, die USA in einer neuen Vorreiterrolle in Sachen Klimaschutz zu profilieren.

actr
12.11.2008, 09:11
12.11.2008 08:37
Stellen Sie Ihr Depot jetzt langfristig UND gewinnbringend auf die kommende Rezession ein

Ein Gastkommentar von Markus Lindermayr, Chef-Analyst Long Term Investor

Die US–Notenbank (FED) senkte erst kürzlich erneut massiv die Leitzinsen um 0,5 Prozentpunkte auf 1,0% und nähert sich somit weiter an die Zinspolitik der seit Mitte der 90er Jahre krisengeschüttelten Japaner an. Doch nicht nur die FED, auch die EZB dürfte bald mit einer weiteren, vermutlich ebenfalls 0,5 Prozentpunkte umfassenden, Zinssenkung auf 3,25% folgen. Die spannende Frage ist nun, was bedeutet dies für die Märkte? Gleiten wir in eine Jahrzehnte andauernde Niedrigzinsphase ab, und welche Auswirkungen könnte dies auf unsere Anlagepolitik nach sich ziehen?

Nun, kurzfristig sorgt so ein Zinsschritt natürlich für Euphorie an den Aktienmärkten. Langfristig nimmt ein solch niedriges Zinsniveau den Notenbanken allerdings die Möglichkeit, auf Turbulenzen zu reagieren. Jetzt könnte man natürlich behaupten, die FED senkt den Leitzins nur vorübergehend auf 1,0%, um diesen dann im nächsten Frühjahr wieder kräftig nach oben zu schrauben. Doch wie soll dies nur funktionieren? Steigende Zinsen mitten in einer Rezession? Oder soll uns der jüngste Zinsschritt gar verdeutlichen, dass die FED in naher Zukunft wieder von einem starken wirtschaftlichen Wachstum ausgeht? Nein, ich glaube vielmehr, die Würfel sind gefallen. Die Entscheidung für ein langfristig niedriges Zinsniveau wurde gefällt und die Europäer sind gefolgt! Ausschlaggebend dürfte neben der Angst vor einer wirtschaftlichen Abschwächung eine drohende Deflation gewesen sein. Billiges Geld soll helfen, den schlimmsten Schaden abzuwenden. Der letzte Joker wird nun also komplett ausgespielt.

Interessant, wie schnell sich Standpunkte in der hohen Politik ändern! War es doch gerade das billige Geld, was uns in die Krise stürzen ließ. Die liquiditätsgetriebene Hausse von 2003 bis 2007. Schon vergessen, Herr Bernanke, Herr Trichet?

Was das alles für Sie als Anleger bedeutet: Das heißt nicht anderes, als dass Sie Ihre Vermögensaufstellung jetzt langfristig ausrichten sollten. Sobald der Funke auf die Anleihenmärkte überspringt, werden wir Zeuge einer massiven Umschichtung von Kurzfristpapieren in Langläufer. Speziell bei Staatsanleihen mit einer hohen Bonität wird dies zu Verwerfungen am Markt führen.

Und jetzt frage ich Sie: Wer hat erst kürzlich in langfristige US-Staatsanleihen investiert? China! Wusste hier wieder jemand mehr, oder war dies wieder einmal ein kommunistischer Freundschaftsdienst? Lassen wir dies einmal offen.

actr
19.11.2008, 09:02
19.11.2008 08:37
Wie sicher ist mein Geld in der Finanz-Krise?
Ein Gastkommentar von Radovan Milanovic, Kapitalschutz-Experte der „Vermögensschutzvereinigung“

Die letzten Wochen an den Finanzmärkten haben meine schlimmsten Befürchtungen sogar noch übertroffen - eine schwarze Woche folgt dem anderen auf den Fuß. Und es ist immer noch nicht abzusehen, wann das Jammertal der Finanzkrise endgültig durchschritten ist.

I. Sind Gold und Silber eine gute Krisenwährung?
Obwohl der Kurs der beiden Edelmetalle zeitweise schwankt, rate ich Ihnen eindringlich: Edelmetalle in physischer Form sind ein sicherer Hafen für Ihr Geld und gehören anteilig in jedes Depot. Denken Sie daran: Edelmetalle sind Langfristanlagen. Kurzfristige Schwankungen dürfen Sie nicht verunsichern. Investieren Sie zum Beispiel mit einem Goldsparplan, wie wir Ihnen diesen bereits empfohlen haben.

II. Sind alle Zertifikate doch Zockerpapiere?
Klare Antwort: NEIN! Ein Zertifikat ist eine Schuldverschreibung. Deshalb ist es enorm wichtig, dass Sie sich sowohl beim Kauf als auch bei der Überprüfung der Zertifikate in Ihrem Depot von der Bonität des Emittenten überzeugen. Wir prüfen für Sie die Bonität daher immer auf Herz und Nieren. Wenn das Finanzinstitut, das Ihr Zertifikat verwaltet, insolvent wird, ist Ihr Geld nicht verloren. Sie können dann die Herausgabe verlangen.

III. Sind Staatsanleihen in der Krise eine sichere Wahl?
Die Anleihen des deutschen Staates sind sehr sicher. Denn die Bundesrepublik Deutschland liegt nicht in Südamerika. Dort kann es vorkommen (und dies kam tatsächlich auch schon vor), dass der Staat den Schuldendienst aussetzt. Lediglich in einer äußersten Extremsituation kann der Fall eintreten, dass Deutschland die Staatsanleihen nicht zurückzahlt.

IV. Was passiert mit meinen Aktien, wenn meine Bank zusammenkracht?
Die Aktien in Ihrem Depot bleiben Ihr Eigentum. Ihre Bank verwahrt diese nur für Sie. Geht Ihre Bank pleite, können Sie jederzeit die Herausgabe verlangen. Aber tätigen Sie dann keine unüberlegten Panikverkäufe. Mit Aktien besitzen Sie Unternehmensanteile, deren Kurs zwar einbrechen kann. Solange es das jeweilige Unternehmen gibt, haben diese Papiere jedoch einen Wert.

V. Was passiert bei einem Kollaps meiner Bank mit meinem Bank-Schließfach?
Auch hier gilt: der Inhalt des Schließfachs bleibt Ihr persönliches Eigentum. Sie haben jederzeit persönlichen Zugriff zu Ihren dort gehaltenen Vermögenswerten.

Wenn Sie solche aktuellen Informationen und die sichersten Anlageempfehlungen von mir und 6 weiteren meiner Kollegen regelmäßig erhalten wollen, dann werden Sie noch heute Mitglied in der Vermögensschutzvereinigung. Sichern Sie Ihr Vermögen, Ihr hart erarbeitetes Geld jetzt gegen die Rezession der kommenden Jahre ab.

Handel Sie noch heute und retten Sie Ihr Kapital.

actr
19.11.2008, 09:17
19.11.2008 08:37
Ein letztes Mal Werbungskosten absetzen
Der Jahresultimo rückt näher und damit auch die Steueränderungen, die für 2009 angekündigt sind. Neben all dem Rummel um die die Abgeltungssteuer ist untergegangen, dass eine weitere Vergünstigung für Anleger ab Januar wegfällt. Sie als Anleger haben zum letzten Mal die Chance, ihre Werbungskosten abzusetzen.

Also: Noch gilt, für Einnahmen aus Kapitalvermögen können Sie diesbezügliche Kosten als Werbungskosten geltend machen. Auch wenn keine Kosten angefallen sind, berücksichtigt das Finanzamt von Amts wegen den Werbungskosten-Pauschbetrag von 51 Euro bei Alleinstehenden bzw. 102 Euro bei Zusammenveranlagung.

Falls Ihre Kosten diesen Betrag übersteigen, müssen Sie diese einzeln nachweisen. Das wären dann Depotgebühren, Kontoführungsgebühren, Kosten für ein Schließfach, Bankgebühren für Erträgnisaufstellung, Jahressteuerbescheinigung usw., aber auch Fachliteratur zur Kapitalanlage und Börseninformationen zählen dazu. Wenn Sie sich Softwareprogramme zur Verwaltung des Kapitalvermögens zugelegt haben sowie zu der Hauptversammlung einer Gesellschaft gefahren, an der Sie Aktien haltender Steuerpflichtige beteiligt ist, dann können Sie diese absetzen. Das gleiche gilt noch für Beratungskosten sowie Prozesskosten, insofern sie in direktem Zusammenhang mit dem Kapitalertrag stehen. Absetzbar sind noch die Abschlusskosten für einen Bausparvertrag und Bürokosten, z.B. für Telefon, Porto, oder Schreibbedarf.

Als Werbungskosten können auch Schuldzinsen und Kreditnebenkosten für ein Darlehen absetzbar sein, das zur Finanzierung einer Kapitalanlage aufgenommen wurde. Stehen Werbungskosten im Zusammenhang mit Dividendenerträgen, die nach dem Halbeinkünfteverfahren nur zur Hälfte steuerpflichtig sind, können auch die Werbungskosten nur zur Hälfte angesetzt werden.

Ab 2009 ist damit Schluss, Freibetrag und Werbungskostenpauschale werden zusammengefasst und es gilt der einheitliche Sparerpauschbetrag von 801 Euro (1602 Euro für Verheiratete). Also in diesem Jahr noch einmal alle Belege sammeln und einreichen!

Eine glückliche Hand bei Ihren Investitionen wünscht Ihnen

Susanne Schmitt
Autorin Investor´s Daybreak

actr
21.11.2008, 09:06
21.11.2008 08:37
Nutzen Sie die historische Chance auf richtige Rendite: Beweisen Sie Mut, wenn andere Angst haben!
Liebe Leser,

an der Börse herrscht Panik. Völlig zu Unrecht mittlerweile. Warren Buffett sagt: „Sei gierig, wenn die anderen ängstlich sind. Sei ängstlich, wenn die anderen gierig sind.“ Denn Warren Buffett sagt auch: „Kaufe billig“. Und ich sage Ihnen eins: Es gibt derzeit verdammt billige Aktien. Achtung: Nicht alle! Zu Industriewerten oder Automobilern der Old Ecomomy würde ich Ihnen nicht raten.

Aber: Es gibt eine Branche, die komplett unbelastet aus der Bankenkrise kommt. Und die komplett unbetroffen durch die Rezession geht: High Techs. Ja genau, Sie haben es richtig gelesen: Es wird eine Rallye geben. Eine Rallye der High Techs. Die Unternehmenszahlen sprechen für sich: anhaltende zweistellige Wachstumsraten. Bei rentablem (!) und organischem (!) Wachstum! Ich kann Ihnen auf Anhieb 100 Unternehmen nennen, die die Analystenerwartungen alle um Meilen übertroffen haben. Alles High Tech Unternehmen.

Und ich sage Ihnen eines: in der allgemeinen (berechtigten) Panik der letzten Monate wurden auch diese Werte – wenn auch freilich nicht ganz so schlimm, aber mit Sicherheit vollkommen zu Unrecht – runtergeprügelt. Weil eben viele einfach alles verkauft haben. Und genau das ist IHRE Chance: Kaufen Sie jetzt. Es ist ein historischer Moment wie zuletzt 2003. Jetzt ist Ihr Tag um reich zu werden. Ihre Chance, alle Verluste aus 2008 schon in 2009 wieder wett zu machen. Steigen Sie ein!

Ich habe Ihnen gesagt, dass ich Ihnen auf Anhieb 100 kaufenswerte Unternehmen nennen kann. Alles High Tech Unternehmen. Ich sage Ihnen jetzt: In meinem „HighTech-Investor“ werde ich nächste Woche beginnen und Ihnen in den nächsten 8 Wochen die besten 7 Unternehmen auf meiner Liste auf dem Silbertablett präsentieren. Die Aktienkurse: geschenkt. Billiger als Buffett-Billig. Einfach genial.

Wenn das Blut die Wall Street herunter rinnt, dann ist Zeit zu kaufen. Unbedingt. Es rinnt Blut. Die Verluste sind immens. Aber ganz ehrlich – Sie wissen es: Jetzt einsteigen, heißt: verdammt billig einsteigen. Nur die, die sich trauen, ihre Angst zu überwinden und in ängstlichen Märkten zu investieren, sind Börsengewinner. Die, die einsteigen, wenn die Party vorbei ist, werden an der Börse niemals Geld verdienen.

Im Jahr 2007 haben wir mit dem „HighTech-Investor“ mit den beiden Musterdepots im Schnitt 226% Gewinn gemacht. Gut, im Jahr 2008 waren wir hauptsächlich im Cash – derzeit bei einer Cash Quote von 90%. Aber damit ist schon bald Schluss. Jetzt heißt es: Party Time! Die Verkaufspanik nähert sich ihrem Ende. Vielleicht haben wir gestern an den US-Börsen schon die letzte Verkaufswelle gesehen. Und jetzt habe ich berechtigte Hoffnungen, in 2009 wie 2007 wieder richtig durchzustarten.

actr
21.11.2008, 09:08
21.11.2008 08:37
Krisenfeste Nahrungsmittel
Die High Tech-Branche bietet mutigen Anlegern derzeit auf lange Sicht ein hervorragendes Chance/Risiko-Verhältnis. Für sicherheitsorientierte Anleger bieten sich aktuell Aktien aus der Nahrungsmittelbranche an. Getreu dem Motto „gegessen wird immer“ kann eine Rezession ihren Geschäften wenig anhaben. Das zeigte sich in den letzten Monaten auch an den Aktienkursen der Marktführer.

Unternehmen wie der Schweizer Nestlé- oder der französische Danone-Konzern zählen zu den typischen Vertretern der nicht-zyklischen Aktien. Die angenehme Folge: der Aktienkurs weist eine geringere Volatilität (Schwankungsintensität) als der Gesamtmarkt auf. Zusätzlich erfreuen diese Unternehmen ihre Aktionäre meist mit einer attraktiven Dividendenpolitik. Anleger, die das tägliche Auf und Ab ihres Depots etwas abmildern möchten, greifen daher zu den Nicht-Zyklikern.

Neben Einzelaktien bieten sich auch eine ganze Reihe nicht-zyklischer Fonds an. Diese Fonds investieren in der Regel in Aktien einzelner Branchen wie Nahrungsmittel, Pharma oder Konsumgüter. Sie sollten bei nicht-zyklischen Investitionen jedoch einen gewissen Anlagehorizont (5-10 Jahre) einplanen. Diese Aktien und Fonds sind kein Spielfeld für schnelle Gewinne, sondern spielen ihre Vorteile immer erst im Lauf der Zeit aus.


Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende.

Sascha Mohaupt
Chefredakteur Investor´s Daybreak

actr
26.11.2008, 20:41
26.11.2008 18:29

Börse Frankfurt/Zertifikate-Trends: Vorsichtiger Optimismus bei Indizes und Standardwerten

DJ Börse Frankfurt/Zertifikate-Trends: Vorsichtiger Optimismus bei Indizes und Standardwerten



26. November. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Erholung der beiden großen
europäischen Indizes DAX® und DJ Euro Stoxx 50 sorgt für steigendes Volumen
im Handel mit Hebelprodukten und Zertifikaten. "Nachdem es noch zum Ende der
vergangenen Woche so ausgesehen hatte, als würde der DAX® sein bisheriges
Jahrestief um 4.000 Punkte unterbieten, erwischte die starke Erholung zu
Wochenbeginn die meisten Anleger auf dem falschen Fuß", berichtet ein
Händler der Baader Bank. Viele Einzeltitel wie Allianz oder Siemens hätten
von der Kehrtwende erheblich profitieren können. Als Folge erwarteten
Investoren kurzfristig aber weiter steigende Kurse.

In den meist gehandelten Index-Zertifikaten auf den DAX (WKNs 709335,
543741) überwiegt das Interesse der Käufer. Bei Optionsscheinen auf die
großen Indizes setzt die Mehrheit der Anleger auf eine kurzfristige Erholung
des deutschen Bluechip-Index. Gekauft werden Call-Optionsscheine (WKNs
CB9NVY, DB89BA) sowie bullische Knock-out-Scheine (WKNs DB4JAV, 237231).
Abgegeben werden Put-Optionsscheine (WKNs CB8TTZ, DB1951) und bearishe
Knock-out-Scheine (WKN AA1GFS, CG5330).

Volatilität nimmt deutlich ab


Der Volatilitätsindex VDAX-NEW, der die erwartete Schwankungsbreite des DAX
für die nächsten 30 Tage misst, hat in der vergangenen Woche sein Ende
Oktober erreichtes Rekordniveau von 85 Prozent nicht mehr überschritten und
sich danach deutlich auf Werte um 60 Prozent zurück gebildet. Dies zeigt
nach Ansicht der WestLB, dass die Aktienmärkte sich zumindest vorübergehend
etwas beruhigt hätten. Als Schwankungsbreite oder Volatilität bezeichnet man
die Kursniveaus, zwischen denen ein Index oder eine Aktie sich in einem
bestimmten Zeitraum bewegt. Das aktuelle Volatilitätsniveau im VDAX-NEW sei
aber nach wie vor weit vom langjährigen historischen Durchschnittswert von
etwa 20 Prozent entfernt. Ein nachhaltigerer Rückgang könne erst dann
erwartet werden, wenn sich die Situation bei den Banken und im Kreditmarkt
wieder normalisiere. Solange die Unsicherheit in diesem Sektor fortdauere,
müsse mit einer höheren Schwankungsbreite gerechnet werden.

Gewinnmitnahmen bei reversen Zertifikaten


Nach Beendigung des jüngsten Abwärtstrends trennt sich nach Angaben von
Stefan Scharffetter von der Baader Bank die Mehrzahl der Anleger von
reversen Zertfikaten auf den DAX. "Die Verkäufe in diesen Produkten haben in
den vergangenen Tagen stark zugenommen. Scheinbar halten die betreffenden
Investoren das Abwärtspotenzial kurzfristig für ausgereizt." Reverse
Bonus-Zertifikate sind eine weniger riskante Alternative zu
Put-Optionsscheinen. Ein reverses Zertifikat hat keinen Hebel und wird weder
von einer sinkenden Volatilität noch von einem Zeitwertverlust negativ
beeinflusst. Der Käufer profitiert im Verhältnis eins zu eins an fallenden
Kursen. Auf den Verkaufslisten der Anleger finden sich neben reversen
Bonus-Zertifikaten (WKNs DB3BTY, CM1EZA) auch reverse Index-Zertifikate (WKN
LBB1YZ).

Umsatzsprung bei Discount-Zertifikaten


Ein deutliches Anziehen der Nachfrage beobachtet Scharffetter bei
Discount-Zertifikaten, die an die Entwicklung des DAX oder deutscher
Standardwerte gekoppelt sind. "Für die Käufer von Discount-Zertifikaten
ergeben sich derzeit aufgrund der relativ hohen Volatilität besonders
attraktive Konditionen, also wenn die Marktteilnehmer von weiterhin hohen
Kursschwankungen ausgehen." Discount-Zertifikate kombinieren den Kauf einer
Aktie und den Verkauf einer Call-Option auf ihren Basiswert. Letzteres
bezeichnet man auch als Stillhalter-Geschäft. Für dieses
Stillhalter-Geschäft, das der Emittent für den Anleger ausführt, bekommt der
Anleger eine Prämie, die den Discount erst ermöglicht. Bei höherer
Volatilität fällt die Prämie höher aus, damit steigt auch der Wert des
Zertifikats.

"Vor allem der Anstieg der Renditen erscheint für viele Anleger attraktiv.
Vor einem Jahr, als die durchschnittliche Volatilität im DAX noch recht
niedrig war, konnten Investoren mit dem Erwerb eines DAX-Discounters
durchschnittlich einen Rabatt von 14 Prozent und eine Seitwärtsrendite von
16 Prozent im Zeitraum von einem Jahr erzielen. Aktuell sind bei ähnlich
ausgestatteten Discountern Rabatte von 20 Prozent und Seitwärtsrenditen von
bis zu 24 Prozent möglich", erklärt Scharffetter.

Bevorzugt wird zum ein Beispiel Discount-Zertifikat auf den DAX (WKN UB3W40)
mit einem Cap bei 6.300 Punkten und einer Laufzeit bis Juni 2010. Andere
Investoren kaufen ein Produkt (WKN DZ38DT) mit einer niedrigeren Schwelle
bei 4.800 Punkten und einer Laufzeit bis Juni 2009.

Beim DJ Euro Stoxx 50 werden Discounter mit Caps zu den aktuellen
Kursniveaus und Laufzeiten bis März 2009 bzw. September 2009 (WKNs CB5JWJ,
DZ0KDD) gesucht.

Einzelwerte gefallen auch


Gefragt sind darüber hinaus Produkte auf verschiedene Standardwerte. "Es
macht eigentlich derzeit keinen Unterschied, wo man hinschaut. Fast alle
Bluechips haben erheblich gelitten. Für längerfristig orientierte Investoren
sind die aktuellen Kursniveaus deshalb Kaufkurse. Auf lange Sicht hoffen sie
mit dem geeigneten Zertifikat gute Renditen erzielen zu können", erklärt
Scharfetter. Nachgefragt werden Discount-Zertifikate auf Daimler (WKN
DB79VR), BMW (WKN DB4EGX), Allianz (DB77VD), BASF (DB77VW) und RWE (WKN
DB4EPC).

Alpha-Zertfikate auf DivDAX gesucht


Die niedrigen Bewertungsniveaus bei dividendenstarken Standardwerten führen
steigenden Umsätzen bei Alpha-Zertifikaten, deren Wert vom Verhältnis des
DivDAX zum DAX abhängt. Bei diesem Produkt gehen Investoren davon aus, dass
der DivDAX einen Mehrertrag (das Alpha) im Verhältnis zu einem Referenzmarkt
- in diesem Fall zum DAX - erzielt. Der DivDAX enthält die 15
dividendenstärksten Standardwerte im DAX. Aktuell sind E.ON, Daimler,
Deutsche Bank und Deutsche Telekom mit jeweils etwa 10 Prozent Anteil die
vier stärksten Titel im Index. "Da die Unternehmen sich momentan mit
Prognosen für die Gewinnentwicklung im nächsten Jahr sehr schwer tun,
orientieren sich Investoren an den Werten, bei denen sich sie trotz der
deutlichen Wachstumsabschwächung nach wie vor von einer hohen
Dividendenausschüttung ausgehen. In schwächeren Börsenzeiten sind diese
Aktien attraktiver als andere und werden deshalb bevorzugt in die Depots
genommen oder gehalten", erklärt ein Händler. Begehrt sind vor allem zwei
Alpha-Zertifikate der Deutschen Bank (WKNs DB2NYM, DB11JT).

Investoren vermuten Erholungspotential bei Rohöl


In der vergangenen Woche ist der Preis für ein Barrel Rohöl wegen der
Wachstumssorgen für die Weltwirtschaft auf ein neues Jahrestief unterhalb
der Marke von 50 US-Dollar gefallen, nachdem er noch im Juli bei einem
Rekordhoch bei 147 US-Dollar gelegen hatte. Einige Investoren setzen deshalb
nach Angaben eines Händlers auf eine stärkere Erholung bei diesem Rohstoff.
Sie positionieren sich in einem währungsgesicherten Index-Zertifikat auf den
Spot-Preis (WKN DB3DNA).

Steuerliche Sonderregelungen für einige Zertifikate


Zertifikate und Optionsscheine unterliegen zumindest teilweise anderen
Regeln als z.B. Aktien, Fonds oder Anleihen. Bei Letzteren, wenn sie vor dem
31. Dezember 2008 gekauft werden, gilt die alte steuerliche Regelung:
Eventuelle Kursgewinne sind nach einem Jahr steuerfrei. Das ist bei der
Mehrheit der Zertifikate anders. Papiere, die zu den so genannten
"Nicht-Finanzinnovationen" zählen, können nur dann steuerfrei verkauft
werden, wenn sie vor dem 14. März 2007 gekauft worden sind.

Nicht-Finanzinnovationen sind Papiere, die dem Risiko eines Totalverlusts
unterliegen. Zertifikate, die eine Kapitalgarantie beinhalten, gelten
dagegen als Finanzinnovationen und fallen nicht unter diese
Ausnahmeregelung. Jedoch müssen Gewinne aus solchen Produkten nach der alten
Regelung bisher mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden - auch
wenn sie nach Ablauf der Spekulationsfrist verkauft werden.

Das heißt: Anleger, deren Steuersatz über den 25 Prozent der Abschlagsteuer
liegt, mit der neuen Regelung steuerlich entlastet. Wer dagegen Zertifikate,
die nicht zu den Finanzinnovationen zählen, länger als ein Jahr im Depot
hat, kann diese vor 2009 noch steuerfrei verkaufen.



© 26. November 2008/Andreas Wolf

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enthaltenen Informationen begründet ein Angebot zum Verkauf oder die Werbung
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(END) Dow Jones Newswires

November 26, 2008 11:29 ET (16:29 GMT)

PaulZwei
28.11.2008, 10:16
German Desk: Die IEA sieht den Ölpreis bis 2010 auf mögliche neue Rekordhöhen steigen. IEA-Chef-Ökonom Fatih Birol geht davon aus, dass die Nachfrage nach Öl ab 2010 wieder im Aufschwung begriffen ist. Die Nachfrage aus Ländern wie China und Indien sei nach wie vor sehr hoch. Daher könnte der Ölpreis in der weiteren Folge sogar über das Rekordniveau von vergangenen Juli bei 147 USD/Barrel steigen

actr
04.12.2008, 08:16
04.12.2008 07:59
Beiersdorf und Salzgitter steigen in den Dax auf
Frankfurt (BoerseGo.de) - Die Deutsche Börse hat über die neue Zusammensetzung ihrer Indizes mit Wirkung zum 22. Dezember 2008 entschieden. Demnach werden die beiden MDax-Werte Beiersdorf (News/Aktienkurs) und Salzgitter (News/Aktienkurs) in den Dax aufgenommen. Sie ersetzen die Aktien von Continental und Hypo Real Estate, die den Index auf Basis der Fast-Exit-Regel verlassen, da beide Aktien hinsichtlich ihrer Marktkapitalisierung die Kriterien für einen Verbleib im Dax nicht mehr erfüllen. Beide Titel werden künftig dem MDax angehören.

Neu in den MDax aufgenommen wird außerdem Gerresheimer. Herausgenommen aus dem MDax werden die Aktien von AMB Generali, da der Streubesitzanteil auf weniger als 10 Prozent gefallen ist. Die Deutsche Börse hat kürzlich die Anforderungen an den Mindest-Free Float von 5 auf 10 Prozent erhöht.

Klöckner Werke ersetzt die Aktie von Gerresheimer im SDax. Außerdem steigt Loewe in den SDax auf. IKB verlässt den Index, da sie einen Streubesitzanteil von unter 10 Prozent aufweisen. Außerdem wird die Aktie von Delticom ebenfalls in den SDax aufgenommen, die Aktie von HCI Capital verlässt SDax.

In TecDAX werden die Aktien von Smartrac und Jenoptik aufgenommen. Die Aktien von Epcos und Versatel verlassen den Index. Beide Werte werden aufgrund des zu geringen Streubesitzes ausgetauscht.


(© BörseGo AG 2007 - http://www.boerse-go.de, Autor: Gansneder Thomas, Redakteur)

actr
08.12.2008, 23:38
Erfolgreiche Investments mit ruhiger Hand
von Torsten Ewert

Verehrte Leserinnen und Leser,

so langsam nimmt die politische Diskussion über die Folgen der Finanzkrise und insbesondere die Lösungsvorschläge dazu groteske Züge an. Die abenteuerlichsten Vorschläge werden unterbreitet. Konjunkturprogramme und Steuersenkungen – ok, aber Konsumgutscheine?? Von da aus ist es dann ja nicht weit bis zu Lebensmittelkarten – eine wahrlich gruselige Vorstellung.

Unkontrollierte Hektik statt „ruhiger Hand“

Ob sich irgendjemand dieser Experten mal vorher überlegt hat, welche Wirkung solche „Ansagen“ auf die „Leute auf der Straße“ haben mag? Wahrscheinlich nicht. Es erweckt alles ein wenig den Anschein unkontrollierter Hektik.

Dabei wollte die Bundeskanzlerin doch alles „mit ruhiger Hand“ steuern. Deshalb hat sie Opel auf Weihnachten vertröstet, und auch die Frage nach weiteren Maßnahmen wurde ins Neue Jahr vertagt. Der Finanzminister hat kürzlich noch eins drauf gesetzt und von Ostern als nächstem „Überprüfungstermin“ gesprochen.

Nun ja, hoffen wir, dass dieses Konzept so wie geplant aufgeht. Wenn man allerdings die Wehklagen der Autokonzerne in den USA so ansieht und -hört, dann beschleichen einen so langsam Zweifel, ob sich bis dahin nicht noch ein viel größeres Unwetter zusammengebraut hat...

Gebeutelte Investoren überall

Als Investoren haben wir es zurzeit aber auch nicht gerade leicht. Langfristanleger, die nach der „Buy-and-Hold“-Strategie (Kaufen und Halten) vorgehen, sind unter Umständen vielleicht gerade wieder bei +/- Null angekommen. Kurzfristiger orientierte Anleger sitzen unter Umständen auf deutlichen Verlusten, und auch Trader, die eigentlich die Volatilität brauchen, stöhnen angesichts der extremen Schwankungen an den Börsen.

Sie wissen sicherlich, dass wir von Stockstreet seit September den Spezial-Report „Abgeltungssteuer“ herausbringen. In den ersten drei Ausgaben haben wir die Strategie an sich sowie verschiedene Märkte, Branchen und Länder besprochen.

In der nächsten Woche erscheint die vierte und letzte Ausgabe. In dieser geht es um die Absicherung der Investments gegen fallende Kurse. Wie wir in den letzten zehn Jahren schmerzlich erfahren haben, ist das offensichtlich eine der wichtigsten Voraussetzungen für langfristig stabile und überdurchschnittliche Ergebnisse.

Das Stockstreet-DAX-Absicherungssystem – für Investments mit ruhiger Hand

Für uns ist dieses Thema im Zusammenhang mit der Abgeltungssteuer noch um einiges wichtiger. Denn unser Anspruch mit diesem Spezial-Report ist ja, Ihnen Möglichkeiten zu bieten, wie Sie diese Investments tatsächlich „ein Leben lang“ halten können. Und zwar ohne verkaufen zu müssen und dadurch frühzeitig den Steuervorteil zu verspielen.

Aber neben dieser Herausforderung haben wir auch einen enormen Vorteil, den wir nutzen können: den extrem langfristigen Anlagehorizont! Dadurch sind wir nicht gezwungen, auf jede Marktschwankung und jede Wasserstandsmeldung der Börse zu reagieren. Im Gegensatz zu unseren Politiker, die von Medien sowie Feinden und Freunden getriebenen werden, können wir tatsächlich eine „Investment-Politik der ruhigen Hand“ machen und uns nur auf die großen Umschwünge konzentrieren.

Dazu haben wir anhand unseres Leitindex das stockstreet-DAX-Absicherungssystem entwickelt und seit einigen Jahren intern erprobt. Damit sind wir in der Lage, aus verschiedenen Konjunkturdaten und charttechnischen Regeln die Absicherungszeitpunkte extrem genau zu bestimmen.

Schauen Sie sich dazu einfach mal in Ruhe den folgenden Chart an:

http://www.stockstreet.de/newsletter/steffens-daily/081208.gif

Die rot schattierten Zeiträume sind die, in denen wir nach dieser Strategie unser Depot abgesichert hätten. Natürlich gibt es auch hier einige Zeitpunkte, die im Nachhinein weniger optimal erscheinen. Das passiert in langjährigen Trends regelmäßig.

Beeindruckende Ergebnisse und enorme Vorteile für ein wachsendes Depot

Aber – auch das ist gut zu erkennen – die vermeintlichen Fehlsignale gingen mit nur geringen Verlusten einher. Denn Kursanstiege gehen nun einmal etwas ruhiger vonstatten als Kurseinbrüche oder gar Crashs. Auch das ist in diesem Chart schön zu erkennen.

Aber das Beste ist, dass insbesondere auch große Depots mit dieser Strategie funktionieren. Denn durch die Absicherung wird je nach Strategie nur eine viel geringere Summe als „Versicherungsprämie“ eingesetzt, als der Depotwert selbst ausmacht. Denn aus vielerlei Gründen (u.a. wegen der Transaktionskosten) ist es nicht empfehlenswert, das Depot komplett leer zu räumen und später wieder hektisch neu zu bestücken. Auch das zeichnet eben ein „Investment mit ruhigen Hand“ aus.

Für unseren Spezial-Report haben wir die Strategie noch einmal deutlich vereinfacht. Dadurch erhält jeder Leser eine klare Anleitung, mit welchen Daten und Methoden er/sie diese Strategie umsetzen kann. Wir haben unser System auch dahingehend optimiert, dass es ausschließlich mit Information funktioniert, die öffentlich im Internet zugängig und leicht zu verarbeiten sind.

Durch das Einfache geht der Eingang zur Wahrheit (G.C. Lichtenberg)

Auch für die charttechnische Komponente, ohne die es einfach nicht geht, haben wir ein einfaches und seit etlichen Jahren erprobtes Systems verwendet, wofür Sie keine Expertenkenntnisse oder Spezialsoftware benötigen. Auch das können Sie alles ohne Probleme mit freien Internet-Tools und Bleistift und Lineal erledigen.

Und trotz dieser „Einfachheit“ funktioniert das System erstaunlich gut: sehr erfolgreich und eben „mit ruhiger Hand“. Die Signale basieren auch Wochenkursen, das heißt es genügt, die Überprüfung ganz entspannt am Wochenende durchzuführen. Das ist eine Sache weniger Minuten.

Übrigens, höchst interessant: Das letzte Signal zur Absicherung wurde am 18. Januar 2008 generiert. Das war der Freitag vor dem Januar-Crash, der durch die Schieflage von Future-Positionen bei der Société Générale ausgelöst wurde...


Mit besten Grüßen

Ihr Torsten Ewert

actr
09.12.2008, 09:14
09.12.2008 08:37
Höchste Zeit für die Schnäppchenjagd
Liebe Leser,

das Weihnachtsgeschäft ist hierzulande gar nicht schlecht angelaufen, trotz aller Unkenrufe von Einzelhändlern und Konjunkturpessimisten im Vorfeld. Offenbar lassen sich die Deutschen ihre Konsumlust nicht so schnell vom Krisengerede vermiesen.

Gleiches gilt für den gestrigen Börsentag. Die niedrigen Kurse locken viele Anleger zur Schnäppchenjagd. Wer die Abgeltungsteuer noch vermeiden will, muss sich auch langsam sputen. Die Gnadenfrist für alle, die ihre Gewinne nicht mit dem Fiskus teilen wollen, läuft in drei Wochen aus. Langfristanleger decken sich daher jetzt mit Schnäppchen ein. Dabei kommt es nicht so sehr darauf an, die Aktien 10% höher oder niedriger einzukaufen. Solche Differenzen machen auf Sicht mehrerer Jahre nur einen kleinen Teil des Erfolgs aus.

Und bitte: Setzen Sie nicht auf irgendwelche Zockerwerte, sondern auf Qualität! Der abgeltungsteuerfreie Kauf noch in diesem Jahr macht nur bei Werten Sinn, die Sie auch guten Gewissens länger als ein Jahr halten können. Jetzt gehören erstklassige Langfristinvestments ins Depot.

actr
10.12.2008, 11:25
10.12.2008 08:37

Von Ferdinand Keuser, Herausgeber STRATEGIE-Elite

Der ehemalige Studienfreund eines Mitglieds unserer STRATEGIE-Elite hatte im großen Crash 2001 (Terror-Anschlag in New York) die Hälfte seiner Ersparnisse verloren.... und dabei war der Familienvater (3 Kinder) mitten im Bauen...

Was soll ich Ihnen sagen? 6 Monate später war das verlorene Geld wieder da – und einige Tausend Euro zusätzlich. Und wir hatten ein neues Mitglied in unsere STRATEGIE-Elite gewonnen.



Woran sich der neue Elite-Anleger noch gewöhnen musste, war die Tatsache, dass er von jetzt an Gewinne machte, wie der persönliche Freund eines sehr mächtigen Bankdirektors.

Von jetzt an nahm er an Vorgehensweisen teil, mit denen die besten Profis der Welt wirklich Geld mit Aktien machen. So waren die Aktien, mit denen der neue Elite-Anleger sein Geld zurückverdiente, zum damaligen Zeitpunkt sehr außergewöhnliche Aktien...

Sie waren zuvor jahrelang in der Beobachtungs-Maschinerie von Volker Gelfarth, einem der besten Value-Analysten der Welt. Einem Profi, den viele mächtige Bankdirektoren gerne als persönlichen Freund hätten...

Die Aktien, die Volker Gelfarth damals als Hilfe für den krisengeschlagenen Anleger einsetzte, waren Fuchs Petrolub (gewann dann in 6 Monaten +53,42%), Salzgitter (+33,77%), Puma (+343,37%) und Leoni (+53,11%).

Volker Gelfarth sagt, dass es immer Unternehmen gibt, deren Aktien deutlich mehr Stärke zeigen, als alle anderen Aktien. Man muss sie nur früher als die Profis an den Börsen erkennen...

Zurzeit ist das zum Beispiel die Aktie von Rosenbauer. Das High-Tech-Unternehmen Rosenbauer kann sich vor Aufträgen nach seinen hoch speziellen Feuersicherungs- und Feuerlöschanlagen für Flughäfen und Fabrikanlagen kaum retten. Da zeichnet sich schon jetzt ab, dass viele starke Anleger einsteigen werden.

Oder Leoni. Schon jetzt baut Leoni für fast alle Pkw und Lkw auf der Welt die hoch komplizierte Elektronik. Und jetzt brauchen alle Hersteller blitzschnell Elektrofahrzeuge. Manche wollen (müssen! wegen der Schadstoffgesetze) schon ab 2012 mindestens 10%, einige sogar 20% ihrer Fahrzeuge mit Elektromotor ausgestattet haben.

Haben Sie es gesehen????? Richtig, Leoni war schon bei den Gewinnern von vor 7 Jahren dabei. Es wird auch in den kommenden 6 bis 12 Monaten wieder um mindestens +50% zulegen. Das liegt an einem einfachen Grund...

Volker Gelfarth bewertet nur solche Unternehmen mit seinen berühmten 5 Sternen, deren Aktien voraussichtlich in den folgenden 6 bis 12 Monaten um mindestens +50% zulegen.

Fuchs Petrolub und Salzgitter sind übrigens ebenfalls weiterhin mit 5 Sternen dabei. Mal schau'n, was Volker Gelfarth dazu in der STRATEGIE-Elite sagt.

Nebenbei gesagt: Der Aktienkurs von Fuchs Petrolub legte in den letzten 7 Jahren um +1.024% zu. Der von Salzgitter um +559%. Damit wird Volker Gelfarth seinem Ziel gerecht, dass er für dauerhafte, langfristige Rendite sorgt.

actr
15.12.2008, 08:59
15.12.2008 08:37
Phase der „schlechten Nachrichten“ setzt sich fort
Geht es Ihnen genau so, wie mir? Ich bin ganz froh, wenn das Jahr 2008 endlich vorüber ist. Sicherlich, man konnte auch in diesem Jahr zahlreiche Gewinne an der Börse erzielen, doch insgesamt überwiegt – bei einem ersten Blick zurück – die Unzufriedenheit und Skepsis.

Inzwischen haben wir uns längst an die täglichen Hiobsbotschaften gewöhnt. Die Wirtschaftsforschungsinstitute versuchen, sich gegenseitig mit düsteren Ausblicken zu unterbieten. Täglich gibt es neue Statements von Unternehmen, die Kurzarbeit beantragen werden. Bei vielen Firmen haben inzwischen ohnehin schon längst die Weihnachtsferien begonnen.

Auf Grund dieser Meldungen sind die Negativnachrichten bezüglich Schmiergeldern, Betrugsaffären und Abhöraktionen, die uns von verschiedenen Unternehmen in 2008 begleiteten, schon fast vergessen. Allerdings taucht pünktlich zum Jahresende eine Betrugsaktion auf, die wieder einmal zeigt, wohin blindes Vertrauen ohne Kontrolle führt.

Tatort New Yorker Börse: Manchmal reichen die Performance der Aktien sowie die Renditen einfach nicht aus, um erfolgreich zu sein. So oder so ähnlich muss der ehemalige Chef der US-Technologiebörse Nasdaq Bernard Madoff, der inzwischen festgenommen wurde, gedacht haben. Ein riesiges Schneeball-System sorgte allerdings dafür, dass nicht jeder an den Gewinnen beteiligt werden konnte. Den Investoren wurden im Vorfeld sehr hohe Renditen versprochen, die von den anderen Investoren, die danach angeworben worden, bezahlt werden. Fehlt am Ende der Pyramide neues Geld, bricht das System zusammen. Und dies war jetzt der Fall.

So etwas kommt doch fast überall vor, werden so manche Leser jetzt zu Recht sagen. Im Prinzip ist das richtig – doch die Größenordnung ist nicht alltäglich. Es ging um rund 50 Milliarden Dollar – von denen nur noch ein Bruchteil gerettet werden konnte.

Jetzt droht Madoff eine lange Haftstrafe. Von großartigen Renditen kann er dann – in seiner Gefängniszelle – allenfalls nur träumen.

Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Börsenwoche und hoffe, dass Sie nicht auf unseriöse Berater hereinfallen.

Uli Lotter
Autor Investor´s Daybreak

actr
16.01.2009, 09:07
16.01.2009 08:37
In den tiefsten Krisen werden die größten Börsentrends geboren
von Michael Kelnberger, Chefanalyst „TREND Investor“

Das Börsenjahr 2008 ist vorüber. Gott sei Dank! Und es gibt ein gutes Argument dafür, dass es in 2009 an den Börsen wieder deutlich nach oben gehen wird:

Die Anleger haben kräftig Geld in den Taschen – Geld, das sie wieder anlegen wollen. Das spricht für einen Anstieg der Kurse. Allein in Deutschland ist die Liquiditätsreserve der privaten und der institutionellen Anleger so hoch wie seit knapp 30 Jahren nicht mehr. Das Geld will an die Börse, schließlich will keiner erneut den Zug verpassen, so wie es nach der letzten Baisse der Fall war.

Nutzen Sie die riesige Chance, die sich Ihnen jetzt bietet. Denn die Geschichte an der Börse wiederholt sich. So war es auch 2003. Und damals sind die meisten Anleger erst auf den Zug aufgesprungen, als er schon mächtig in Fahrt war.

Genau jetzt, in 2009, ist der richtige Zeitpunkt, mit Umsicht in den Markt zu gehen. Genau jetzt, weil in diesen Tagen und Wochen die öffentliche Meinung in Sachen Wirtschaftsentwicklung und Aktienmarkt noch im Keller ist. Jetzt haben Sie noch gute Kurse zum Einstieg, auch in Branchen, die vielleicht auf dem ersten Blick nicht so attraktiv erscheinen.

Beispiel: In welche Unternehmen clevere Anleger jetzt investieren

Ein Beispiel: Der Stahlindustrie steht aufgrund des weltweiten Abschwungs und der schwachen Nachfrage ein schwieriger Start in das Geschäftsjahr 2009 bevor. Nehmen Sie nur einmal den deutschen Stahlgiganten ThyssenKrupp oder den US-Aluminiumspezialisten Alcoa. Das Schlussquartal 2008 war in dieser Branche geradezu katastrophal. Aloca wird jetzt über 10.000 Mitarbeiter entlassen. Wie das Handelsblatt aber jüngst unter Berufung auf ThyssenKrupp-Finanzvorstand Peter Urban berichtet, „wird der Auftragseingang Anfang 2009 wieder steigen“. Schauen Sie sich nur einmal den Chart von ThyssenKrupp an. Eine Katastrophe – auf Sicht eines Jahres. Klar, bei der Nachrichtenlage, werden Sie jetzt sagen. Aber seit November 2008 und dem Tiefstand von 12 Euro kennt das Papier nur noch eine Richtung. In der ersten Januar-Woche stand das Papier bei über 20 Euro. Ein neuer Trend-Wert? ThyssenKrupp ist nur ein Beispiel, wo Potenzial schlummern könnte.

Dem tiefen Tal der Tränen folgt 2009 eine kräftige Erholung. Eine Aufwärtsbewegung, deren Ausmaß sich derzeit niemand vorstellen kann. Ein Kursanstieg, den Sie sich auf gar keinen Fall entgehen lassen sollten.

Sie meinen, ich übertreibe? Dann schauen Sie nur ein paar Jahre zurück: Während der DAX von seinem Tief im Jahr 2003 in der Spitze um rund 270% zulegte, waren mit Trend-Werten sehr viel höhere Gewinne möglich. So legte die Solarworld-Aktie zwischen März 2003 und November 2007 um mehr als 19.000% zu. Mit solchen Trend-Aktien waren nach der letzten Baisse reihenweise Gewinne von 1.000% und mehr drin.

Genau in solche Trend-Aktien investiere ich mit dem TREND Investor. Seit Jahren. Und Sie können dabei sein, wenn die neuen Trend-Werte ihren unaufhaltsamen Aufstieg starten.

Derzeit ist das Kapital noch im Krisendepot geparkt, das ich vor dem Oktober-Crash aufgelegt habe. Während die Börsen immer tiefer abrutschten, konnten meine Leser Ihr Kapital mit krisensicheren Investments nicht nur erhalten, sondern sogar vermehren. Seit einigen Wochen nutze ich aber auch die kurzfristigen Trends am Markt. Mit einem Spekulationsdepot. Mit hohen Chancen und einem ebenso nicht geringen Risiko. Aber mit überschaubarem Kapital und klaren Regeln. Schließlich wollen wir an der Börse Geld verdienen und nicht verlieren.

actr
26.01.2009, 22:12
26.01.2009 18:45
Zwischen Flucht und Hoffnung
Torsten Ewert
Zwischen Flucht und Hoffnung
von Torsten Ewert

Verehrte Leserinnen und Leser,

in der letzten Woche schwang sich der Goldpreis fast 7 % in die Höhe. Allein der Freitag trug dazu gute 5 % bei. Dabei überstieg Gold auch kurzzeitig wieder die Marke von 900 Dollar.

Was macht Gold jetzt wieder so attraktiv?

Natürlich war Gold schon lange als attraktives Investment ausgemacht. Analysten priesen das Edelmetall als einen der Krisengewinner. Dennoch fiel der Goldpreis zunächst parallel mit dem Aktienmarkt. Doch nach dem Ausbruch aus dem Abwärtstrend Ende 2008 und dem lehrbuchreifen Rücksetzer (Pfeil) scheint nun der Bann gebrochen. Warum?


http://www.stockstreet.de/newsletter/steffens-daily/090126gold.gif


Gold ist doch die klassische Fluchtburg bei Inflation. Die mag zwar in den nächsten Jahren in die Höhe schnellen, weil dann auch die Staatsschulden explodieren. Derzeit ist davon aber noch nichts zu spüren. Im Gegenteil, die Konjunkturforscher machen jetzt eher die Deflation als Gefahr aus. Gegen Deflation ist Gold aber nur bedingt ein Schutz. Und zwar dann, wenn diese zu sozialen Konflikten oder gar Unruhen führen sollte. Davon sind wir aber im Moment noch meilenweit entfernt.

Was ist dann der Grund für den jüngsten Run auf Gold?

Staatsanleihen – die nächste Blase?

Inzwischen haben sich nämlich die Staatsanleihen zum Liebling der Börsianer gemausert. Dazu haben nicht nur die massiven Zinssenkungen der Notenbank im Zuge der Finanzkrise beigetragen. Auch ihre klassische Funktion als „sicherer Hafen“ hat den kräftigen Kursaufschwung beflügelt.

In den letzten Wochen haben Anleger in den USA schon Zinsen von Null oder knapp darunter akzeptiert, wenn sie Anleihen gekauft haben. Sprich, sie waren bereit, Geld dafür zu bezahlen, dass der Finanzminister ihr Geld unter seine Fittiche nimmt. Das sind schon recht deutliche Zeichen für Irrationalität, also eine mögliche Blase.

Das lässt sich natürlich auch bereits in den Charts ausmachen, selbst hier in Europa. So notierte der Bund-Future, der die Kursentwicklung langlaufender Staatsanleihen des Bundes widerspiegelt, kürzlich bei 126 Punkten auf einem absoluten Allzeithoch. Der vorangegangene Anstieg seit etwa Anfang November sieht verdächtig nach einer Fahnenstange aus. Die Kursentwicklung seit Dezember wiederum weist eine Keilformation auf. Besonders alarmierend: Der komplette Anstieg seit November geht mit sinkendem Volumen einher (selbst wenn man den normalen Rückgang zum Jahresende berücksichtigt)! Das alles können Hinweise auf einen bevorstehenden Kursrückgang sein.

http://www.stockstreet.de/newsletter/steffens-daily/090126bund.gif


Es ist also kein Wunder, dass die Anleger nun in den Rentenmärkten Gewinne mitnehmen. Und offensichtlich schichten sie ihre Gelder nun verstärkt in Gold um.

Aktien bleiben immer noch links liegen

So verständlich der Rückzug aus Anleihen derzeit ist, es verwundert, dass davon der Aktienmarkt so wenig profitiert. Stattdessen eben diese Flucht in Gold. Offenbar halten die großen Adressen Aktien noch nicht für das geeignete Investment. Und das, obwohl bereits einige Substanzwerte geradezu makaber unterbewertet sind.

Doch es gibt natürlich weiterhin belastende Faktoren. Das haben nicht nur die dramatischen Verluste der Banken (z.B. Deutsche Bank, Royal Bank of Scotland) in den letzten Tagen gezeigt. Nach und nach wird auch immer mehr deutlich, wie stark die gesamte Wirtschaft in diesem Kredit-Monopoly des Finanzsektors verstrickt ist.

Entscheidende wirtschaftliche Belastungsfaktoren

So ist z.B. immer wieder von einer Kreditklemme bei den Unternehmen die Rede. Die Banken bestreiten das natürlich und verweisen auf Zahlen, nach denen das Kreditvolumen sogar leicht steigt. Doch mittlerweile wird klar, wie diese unterschiedliche Wahrnehmung zustande kommt.

Die Banken vergeben zwar Kredite, aber durchaus restriktiv und vor allem nur zu deutlich schlechteren Konditionen. Sprich, die Unternehmen müssen für neue Kredite erheblich höhere Zinsen bezahlen. Bankenvertreter begründen das mit einem vermeintlich höheren Risiko. Das mag zwar höher sein als noch vor zwei, drei Jahren. Die Frage ist jedoch, ob die Banken da nicht zu sehr mauern.

http://www.stockstreet.de/newsletter/steffens-daily/090126iboxx.gif


Aber der breite Markt hat sich dieser Ansicht offenbar angeschlossen. So fiel der Kurs für europäische Unternehmensanleihen jüngst auf ein Allzeittief (Sie erinnern sich, Bundesanleihen notieren am Allzeithoch!). BMW z.B. begab Mitte November 2008 eine Anleihe und musste dafür den Rekordzins von 8,875 % bieten. Das bedeutete gegenüber Bundesanleihen einen Aufschlag (Spread) von über 5 %! Selbst in der schlimmsten Phase der Internetblase 2002/03 stieg dieser Spread nicht auf 3 %.

Wir haben es hier entweder mit einer massiven Übertreibung oder einem wirklichen Problem zu tun. Ein Problem könnte es auf jeden Fall werden, wenn dieser Zustand anhält. Denn die Wirtschaft ist nun einmal auf Kredite angewiesen. Erste Unternehmen sind bereits an zu restriktiven Kreditkonditionen Pleite gegangen. Eine anhaltende Blockadepolitik der Banken und des Marktes könnte die Situation im Jahresverlauf weiter verschlimmern.

Problem: Produktblase

Leider ist das alles nicht nur ein Bewertungsproblem. Es gibt durchaus einen wirtschaftlichen Hintergrund für dieses Verhalten. Denn ohne Zweifel hat sich in den letzten Jahren des Booms eine „Produktblase“ entwickelt. Die Möglichkeit für die Unternehmen, verhältnismäßig leicht an Geld (Kredite) zu kommen, hat zu einer massiven Ausweitung der Kapazitäten geführt.

Volkswirtschaftlich wurden diese aber eigentlich nicht gebraucht. Deswegen hatten wir eine weltweite Überproduktion. Sichtbarer Ausdruck dessen waren rasend schnelle Produktwechsel, z.B. bei Kleidung, Elektronik, Autos. Auch Billig-Produkte und Ramsch aller Art – vom Discounter an der Ecke bis zum speziellen 99-Cent-Shop – offenbarten dieses Problem.
Gerade die Autoindustrie, die jetzt über Umsatzeinbußen klagt, hat dieses Problem jahrelang vor sich hergeschoben. Zuletzt gingen bei einzelnen Herstellern nämlich schon über zwei Drittel der Fahrzeuge in den Sekundärmarkt, also z.B. an Autoverleiher, Betriebsangehörige oder in den Konzernfuhrpark.

Faktisch war also kein wirklicher Bedarf für all diese Produkte da. Und das ist möglicherweise das eigentliche Problem. Denn wenn dieses Phänomen tatsächlich eine globale Bedeutung hat, dann wird es einige Zeit dauern, bis diese Exzesse abklingen. Denn Kapazitäten werden nicht über Nacht einfach abgebaut. Und wenn, dann hat das gravierende Auswirkungen auf die Bilanz und die Gewinnsituation der Unternehmen. Dann müssen etliche Prognosen, die schon jetzt stark zusammengestutzt wurden, nochmals revidiert werden.

Völlig unklar: Die Ausmaße dieser „Blase“

Das ist das eigentliche (negative) Überraschungspotenzial, das noch im Markt lauert. Dass dies nicht ganz von der Hand zu weisen ist, sehen Sie auch daran, dass sich viele Unternehmen mit einem Ausblick für 2009 selbst jetzt noch in der laufenden Berichtssaison sehr zurückhalten.

Daher sollten Sie mit Neupositionierungen im breiten Markt noch sehr vorsichtig sein. Auch wenn bereits erste Konjunkturindikatoren wieder drehen und so ein mögliches Ende der Rezession im Jahresverlauf verheißen: Die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen der Krise sind immer noch nicht abzuschätzen. Hier gilt es weiterhin, sehr sensibel auf die verschiedenen Marktsignale zu achten. So wie eben beim jüngsten Anstieg von Gold ...

Mit besten Grüßen

Torsten Ewert

actr
06.02.2009, 17:08
06.02.2009 15:27
Bill Gates zur US-Wirtschaft: Drei, vier sehr harte" Jahre stehen bevor
Long Beach (BoerseGo.de) – Microsoft-gründer Bill Gates (News/Aktienkurs) rechnet mit weiteren drei bis vier „sehr harten“ Jahren für die US-Wirtschaft.

Gates, der auf der jährlichen „Technology, Entertainment, Design“-Konferenz in Kalifornien sprach, forderte gleichzeitig die Regierung auf, weiterhin in Bildung und das Gesundheitswesen zu investieren.

„Keine Zweifel, wir haben hier drei oder vier Jahre die wirklich hart werden“, so Gates. „Wir bewegen uns in eine Phase, in der sich eine 50-jährige Expansion von Krediten in eine Kontraktion bewegt.“

„Sie werden eine Zahl von Jahren sehen, in der die Gesamtnachfrage niedrig sein wird.“


(© BörseGo AG 2007 - http://www.boerse-go.de, Autor: Stanzl Jochen, Redakteur)

actr
15.02.2009, 12:41
13.02.2009 18:21

Nachrichten beeinflussen Nachrichten
Jochen Steffens



Geithner will außergewöhnliche Maßnahmen

Auch bei diesen Mails erkenne ich ein kleines Missverständnis. Ich für meinen Teil denke schon, dass ich den Ernst der aktuellen Situation erkenne. Dazu braucht man sich zum Beispiel nur die neueste Nachricht von Timothy Geithner anzusehen. Er will nämlich bei dem Treffen der G-7 in Rom die Finanzminister der anderen Länder zu „außergewöhnlichen Maßnahmen“ im Kampf gegen die Finanz- und Wirtschaftskrise aufrufen. Es seien „starke Aktionen“ und sich ergänzende Maßnahmen notwendig. Ich glaube, das sagt alles.

Ich bin in diesem Zusammenhang gespannt, ob die anderen Finanzminister mitziehen und was für Maßnahmen es schlussendlich werden. Grundsätzlich ist es richtig: Die Krise ist eine globale Krise und muss meines Erachtens auch „global“ gelöst werden.

Mir ging es im gestrigen Text also weniger darum, die Welt schön zu reden, als vielmehr, sich darüber im Klaren zu sein, dass jede Krise, sei sie noch so schlimm, immer auch Chancen bietet.

Nachrichten werden zu Nachrichten

Und wir wissen schließlich zurzeit hauptsächlich aus den Nachrichten, wie schlecht es um die Weltwirtschaft steht. Es ist in diesem Zusammenhang interessant, sich einmal bewusst zu machen, wie eigentlich viele Nachrichten oder Kommentare entstehen. Dazu muss man auf die Arbeitsweise der meisten Journalisten und Redakteure zu sprechen kommen. Stellen Sie sich dazu einmal vor, sie müssten heute einen Artikel über das Börsengeschehen schreiben. Was würden Sie tun?

Genau, im Internet recherchieren. Natürlich dabei die Meldungen der Nachrichtenagenturen studieren, aber auch das lesen, was andere Journalisten schreiben. Jetzt braucht man sich nur mal die Mühe zu machen und zum Thema Börse und Wirtschaft im Internet die aktuellsten Nachrichten herauszusuchen.


Masse schlägt Vernunft

Egal wie optimistisch Sie auch gewesen sind, je länger sie auf den vielen Internetseiten Informationen sammeln, desto pessimistischer würden sie werden. Und genau das passiert eben auch vielen Redakteuren. Die schlechten Nachrichten führen demnach zu weiteren schlechten Nachrichten, die zu weiteren schlechten Nachrichten werden.

Ein kleines Beispiel

Nur wirklich wenigen Kommentatoren fällt zurzeit zum Beispiel auf, dass sich die Konjunkturdaten in den USA bereits seit geraumer Zeit auf niedrigem Niveau stabilisieren. Auch wenn das zurzeit nicht mehr als ein sehr kleiner Hoffnungsschimmer ist, es wird vollkommen wegselektiert. Und das ist bereits ein kleines Beispiel für diese selektive und sich selbsterhaltende Berichterstattung der Medien.

Der Umkehrschluss ist allerdings nicht zulässig: Das heißt aber natürlich nicht, dass alles, was sie zu lesen kriegen, falsch ist. Es heißt auch nicht, dass diese Krise nicht in einer Katastrophe enden kann. Es geht vielmehr um die Frage, wie die Tatsachen interpretiert werden. Und hier gibt es immer einen großen Spielraum. Nur so ist es schließlich zu erklären, dass es immer gleichzeitig Bullen und Bären gibt und nur deren Verteilung schwankt.

Eigene Überzeugungen hinterfragen

Als Spekulant muss es Ihnen also immer darum gehen, nicht nur die selektive Wahrnehmung und die Interpretation der Redakteure Ihrer Nachrichten zu hinterfragen, sondern sogar auch ihre eigenen Überzeugungen kritisch zu betrachten. Und das ist die eigentliche Aufgabe eines mittel- bis langfristig orientierten Börsianers: Er muss immer hinter die Dinge schauen, jede Fremdanalyse kritisch durchleuchten, sich ganz eigene Gedanken machen und schlussendlich gegen scheinbar jedwede Vernunft genau die Investitionen tätigen, für die ihn jeder andere für Verrückt erklären würde. Kein Wunder, dass das so wenigen Menschen gelingt. Der Mensch fühlt sich schließlich in der Masse am wohlsten.

Und wenn die Krise vorbei ist...

Es ist dann ein Leichtes sich vorzustellen, was passiert, wenn diese Krise tatsächlich irgendwann einmal vorbei sein sollte und die Kurse wieder steigen: Zunächst werden die meisten Analysten von einer kurzen Gegenbewegung sprechen, einem Aufbäumen in der Krise. Nach und nach werden dann die bullisheren Kommentatoren mutiger. Aber es wird Jahre dauern, bis die negative Berichterstattung aus den Köpfen der Anleger heraus ist. Meistens braucht es 2-5 Jahre. Schauen Sie dazu einfach auf die Entwicklung nach 2003. Einige der letzten großen Bären kippten ausgerechnet 2007...

Viele Grüße

Ihr

Jochen Steffens

actr
27.02.2009, 11:48
26.02.2009 15:36
INDEX-MONITOR: Postbank/Infineon verlassen DAX für Fresenius/Hannover Rück
Die Bankenwerte verlieren zusehends an Gewicht im deutschen Leitindex: Nachdem erst im Dezember die HRE <HRX.ETR> aus dem DAX <DAX.ETR> fiel, sind dort nun auch die Tage der Postbank (News/Aktienkurs) <DPB.ETR> gezählt. Zudem gilt es unter Index-Experten als gesichert, dass im März auch der Chiphersteller Infineon (News/Aktienkurs) <IFX.ETR> den DAX verlassen muss. Als Nachfolger werden neben Fresenius (News/Aktienkurs) <FRE3.ETR> nun auch der Versicherer Hannover Rück (News/Aktienkurs) <HNR1.ETR> als gesicherter Aufsteiger gehandelt. Am Mittwochabend, 4. März, dürften diese außerordentlichen DAX-Änderungen bekanntgegeben und ab dem 23. März umgesetzt werden. Reguläre Veränderungen werden zudem im MDAX <MDAX.ETR>, TecDAX <TDXP.ETR> und SDAX <SDXP.ETR> erwartet.

Es ist nach Ansicht des Index-Experten Christian Stocker von der UniCredit vor allem die Finanzmarktkrise, wegen der nun der Münchener Chiphersteller und die Post-Tochter per Fast-Exit aus dem Leitindex fallen dürften. Infolge der Krise schrumpfte der Börsenwert beider Unternehmen stark, während sie beim Börsenumsatz, dem zweiten erforderlichen Kriterium für einen Index-Platz, noch gut dastehen. "Infineon rangiert bei der Marktkapitalisierung nach Streubesitz, also dem Börsenwert, nur noch auf Rang 62, die Postbank auf Rang 56", sagte Stocker mit Blick auf seine Vortagsberechnungen. Beide liegen also weit abseits vom Rang 45, der einen Index-Verbleib noch ermöglicht hätte. Von einem infolge der Krisenzeit "ungewöhnlich häufigen Stühlerücken im DAX" spricht Expertin Anke Platzek von der LBBW. "Das zeigt, was derzeit allgemein an den Aktienmärkten los ist, und dass defensive Werte in diesen Zeiten die größeren Chancen haben."

MANGEL AN AUFSTIEGSKANDIDATEN ERFORDERTE REGELÄNDERUNG

Um Infineon und Postbank aus dem DAX entfernen zu können, musste die Börse zuvor noch - ebenfalls krisenbedingt - ihre Index-Regeln ändern, "denn nach der alten Regelung mangelte es an Aufstiegskandidaten", so Platzek. Die alte Regel für die Nachfolge von Fast-Exit-Kandidaten legte fest, dass die Neulinge beim Börsenumsatz der letzten zwölf Monate zu den 35 größten Unternehmen gehören mussten. Nun reicht es, in diesem Kriterium zu den 45 größten Unternehmen zu zählen. Für den Börsenwert dagegen gilt weiterhin der Rang 35 als letztmöglicher. "Während Fresenius schon vorher eine sichere Wette war, war das Rennen um den zweiten Platz zunächst noch offen", meinte DZ-Experte Christian Kahler. Inzwischen aber habe sich die Hannover Rück mit Blick auf den Börsenwert deutlich vom bisherigen Favoriten GEA <G1A.ETR> abgesetzt. Knapp am Aufstieg vorbeigeschrammt ist übrigens auch SolarWorld <SWV.ETR>, die zeitweise als Kandidatin gehandelt wurden. Doch nach Meinung der Experten ist es aber nur noch eine Frage der Zeit, wann der erste Solarkonzern in den DAX kommt.

Während Infineon in den TecDAX kommen und dort Manz Automation <M5Z.ETR> ersetzen dürften, rechnen die Index-Experten damit, dass die Postbank erneut MDAX-Mitglied wird. Der zweite im Index der mittelgroßen Werte frei gewordene Platz könnte von einem laut Platzek "alten Bekannten", nämlich der Generali <AMB2.ETR>, besetzt werden. Die damalige AMB Generali, die inzwischen Generali Deutschland Holding AG heißt, war allerdings erst im Dezember vergangenen Jahres aus dem MDAX gefallen. Da es hier kein ganz festes Regelwerk gibt, kann die Börse aber auch anders entscheiden.

STÜHLERÜCKEN AUCH IM SDAX

Der Küchenhersteller Rational <RAA.ETR> hätte dann Stocker und Platzek zufolge die besten Chancen, und für die absteigende Aareal Bank <ARL.ETR> sehen beide ElringKlinger <ZIL2.ETR> aufsteigen. Als möglich wird auch ein Abstieg der Aktie von ProSiebenSat.1 Media<PSM.ETR> gesehen, die dann von den Biotest-Vorzugsaktien <BIO3.ETR> ersetzt werden könnten. "Nicht auszuschließen ist außerdem, dass die HRE demnächst auch noch aus dem MDAX fällt, wenn der Immobilienfinanzierer im März eine Kapitalerhöhung benötigt und durch einen Staatseinstieg der Streubesitz dann unter 10 Prozent sinkt", gibt LBBW-Analystin Platzek zu bedenken.

Stühle werden schließlich auch wieder im SDAX gerückt: Escada <ESC.ETR> und C.A.T. Oil <O2C.ETR> dürften laut Platzek von OVB <O4B.ETR> und VBH <VBH.ETR> ersetzt werden. Der Platz von Delticom <DEX.ETR> wackele zwar auch aufgrund des schlechten Börsenumsatzes, doch das Kriterium des Börsenwertes dürfte weiter erfüllt sein, "und das wird von der Deutschen Börse stärker gewichtet", begründet die LBBW-Expertin ihre Auffassung./ck

--- Von Claudia Kahlmeier, dpa-AFX ---

ISIN DE0008001009 DE0006231004 DE0008402215 DE0005785604 DE000A0JQ5U3

AXC0205 2009-02-26/15:36

actr
03.03.2009, 23:42
Nutzen Sie Warren Buffetts Selbstkritik als Chance!

Von Dr. Markus Schoor

Allgemeiner, rechtlicher Hinweis: Die hier dargestellte Analyse und Prognose gibt lediglich die persönliche Meinung des Autors wieder und entspricht nicht zwangsläufig der Meinung von Stockstreet.de.

Liebe Leser,

aus meiner selbstgewählten Börsenauszeit in Südfrankreich folge ich doch mit meinen Gedanken dem Börsengeschehen. Ich bin aber zur Zeit froh, nicht darüber schreiben zu müssen.

Andere haben nicht das Glück, und so legte in diesen Tagen Warren Buffett, der wohl erfolgreichste Investor der vergangenen 44 Jahre, seinen Aktionären Rechenschaft ab. Besonders die Einleitung wollte ich Ihnen ausschnittweise übersetzen, und habe deshalb Silke Roth mit der Übersetzung betraut:

So schreibt Warren zunächst, dass sich der Buchwert von Berkshire Hathaway in diesem Jahr um 9,6% verringerte: „In den letzten 44 Jahren (seit Bestehen der aktuellen Geschäftsleitung) ist der Buchwert von $19 auf $70,530 gewachsen, dies entspricht 20.3% jährlichem Zugewinn.“


Im Hinblick auf seine Tabelle erkennt er im Jahr 2008 das schlechteste Jahr:
„Dieser Zeitraum hatte einen zerstörerischen Effekt sowohl auf öffentliche Anleihen, wie auch auf Unternehmensanleihen, als auch auf Immobilien und Rohstoffe. Am Jahresende waren Investoren gleich welcher Art verwirrt und hatten sich eine blutige Nase geholt, so wie es kleinen Vögeln geht, die sich in ein Badmintonspiel verfliegen.“

Er führt weiter zu Finanzkrise aus:
„Im Verlauf des Jahres wurde eine lebensbedrohende Reihe von Problemen bei den weltgrößten Finanzinstitutionen enthüllt. Dies führte zu einer Fehlfunktion des Kreditmarktes, der in vielerlei Hinsicht sogar ganz seine Funktonsfähigkeit einstellte. Die Losung im Lande entspricht seitdem dem Spruch vieler Restaurantwände während meiner Jugendzeit: “In God we trust; all others pay cash.” (Wir vertrauen in Gott, alle anderen zahlen bar.)“

Im letzten Quartal des Jahres 2008 breitete sich dann laut Warren aufgrund der Entwicklung am Immobilienmarkt und durch die fallenden Aktienpreise ein lähmende Angst aus, die sich über das ganze Land ausbreitete: „Ein freier Fall der Geschäftstätigkeiten folgte auf dem Fuß und erreichte eine Geschwindigkeit, wie ich sie noch nie erlebt hatte.“ „Die Angst“ so Warren weiter, „..... führte zu noch mehr Angst“.

Diesen Teufelskreis der Angst wollte die Regierung zerbrechen und setzte alles ein, was sie hatte: Warren bemerkt dazu:
„Diese Dosierung, die vorher undenkbar war, wird sicherlich zu unangenehmen Nachwirkungen führen. Wie diese ausfallen, bleibt jedermanns eigener Einschätzung selbst überlassen – doch eine mögliche Konsequenz ist das Ansteigen der Inflation.“

Warren verweist darauf, das die einige Branchen, Länder und Staaten von der Hilfe abhängig geworden sind. Eine Abhängigkeit, die später wieder gelöst werden muss.

War denn der Eingriff der Regierung notwendig?

Er führt dazu aus:
“Wie auch immer die negativen Effekte ausfallen werden, so war doch das schnelle und massive Handeln der Regierung letztes Jahr unerlässlich, sollte das Finanzsystem nicht gänzich zusammenbrechen. Wäre dies geschehen, wären die Konsequenzen für jeden Wirtschaftsbereich katastrophal gewesen. Ob wir es gut finden oder nicht, die “Bewohner” der Wall Street, der Main Street und vieler Seitenstraßen in den USA saßen und sitzen alle im selben Boot.“

Aber Warren Buffett erinnert dann auch daran, das Amerika Krisen gewohnt ist und alle überlebt hat: es allein im letzten Jahrhundert zwei Weltkriege, sowie zahlreiche Rezession und Paniken, ein virulente Inflation, die 1980 zu Zinsen über 20% führte und die grosse Depression der 30 Jahre, mit Arbeitlosenquoten von enormer Höhe, überstanden hat.

Typisch amerikanisch führt Warren dazu aus:
“Jedes Mal haben wir sie gemeistert. Angesichts dieser Stolpersteine – und vieler anderer – hat sich im letzten Jahrhundert der Lebensstandard der amerikanischen Bevölkerung fast um ein Siebenfaches verbessert, während der Dow Jones Industrials von 66 auf 11,497 stieg.“ Und er pocht auch auf dem Wirtschaftssystem: „Obwohl unser Weg nicht gerade eben war, hat unser Wirtschaftssystem in der ganzen Zeit gut funktioniert Es hat so viel Potential bei den Menschen freigesetzt wie es noch kein anderes System fertig gebracht hat und es wird es auch weiterhin tun. Die beste Zeit für Amerika wird noch kommern.“

Was wird in 2009 kommen?

„Wir sind uns sicher, dass die Wirtschaft 2009 ein heilloses Durcheinander erleben wird – und vielleicht sogar mehr – aber dieser Schluss gibt uns keine Auskunft darüber, ob die Börsenkurse steigen oder fallen.


In guten wie in schlechten Jahren konzentrieren Charlie und ich uns schlicht auf unsere vier Ziele:
(1) den Erhalt von „Berkshire's Gibraltar-like Finanzposition“ (fähig jederzeit in jedes Meer zu investieren), mit einem hohen Anteil an Liquidität, sicheren Obligationen, und Dutzenden von Quellen für Einnahmen/Gewinne und Cash;
(2) die Erweiterung der “Gräben” um unser Geschäftsfeld, um nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu schaffen und zu erhalten;
(3) die Entwicklung und Schaffung neuer und vielfacher Einkommensströme;
(4) die Erweiterung und Unterstützung unserer hervorragenden Geschäftsführer, die über die Jahre hinweg für Berkshire außergewöhnliche Ergebnisse erbracht haben.“

Soweit einige Zitate aus der Einleitung von Warrens Brief an die Aktiönäre: Das Original können Sie hier nachlesen: http://www.berkshirehathaway.com/letters/2008ltr.pdf

Im weiteren Verlauf des Briefes drückt Warren Buffett zunächst seinen Stolz aus, dass seine Bereiche „Versicherungen“ und „Versorger“ auch in dieser Wirtschaftsphase glänzen, was ich wirklich bewundere, weil praktisch zeitgleich der größte Versicherer Amerikas AIG sich als ein großes geldfressendes schwarzes Loch erweist und gerade heute wieder 30 Mrd von der Regierung bekommt. Warren wird dazu nur lapidar anmerken, dass ein solides Management unabdingbar sei, vermute ich.

Selbstkritik beim Timing

Ein Blick auf die von ihm gehaltenen Aktienbestände veranlasst ihn dann aber zu teilweiser herber Selbstkritik. Insbesondere das Timing beim Einkauf der Aktien von ConocoPhillips (vor dem Einbruch des Ölpreises gekauft) wird ohne Ausflüchte als schlecht beschrieben, zumal es vermutlich noch lange für negative Zahlen im Unternehmern sorgen wird, denn mittlerweile haben sich die Aktien um fast 50% verbilligt.

Dies sollte Sie als Leser aber freuen, denn seine Hausaufgaben hat Warren Buffett sicher bei dem Wert durchaus gründlich gemacht. Man sollte sich dabei in Erinnerung rufen, dass Buffetts Methode im Wesentlichen darin besteht, zu prüfen, ob die Aktie sich realistisch in den kommenden 10 Jahren vervierfachen kann.

Das bedeutet also für Sie, dass eine ConocoPhillips (WKN: 575302) von Warren in den 10 Jahren für einen Preis von ca. 300 Dollar angesetzt wird. Sonst hätte er nicht gekauft. Zur Zeit können Sie diese Aktie aber für unter 40 Dollar erwerben!

Was steckt in ConocPhillips?

ConocoPhillips ist ein US-amerikanischer Energiekonzern. Die Gruppe besitzt rund 14.300 Tankstellen ( JET ), 19 Raffinerien, zahlreiche Ölfelder und eine Tankerflotte. Das operative Geschäft untergliedert sich in die vier Bereiche 1. Exploration und Produktion, 2. Raffinieren, Marketing, Versorgung und Transport, 3. Erdgasförderung, Aufbereitung und Marketing sowie 4. der Bereich Chemie und Kunststoff. Seit über 100 Jahren fördert, produziert und raffiniert ConocoPhillips Mineralölprodukte und ist inzwischen in mehr als 40 Ländern vertreten.

Die Dividendenrendite liegt zur Zeit bei über 5%, die Dept/ Equity Ratio bei 0,5%.

Bitte betrachten Sie das Papier nicht als kurzfristiges Zockerpapier, da die jüngsten Konjunkturzahlen auch bei ConocoPhillips zugeschlagen haben.

Ein weitere Auffälligkeit in Warrens Aktiendepot ist, dass auch die gekauften Sanofi-Aventis Aktien unter Warrens Kaufkurs gefallen sind. Zwar nicht so drastisch. Aber auch hier könnte sich ein Blick lohnen.

Sobald wir uns der 3000 im Dax Performance Index nähern, tritt eine äußerst seltene Gelegenheit für mutige Menschen ein: Die besten und solidesten Unternehmen, die zugleich durch sichere Einnahmen gekennzeichnet sind, bieten Ihnen dann mehr Dividende als die Rentenpapiere der gleichen Unternehmen oder der sichersten Staaten. Diese Möglichkeit kommt in Krisen kurzzeitig vor, wird aber schon in einer beginnenden Bodenbildung sofort wieder ausgeglichen.

Nur in diesen Phasen aber ist es „sicherer“ diese Aktien zu kaufen, statt sein Geld in Rentenpapiere und Sparbücher zu investieren. Das gilt natürlich nur für Geld, welches längerfristig investiert bleiben kann. Diese Phase hat bereits begonnen.

ConocoPhillips und Sanofi-Aventis sind dabei Werte, für die dies gelten wird.

Grüsse Doc

actr
04.03.2009, 09:50
04.03.2009 09:35
AUSBLICK/Fresenius und Hannover Rück vor DAX-Aufstieg
DJ AUSBLICK/Fresenius (News/Aktienkurs) und Hannover Rück (News/Aktienkurs) vor DAX-Aufstieg

FRANKFURT (Dow Jones)--Fresenius und Hannover Rück könnten am Mittwochabend von der Deutschen Börse zu Aufsteigern in den DAX gekürt werden. Das zeichnet sich laut Marktteilnehmern am Donnerstagmittag ab. Dabei dürfte Fresenius Infineon ersetzen und Hannover Rück die Postbank. Infineon und Postbank sind so genannte "Fast-Exit-Kandidaten", da sie die Kriterien der Börse für die Marktkapitalisierung voraussichtlich nicht mehr erfüllen. GEA werden nach der vergleichsweise schwachen Februar-Entwicklung dagegen nur noch wenig Chancen für einen Aufstieg eingeräumt.

Neu im MDAX sehen Händler für Fresenius und vermutlich Hannover Rück die Aktien der Postbank und von Rational. Sollten auch Aareal Bank den MDAX verlassen müssen, könnten ElringKlinger nachrücken. Infineon dürften in den TecDAX absteigen und dort vermutlich Manz Automatisation verdrängen. Umgesetzt werden die Änderungen am Abend des großen März-Verfall-Termins an der Eurex, also am Abend des 20. März.

-Von Herbert Rude, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 29725 21

actr
21.04.2009, 20:29
21.04.2009 19:16
Börsenadressen
Liebe Leser,

nach zahlreichen Irrfahrten einer E-Mail erreichte mich heute dann doch noch die folgende Frage:

Geehrte Investor Personen!

Wuerde jemand von euch hoch Geschaetzten die Guete haben mir die Boersenadressen der ersten siebzehn von euch angefuehrten Dax Firmen zu senden?

Hochachtungsvoll
Shimon T

Nun, eine interessante Frage... Offensichtlich ist der Leser eher ein Börsenanfänger und vermutlich möchte er ganz einfach die Wertpapier-Kennnummern der Dax-Werte in einer Übersicht haben (wie er auf die Zahl 17 kommt, kann ich allerdings nicht erraten...).

Da solch eine Übersicht gar nicht so unpraktisch ist, habe ich einmal eine Liste zusammengestellt mit...

... den 30 Dax-Werten
... WKN
... ISIN



Und damit das Ganze noch ein Gesicht bekommt, habe ich die Entwicklung seit dem 28.12.2007 hinzugefügt. An diesem Tag, Sie sehen es im nächsten Chart, markierte der Dax sein letztes markantes Hoch vor der Abwärtsbewegung - erschrecken Sie also nicht. Die meisten Einzelwerte außer K+S und VW liegen, wie zu erwarten war, dick im Minus.

Chart Dax mit 20-Tage-GD



http://www.investor-verlag.de/bilder/newsletter/id/0901/20090421_dax.gif.gif


Hier die Dax-Liste



Name WKN ISIN Entwicklung seit 28.12.2007
.DAX 846900 DE0008469008 -44,39%
adidas AG 500340 DE0005003404 -46,98%
Allianz SE NA 840400 DE0008404005 -53,37%
BASF 515100 DE0005151005 -48,60%
Bayer 575200 DE0005752000 -39,21%
Beiersdorf 520000 DE0005200000 -42,81%
BMW 519000 DE0005190003 -38,80%
Commerzbank 803200 DE0008032004 -81,40%
Daimler NA 710000 DE0007100000 -62,94%
Deutsche Bank NA 514000 DE0005140008 -57,38%
Deutsche Börse NA 581005 DE0005810055 -65,67%
Deutsche Post NA 555200 DE0005552004 -60,19%
Deutsche Telekom NA 555750 DE0005557508 -35,35%
E.ON AG ENAG99 DE000ENAG999 -54,97%
Fresenius Medical Care 578580 DE0005785802 -20,39%
Fresenius VZ 578563 DE0005785638 -37,70%
Hannover Rück 840221 DE0008402215 -23,30%
Henkel AG&Co. VZ 604843 DE0006048432 -48,61%
K+S 716200 DE0007162000 5,04%
Linde 648300 DE0006483001 -38,47%
Lufthansa NA 823212 DE0008232125 -48,55%
MAN 593700 DE0005937007 -66,47%
Merck KGaA 659990 DE0006599905 -26,06%
Metro 725750 DE0007257503 -49,06%
Münchener Rück NA 843002 DE0008430026 -23,46%
RWE 703712 DE0007037129 -40,60%
Salzgitter 620200 DE0006202005 -48,55%
SAP 716460 DE0007164600 -17,79%
Siemens NA 723610 DE0007236101 -57,88%
Thyssen-Krupp 750000 DE0007500001 -55,88%
Volkswagen 766400 DE0007664005 52,04%





Viel Erfolg an der Börse

Ihr

Tom Firley
Chefredakteur Investors Daily

actr
23.04.2009, 22:54
23.04.2009 21:35
dpa-AFX Überblick: ANALYSTEN-EINSTUFUNGEN vom 23.04.2009
Ausgewählte Analysten-Einstufungen im dpa-AFX-Nachrichtendienst vom 23.04.2009

AIR FRANCE-KLM


LONDON - HSBC hat in einer Ersteinschätzung die Aktien von Air France-KLM <PAF.PSE> <AFR.FSE> mit "Overweight" und einem Kursziel von 12,40 Euro bewertet. Die Aktie des Luftfahrtunternehmens sei unterbewertet und habe zum Kursziel noch erheblichen Spielraum, schrieb Analyst Robin Byde in einer Studie vom Donnerstag. Weitere Kosteneinsparungen und Synergien mit der übernommenen Alitalia böten zudem Raum für positive Überraschungen. Allerdings leide die gesamte Branche unter sinkender Passagier- und Frachtnachfrage. Erst für 2010 sei mit einer leichten Erholung zu rechnen.


ANTOFAGASTA

LONDON - HSBC hat die Aktien von Antofagasta <ANTO.ISE> <FG1.FSE> von "Neutral? auf "Underweight" abgestuft aber das Kursziel von 425 auf 500 Pence angehoben. Der jüngste Kursanstieg habe zu der Abstufung geführt, schrieb Analyst Thorsten Zimmermann in einer Studie vom Donnerstag. Allerdings habe eine geänderte Prognose für die Metallpreise eine Heraufsetzung des Kursziels zur Folge.


ARCELORMITTAL

LONDON - Die Citigroup hat das Kursziel für ArcelorMittal <MT.ASX> <ISPA.FSE> von 15,00 auf 18,00 Euro angehoben und die Einstufung auf "Hold" belassen. Während die Stahlnachfrage im zweiten Quartal ihren Tiefpunkt erreichen dürfte, würden die Gewinne im Sektor wohl auch noch in der zweiten Jahreshälfte schwach bleiben, schrieb Analyst Johan Rode in einer Branchenstudie vom Donnerstag. Rode senkte seine Stahlpreisprognosen für 2009, hob sie für 2011 aber an. Unterstützend dürften sich die staatlichen Konjunkturpakete auswirken. Die Kurszielerhöhung reflektiere die gestiegenen langfristigen Erwartungen.


BAYER

LONDON - JPMorgan hat das Kursziel für Bayer <BAY.ETR> vor Quartalszahlen von 47,00 auf 55,00 Euro angehoben und die Einstufung auf "Overweight" belassen. Nach dem positiven Entscheid der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA zu dem Mittel Xarelto sei ein Großteil der Unsicherheit über die in der Entwicklung befindlichen Medikamente verschwunden, schrieb Analyst Neil Tyler in einer am Donnerstag vorgelegten Studie. Im ersten Quartal 2009 dürfte der Konzern einen Umsatz von 8.262 Millionen Euro und einen Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) von 1.159 Millionen Euro erzielt haben.


BRITISH AIRWAYS

LONDON - HSBC hat in einer Ersteinschätzung die Aktien von British Airways <BAY.ISE> <BAI1.FSE> mit "Neutral" und einem Kursziel von 185 Pence bewertet. Die Aktie der britischen Fluggesellschaft sei nicht so günstig bewertet wie die Titel anderer Unternehmen aus der Branche, schrieb Analyst Robin Byde in einer Studie vom Donnerstag. Zudem seien positive Effekte aus der Übernahme der spanischen Iberia <IBLA.SCM> <IBL.FSE> eher mittelfristig zu erwarten. Zudem leide die gesamte Branche unter sinkender Passagier- und Frachtnachfrage. Erst für 2010 sei mit einer schwachen Erholung zu rechnen.


DEUTSCHE LUFTHANSA

LONDON - HSBC hat in einer Ersteinschätzung die Aktien der Lufthansa <LHA.ETR> mit "Overweight" und einem Kursziel von 14,00 Euro bewertet. Als kosteneffizienteste Airline sei die Lufthansa der bevorzugte Titel in der Branche, schrieb Analyst Robin Byde in einer Studie vom Donnerstag. Zudem verfüge der Konzern über ein starkes regionales europäisches Netz von Flughäfen. Die junge Flotte und die solide Bilanz seien weitere Positivfaktoren. Allerdings leide die gesamte Branche unter sinkender Passagier-und Frachtnachfrage. Erst für 2010 sei mit einer leichten Erholung zu rechnen.


ELECTROLUX

LONDON - JPMorgan hat Electrolux <ELUX-B.SSE> <ELX.ETR> von "Underweight" auf "Neutral" angehoben und das Kursziel von 64,00 auf 90,00 schwedische Kronen angehoben. Das Ergebnis habe über den Erwartungen gelegen und es gebe Anzeichen einer Stabilisierung des Konsumentenumfeldes, schrieb Analyst Andreas Willi in einer Studie vom Donnerstag. Willi hob seine Prognosen an und liegt mit ihnen nun auf dem Niveau der Markterwartungen.


FRESENIUS

LONDON - Morgan Stanley hat die Bewertung der Aktien von Fresenius <FRE3.ETR> mit "Overweight" und einem Kursziel von 45,00 Euro aufgenommen. Der Markt habe sich bislang auf die Kosten für die Übernahme von APP Pharma konzentriert und die Vorteile dieser Transaktion außer acht gelassen, schrieb Analyst Martin Whitbread in einer Studie am Donnerstag. Darüber hinaus halte er positive Überraschungen bei Biotech und Helios für möglich. Aktuell böten die Papiere des Gesundheitskonzerns eine gute Chance zum Einstieg.


GEA

MÜNCHEN - UniCredit hat die Einstufung für GEA <G1A.ETR> nach der Hauptversammlung und den Zahlen zum Auftragseingang im ersten Quartal auf "Buy" und das Kursziel auf 13,20 Euro belassen. Der 22-prozentige Rückgang beim Auftragseingang habe den Erwartungen entsprochen, schrieb Analyst Peter Rothenaicher in einer Studie vom Donnerstag.


GLAXOSMITHKLINE

LONDON - Die WestLB hat das Kursziel für GlaxoSmithKline <GSK.ISE> <GS7.FSE> nach Quartalszahlen von 1.400,00 auf 1.180,00 Pence gesenkt, die Einstufung aber auf "Add" belassen. Mit einem Umsatz über den und einem Gewinn unter den Erwartungen sei das Ergebnis durchwachsen ausgefallen, schrieb Analyst Simon Mather in einer Studie vom Donnerstag. Der nachlassende negative Einfluss von Generika und der anhaltende Ausbau des Produktangebotes dürften zu einer robusten Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte führen. Die Kurszielsenkung reflektiere unter anderem eine niedrigere Sektorbewertung.


INFINEON

LONDON - JPMorgan hat das Kursziel für Infineon <IFX.ETR> von 0,50 auf 1,50 Euro verdreifacht, die Einstufung aber auf "Underweight" belassen. Es gebe Anzeichen für einen beginnenden Lagerwiederaufbau bei den Kunden des Technologiekonzerns, schrieb Analyst Sandeep Deshpande in einer Studie vom Donnerstag. Trotz gestiegener Prognosen seien jedoch noch immer nicht genügend Barmittel vorhanden. Allerdings sei der Bedarf, für den Fall einer möglichen Kapitalerhöhung, von 450 auf 260 Millionen Euro gefallen. Die jüngste starke Kurserholung dürfte nicht nachhaltig sein, so der Analyst weiter zur Einstufung.


K+S

LONDON - Die Citigroup hat K+S <SFD.ETR> nach der guten Kursentwicklung seit Jahresbeginn von "Buy" auf "Hold" abgestuft und das Kursziel auf 50,00 Euro belassen. Während die Nachfrage nach Düngemitteln im laufenden Jahr noch schwach bleiben dürfte, sollten sich die Volumina 2010 erholen, schrieb Analystin Sophie Jourdier in einer Studie vom Donnerstag. So dürfte der geringe Einsatz von Düngemitteln zu sinkenden Erträgen führen, die sich positive auf die Getreidepreise auswirken sollten. Davon dürften die Düngemittelhersteller profitieren.


KONTRON

FRANKFURT - Die Commerzbank hat das Kursziel für Kontron <KBC.ETR> vor Erstquartalszahlen von 8,00 auf 9,50 Euro angehoben und die "Add"-Empfehlung beibehalten. Grund für das neue Ziel sei die verbesserte Konkurrenzbewertung, schrieb Analyst Marcus Faustmann in einer am Donnerstag vorgelegten Studie. Zudem sollte sich die Nachfrage in den Endmärkten des Kleincomputerherstellers stabilisieren. Kontron dürfte daher präzisere Prognosen für 2009 treffen können.


L'OREAL

LONDON - Merrill Lynch hat L'Oreal <POR.PSE> <LOR.FSE vor Zahlen von "Underperform" auf "Neutral" hochgestuft und das Kursziel von 47,00 auf 52,00 Euro angehoben. Die Papiere des Konsumgüter-Konzerns hätten sich in den vergangenen Wochen nahe ihrem Zehn-Jahres-Tief bewegt, schrieb Analyst Antoine Colonna in einer Studie am Donnerstag. Anleger könnten die bevorstehenden Quartalsergebnisse als Hinweis ansehen, dass die Talsohle erreicht sei. Er sei darüber hinaus zuversichtlich, dass sich das Unternehmen auf das veränderte Verbraucherverhalten einstellen und die Kosten im Griff behalten könne.

L'OREAL

LONDON - Die Citigroup hat L'Oreal <POR.PSE> <LOR.FSE> in einer Ersteinschätzung mit "Sell" und einem Kursziel von 46,00 Euro bewertet. Der Kosmetikartikelhersteller leide unter größeren Problemen als nur der momentanen Rezession, schrieb Analystin Eamona Ferry in einer Studie vom Donnerstag. So sei es nicht gelungen, sinkende Volumina durch steigende Preise und den Eintritt in das Premiumsegment zu kompensieren. Zu der erwarteten ungünstigen langfristige Entwicklung in den Industrieländern kämen noch kurzfristige Sorgen über die Preisentwicklung in den Schwellenländern.


MLP

MÜNCHEN - UniCredit hat die Aktie von MLP <MLP.ETR> von "Hold" auf "Sell" abgestuft und das Kursziel von 9,00 auf 8,00 Euro gesenkt. Der Kurs bewege sich nun deutlich über dem alten Kursziel, schrieb Analyst Bernd Müller-Gerberding in einer Studie vom Donnerstag. Der Experte rechnet mit einem schwachen Quartalsergebnis. Er geht zudem davon aus, dass die Nachfrage nach Finanzprodukten noch eine Weile gering bleiben wird. Seine Schätzungen für den Finanzdienstleister korrigierte er nach unten.


MTU

MÜNCHEN - Die UniCredit hat das Kursziel der Aktie von MTU <MTX.ETR> nach Zahlen und Ausblick von 20,00 auf 22,00 Euro angehoben und den Titel des Triebwerksbauers auf "Hold" belassen. Höhere Forschungs- und Entwicklungskosten (F&E) hätten die Ergebnisse des ersten Quartals belastet, schrieb Analyst Uwe Weinreich in einer Studie am Donnerstag. Doch trotz zusätzlicher Investitionen, in denen F&E-Kosten in Höhe von 115 bis 120 Millionen Euro enthalten seien, erwarte MTU einen freien Cash-Flow zwischen 80 und 100 Millionen Euro für das laufende Jahr.

MTU

FRANKFURT - Equinet hat die Titel von MTU <MTX.ETR> nach Zahlen auf "Buy" mit einem Kursziel von 26,00 Euro belassen. Auf den ersten Blick entsprächen die Zahlen zum ersten Quartal des Triebwerkherstellers weitgehend seinen Erwartungen, schrieb Analyst Adrian Pehl in einer Studie vom Donnerstag. Der Umsatz habe gut 5 Prozent über seinen Prognosen gelegen.

MTU

FRANKFURT - Die Commerzbank hat die Aktie von MTU <MTX.ETR> nach Erstquartalszahlen von "Hold" auf "Add" hochgestuft und das Kursziel von 19,00 auf 24,00 Euro angehoben. Das Betriebsergebnis des Triebwerkbauers sei solide ausgefallen, schrieb Analyst Stephan Böhm in einer Studie vom Donnerstag. Die Instandhaltungssparte habe sich stark entwickelt. Böhm hält das MTU-Papier für attraktiv bewertet.


NESTLE

LONDON - Morgan Stanley hat das Kursziel für die Aktien von Nestle <NESN.VTX> <NESN.FSE> nach Zahlen von 52,00 auf 50,00 Schweizer Franken gesenkt, aber die Einstufung auf "Overweight" belassen. Der Lebensmittel-Hersteller habe einen ermutigenden Start ins neue Jahr gehabt, schrieb Analyst Michael Steib in einer Studie am Donnerstag. Er gehe davon aus, dass Nestle 2009 innerhalb der Branche zu den am stärksten Wachsenden Unternehmen gehören werde. Außerdem seien die Papiere attraktiv bewertet.


NOKIA

LONDON - Die Citigroup hat das Kursziel für Nokia <NOK1V.HSE> <NOA3.ETR> nach Quartalszahlen von 13,00 auf 15,00 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Die ersten drei Monate des Geschäftsjahres seien solide verlaufen und die Berechenbarkeit der Entwicklung verbessere sich, schrieb Analyst Sherief Bakr in einer Studie vom Donnerstag. Weiteres Kurspotenzial entstehe aufgrund der guten Entwicklung des Marktanteils und der Profitabilität.


NORDEX

LONDON - Goldman Sachs hat das Kursziel für die Aktien von Nordex <NDX1.ETR> von 10,00 auf 13,00 Euro angehoben, aber die Einstufung auf "Neutral" belassen. Dank der Konjunkturpakete verbesserten sich die Aussichten für die Windkraftanlagenbauer, schrieb Analyst Jason Channell in einer Branchenstudie am Donnerstag. Nordex habe allerdings nur wenige Großkunden. Kleine Projektentwickler hätten derzeit aber größere Schwierigkeiten, im aktuellen Kreditumfeld die Finanzierung von Windparks auf die Beine zu stellen.


NOVARTIS

FRANKFURT - Independent Research hat das Kursziel für Novartis <NOVN.VTX> <NOT.FSE> nach Quartalszahlen von 58,00 auf 54,00 Schweizer Franken gesenkt, die Einstufung aber auf "Kaufen" belassen. Das um sechs Prozent gesunkene operative Ergebnis sei vor allem durch die Generika-Division Sandoz belastet worden, schrieb Analyst Jens Hasselmeier in einer Studie vom Donnerstag. Er senkte seine Gewinnprognose je Aktie für 2009 von 3,83 auf 3,66 US-Dollar und für 2010 von 4,22 auf 4,05 US-Dollar. Erfreulich seien indes die Umsatzentwicklung in der Pharmaceuticals-Sparte und die Wachstumsdynamik des Onkologiebereichs.


PEUGEOT

DÜSSELDORF - HSBC hat das Kursziel für Aktien von Peugeot <PUG.PSE> <PEU.FSE> von 11,00 auf 14,00 Euro angehoben, die Einstufung aber auf "Underweight" belassen. Aufgrund der verschiedenen Abwrackprogramme in Europa dürfte 2009 für Peugeot als Massenhersteller etwas besser werden als erwartet, schrieb Analyst Horst Schneider in einer Studie vom Donnerstag. Daher würden die Prognosen nach oben angepasst. Im kommenden Jahr sei dafür aber mit einem schwächeren Geschäft zu rechnen, da die Nachfrage durch die Abwrackprämien nur vorgezogen würde.

PEUGEOT

LONDON - Die Citigroup hat das Kursziel für Peugeot <PUG.PSE> <PEU.FSE> von 17,00 auf 18,00 Euro angehoben und die Einstufung auf "Hold" belassen. Auch wenn der Autobauer von den Abwrackprämien in Europa profitiere, dürfte sich die dadurch schlechtere Umsatzzusammensetzung negativ auf der Gewinnebene bemerkbar machen, schrieb Analystin Kristina Church in einer Studie vom Donnerstag. Zudem könnte sich die Entwicklung verschärfen sobald die staatlichen Programme auslaufen. Die Kurszielerhöhung reflektiere eine gestiegene Sektorbewertung.


PORSCHE

HAMBURG - M.M. Warburg hat Porsche <PAH3.ETR> nach Medienberichten über Refinanzierungsprobleme und wachsenden Druck auf die Konzernspitze auf "Buy" mit einem Kursziel von 58,00 Euro belassen. Druck auf den Vorstandsvorsitzenden und den Finanzvorstand aufgrund der hohen Verschuldung sei ebenso unwahrscheinlich wie ein Einstieg eines Staatfonds aus dem mittleren Osten, schrieb Analyst Marc-Rene Tonn in einer Studie vom Donnerstag. Falls Refinanzierungsprobleme bestünden sei eine Auflösung der Geschäfte zur Absicherung gegen Kursschwankungen der VW-Stammaktie oder eine Einigung mit dem Land Niedersachsen wahrscheinlicher.

PORSCHE

FRANKFURT - Die Commerzbank hat das Kursziel für Porsche <PAH3.ETR> von 45,00 auf 52,00 Euro angehoben und die "Add"-Empfehlung für die Titel des Sportwagenbauers beibehalten. Das neue Ziel spiegele die inzwischen höhere Bewertung für die Volkswagen-Vorzüge <VOW3.ETR> wider, schrieb Analyst Daniel Schwarz in einer Studie vom Donnerstag.


PRAKTIKER

FRANKURT - Die WestLB hat Praktiker <PRA.ETR nach Quartalszahlen von "Neutral" auf "Sell" abgestuft und das Kursziel auf 3,90 Euro beziffert. Die Investoren hätten zu positiv auf den bekannt gegebenen Nettogewinn reagiert, schrieb Analyst Thomas Rosenke in einer Studie vom Donnerstag. In den kommenden Quartalen dürften die Zahlen schwächer ausfallen. Zudem erschienen die Unternehmensprognosen für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung etwas zu optimistisch.

PRAKTIKER

LONDON - JPMorgan hat das Kursziel für Praktiker <PRA.ETR> nach Quartalszahlen von 6,50 auf 4,50 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Neutral" belassen. Das Ergebnis für die ersten drei Monate des Jahres habe die bereits niedrigen Erwartungen nicht erfüllen können, schrieb Analyst Jaime Vazquez in einer am Donnerstag vorgelegten Studie. Vazquez senkte seine Prognosen für den Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) für 2009 von 90 auf 59 Millionen Euro und für 2010 von 108 auf 73 Millionen Euro.


PREMIERE

LONDON - Goldman Sachs hat das Kursziel für die Aktien von Premiere <PRE.ETR> von 1,68 auf 2,30 Euro angehoben, aber die Einstufung auf "Neutral" belassen. Grund hierfür sei der Abschluss der zweiten Phase der Kapitalerhöhung, schrieben die Analysten in einer Studie am Donnerstag. Sie seien zwar zuversichtlich, dass das neue Management des Bezahlfernseh-Senders die Zahl der Abonnenten steigern könne. Die Trendwende werde aber frühestens 2010 erkennbar werden.


REPOWER SYSTEMS

LONDON - Goldman Sachs hat das Kursziel für die Aktien von REpower <RPW.ETR> von 110,00 auf 130,00 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Dank der Konjunkturpakete verbesserten sich die Aussichten für die Windkraftanlagenbauer, schrieb Analyst Jason Channell in einer Branchenstudie am Donnerstag. Auf Basis der überarbeiteten Bewertungen hätten die Aktien dieser Unternehmen im Schnitt das Potenzial für einen 39-prozentigen Kursgewinn.


RHOEN-KLINIKUM

MÜNCHEN - UniCredit hat die Einstufung für Rhön-Klinikum <RHK.ETR> nach Erstquartalszahlen auf "Buy" und das Kursziel auf 22,00 Euro belassen. Während Umsatz und Nettogewinn des Klinikbetreibers etwas besser ausgefallen seien als von ihr erwartet, hätten der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) und auch die EBIT-Marge unter dem Vorjahresniveau gelegen, schrieb Analystin Silke Stegemann in einer Studie vom Donnerstag.

RHOEN-KLINIKUM

NEW YORK - Merrill Lynch hat die Einstufung für die Aktien von Rhön-Klinikum <RHK.ETR> nach Zahlen auf "Buy" und das Kursziel auf 18,00 Euro belassen. Das Quartalsergebnis sei weitgehend im Rahmen der Erwartungen ausgefallen, schrieb Analyst Michael Jüngling in einer Studie am Donnerstag. Der Klinik-Betreiber habe dank seiner niedrigen Verschuldung die Chance, die aktuelle Konjunkturschwäche für günstige Übernahmen zu nutzen.

RHOEN-KLINIKUM

FRANKFURT - Die Commerzbank hat die Empfehlung für Rhön-Klinikum <RHK.ETR> nach Erstquartalszahlen auf "Buy" und das Kursziel auf 19,00 Euro belassen. Die Umsätze des Klinikbetreibers hätten seinen Erwartungen entsprochen, schrieb Analyst Volker Braun in einer Studie vom Donnerstag. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) habe seine Schätzungen allerdings verfehlt. Braun verwies auf die konservative Rechnungslegung, die dazu geführt habe, dass die Quartalszahlen insgesamt nicht gerade begeistert hätten. Die vorgeschlagene Dividende von 0,35 Euro je Aktie sei zwar höher als gedacht, eine Rendite von zwei Prozent diene aber nicht als Kurstreiber.


SALZGITTER

LONDON - Die Citigroup hat das Kursziel für Salzgitter <SZG.ETR> von 55,00 auf 60,00 Euro angehoben, die Einstufung aber auf "Hold" belassen. Während die Stahlnachfrage im zweiten Quartal ihren Tiefpunkt erreichen dürfte, würden die Gewinne im Sektor wohl auch noch in der zweiten Jahreshälfte schwach bleiben, schrieb Analyst Johan Rode in einer Branchenstudie vom Donnerstag. Rode senkte seine Stahlpreisprognosen für 2009, hob sie für 2011 aber an. Unterstützend dürften sich die staatlichen Konjunkturpakete auswirken. Die Kurszielerhöhung reflektiere die gestiegenen langfristigen Erwartungen.


SOFTWARE

LONDON - Die WestLB hat Software AG <SOW.ETR> nach Quartalszahlen auf "Neutral" belassen. Aufgrund eines enttäuschenden Verlaufs beim Lizenzverkauf habe das Ergebnis unter den Erwartungen gelegen, schrieb Analyst Thomas Crozier in einer Studie vom Donnerstag. Die Aufrechterhaltung der Unternehmensprognose eines Wachstums von vier bis acht Prozent vor Wechselkurseinflüssen im Jahr 2009 sei angesichts dieser Entwicklung mutig. Zwar biete das Unternehmen defensive Qualitäten, ein Wachstumstitel sei die Aktie aber nicht.

SOFTWARE

LONDON - Merrill Lynch hat die Einstufung für die Aktien der Software AG <SOW.ETR> nach Zahlen auf "Neutral" und das Kursziel auf 65,00 Euro belassen (aktueller Kurs: 48,84 Euro). Das Quartalsergebnis sei schlechter als erwartet ausgefallen, schrieb Analyst Raimo Lenschow in einer Studie am Donnerstag. Hauptgrund seien die überraschend schwachen Lizenzumsätze.

SOFTWARE

FRANKFURT - Die Commerzbank hat die Empfehlung für die Software AG <SOW.ETR> nach Erstquartalszahlen und vor einer Telefonkonferenz auf "Add" und das Kursziel auf 55,00 Euro belassen. Die Lizenzumsätze im Geschäftsbereich ETS seien zwar schwächer als gedacht ausgefallen, der Bereich webMethods habe die Erwartungen aber erfüllt, schrieb Analyst Thomas Becker in einer Studie vom Donnerstag. Es gebe keinen Grund, seine positive Einschätzung für das Unternehmen oder seine Prognosen für 2009 zu ändern.


STMICROELECTRONICS

FRANKFURT - Die Deutsche Bank hat das Kursziel für STMicroelectronics <PSTM.PSE> <SGM.FSE> von 4,30 auf 4,60 Euro angehoben und die Einstufung auf "Hold" belassen. Nach der jüngsten Erholung infolge erster Anzeichen einer Stabilisierung der Lage, dürfte die Kursentwicklung nun eine Pause einlegen, schrieb Analyst Kai Korschelt in einer Branchenstudie vom Donnerstag. Ein Wiederaufbau der Lagerbestände könnte in der zweiten Jahreshälfte zu einer Umsatzentwicklung über den Erwartungen führen. Voraussetzung dafür sei aber eine Erholung der Endnachfrage. Sobald der Markt aber auf eine deutliche Umsatzerholung im Halbleitersektor im Jahr 2010 setze, dürfte das Papier von STMicroelectronics besonders deutlich profitieren.


THYSSENKRUPP

LONDON - Die Citigroup hat ThyssenKrupp <TKA.ETR> von "Buy" auf "Hold" abgestuft, das Kursziel aber von 17,00 auf 18,00 Euro angehoben. Während die Stahlnachfrage im zweiten Quartal ihren Tiefpunkt erreichen dürfte, würden die Gewinne im Sektor wohl auch noch in der zweiten Jahreshälfte schwach bleiben, schrieb Analyst Johan Rode in einer Branchenstudie vom Donnerstag. Der Kurs reflektiere bereits eine deutliche wirtschaftliche Erholung, so der Analyst weiter zur Abstufung. Die Kurszielerhöhung basiere auf gestiegenen langfristigen Erwartungen.


VOLKSWAGEN

FRANKFURT - Independent Research (IR) hat die Stammaktie von Volkswagen <VOW.ETR> nach den am Mittwoch veröffentlichten Eckzahlen für das erste Quartal auf "Verkaufen" mit einem Kursziel von 160,00 Euro belassen. Die weltweite Konjunkturschwäche habe ihre Spuren hinterlassen, allerdings nicht so stark wie bei den Wettbewerbern, schrieb Analyst Sven Diermeier in einer Studie vom Donnerstag. Ein Verlust bei Volkswagen sei nur durch einen Buchgewinn aus dem Verkauf des brasilianischen LKW-Geschäfts in Höhe von 600 Millionen Euro verhindert worden.

VOLKSWAGEN

FRANKFURT - Equinet hat das Kursziel für Volkswagen <VOW3.ETR> nach Zahlen von 55,00 auf 66,00 Euro erhöht, die Einschätzung für die Aktie jedoch auf "Sell" belassen. Die vorläufigen Zahlen zum ersten Quartal hatten die Markterwartungen übertroffen, schrieb Analyst Tim Schuldt in einer Studie vom Donnerstag. Vor allem die Entwicklung des Free Cash Flow habe positiv überrascht. Die Aktie sei fundamental unterbewertet und die Vorzugsaktie des Automobilherstellers biete mittelfristig gute Möglichkeiten zur Wertsteigerung.

VOLKSWAGEN

MÜNCHEN - UniCredit hat die Einstufung für die Volkswagen-Vorzüge <VOW3.ETR> nach Eckdaten zum ersten Quartal auf "Buy" und das Kursziel auf 60,00 Euro belassen. Der Autobauer habe einen sehr starken Cash Flow für das Autogeschäft ausgewiesen, schrieb Analyst Christian Aust in einer Studie vom Donnerstag. Das Vertrauen in die Fähigkeit des Konzerns, schneller als noch in früheren Abschwungphasen auf eine sinkende Nachfrage zu reagieren, dürfte zunehmen.


WINCOR NIXDORF

LONDON - Merrill Lynch hat die Einstufung für die Aktien von Wincor Nixdorf <WIN.ETR> nach Zahlen auf "Buy" und das Kursziel auf 44,00 Euro belassen. Das Quartalsergebnis habe leicht über den Erwartungen gelegen, schrieb Analyst Claus Roller in einer Studie am Donnerstag. Dabei habe das solide Geschäft mit Flaschenrücknahme-Automaten die Schwäche der Geldautomaten-Sparte ausgeglichen. Er gehe davon aus, dass Wincor seine Margen trotz der weiterhin unklaren Geschäftsaussichten absichern könne.

WINCOR NIXDORF

FRANKFURT - Die Commerzbank hat die Empfehlung für Wincor Nixdorf <WIN.ETR> nach Zahlen zum zweiten Geschäftsquartal auf "Add" und das Kursziel auf 45,00 Euro belassen. Die Zahlen seien besser als erwartet ausgefallen, schrieb Analyst Maxim Tilev in einer Studie vom Donnerstag. Das Management habe den Ausblick für 2009 bestätigt.

/he

AXC0277 2009-04-23/21:35

actr
28.04.2009, 23:53
28.04.2009 18:45
Das Worst-Case-Szenario einer Pandemie
Jochen Steffens

Das Thema Schweinegrippe durchdringt zunehmend die Medien. Da dort die möglichen Gefahren für die Gesundheit und geeignete Schutzmaßnahmen bereits ausführlich diskutiert werden, möchte ich hier lediglich auf die Auswirkungen für die Märkte und Unternehmen eingehen.

Eine Pandemie, also eine Infektionskrankheit, die sich über Ländergrenzen und Kontinente hinweg verbreitet, ist statistisch gesehen längst überfällig. Es gab in den letzten 300 Jahren ca. zehn schwere Grippepandemien, rein rechnerisch also alle 30 Jahre eine. Die letzte große Grippewelle gab es in Hongkong 1968/69. Diese forderte ca. 1 Millionen Menschenleben. Damit hat es nun seit knapp 40 Jahren keine große Grippe-Pandemie mehr gegeben.

Die aktuelle Schweinegrippe-Pandemie ist außerhalb Mexikos bisher nur in einer abgeschwächten Variante, die bisher keine Todesopfer fordert, aufgetreten. Insoweit muss man sich noch keine größeren Sorgen machen. Aber auch wenn ich nicht davon ausgehe, dass es zu einer dramatischen Entwicklung kommen wird, sollte sich ein umsichtiger Anleger mit den möglichen Folgen einer solchen Krise frühzeitig auseinandersetzen. An den Börsen muss man sich leider auch immer wieder mit den Worst-Case-Szenarien beschäftigen, um im Fall der Fälle entsprechend vorbereitet zu sein.

Hier kann man drei Phasen unterscheiden:

Phase I

Die Bevölkerung verhält sich in den Anfängen einer solchen Bedrohung oft sehr uneinsichtig. Das Thema wird nicht wirklich ernst genommen. Viele Menschen glauben, dass es sich lediglich um Panikmache handelt und dass ihnen schon nichts passieren wird. Dieser Umstand wird dadurch verschärft, dass sich die letzten Pandemiewarnungen (z.B. Vogelgrippe, SARS) nicht bestätigt haben. Sollte die Schweinegrippe außerhalb Mexikos auch wieder glimpflich verlaufen, wächst die Gefahr, dass eine wirklich gefährliche Variante in Zukunft unterschätzt wird.

Trotzdem werden erste besonnene Bürger anfangen, Schutzmasken zu tragen. Die Medien werden das Thema aufgreifen und entsprechend ausschlachten. Fear sells, Angst verkauft sich. So gesehen sind Medientitel einer der ersten Profiteure einer solchen Pandemie. Die breite mediale Berichterstattung wird dazu führen, dass sich immer mehr Menschen mit dem Thema auseinandersetzen und ebenfalls Angst bekommen. Zunächst werden Schutzmasken und Medikamente gehortet. Unternehmen, die Schutzmasken verkaufen und Pharmaunternehmen gehören somit ebenfalls zu den frühen Gewinnern (wie man schon an der aktuellen Kursentwicklung sieht).

Die wachsende Angst wird dazu führen, dass immer mehr Menschen den Kontakt zur Außenwelt reduzieren. Sprich, die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben wird eingeschränkt. Das wiederum führt dazu, dass der Einzelhandel einen zunehmenden Umsatzeinbruch verzeichnen wird. Einzelhandelsunternehmen gehören damit zu den Verlierern einer solchen Krise. Auch die Gastronomie wird eine solche Pandemie-Panik deutlich zu spüren kriegen. Das wiederum wird sich auf Brauereibetriebe und, je nach Ausmaß, auch auf die Getränkeindustrie auswirken.

Phase II

Wenn die Krankheit tatsächlich ausbricht, kann es kurzfristig zu Hamsterkäufen kommen, von denen die Lebensmittelindustrie wie auch Agrarrohstoffe kurzfristig profitieren. Zu diesem Zeitpunkt wird die Politik je nach Gefährlichkeit der Infektionskrankheit überlegen, das öffentliche Leben nach und nach einzufrieren. Das bedeutet, Ämter werden geschlossen, Busse und Bahnen fahren nicht mehr, Geschäfte machen dicht, etc. Solche Maßnahmen werden zum Beispiel in Mexiko bereits angewendet.

Ein solches Einfrieren des öffentlichen Lebens wird natürlich einen gravierenden Einfluss auf die Gesamtwirtschaft haben. Schließlich reichen bereits ein oder zwei zusätzliche Feiertage im Jahr aus, um das BIP zu beeinflussen. Sie können sich vorstellen, welche Auswirkungen eine länger andauernde Erlahmung des gesellschaftlichen Lebens auf die Wirtschaft haben würde.

Phase III

Je länger eine solche Pandemie anhalten wird, je größer die Gefahren für Leib und Leben werden und je mehr Menschen sich infizieren, desto dramatischer sind die Folgen für die Wirtschaft. Immer mehr Betriebe würden in Mitleidenschaft gezogen: Zulieferer, Transportunternehmen, Rohstoffverarbeitung etc., etc. In dieser Phase profitieren höchstens noch die großen Stromkonzerne, da die Menschen immer mehr zu Hause bleiben. Auch die Telekommunikationsunternehmen werden noch zu den Profiteuren gehören, da Kommunikation aus Angst vor Ansteckung nur noch über Handys, Telefon und Internet abgewickelt wird.

Wenn schließlich immer mehr Arbeitnehmer aufgrund von Krankheiten oder Tod ausfallen, die Notfallpläne der Regierungen greifen, kann das schlussendlich zum kompletten wirtschaftlichen Kollaps führen.

Internationale Auswirkungen

Währenddessen hat eine solche Pandemie auch globale Auswirkungen. Um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, können Flugplätze und Grenzen geschlossen werden. Damit werden also Fluglinien und Touristikunternehmen zu den Verlierern gehören. Auch das sehen wir bereits an den aktuellen Kursverläufen. Eine weitere Folge wird sein, dass der Welthandel eingeschränkt wird, was wiederum Auswirkungen auf die exportintensiven Industrien in den einzelnen Ländern hat. Im weiteren Verlauf kann der internationale Handel komplett zusammenbrechen. Studien, die im Rahmen der Vogelgrippebedrohungen angefertigt wurden, zeigen, dass eine Pandemie eine ähnliche Wirkung auf die Weltwirtschaft hätte, wie die Krise 1929. In der aktuellen Situation wären die Auswirkungen wahrscheinlich noch gravierender.

Wie verhält man sich als Anleger?

Ich habe hier das Worst-Case-Szenario beschrieben. Als Anleger sollte man also zunächst einmal, wie bei allen Krisen, Ruhe bewahren. Bis jetzt konzentriert sich der Schweinegrippevirus auf Mexiko. Die Staaten sind gut vorbereitet, im Zusammenhang mit dem Vogelgrippeerreger sind umfassende Notfallpläne erstellt worden. Zudem besitzen Länder und Pharmaunternehmen größere Vorräte an relevanten Medikamenten.

Eventuell empfiehlt es sich, langfristige Positionen durch großzügige Stopps absichern. Keinesfalls sollte man panisch alles verkaufen. Schaut man in die Vergangenheit, so sind die Kurse der Indizes oft bereits wieder angestiegen, während die WHO ihre Pandemie-Alarmstufen noch heraufsetzte. Der weitere Verlauf an den Märkten wird entscheidend davon abhängen, wie virulent und wie tödlich dieser Virus tatsächlich ist. Im Moment sieht es so aus, als könne man die Grippe mit normalen Medikamenten gut bekämpfen.

Sollten sich also die aktuellen Sorgen als unbegründet herausstellen, wären gerade die Titel interessant, die zurzeit massiv abgestraft werden.

Sollte sich die Situation jedoch wider Erwarten doch wieder verschlimmern, sollte man sein Geld in sichere Anlagen umschichten: Gold, Pharma- und Telekommunikationswerte bieten einen ausreichenden Schutz.

Insgesamt bleibt aber zu hoffen, dass diese Pandemie so schnell wieder verschwindet, wie sie aufgetaucht ist.

Viele Grüße

Ihr

Jochen Steffens