Lorenzol
19.06.2007, 12:10
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
der Handel des DAX-Future bietet einige Vorteile gegenüber dem Handel mit Hebelzertifikaten. Es gibt aber auch Nachteile. Im Folgenden möchte ich Ihnen die Vor und Nachteile beider Handelsinstrumente erläutern.
Vorteile DAX-Future
Spread
Der Spread, das ist der Unterschied zwischen dem Geld und dem Briefkurs, beträgt bei Hebel-zertifikaten in der Regel 1 Cent. Wenn Sie also nach dem Kauf sofort wieder verkaufen würden, dann verlieren Sie 1 Cent je Zertifikat. Der DAX muss sich also zunächst um 1 Punkt in Ihre Richtung bewegen, damit Sie keinen Verlust erleiden. Hierbei wurden die Transaktions-kosten noch nicht berücksichtigt.
Im DAX-Future beträgt der Spread einen halben Punkt. Jeder Punkt im DAX-Future hat einen Wert von 25 Euro. Der Spread beträgt also je Kontrakt 12,50 Euro. Vergleichbar mit dem DAX-Future wäre der Kauf von 2500 Hebelzertifikaten. Bei 2500 Stück macht jeder Anstieg bzw. Abstieg um einen Punkt auch 25 Euro aus. Demach sind Sie beim Kauf von 2500 Hebelzertifikaten nach dem Kauf aufgrund des Spreads bereits mit 25 Euro im Minus. Im DAX-Future sind es wie eben erwähnt nur 12,50 Euro.
Gebühren
Bei Hebelzertifikaten müssen Sie je Transaktion bei einer Order bis 5000 Euro mit ca. 10 Euro an Transaktionskosten rechnen. Wenn Sie also kaufen und wieder verkaufen, dann müssen Sie 20 Euro an Gebühren einkalkulieren.
Bei einem Depot mit 10000 Euro und 100 Trades im Jahr müssen Sie schon 20% Gewinn erwirtschaften, um nach Abzug der Transaktionskosten keinen Verlust zu verbuchen. Bei den meisten Brokern zahlen Sie dann noch Gebühren für das Setzen und Verändern der Stoppkurse.
Wenn Sie den DAX-Future z.B. bei Interactivebrokers handeln, dann zahlen Sie für das Kaufen und Verkaufen lediglich 2 Euro. Für einen Roundtrip (Kaufen und Verkaufen) demnach 4 Euro im Vergleich zu 20 Euro bei Hebelzertifikaten. Für das Setzen und Verändern der Stoppkurse werden bei Interactivebrokers keine Gebühren berechnet.
Hier noch ein Beispiel im Vergleich.
Sie kaufen 2500 Hebelzertifikate zu 1,03 Euro und verkaufen sofort nach dem Kauf zu 1,02 Euro. Es ergibt sich ein Verlust von 25 Euro (Spread) zuzüglich 20 Euro an Transaktions-kosten. Im DAX-Future beträgt der Verlust nach einem sofortigen Verkauf 12,50 Euro (Spread) zuzüglich 4 Euro Transaktionskosten.
Wie Sie sehen, ergeben sich auf der Spread und Gebührenseite erhebliche Vorteile im DAX-Future. Konkret sind es im oben angegebenen Beispiel 28,50 Euro. Auch dann, wenn Sie erst verkaufen, wenn Sie in der Gewinnzone sind, bleibt der Vorteil erhalten. Nach einem Anstieg von 4 Punkten sind Sie mit dem Hebelzertifikat 3 Punkte in der Gewinnzone. Im DAX-Future verbuchen Sie dann bereits ein Plus von 3,5 Punkten bzw. 87,50 Euro. Würden Sie nach dem Anstieg um 4 Punkte verkaufen, dann bleiben Ihnen bei den Hebelzertifikaten 3 Punkte an Gewinn von dem Sie dann noch 20 Euro an Transaktionskosten abziehen müssen. Es bleiben Ihnen also 55 Euro übrig. Wenn Sie im DAX-Future nach dem Anstieg um 4 Punkte die Position glattstellen, dann bleiben Ihnen 87,50 Euro von dem Sie noch 4 Euro an Transaktionskosten abziehen müssen. Es bleiben also 83,50 Euro übrig. Im Vergleich zum Hebelzertifikat beträgt der Vorteil also 28,50 Euro. (83,50 zu 55,00)
Nach 100 Transaktionen beträgt der Vorteil 2850 Euro
Der Vorteil im DAX-Future liegt also immer bei 28,50 Euro. Das stimmt nur, wenn Sie 2500 Stück handeln. Nur so ist es vergleichbar. Nehmen wir an es würden die gleichen ein und Ausstiegspunkte verwendet werden.
Der eine handelt mit 2500 Hebelzertifikaten und der andere handelt den DAX-Future. Nach 100 Trades wird das Konto, welches den DAX-Future handelt im Vergleich zu dem Konto, welches die Hebelzertifikate handelt, 2850 Euro mehr im Depot aufweisen. (100 X 28,50 Euro)
Orderarten
Zum Handel des DAX-Future werden zahlreiche Orderarten angeboten, die mit Hebelzertifikaten nicht möglich sind. ( Einige Broker beginne aber bereits damit diese Orderarten auch für Hebelzertifikate anzubieten) So können Sie z.B. zu einer bestehenden Position eine Order zu Gewinnmitnahme aufgeben und gleichzeitig einen Stopp platzieren.
Beispiel.
Sie sind seit 8000 long im DAX-Future und möchten bei 8050 Punkten Gewinne mitnehmen. Wenn der Future aber die Marke von 7950 erreicht dann möchten Sie dort mit Verlust glattstellen. Genau diese Kombination können Sie als Order aufgeben.
Bei Hebelzertifikaten können Sie entweder die Stopporder oder die Order zur Gewinnmitnahme aufgeben. Beides gleichzeitig ist nicht möglich.
Die oben aufgeführte Order kann auch als OCO (one cancel the other) aufgegeben werden. In dem Fall wird nach Ausführung einer Order die andere automatisch gelöscht. Wenn die Order zur Gewinnmitnahme bei 8050 ausgeführt wird, dann würde die Stopporder bei 7950 automatisch gelöscht werden.
Eine andere vorteilhafte Orderart ist z.B. der Trailingstop. Nehmen wir an Sie sind bereits 30 Punkte im Gewinn und sind sich nicht sicher, ob Sie lieber aussteigen sollen oder ob Sie die Position in Erwartung noch höhere Kurse halten wollen. In diesem Fall bietet sich der Trailingstopp an.
Hier ein Beispiel. Sie sind im DAX-Future seit 8000 long und der Future notiert jetzt bei 8030. Sie setzen jetzt einen Trailingstopp mit 10 Punkten. Der anfängliche Stopp liegt dann bei 8020. Wenn der Future jetzt um einen Punkt auf 8031 steigt, dann wird der Stopp automatisch auf 8021 nachgezogen. Bei 8035 ist der Stopp dann bei 8025 usw. Fällt der Future dann verändert sich nichts am Stopp. Erst dann, wenn der Markt von einem neuen Hoch um 10 Punkte fällt, sind Sie ausgestoppt.
Handelsmöglichkeiten in volatilen Phasen
In volatilen Tagesphasen setzen einige Emittenten den Handel aus. Dieses ist häufig nach Bekanntgabe von Wirtschaftsnachrichten der Fall. Als vor einiger Zeit die Anschläge in London verübt wurden, war es bei einigen Emittenten über Stunden nicht möglich zu handeln. Im DAX-Future war der Handel aber die ganze Zeit möglich. Hier Kaufen und Verkaufen Sie an andere Marktteilnehmer. Der Markt ist sehr liquide, sodass sich in der Regel immer ein Abnehmer findet.
Weitere Vorteile
Es gibt noch mehr Vorteile, die ich jetzt nur stichpunktartig erwähnen möchte. Sie benötigen zum Kauf keine WKN Sie kaufen oder verkaufen einfach den DAX-Future. Es entfällt damit die Suche nach geeigneten Hebelzertifikaten.
Die Handelsplattformen zum DAX-Future sind wesentlich komfortabler. Wenn Sie sich short positionieren möchten, dann klicken Sie einfach auf den aktuellen Bid-Kurs. Zum Kaufen wird einfach der Ask-Kurs angeklickt. Die Handelsplattform von Interactivebrokers beinhaltet auch Charts sowie die Realtimekurse, die automatisch aktualisiert werden.
Vorteile von Hebelzertifikaten gegenüber dem DAX-Future
Hebelzertifikate haben aber nicht nur Nachteile gegenüber dem Handel des DAX-Future. Bei Hebelzertifikaten haben Sie die Möglichkeit die Positionsgröße frei zu wählen. Sie können jede beliebige Anzahl an Zertifikaten erwerben. Im DAX-Future ist die Mindestgröße ein Kontrakt. Jeder Punkt im DAX-Future hat einen Wert von 25 Euro. Ein geringeres Risiko können Sie nicht eingehen. Sie haben nicht die Möglichkeit nur 10 Euro je Punkt zu riskieren. Mit Hebelzertifikaten ist das möglich. Sie kaufen dann einfach 1000 Stück. Im Future können sie also nur die Kontraktzahl variieren. Wenn Sie 2 Kontrakte kaufen, dann ergibt sich je Punkt bereits eine Veränderung von 50 Euro. Zwischengrößen sind nicht möglich.
Der zweite Vorteil ist die Barriere auch Knock–Out-Schwelle oder ähnlich genannt. Jedes Hebelzertifikat verfügt über eine Preisschwelle, an der das Zertifikat wertlos verfällt. Wenn Sie also ein Call-Hebelzertifikat mit einer Barriere bei 7500 kaufen, dann wird dieses wertlos verfallen, wenn der DAX diese Marke erreicht. Nehmen wir an Sie hätten 2000 Euro in dieses Zertifikat investiert dann würden Sie beim Erreichen der 7500er Marke genau 2000 Euro verlieren. Auch wenn der DAX in einem Rutsch bis 7000 fällt, können Sie nicht mehr wie die eingesetzten 2000 Euro verlieren.
Im DAX-Future gibt es diese Barriere nicht. Wie angegeben beträgt jeder Punkt im DAX-Future 25 Euro. Bei einem aktuellen Kurs von 8000 Punkten kostet ein Kontrakt demnach 200000 Euro. Beim Kauf eines Kontraktes müssen Sie diese Summe aber nicht hinterlegen. Es wird eine Sicherheitsleistung die sogenannte Margin verlangt. Aktuell verlangt z.B. Interactivebrokers für einen Kontrakt eine Sicherheitsleistung von 8600 Euro. Wenn Sie die Position auch über Nacht halten wollen, dann beträgt die Margin 13600 Euro. Wenn Sie nur intraday handeln dann reichen 8600 Euro auf dem Konto aus, um ein Kontrakt des DAX-Futures zu handeln.
Der mögliche Verlust ist aber keinesfalls auf diese Summe begrenzt. Sollte der DAX-Future um 400 Punkte fallen, dann wird die Bank von Ihnen 10000 Euro abzüglich der bereits bezahlten Margin von 8600 Euro verlangen. Mit 8600 Euro auf dem Konto werden Sie auch nicht lange handeln können. Selbst wenn Sie nach dem ersten Handel nur 25 Euro verlieren, sind Sie nicht mehr handlungsfähig. Die erforderliche Margin von 8600 Euro wäre dann ja nicht mehr verfügbar. Sie benötigen also eine größere Kapitaldecke.
Anmerkung MH:
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der Handel des DAX-Future bietet einige Vorteile gegenüber dem Handel mit Hebelzertifikaten. Es gibt aber auch Nachteile. Im Folgenden möchte ich Ihnen die Vor und Nachteile beider Handelsinstrumente erläutern.
Vorteile DAX-Future
Spread
Der Spread, das ist der Unterschied zwischen dem Geld und dem Briefkurs, beträgt bei Hebel-zertifikaten in der Regel 1 Cent. Wenn Sie also nach dem Kauf sofort wieder verkaufen würden, dann verlieren Sie 1 Cent je Zertifikat. Der DAX muss sich also zunächst um 1 Punkt in Ihre Richtung bewegen, damit Sie keinen Verlust erleiden. Hierbei wurden die Transaktions-kosten noch nicht berücksichtigt.
Im DAX-Future beträgt der Spread einen halben Punkt. Jeder Punkt im DAX-Future hat einen Wert von 25 Euro. Der Spread beträgt also je Kontrakt 12,50 Euro. Vergleichbar mit dem DAX-Future wäre der Kauf von 2500 Hebelzertifikaten. Bei 2500 Stück macht jeder Anstieg bzw. Abstieg um einen Punkt auch 25 Euro aus. Demach sind Sie beim Kauf von 2500 Hebelzertifikaten nach dem Kauf aufgrund des Spreads bereits mit 25 Euro im Minus. Im DAX-Future sind es wie eben erwähnt nur 12,50 Euro.
Gebühren
Bei Hebelzertifikaten müssen Sie je Transaktion bei einer Order bis 5000 Euro mit ca. 10 Euro an Transaktionskosten rechnen. Wenn Sie also kaufen und wieder verkaufen, dann müssen Sie 20 Euro an Gebühren einkalkulieren.
Bei einem Depot mit 10000 Euro und 100 Trades im Jahr müssen Sie schon 20% Gewinn erwirtschaften, um nach Abzug der Transaktionskosten keinen Verlust zu verbuchen. Bei den meisten Brokern zahlen Sie dann noch Gebühren für das Setzen und Verändern der Stoppkurse.
Wenn Sie den DAX-Future z.B. bei Interactivebrokers handeln, dann zahlen Sie für das Kaufen und Verkaufen lediglich 2 Euro. Für einen Roundtrip (Kaufen und Verkaufen) demnach 4 Euro im Vergleich zu 20 Euro bei Hebelzertifikaten. Für das Setzen und Verändern der Stoppkurse werden bei Interactivebrokers keine Gebühren berechnet.
Hier noch ein Beispiel im Vergleich.
Sie kaufen 2500 Hebelzertifikate zu 1,03 Euro und verkaufen sofort nach dem Kauf zu 1,02 Euro. Es ergibt sich ein Verlust von 25 Euro (Spread) zuzüglich 20 Euro an Transaktions-kosten. Im DAX-Future beträgt der Verlust nach einem sofortigen Verkauf 12,50 Euro (Spread) zuzüglich 4 Euro Transaktionskosten.
Wie Sie sehen, ergeben sich auf der Spread und Gebührenseite erhebliche Vorteile im DAX-Future. Konkret sind es im oben angegebenen Beispiel 28,50 Euro. Auch dann, wenn Sie erst verkaufen, wenn Sie in der Gewinnzone sind, bleibt der Vorteil erhalten. Nach einem Anstieg von 4 Punkten sind Sie mit dem Hebelzertifikat 3 Punkte in der Gewinnzone. Im DAX-Future verbuchen Sie dann bereits ein Plus von 3,5 Punkten bzw. 87,50 Euro. Würden Sie nach dem Anstieg um 4 Punkte verkaufen, dann bleiben Ihnen bei den Hebelzertifikaten 3 Punkte an Gewinn von dem Sie dann noch 20 Euro an Transaktionskosten abziehen müssen. Es bleiben Ihnen also 55 Euro übrig. Wenn Sie im DAX-Future nach dem Anstieg um 4 Punkte die Position glattstellen, dann bleiben Ihnen 87,50 Euro von dem Sie noch 4 Euro an Transaktionskosten abziehen müssen. Es bleiben also 83,50 Euro übrig. Im Vergleich zum Hebelzertifikat beträgt der Vorteil also 28,50 Euro. (83,50 zu 55,00)
Nach 100 Transaktionen beträgt der Vorteil 2850 Euro
Der Vorteil im DAX-Future liegt also immer bei 28,50 Euro. Das stimmt nur, wenn Sie 2500 Stück handeln. Nur so ist es vergleichbar. Nehmen wir an es würden die gleichen ein und Ausstiegspunkte verwendet werden.
Der eine handelt mit 2500 Hebelzertifikaten und der andere handelt den DAX-Future. Nach 100 Trades wird das Konto, welches den DAX-Future handelt im Vergleich zu dem Konto, welches die Hebelzertifikate handelt, 2850 Euro mehr im Depot aufweisen. (100 X 28,50 Euro)
Orderarten
Zum Handel des DAX-Future werden zahlreiche Orderarten angeboten, die mit Hebelzertifikaten nicht möglich sind. ( Einige Broker beginne aber bereits damit diese Orderarten auch für Hebelzertifikate anzubieten) So können Sie z.B. zu einer bestehenden Position eine Order zu Gewinnmitnahme aufgeben und gleichzeitig einen Stopp platzieren.
Beispiel.
Sie sind seit 8000 long im DAX-Future und möchten bei 8050 Punkten Gewinne mitnehmen. Wenn der Future aber die Marke von 7950 erreicht dann möchten Sie dort mit Verlust glattstellen. Genau diese Kombination können Sie als Order aufgeben.
Bei Hebelzertifikaten können Sie entweder die Stopporder oder die Order zur Gewinnmitnahme aufgeben. Beides gleichzeitig ist nicht möglich.
Die oben aufgeführte Order kann auch als OCO (one cancel the other) aufgegeben werden. In dem Fall wird nach Ausführung einer Order die andere automatisch gelöscht. Wenn die Order zur Gewinnmitnahme bei 8050 ausgeführt wird, dann würde die Stopporder bei 7950 automatisch gelöscht werden.
Eine andere vorteilhafte Orderart ist z.B. der Trailingstop. Nehmen wir an Sie sind bereits 30 Punkte im Gewinn und sind sich nicht sicher, ob Sie lieber aussteigen sollen oder ob Sie die Position in Erwartung noch höhere Kurse halten wollen. In diesem Fall bietet sich der Trailingstopp an.
Hier ein Beispiel. Sie sind im DAX-Future seit 8000 long und der Future notiert jetzt bei 8030. Sie setzen jetzt einen Trailingstopp mit 10 Punkten. Der anfängliche Stopp liegt dann bei 8020. Wenn der Future jetzt um einen Punkt auf 8031 steigt, dann wird der Stopp automatisch auf 8021 nachgezogen. Bei 8035 ist der Stopp dann bei 8025 usw. Fällt der Future dann verändert sich nichts am Stopp. Erst dann, wenn der Markt von einem neuen Hoch um 10 Punkte fällt, sind Sie ausgestoppt.
Handelsmöglichkeiten in volatilen Phasen
In volatilen Tagesphasen setzen einige Emittenten den Handel aus. Dieses ist häufig nach Bekanntgabe von Wirtschaftsnachrichten der Fall. Als vor einiger Zeit die Anschläge in London verübt wurden, war es bei einigen Emittenten über Stunden nicht möglich zu handeln. Im DAX-Future war der Handel aber die ganze Zeit möglich. Hier Kaufen und Verkaufen Sie an andere Marktteilnehmer. Der Markt ist sehr liquide, sodass sich in der Regel immer ein Abnehmer findet.
Weitere Vorteile
Es gibt noch mehr Vorteile, die ich jetzt nur stichpunktartig erwähnen möchte. Sie benötigen zum Kauf keine WKN Sie kaufen oder verkaufen einfach den DAX-Future. Es entfällt damit die Suche nach geeigneten Hebelzertifikaten.
Die Handelsplattformen zum DAX-Future sind wesentlich komfortabler. Wenn Sie sich short positionieren möchten, dann klicken Sie einfach auf den aktuellen Bid-Kurs. Zum Kaufen wird einfach der Ask-Kurs angeklickt. Die Handelsplattform von Interactivebrokers beinhaltet auch Charts sowie die Realtimekurse, die automatisch aktualisiert werden.
Vorteile von Hebelzertifikaten gegenüber dem DAX-Future
Hebelzertifikate haben aber nicht nur Nachteile gegenüber dem Handel des DAX-Future. Bei Hebelzertifikaten haben Sie die Möglichkeit die Positionsgröße frei zu wählen. Sie können jede beliebige Anzahl an Zertifikaten erwerben. Im DAX-Future ist die Mindestgröße ein Kontrakt. Jeder Punkt im DAX-Future hat einen Wert von 25 Euro. Ein geringeres Risiko können Sie nicht eingehen. Sie haben nicht die Möglichkeit nur 10 Euro je Punkt zu riskieren. Mit Hebelzertifikaten ist das möglich. Sie kaufen dann einfach 1000 Stück. Im Future können sie also nur die Kontraktzahl variieren. Wenn Sie 2 Kontrakte kaufen, dann ergibt sich je Punkt bereits eine Veränderung von 50 Euro. Zwischengrößen sind nicht möglich.
Der zweite Vorteil ist die Barriere auch Knock–Out-Schwelle oder ähnlich genannt. Jedes Hebelzertifikat verfügt über eine Preisschwelle, an der das Zertifikat wertlos verfällt. Wenn Sie also ein Call-Hebelzertifikat mit einer Barriere bei 7500 kaufen, dann wird dieses wertlos verfallen, wenn der DAX diese Marke erreicht. Nehmen wir an Sie hätten 2000 Euro in dieses Zertifikat investiert dann würden Sie beim Erreichen der 7500er Marke genau 2000 Euro verlieren. Auch wenn der DAX in einem Rutsch bis 7000 fällt, können Sie nicht mehr wie die eingesetzten 2000 Euro verlieren.
Im DAX-Future gibt es diese Barriere nicht. Wie angegeben beträgt jeder Punkt im DAX-Future 25 Euro. Bei einem aktuellen Kurs von 8000 Punkten kostet ein Kontrakt demnach 200000 Euro. Beim Kauf eines Kontraktes müssen Sie diese Summe aber nicht hinterlegen. Es wird eine Sicherheitsleistung die sogenannte Margin verlangt. Aktuell verlangt z.B. Interactivebrokers für einen Kontrakt eine Sicherheitsleistung von 8600 Euro. Wenn Sie die Position auch über Nacht halten wollen, dann beträgt die Margin 13600 Euro. Wenn Sie nur intraday handeln dann reichen 8600 Euro auf dem Konto aus, um ein Kontrakt des DAX-Futures zu handeln.
Der mögliche Verlust ist aber keinesfalls auf diese Summe begrenzt. Sollte der DAX-Future um 400 Punkte fallen, dann wird die Bank von Ihnen 10000 Euro abzüglich der bereits bezahlten Margin von 8600 Euro verlangen. Mit 8600 Euro auf dem Konto werden Sie auch nicht lange handeln können. Selbst wenn Sie nach dem ersten Handel nur 25 Euro verlieren, sind Sie nicht mehr handlungsfähig. Die erforderliche Margin von 8600 Euro wäre dann ja nicht mehr verfügbar. Sie benötigen also eine größere Kapitaldecke.
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