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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Problem - Lohnt der Gang zum Anwalt?


zaphod beeblebrox
17.09.2007, 11:25
Hallo Board

Ich hätte da mal eine rechtliche Frage. Ich wende mich an euch, weil in diesem Board eine gewaltige Menge an Börsen- und Finanzmarktwissen gepaart mit sehr großer Hilfsbereitschaft versammelt ist. :)

Eine Bekannte von mir hat mich gefragt ob ich mich denn da bischen schlau machen könnte, da ich der einzige neutrale Mensch bin den sie kennt, der sich zumindest ein bischen mit dem Thema beschäftigt. Allerdings ist es eigentlich eine rechtliche Sache.
Ich wollte euch mal um eine Einschätzung bitten ob hier der Gang zum Anwalt überhaupt lohnt oder ob von vornherein keine Chance vorhanden ist. Danke schonmal für eure Antworten.

Folgendes Problem:
Von einem nebenberuflichen Vermögensberater wurde der Vorschlag gemacht 25T€ in Meinl European Land (ISIN AT0000660659) zu investieren. Also die Jungs gegen die momentan heftigst ermittelt wird.
Aufgrund schlecher Erfahrungen in der Vergangenheit hat sie dem Vermögensberater auch mitgeteilt, dass Sie Ihr geld nur investieren will wenn Sie auch wirklich nicht viel verlieren kann (Sehr konservativ also).
Der Berater konnte Sie dann überzeugen indem er auch aufführte dass dies ja ein Immobilienfonds währe und die gekauften/errichteten Geschäftsgebäude ja auch wenns noch so schlecht liefe einen bestimmten Wert hätten.

Dann Wurde ja mitte/ende August bekannt dass der Kurs von MEL schon seit langem lediglich über nicht bekanntgegebene eigene Aktienrückkäufe gestützt wurde und der Kurs fiel in den Keller.

Im rahmen eines weiteren Telefonates (Welches eigentlich ein anderes Thema hatte) erklärte Ihr der Berater nun dass Ihre Anteile (KK:16,66) aufgrund der Subprime-Krise in den Staaten sehr gefallen währen und dass es eine gute Idee sei jetzt nachzukaufen. Ohne allerdings ein Wort über mögliche andere Gründe zu verlieren. Und so überzeugte er Sie, weitere 10T€ (KK:12,24) anzulegen.

Als ich dann vor ein paar Tagen zufällig über Nachrichten gestolpert war, dass die Finanzaufsichtsbehörde sowie die Staatsanwaltschaft gegen MEL sowie die Meinl Bank (Depotführende Bank) ermitteln, habe Ich sie darüber Informiert. Natürlich hat sie sofort den Berater angerufen. Dieser hat die neuerlichen Kursverluste (Kurs zu dem Zeitpunkt <9€) allerdings weiter mit der Subprime-Krise begründet und angeblich nichts von den Ermittlungen gewusst. Erst als dies direkt angesprochen wurde ist er auf die laufenden Ermittlungen eingegangen, hat sie aber scheinbar nicht als wirkliche Gefahr gesehen und Ihr geraten das Geld nicht rauszunehmen. Schlieslich sind ja noch immer die Häuser (Siehe Argument Oben) welche immer was Wert sind... und der Kurs wird sich die nächsten Monate wieder erholen und ...


Meine Frage nun:
Hat sich der Kerl nicht grob danebenbenommen?
Zumindest bei der Empfehlung der 2ten Anlage von 10T€? 1. Hat er nichts von dem oder zumindest einem der Hauptgründe für den Kursverfall von fast 50% gesagt (Muss er davon wissen?) und 2. muss ihm ihr sehr konservatives Anlageverhalten eigentlich bewusst gewesen sein (So wie ich die Frau kenne hat sie Ihm Ihre Sorgen sooft mitgeteilt, dass man das nicht vergessen kann). Und in diesem Umfeld ist diese Anlage in meinen Augen nicht wirklich als konservativ zu bezeichnen.
Also ich finde der Typ hat sich grob daneben benommen. Ihr kennt euch aber mit den gesetzlichen Bedingungen bestimmt besser aus als ich. Lohnt sich in diesem Fall ein Gang zum Anwalt? Wie soll sie sich verhalten? Momentan besitzt sie die Anteile noch. Der Kurs ist ATM wieder auf ca 10€ zurückgekommen.

Nochmals danke für eure Antworten

Gruß
Zaphod

PS:
Bei mir läufts Börsentechnisch nach wie vor nicht schlecht. Ich hatte nun schon einige eigene Trades bei denen mir die hier im Forum durch mitlesen und Analysieren erlernten Regeln sehr geholfen haben! Vielen Dank dass Ihr uns Anfänger über eure professionellen Schultern schaun lasst! :-D :thumb_right: :salute:

Erfolg
05.12.2007, 15:02
Hallo,

soweit ich weiß muss der berater unbedingt auf die risiken hinweisen...tut er das nicht ist dies eine schlechte beratung und mann kann ihn hafbar machen und sogar schadensersatz fordern.
ich würde mich einfach mal informieren aber was ich so gefunden habe könnte sich ein gang zum anwalt lohnen. hoffe, dies konnte dir ein wenig helfen.

http://www.kurier.at/nachrichten/wirtschaft/108171.php

Mangelnde Aufklärung

Nach §§ 31 ff WpHG haben Wertpapierdienstleistungsunternehmen Informations- und Aufklärungspflichten, die von einer privatrechtlichen Aufklärungspflicht der Anlageberater vor Vertragsabschluß ergänzt werden. Anbieter des Grauen Kapitalmarktes verstoßen meist gegen diese Pflichten. Risiken werden entweder ganz verschwiegen oder verharmlost, Tatsachen falsch dargestellt. Schriftlich gegebene Warnhinweise werden mit der Aussage abgeschwächt, eine gesetzliche Verpflichtung zur Nennung dieser Risiken liege vor, die Eintrittswahrscheinlichkeit sei jedoch nahe null. Unter dem Deckmantel der Vertraulichkeit werden genauere Angaben der Geschäfte genauere Angaben über den Ablauf der Geschäfte, Vertragsparteien etc. verweigert. Diese Verhaltensweise ist besonders im Zusammenhang beim sog. Handel mit Bankgarantien zu beobachten. Quelle: Grauer Kapitalmarkt und unseriöse Geschäftspraktiken, 1999, Finanzplatz e.V.

Becherovka
05.12.2007, 18:29
Bis dato bin ich immer nur 'Mitleser' und es soll sich so ergeben, dass ich jetzt hier meinen ersten Beitrag verfasse ohne überhaupt vorstellig geworden zu sein; ich werd das zu einem späteren Zeitpunkt nachholen.

Vorweg, ich bin auch kein Anwalt, aber Anleger der ebenfalls schon seine (schmerzhaften) Erfahrungen gemacht hat. Grundsätzlich gibt es eine Informationspflicht und es muss auf Risiken hingewiesen werden, speziell dann wenn von Kundenseite der Wunsch nach geringem Verlust/Risiko explizit geäussert wird. Nachdem das anscheinend geschehen ist kann man sich den Vorfall (das ist so krass, das ist ja schon kein Vorgang mehr) schon mal näher anschauen bzw ihn von einem Anwalt prüfen lassen.

Allerdings sollten auch ein paar Details noch erörtert werden, speziell im Zusammenhang mit dem nebenberuflichen Anlageberater, wie nebenbei erwähnt. Das Wort nebenberuflich lässt mich da aufhorchen, grundsätzlich würde ich das als nicht gelungene Konstellation ansehen, so jemandem mein Geld anzuvertrauen, mild ausgedrückt. Die Frage die sich stellt ist: wie ist die Konstellation, hat Deine Bekannte etwas unterschrieben, wenn ja was, was steht da drin, eventuell sogar ein (versteckter) Hinweis auf Risiken etc. Weiters, hat sie ihm das Geld gegeben/überwiesen, hat er also für sie gehandelt oder hat er ihr quasi nur den Tipp gegeben und sie hat es dann ausgeführt etc. Und weiters, was lässt sich von den Gesprächen (wie ich verstehe zumindest zum Teil am Telefon, oder gibts was schriftlich?) noch nachvollziehen, was ist belegbar zB im Hinblick auf ihre konservative Ausrichtung etc.
Also zuerst erörtern wie ist der Sachverhalt und gibt es da überhaupt eine Aussicht auf Erfolg und eine Chance etwas zu holen. Deshalb wichtig, weil in erster Linie fallen bei einem Rechtsstreit bzw der Konsultation eines Anwalts Kosten an, und nach den Verlusten will Deine Bekannte sicher nicht noch weitere Kosten für einen Anwalt aufzuwenden ohne Aussicht auf Erfolg, denn der Anwalt verdient ja bekanntlich immer, auch wenn der Rechtsstreit für den Klienten ohne Erfolg ausgeht (Briefverkehr, Telefonate etc wollen ja auch bezahlt werden). Rechtsschutzversicherung?

Also bitte - nicht so wie bei der Anlage - zuerst genau anschauen und beraten lassen, von mehreren und nicht der erstenbesten Meinung eines Anwalts folgen, womöglich noch einem den man nicht kennt. Es gibt auch sicher entsprechende Stellen wo man sich vorab informieren kann (Schutzvereinigungen für Anleger öä).

Ohne alle Details jetzt zu kennen hab ich das Gefühl, dass Deine Bekannte da uU nicht gut aussteigen könnte. Man kommt wohl auch nicht umher zu sagen, dass allzu sorgloser Umgang bei Kapitalanlagen nicht angebracht ist, und das scheint in dem Fall so zu sein. Beratung hin oder her, die Meinl wird seit geraumer Zeit durch alle Blätter Österreichs geschrieben, spätestens da sollten die Alarmglocken läuten. Trotzdem viel Glück.

Aeus
18.12.2007, 22:45
versuch das beste aus der situation rauszuholen.

natürlich ist es von der einen seite die schuld des beratner der eine spekulative anlage der frau empfiehlt obwohl sie doch um konservativ bittet.

andererseits hätte deine freundin sich auch mehr informieren sollen.

ich weiß das bringt dir jetzt auch nix, zumal du damit ja nix zutun hattest.

such dir nen guten anwalt, vl sogar mehrere und schau was sie sagen allgemein.
denke die berechnen dir das ja nicht direkt, wenn du sie um rat fragst und sie dir sagen sollen was man da machen kann. oder doch ? :-D

aem
07.03.2008, 12:13
Ich führe hier mal mein Problem mit der comdirect von gestern weiter, denke der Thread passt am besten, auch wenn ich nicht wirklich erwäge, zu nem Anwalt zu gehen... Muss mich einfach mal auskotzen :-&


ist doch kein problem, wenn die order drin ist, müssen die haften. kriegst dein geld in der regel zurück. so jedenfalls bei consors. und obendrein hab ich mal ne flasche schampus bekommen, wegen der unannehmlichkeiten...

Hrmpf, ich ärgere mich zurzeit noch immer schwarz über die Sackgesichter von der comdirect. Seit über zwei Stunden hängt eine Order im System fest (Mit dem Dax-Rutsch mittlerweile 3stellig in die Verlustzone...!), ohne dass ich eine Rückmeldung auf meine Anfragen bekomme. Wenn das der comdirect-First-Service ist, wie sieht dann der Service für normale Kunden aus?!...


Ich habe inzwischen eine Antwort bekommen. Zum besseren Verständnis, es ging um ein Dax-Zertifikat, zu dem ich eine limitierte Verkaufsorder in Stuttgart aufgegeben hatte, da ich 1. kurz nicht am Computer war und 2. limitierte Orders im LiveTrading bei der comdirect nicht möglich sind (daher Stuttgart).

Als ich wieder am Computer saß, wollte ich die Order streichen und aufgrund der günstigeren Gebühren im LiveTrading verkaufen, wo sich der Kurs gerade an mein Limit annäherte. Jedoch blieb die Order im Streichungsvorgang hängen, so dass die Zertis weder zu dem angegebenen Limit in Stuttgart verkauft wurden, noch dass ich sie im LiveTrading hätte verkaufen können, da sie für weitere (Verkaufs-)Orders noch immer gesperrt waren.
Nachdem ich zunächst per eMail bei der comdirect First diesen Zustand beklagt habe, wurde mein Limit in Stuttgart (zumindest von den Taxen her, da fast kein Umsatz in Stuttgart) erreicht, anschließend gab der Dax (s. Chart von gestern) erstmal 50 Punkte nach, das Zerti lief deutlich ins Minus. Als ich dann endlich eine Streichungsbestätigung bekam (ca. 2 1/2 Stunden nach Orderaufgabe!), konnte ich nur noch mit Verlust verkaufen, bevor der Dax weiter nachgab.

Die Reaktion der comdirect jetzt (sinngemäß):
1. Es gebe eine technische Störung, infolgedessen hätte ich sofort da anrufen sollen, dann hätte man eventuell vielleicht noch irgendwie was machen können :---)
2. In Stuttgart wäre die Order tatsächlich gestrichen worden, nur die Bestätigung zur Comdirect wäre nicht angekommen. Aber das Limit wäre ja sowieso nicht erreicht worden, da kein Umsatz zu diesem Kurs #-o Daher könne man leider nichts machen und man hoffe, mich bald wieder vom comdirect-Service überzeugen zu können.

:twisted:

Ende des Lieds, meine nächste Amtshandlung wird sein, ich suche mir nen neuen Broker... Der Drecksbude schmeiß ich kein Geld mehr in den Rachen...