Fredz
24.04.2004, 15:18
Die gestrigen Ereignisse um die Tria AG veranlassen mich dazu hier nochmal das Thema aufzuarbeiten. Ich habe mich gestern und heute umfassend umgehört und informiert, bin mit klarem Kopf die Meldung wiederholt durchgegangen, nachfolgend die Schlüsse aus den Vorkommnissen. Die Meldung - speziell die Nachricht des Verzehr des hälftigen Grundkapitals kam für alle, sei es Institutionelle, sei es Privatanleger vollkommen überraschend. Man spricht sogar davon, dass im Vorfeld der Meldung die Investoren gezielt durch das Management in die Irre geführt wurden ( im persönlichen Gespräch wie auch durch die vorletzte AdHoc ). Oftmals deuten sich solche Meldungen schon vorab über den Kursverlauf an, Tria konnte jedoch gestern während der Handelssitzung zwischenzeitlich neue Jahreshochs markieren. Ich sehe hier einen engen Zusammenhang zwischen Irreführung und Kursverlauf. Beides zusammengenommen korrespondierte begleitet von sehr hohen Umsätzen zu einem Szenario, was man sowohl als investierter wie auch als neutraler Beobachter als ausschließlich positiv werten musste. Dies war ein fataler Trugschluss.
Zur Meldung im Einzelnen, die ja nicht nur Negatives enthielt:
TRIA hat im Jahr 2003 konsequent ein Maßnahmenprogramm zur Kostensenkung und Strukturierung umgesetzt. Erste Unternehmenskennzahlen konnte TRIA im Vergleich zum Vorjahr bereits verbessern. Beide Kernbereiche der TRIA -IT-training und IT-consulting - waren vor außerordentlichen Effekten operativ profitabel (TRIA IT-consulting GmbH: 1,3 Mio.; TRIA IT-training GmbH 0,3 Mio.).
Wichtigstes Merkmal eines Turnaroundwertes: Kosteneinsparung & Verschlankung der Unternehmensstrukturen ( Entlassungen im Personalbereich ), Flexibilisierung bei Umsatzrückgang und operativer Profitabilität -> erfüllt.
Weiterhin gelang dem Konzern eine wesentliche Verbesserung des Cashflows auf 78T im Jahr 2003 von - 444T im Jahr 2002. Bankverbindlichkeiten wurden um ein Drittel auf 0,9 Mio. zurückgeführt. Die liquiden Mittel lagen wie im Vorjahr bei ca. 1 Mio.
Positiver Nebeneffekt bei den besonders interessanten Turnaroundstorys: Ein positiver Cashflow, die Entschuldung sowie ein Anstieg der liquiden Mittel. -> ebenso größtenteils erfüllt ( liquide Mitte nicht ansteigend, aber auf Vorjahresniveau ).
Durch Standortoptimierungen, Kapazitätsanpassungen und Bündelung von Tätigkeiten und Funktionen und Verschlankung von Führungsstrukturen konnte das Unternehmen die operativen Kosten um insgesamt ca. 4 Mio. senken. Der Umsatz ist durch die mit den o.g. Maßnahmen verbundene kleinere Themen- und Mitarbeiterbasis (192 nach 281 Mitarbeiter* jeweils 31.12.) mit 20,5 Mio. geringer als der Vorjahreswert von 29,2 Mio. Der Umsatz lag damit im erwarteten Planungskorridor. Der Konzernjahresfehlbetrag von 9,7 Mio. (2002: - 7,4 Mio.) beruht vor allem auf Sondereffekten (Strukturierungskosten, Abschreibungen).
Siehe wichtigstes Merkmal ( Stichwort : Verschlankung etc ). Der Konzernjahresfehlbetrag insbesondere in Bezug auf das letzte Quartal, war demnach nicht liquiditätswirksam, da in erster Linie durch Abschreibungen verursacht. Die angefallenen Strukturierungskosten sind nicht nur obligatorisch sondern auch absolut notwendig, um den Turnaroundprozess zu beschleunigen. Auch hier sind keine negativen Aspekte zu erkennen.
Der im Geschäftsjahr 2003 aufgelaufene Verlust führt dazu, dass das im Einzelabschluss der TRIA IT-solutions AG ausgewiesene Eigenkapital die Hälfte des Grundkapitals unterschreitet. Der Vorstand wird dies der unverzüglich einzuberufenden Hauptversammlung anzeigen und geeignete Maßnahmen zur Stärkung des Eigenkapitals der TRIA IT-solutions AG den Aktionären vorlegen. Ort und Termin der Hauptversammlung werden zeitnah im elektronischen Bundesanzeiger und in einem Börsenpflichtblatt bekannt gegeben.
Das Problem dieser Meldung: Durch den im Jahr 2003 angefallenen Fehlbetrag wurde die Hälfte des Grundkapitals aufgezehrt. Das Verwunderliche: Im vierten Quartal 2003 sowie im ganzen Jahre 2003 wurde ein positiver Cashflow erzielt. Wie kann dann plötzlich nach Abschluss des vierten Quartals auffallen, dass die Hälfte des Kapitals aufgezehrt wurde?! Wobei wir wieder beim Management sind. Normal müsste diese Gegebenheit dem Management schon weitaus früher bekannt gewesen sein, es wurde aber nicht angezeigt. Dazu kommt: Vor wenigen Wochen wurde die Fusion mit der kerngesunden, profitablen COC AG ( siehe deren Homepage ) eingegangen. Wiese sollte Tria mit der COC fusionieren, wenn sie kurz vor dem Konkurs steht bzw. keine liquiden Mittel mehr besitzt? Warum sollte die COC AG dem zustimmen? Beides stellen für mich vollkommen unlogische Vorgänge dar, die mE aber separat betrachtet für einen gesunden Fortbestand der Tria AG sprechen.
Im Trainingsbereich führte der im Juni 2003 geschlossene umfassende Kooperationsvertrag mit IBM Education Services bereits zu zusätzlichen Buchungen in den TRIA-Trainingszentren und wurde im Q4 um Trainings-Outsourcing-Themen erweitert. Ein umfassendes Projekt bei einem internationalen Hardwarehersteller, bei dem TRIA die Neukonzeption der Trainingsmaßnahmen inkl. der Homogenisierung und Erweiterung der E-Learning-Aktivitäten erarbeitete, erhielt nach Abschluss den "IT-Trainingsaward 2003". Die "TRIA .NET Services" im Segment IT-Consulting erwiesen sich im vergangen Jahr als Motor und Umsatzgarant im Consulting-Segment. Hier konnten neue Kunden (u.a. Versicherung, Airline) und neue Bereiche erschlossen werden: z.B. im Gesundheitswesen und öffentliche Hand.
Operativ brummt das Geschäft der Tria AG. Mit IBM, Microsoft, Cisco, Hewlett Packard, und Oracle hat man noch immer renommierte Partner, die ( scheinbar ) trotz der oberflächlich gesehenen präkeren Lage zur Tria AG stehen. Darüber hinaus können weitere Kunden akquiriert werden.
Das Kostensenkungsprogramm wird vor allem im laufenden Geschäftsjahr voll wirksam werden. TRIA strebt, bei entsprechender positiver Konjunktur-, Branchen und Marktentwicklung, eine markante Umsatzsteigerung von 5-10% an und plant eine deutliche und nachhaltige Rückkehr in die Gewinnzone. Die Auftragseingänge zum Jahresbeginn lassen einen entsprechenden Trend bereits erkennen.
Ausblick positiv, Auftragseingänge lassen einen positiv denken. Die Frage ist nur: Inwiefern kann man dieser Prognose des Managements nach den bisherigen Vorkommnissen trauen?
Fazit: In obiger Ausarbeitung ist mehrfach vom Management die Rede. Hier liegt mE die Crux der gesamten Misere. Das Management hat eklatant versagt, sowohl Institutionelle wie auch Privatanleger an der Nase herumgeführt und mE in Bezug auf die Meldung bzgl. des Verzehrs des hälftigen Kapitals verspätet und damit verantwortungslos gehandelt. In den vergangenen Meldungen wurde in keinster Weise auf die Liquiditätssituation hingewiesen ( danke noch mal an Tux, der hieraufhin im Board verantwortungsvoll hingewiesen hat und damit den spekulativen Charakter des Investments untermauert hat ), es wurde nur die gute Auftragslage beschönigt. Die restlichen von mir ausführlich besprochenen Aspekte obiger Meldung sind für mich allesamt positiv ( Fusion mit COC, positiver Ausblick, hohe Kundenakzeptanz, positiver Ausblick ), aber kann man dem Verfasser ( = dem Management von Tria ) nach den Ungereimtheiten vertrauen?! Ich meine dauerhaft nein.
Ebenso klar ist für mich, dass die Tria nun erstmal zum Zockerwert mutieren wird, d.h. es werden regelmäßig Gerüchte etc. gestreut werden, die zu Kurskapriolen führen sollten. Dies wird mE von Übernahmegerüchten ( Tria ist nun weitaus günstiger wie vor Wochen, wo Übernahmegerüchte kursierten & durch die Fusion mit der profitablen COC attraktiv ) , über Spekulationen um Bankbürgschaften ( einer Gesellschaft mit positiven operativen Geschäft, positivem Cashflow und nur marginalen Schulden von 0,9 Mio. E. könnte auch ein konservativer Bänker Kredite einräumen , erst Recht bei dem Ausblick ) bis zum Einstieg von Großinvestoren oder Personalveränderungen im Vorstand von Tria gehen.
Meine Handlungsempfehlung: Ich werde daher kurzfristig auf diesem Niveau keine Stücke meiner Position verkaufen, im Kurs ist mE mittlerweile eine Fastpleite enthalten, angesichts der positiven Randerscheinungen der Meldung ist dies für mich fundamental gesehen in etwa das Worst-Case Szenario. Im Bereich 0,8 E. sind darüber hinaus starke charttechnische Widerstände auszumachen. Meinen Stoploss werde ich deswegen sehr großzügig setzen ( was ich aber keinem anderen Investierten raten kann, der auf dieses Geld nicht verzichten kann -> wie gesagt: Die Spekulation ist für mich nicht mehr hochspekulativ sondern höchstspekulativ ( Totalverlust möglich, aber aufgrund o.g. Argumente nicht wahrscheinlich )). Wird es zu o.g. Gerüchten / Spekulationen auf breiter Ebene kommen, halte ich kurzfristig wieder Kurse im Bereich zw. 1,05 E. und 1,15 E. für möglich. Diese werde ich dann falls möglich aufgrund des unzuverlässigen Managements defensiv zum Ausstieg nutzen ( es sei denn vorher treten die Verantwortlichen zurück und ein echter Sanierer ergreift das Steuer ), obwohl ich mir nach wie vor einen erfolgreichen Turnaround von Tria/COC vorstellen kann.
In jedem Fall werde ich mich noch schriftlich bei dieser tollen Führungsriege von Tria bedanken, ich kann allgemein jedem empfehlen dies mir Gleich zu tun.
http://irpages.equitystory.com/membersarea/companies/tria/pics/tria_hofbauer.jpghttp://irpages.equitystory.com/membersarea/companies/tria/pics/tria_wagenhaeuser.jpghttp://irpages.equitystory.com/membersarea/companies/tria/pics/tria_stadtelmeyer.jpg
An der Ausführlichkeit meiner Ausführungen kann man sehen, dass mir die Sache sehr am Herzen liegt. Nach vielen 100-X00% Empfehlungen ist das die erste Empfehlung, die nun ziemlich in die Hose gegangen ist. Im Nachhinein muss man sagen, dass das einzige Indiz was einen hätte stutzig machen können, die Verschiebung der Planzahlen von Ende März auf Ende April war. Ich habe dies mit der in der selben Meldung veröffentlichten Fusion mit der COC AG in Zusammenhang gebracht, was sich leider als Trugschluss erwies.
Ich wünsche allen trotz allem ein schönes Wochenende, am Montag wird nach dieser Niederlage mit neuem Elan angegriffen.
Gruß Fredz
Zur Meldung im Einzelnen, die ja nicht nur Negatives enthielt:
TRIA hat im Jahr 2003 konsequent ein Maßnahmenprogramm zur Kostensenkung und Strukturierung umgesetzt. Erste Unternehmenskennzahlen konnte TRIA im Vergleich zum Vorjahr bereits verbessern. Beide Kernbereiche der TRIA -IT-training und IT-consulting - waren vor außerordentlichen Effekten operativ profitabel (TRIA IT-consulting GmbH: 1,3 Mio.; TRIA IT-training GmbH 0,3 Mio.).
Wichtigstes Merkmal eines Turnaroundwertes: Kosteneinsparung & Verschlankung der Unternehmensstrukturen ( Entlassungen im Personalbereich ), Flexibilisierung bei Umsatzrückgang und operativer Profitabilität -> erfüllt.
Weiterhin gelang dem Konzern eine wesentliche Verbesserung des Cashflows auf 78T im Jahr 2003 von - 444T im Jahr 2002. Bankverbindlichkeiten wurden um ein Drittel auf 0,9 Mio. zurückgeführt. Die liquiden Mittel lagen wie im Vorjahr bei ca. 1 Mio.
Positiver Nebeneffekt bei den besonders interessanten Turnaroundstorys: Ein positiver Cashflow, die Entschuldung sowie ein Anstieg der liquiden Mittel. -> ebenso größtenteils erfüllt ( liquide Mitte nicht ansteigend, aber auf Vorjahresniveau ).
Durch Standortoptimierungen, Kapazitätsanpassungen und Bündelung von Tätigkeiten und Funktionen und Verschlankung von Führungsstrukturen konnte das Unternehmen die operativen Kosten um insgesamt ca. 4 Mio. senken. Der Umsatz ist durch die mit den o.g. Maßnahmen verbundene kleinere Themen- und Mitarbeiterbasis (192 nach 281 Mitarbeiter* jeweils 31.12.) mit 20,5 Mio. geringer als der Vorjahreswert von 29,2 Mio. Der Umsatz lag damit im erwarteten Planungskorridor. Der Konzernjahresfehlbetrag von 9,7 Mio. (2002: - 7,4 Mio.) beruht vor allem auf Sondereffekten (Strukturierungskosten, Abschreibungen).
Siehe wichtigstes Merkmal ( Stichwort : Verschlankung etc ). Der Konzernjahresfehlbetrag insbesondere in Bezug auf das letzte Quartal, war demnach nicht liquiditätswirksam, da in erster Linie durch Abschreibungen verursacht. Die angefallenen Strukturierungskosten sind nicht nur obligatorisch sondern auch absolut notwendig, um den Turnaroundprozess zu beschleunigen. Auch hier sind keine negativen Aspekte zu erkennen.
Der im Geschäftsjahr 2003 aufgelaufene Verlust führt dazu, dass das im Einzelabschluss der TRIA IT-solutions AG ausgewiesene Eigenkapital die Hälfte des Grundkapitals unterschreitet. Der Vorstand wird dies der unverzüglich einzuberufenden Hauptversammlung anzeigen und geeignete Maßnahmen zur Stärkung des Eigenkapitals der TRIA IT-solutions AG den Aktionären vorlegen. Ort und Termin der Hauptversammlung werden zeitnah im elektronischen Bundesanzeiger und in einem Börsenpflichtblatt bekannt gegeben.
Das Problem dieser Meldung: Durch den im Jahr 2003 angefallenen Fehlbetrag wurde die Hälfte des Grundkapitals aufgezehrt. Das Verwunderliche: Im vierten Quartal 2003 sowie im ganzen Jahre 2003 wurde ein positiver Cashflow erzielt. Wie kann dann plötzlich nach Abschluss des vierten Quartals auffallen, dass die Hälfte des Kapitals aufgezehrt wurde?! Wobei wir wieder beim Management sind. Normal müsste diese Gegebenheit dem Management schon weitaus früher bekannt gewesen sein, es wurde aber nicht angezeigt. Dazu kommt: Vor wenigen Wochen wurde die Fusion mit der kerngesunden, profitablen COC AG ( siehe deren Homepage ) eingegangen. Wiese sollte Tria mit der COC fusionieren, wenn sie kurz vor dem Konkurs steht bzw. keine liquiden Mittel mehr besitzt? Warum sollte die COC AG dem zustimmen? Beides stellen für mich vollkommen unlogische Vorgänge dar, die mE aber separat betrachtet für einen gesunden Fortbestand der Tria AG sprechen.
Im Trainingsbereich führte der im Juni 2003 geschlossene umfassende Kooperationsvertrag mit IBM Education Services bereits zu zusätzlichen Buchungen in den TRIA-Trainingszentren und wurde im Q4 um Trainings-Outsourcing-Themen erweitert. Ein umfassendes Projekt bei einem internationalen Hardwarehersteller, bei dem TRIA die Neukonzeption der Trainingsmaßnahmen inkl. der Homogenisierung und Erweiterung der E-Learning-Aktivitäten erarbeitete, erhielt nach Abschluss den "IT-Trainingsaward 2003". Die "TRIA .NET Services" im Segment IT-Consulting erwiesen sich im vergangen Jahr als Motor und Umsatzgarant im Consulting-Segment. Hier konnten neue Kunden (u.a. Versicherung, Airline) und neue Bereiche erschlossen werden: z.B. im Gesundheitswesen und öffentliche Hand.
Operativ brummt das Geschäft der Tria AG. Mit IBM, Microsoft, Cisco, Hewlett Packard, und Oracle hat man noch immer renommierte Partner, die ( scheinbar ) trotz der oberflächlich gesehenen präkeren Lage zur Tria AG stehen. Darüber hinaus können weitere Kunden akquiriert werden.
Das Kostensenkungsprogramm wird vor allem im laufenden Geschäftsjahr voll wirksam werden. TRIA strebt, bei entsprechender positiver Konjunktur-, Branchen und Marktentwicklung, eine markante Umsatzsteigerung von 5-10% an und plant eine deutliche und nachhaltige Rückkehr in die Gewinnzone. Die Auftragseingänge zum Jahresbeginn lassen einen entsprechenden Trend bereits erkennen.
Ausblick positiv, Auftragseingänge lassen einen positiv denken. Die Frage ist nur: Inwiefern kann man dieser Prognose des Managements nach den bisherigen Vorkommnissen trauen?
Fazit: In obiger Ausarbeitung ist mehrfach vom Management die Rede. Hier liegt mE die Crux der gesamten Misere. Das Management hat eklatant versagt, sowohl Institutionelle wie auch Privatanleger an der Nase herumgeführt und mE in Bezug auf die Meldung bzgl. des Verzehrs des hälftigen Kapitals verspätet und damit verantwortungslos gehandelt. In den vergangenen Meldungen wurde in keinster Weise auf die Liquiditätssituation hingewiesen ( danke noch mal an Tux, der hieraufhin im Board verantwortungsvoll hingewiesen hat und damit den spekulativen Charakter des Investments untermauert hat ), es wurde nur die gute Auftragslage beschönigt. Die restlichen von mir ausführlich besprochenen Aspekte obiger Meldung sind für mich allesamt positiv ( Fusion mit COC, positiver Ausblick, hohe Kundenakzeptanz, positiver Ausblick ), aber kann man dem Verfasser ( = dem Management von Tria ) nach den Ungereimtheiten vertrauen?! Ich meine dauerhaft nein.
Ebenso klar ist für mich, dass die Tria nun erstmal zum Zockerwert mutieren wird, d.h. es werden regelmäßig Gerüchte etc. gestreut werden, die zu Kurskapriolen führen sollten. Dies wird mE von Übernahmegerüchten ( Tria ist nun weitaus günstiger wie vor Wochen, wo Übernahmegerüchte kursierten & durch die Fusion mit der profitablen COC attraktiv ) , über Spekulationen um Bankbürgschaften ( einer Gesellschaft mit positiven operativen Geschäft, positivem Cashflow und nur marginalen Schulden von 0,9 Mio. E. könnte auch ein konservativer Bänker Kredite einräumen , erst Recht bei dem Ausblick ) bis zum Einstieg von Großinvestoren oder Personalveränderungen im Vorstand von Tria gehen.
Meine Handlungsempfehlung: Ich werde daher kurzfristig auf diesem Niveau keine Stücke meiner Position verkaufen, im Kurs ist mE mittlerweile eine Fastpleite enthalten, angesichts der positiven Randerscheinungen der Meldung ist dies für mich fundamental gesehen in etwa das Worst-Case Szenario. Im Bereich 0,8 E. sind darüber hinaus starke charttechnische Widerstände auszumachen. Meinen Stoploss werde ich deswegen sehr großzügig setzen ( was ich aber keinem anderen Investierten raten kann, der auf dieses Geld nicht verzichten kann -> wie gesagt: Die Spekulation ist für mich nicht mehr hochspekulativ sondern höchstspekulativ ( Totalverlust möglich, aber aufgrund o.g. Argumente nicht wahrscheinlich )). Wird es zu o.g. Gerüchten / Spekulationen auf breiter Ebene kommen, halte ich kurzfristig wieder Kurse im Bereich zw. 1,05 E. und 1,15 E. für möglich. Diese werde ich dann falls möglich aufgrund des unzuverlässigen Managements defensiv zum Ausstieg nutzen ( es sei denn vorher treten die Verantwortlichen zurück und ein echter Sanierer ergreift das Steuer ), obwohl ich mir nach wie vor einen erfolgreichen Turnaround von Tria/COC vorstellen kann.
In jedem Fall werde ich mich noch schriftlich bei dieser tollen Führungsriege von Tria bedanken, ich kann allgemein jedem empfehlen dies mir Gleich zu tun.
http://irpages.equitystory.com/membersarea/companies/tria/pics/tria_hofbauer.jpghttp://irpages.equitystory.com/membersarea/companies/tria/pics/tria_wagenhaeuser.jpghttp://irpages.equitystory.com/membersarea/companies/tria/pics/tria_stadtelmeyer.jpg
An der Ausführlichkeit meiner Ausführungen kann man sehen, dass mir die Sache sehr am Herzen liegt. Nach vielen 100-X00% Empfehlungen ist das die erste Empfehlung, die nun ziemlich in die Hose gegangen ist. Im Nachhinein muss man sagen, dass das einzige Indiz was einen hätte stutzig machen können, die Verschiebung der Planzahlen von Ende März auf Ende April war. Ich habe dies mit der in der selben Meldung veröffentlichten Fusion mit der COC AG in Zusammenhang gebracht, was sich leider als Trugschluss erwies.
Ich wünsche allen trotz allem ein schönes Wochenende, am Montag wird nach dieser Niederlage mit neuem Elan angegriffen.
Gruß Fredz