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actr
06.10.2004, 09:09
06.10.2004

US-WAHL

Das Milliardenspiel


Am 2. November geht es für US-Konzerne um Milliarden Dollar. Die wichtigsten Branchen rechnen mit einer helfenden Hand oder heftigem Gegenwind - je nachdem, wer ins Weiße Haus einzieht. manager-magazin.de zeigt, wer von George W. Bush und wer von John Kerry profitiert.


Hamburg - David O'Reilly und Henry McKinnell werden am 2. November um ihren Präsidenten George W. Bush bangen. Den Chefs des Ölmultis ChevronTexaco und des Pharmariesen Pfizer stehen schwierige Zeiten ins Haus, sollte der amtierende US-Präsident abgewählt werden. Auch die Aktionäre dieser weltweit agierenden Konzerne müssen im Fall eines Sieges von Herausforderer John Kerry (Demokraten) mit Kursverlusten rechnen.

Nicht nur die Öl- und die Pharmabranche wird zu den Bush-Profiteuren gezählt. Der amtierende Präsident hat seine schützende Hand über weite Teile von Corporate America ausgestreckt. Wer sich als Anleger nicht überstürzt von allen Bush-Aktien trennen will, kann sein Risiko durch den spekulativen Kauf einiger Kerry-Papiere begrenzen. Die einzelnen Branchen profitieren von den unterschiedlichen politischen Prioritäten der Kandidaten:






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Wer will Bush, wer Kerry?
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Analysten rechnen zum Beispiel mit Kursgewinnen bei Solarenergie- und Biotechtiteln, sollte Kerry das Rennen machen. Von den laxen Umweltschutzbestimmungen einer Regierung Bush dürften dagegen weiterhin die Autoindustrie sowie die Energieversorger profitieren. Auch die Bau-, Bank- und Einzelhandelsbranche hat auf Grund neuer Gesetzesvorhaben eindeutige Präferenzen.




Für die US-Wirtschaft wird jedoch auch wichtig sein, wie die künftige Regierung mit dem gigantischen US-Haushaltsdefizit umgeht. Beide Kandidaten wollen das Defizit innerhalb der kommenden fünf Jahre halbieren: Wie das funktionieren soll, ist auch nach der Debatte der beiden Vizepräsidentschafts-Kandidaten immer noch ein Geheimnis.

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Pharma hofft auf Bush: Rund 40 Millionen Amerikaner sind nicht krankenversichert. Um diesen Menschen den Kauf günstiger Medikamente zu erleichtern und um die Kosten der staatlichen Krankenversicherung Medicare zu drücken, will Demokrat John Kerry den Reimport günstiger Arzneimittel aus Kanada erlauben. US-Pharmariesen wie Pfizer oder Johnson & Johnson sind nach Meinung der Investmentbank Morgan Stanley durch günstige Reimporte und Nachahmermedikamente besonders verwundbar - ihnen drohen Einbußen, falls Kerry sein Programm durchsetzen sollte.

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Bush versorgt Versorger: Mit der Ablehnung des globalen Klimaschutzabkommens (Kyoto-Protokoll) hat George W. Bush bereits zu Beginn seiner ersten Amtszeit klar gemacht, dass er die Interessen von US-Unternehmen über den Umweltschutzgedanken stellt. Eine Regierung unter John Kerry dürfte dagegen die Emissionsrichtlinien für Unternehmen verschärfen, so eine Studie des US-Forschungsinstituts Charles Schwab. Versorger wie Reliant Energy, Southern oder Cinergy müssten im Fall eines Sieges der Demokraten mit strikteren Auflagen rechnen und mehr in Filtertechnologien investieren.

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Konjunkturschub durch Rüstung: Die hohen Rüstungsausgaben der Republikaner sowie der geplante nationale Raketenabwehrschild haben Unternehmen wie Northrop Grumman, Lockheed Martin oder Boeing einen Geldsegen beschert. Zwar muss auch John Kerry das Thema "nationale Sicherheit" betonen und kann sich nicht erlauben, die Rüstungsausgaben radikal zu kürzen. Er dürfte aber zumindest beim Projekt des nationalen Raketenabwehrschildes Abstriche machen. Für die Rüstungskonzerne bedeutet das: Mit Kerry sind die Zeiten gut, mit Bush noch besser.

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Banker füttern Bushs Parteikasse: Es ist kein Zufall, dass Topbanker wie Phil Purcell (Morgan Stanley) oder Stan O'Neal (Merrill Lynch) zu den eifrigsten Wahlkampfspendern der Republikaner zählen. Sie sind nicht nur dankbar dafür, dass Bush die Steuerfreiheit für Dividenden durchgesetzt hat. In einer zweiten Amtszeit will Präsident die US-Sozialversicherung teilweise privatisieren und die private Altersvorsorge mit Steuervorteilen fördern: Für Finanzprodukte sind das ähnlich zugkräftige Argumente wie die jetzt auslaufende Steuerfreiheit für Kapitallebensversicherungen in Deutschland. Banker und Versicherer rechnen mit einem steigenden Bedarf nach privaten Finanzdienstleistungen - die Branche hat in diesem Jahr in den USA bereits mehr als 40.000 neue Mitarbeiter eingestellt.

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Ölmänner unter sich: Dass der Texaner Bush sowie sein Vize Dick Cheney der Ölbranche herzlich zugetan sind, ist kein Geheimnis. Der Ölfeldausrüster Halliburton, für den Cheney viele Jahre gearbeitet hat, kann sich über zahlreiche lukrative Aufträge im Irak freuen, ohne sich einer langwierigen Ausschreibung unterziehen zu müssen. Für Bush ist es eine Selbstverständlichkeit, dass Erdölförderer in Zeiten knapper Ressourcen auch in Naturschutzgebieten neue Ölquellen erschließen - unter Kerry wäre solch ein Vorhaben kaum durchsetzbar. Ölförderer wie ChevronTexaco bedanken sich für so viel Verständnis auf ihre Weise: Ein Supertanker der Chevron-Flotte wurde nach Bushs Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice benannt.

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Vollgas mit Bush: Eine Höchstgrenze für den Benzinverbrauch eines Autos sowie strengere Umwelt-Standards seien unter einem Präsidenten Bush kaum durchzusetzen, wohl aber unter Kerry, so ein Studie der Chicagoer Firma Challenger, Gray & Chrismas. Die Autoindustrie dürfte daher neben der Finanz-, Rüstungs- und Pharmabranche zu den Profiteuren einer zweiten Amtszeit des Republikaners zählen. Werden Bushs Steuersenkungen festgeschrieben, haben die US-Bürger mehr Geld für den Konsum: Zum Beispiel für den Kauf eines neuen Autos.

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© DPA
Tabakbranche goes Republican: Vor wenigen Wochen hat in Washington der bislang größte Schadenersatzprozess gegen die US-Tabakindustrie begonnen. Die US-Regierung verklagt die Zigarettenhersteller auf nicht weniger als 280 Milliarden Dollar. Konzerne wie Altria (ehemals Philip Morris) können allerdings auf Erleichterung in schwerer Zeit hoffen: Das republikanische Lager will die Möglichkeiten, gegen Zigaretten-Unternehmen zu klagen, künftig einschränken.


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Biotechbranche setzt auf Kerry: Zu den Unternehmen, die von einer Wahl des demokratischen Herausforderers profitieren dürften, zählen die Biotechfirmen. Der Grund: Präsident Bush hat für die staatlich geförderte Stammzellenforschung Beschränkungen verhängt. Kerry dürfte diese Beschränkungen wieder aufheben und den Firmen größeren Spielraum lassen.

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Frischer Wind durch die Demokraten: Die Erzeuger alternativer Energien zählen besonders auf den Herausforderer. John Kerry hat angekündigt, dass der Anteil alternativer Energien wie Wind- und Solarkraft an der US-Stromproduktion bis zum Jahr 2020 auf 20 Prozent steigen soll. Den Herstellern solcher Energieanlagen wie Evergreen Solar und Florida Power & Light stünden unter demokratischer Präsidentschaft sonnige Zeiten ins Haus.

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Sie bauen auf Kerry: Der demokratische Herausforderer will US-Bürgern den Bau des eigenen Hauses mit Geld vom Staat erleichtern. Finanzhilfen für Häuslebauer kämen der Baubranche zu Gute. Zweitens hat Kerry angekündigt, das US-Defizit rasch zu senken - dies dürfte den Zinsanstieg bremsen und die Aufnahme von Hausbaudarlehen erleichtern.

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Discounter für Demokraten: John Kerry hat angekündigt, Steuerprivilegien für Haushalte mit mehr als 200.000 Dollar Einkommen pro Jahr zurückzunehmen und stattdessen stärker die Bezieher mittlerer und kleinerer Einkommen zu fördern. Wenn der Mittelstand mehr Geld in der Kasse hat, steigt auch deren Kaufkraft - ein Vorteil für große Einzelhandelsketten wie Wal-Mart und Kohl's.

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Computer für die Bildung: John Kerry will deutlich mehr Geld für die Bildung und die Modernisierung von Schulen ausgeben. Für Computerhersteller wie Dell oder IBM kämen solche staatlichen Investitionsprogramme wie gerufen: Sie würden für eine weiter steigende Nachfrage sorgen.

actr
06.11.2004, 08:39
Bush Wins! Now What?

By Donald Luskin
November 5, 2004
I REST MY CASE. For months here I've been saying that the stock market wanted George Bush to be re-elected — and that it would soar if he were. On Election Day, when early exit polls made it look like John Kerry would win, stocks fell. But then Bush won decisively, and stocks have surged ever since.

And it's just beginning. Let's let two pictures tell 2,000 words. Have a look at these charts of the S&P 500 and the Nasdaq year-to-date. Both indexes bottomed on the same day — the day that George Bush bottomed in the polls. And now, with Bush re-elected, both indexes have broken out from downtrends they'd been stuck in all year. The S&P 500 even posted new highs for the year as of Thursday's close.



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It's clear from these charts that we're in a new world. Why? Strangely enough, it's because the world has stayed the same. All year stocks have had to worry about Bush losing this election, which would mean that his pro-growth tax cuts on dividends and capital gains would be repealed. Now, with a clear victory and gains in both houses of congress, there's a good chance those tax cuts will be made permanent — and maybe even made bigger, too.

At the same time, the market will celebrate the fact that — if you will permit me to be blunt — the U.S. economy ducked a bullet by not having John Kerry in the White House. Say what you will about the social justice of Kerry's plans to raise taxes on the rich, to federally subsidize health insurance, and to legislate against outsourcing manufacturing jobs. Those things would be simply terrible for economic growth — and for stocks.

For the next few weeks, and probably through the end of the year, the market will rally as it absorbs the good news. There will be ups and downs, but as I've been saying in this column all along, look for a 20% or greater gain in the S&P 500 in the fourth quarter if Bush wins. Well, he won — and we're on our way.

So who will be the winners and who will be the losers? In some sense it doesn't matter. Stocks are going higher. Buy them. Hold them. Be happy. Still, there are some sectors that ought to do the best, and others that might get hurt. So let's drill down into the details.

First, let's dispense with a false myth that I've heard repeated over the last several days — the idea that stocks that pay big dividends ought to outperform the market, because of the anticipated continuation of Bush's tax breaks on dividend income. This was the same bogus argument that we heard in 2003 before that tax break was enacted — it was wrong then, and it's wrong now.

The price of a stock today is the discounted present value of all the dividends it will pay in the future, out to perpetuity. That's true even for stocks that don't pay dividends today (after all, presumably they are reinvesting that money today so that they can pay dividends some time in the future). That means that a cut in the dividend tax rate will affect all stocks equally, regardless of their current dividend payout or whether they even pay a dividend today. So don't run out and buy some stock just because it pays a big dividend.

Instead, focus on the stocks that are the most sensitive to economic growth. The secret sauce in Bush's tax cuts is that, by raising the incentives to take risk and invest capital, long-term economic growth will be encouraged. That means the tech sector, first and foremost. There's no other sector that's more sensitive to growth, and more connected to taking risk and investing capital.

It's no surprise that tech is one of the worst-performing sectors year-to-date. With Bush's re-election at risk, growth was put at risk. Now all that will start to run in reverse. Yes, I admit that so far, in the few days since the election, tech has lagged the overall market. But don't be fooled. Growth-sensitive tech stocks have been one of the best performers since the August bottom. Let them rest for a day or two — then, to the moon!

Another big winner will be the basic materials sector. With the Kerry protectionist threat taken off the table, a cloud has been removed from the growth prospects for China and India — and right now those are the fastest growing consumers of metals, cement, chemicals and all the other unromantic but essential building blocks of economic growth.

Same logic applies to health care. Kerry's strong advocacy of federally subsidized health insurance was the not-so-thin edge of the wedge leading to fully nationalized health care. That's a nuclear scenario for the sector, and now it's off the table.

Who are the losers — or at least, the ones that will win the least? No. 1 on my list is the energy sector. The massive run-up in crude oil prices has largely been the result of a speculative frenzy ignited by the fears of terrorism stimulated by the presidential election. Now that the campaigns are over and the fear-mongering can cease, look for oil to drop pretty quickly back to the $30s.

Energy has been, by far, the best performing sector this year. There's going to be some give-back. But it won't be fully proportionate to the drop in crude prices, because energy stocks never really fully absorbed the rise in those prices to begin with. And it's also the case that with inflation starting to brew, we can be sure that oil prices in the future will be, on average, higher than they've been in the past. So it won't be Armageddon for energy stocks — but it won't be a pretty quarter.

Utilities will be another losing sector this quarter. As confidence in economic growth returns after the election, the market will quickly conclude that interest rates are going to rise faster than anyone expects right now. For most stocks, that's a good thing. Rates are too low right now, and the first signs of a new inflationary episode are the logical result of that. But for utilities, it's poison — they are basically bonds, not stocks, and when interest rates go up, they will go down.

So my message to voters, now that the election is over, is this: forget about politics and start thinking about investing. If you voted for Bush, now you can be happy twice — once because your man won, and twice because your stocks are about to soar. If you voted for Kerry, don't hold a grudge — you'll get another shot in four years, and in the meantime, there's money to be made in stocks.

Donald Luskin is chief investment officer of Trend Macrolytics, an economics consulting firm serving institutional investors. You may contact him at don@trendmacro.com1.