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Eine Art Alternative zu Bonds zu verstehen - aber natürlich etwas risikoreicher!!!
Anleger verdienen mit US-Hypotheken
Ein neuer Fondstyp nutzt die Differenz zwischen Preisen für Immobiliendarlehen in den USA und Krediten an Unternehmen, um deutschen Investoren Rendite zu bieten
Auf der Suche nach neuen Wegen der Geldanlage testen deutsche Initiatoren häufig Produkte aus angelsächsischen Ländern auf Tauglichkeit im eigenen Land. Fündig wurden sie beispielsweise vor etwa vier Jahren, als sie mit Erfolg Fonds mit Lebensversicherungspolicen einführten. Private Anleger investierten 2005 in dieses Segment 1,51 Milliarden Euro, die durchschnittlich eine Rendite um acht Prozent einbrachten.
Ein weiteres neues Produkt könnte bald Einzug in die Depots deutscher Privatanleger halten: "Hypothekenfonds", die in ein breitgestreutes Portfolio von Immobilien-Darlehen investieren. Dabei werden Hochzinskredite an amerikanische Unternehmen vergeben, die mit Hypotheken aus dem Portfolio des Fonds abgesichert werden. Der Zinsunterschied zwischen Darlehen und Hypothek bringt den Gewinn.
Als erster Initiator will das Hamburger Emissionshaus HPC deutschen Anlegern ein Angebot unterbreiten. Laut Prospekt gehen die hanseatischen Kaufleute von einer Gesamtausschüttung gemessen an der Einlage von 167,75 Prozent aus. Die Laufzeit beträgt sieben Jahre und endet am 31. Dezember 2013.
Adressaten der Kredite sind Darlehensnehmer, die kurzfristigen Bedarf an Kapital haben und wegen aufwendiger und langwieriger Prüfverfahren bei US-Banken nicht zum Zuge kommen.
HPC-Geschäftsführer Michael Pirgmann sagt: "US-Unternehmen mittlerer Größe haben ähnliche Probleme wie deutsche Firmen. Sie benötigen oft kurzfristig Liquidität, um beispielsweise Projekte anzustoßen und zu finanzieren. Häufig vergeben Institutionen außerhalb des traditionellen Bankensystems, die schnelle Bonitätsprüfungen durchführen, Hypothekenkredite. Diese Unternehmen, die keine Banklizenz haben, stellen ihre Prüfung im wesentlichen auf den Wert der Immobilie ab."
Weltweit ist der amerikanische Hypothekenmarkt der wichtigste und größte der Welt. 10,8 Billionen Dollar wurden im vergangenen Jahr verliehen, davon 83 Prozent an Privatpersonen. Im Unterschied zu Deutschland tragen Banken, Sparkassen und Versicherungsgesellschaften nur zu 50 Prozent zum Kreditvolumen bei. Die andere Hälfte stammt von privaten Investoren und Fonds, weil es ihnen erlaubt ist, Hypothekenkredite zu vergeben.
Attraktiv für die Geldgeber sind die deutlichen Unterschiede zwischen den verschieden Marktzinssätzen innerhalb der USA. Zur Zeit gibt es zwei bis vier Prozent mehr als den Basiszinssatz, bekannt als Prime Rate.
Allerdings gibt es auch Risiken im liquiden Markt der Hochzinskredite. Die liegen beispielsweise in der Insolvenzgefahr des Kreditnehmers. HPC läßt deswegen nur 50 bis maximal 80 Prozent des aktuellen Verkehrswertes beleihen.
Eine eigene Niederlassung mit Sitz in New York und einem Team von Immobilienexperten steuert die wichtigen Projektdetails. Leiter des Büros und des HPC Fund Managements ist Jochen Ehrhardt, ein Spezialist für börsennotierte Immobiliengesellschaften (REITs). Ehrhardt sagt: "Kernpunkt der Investitionsentscheidung ist die genaue Marktkenntnis zur Bewertung der als Sicherheit dienenden Immobilien. Ohne Know-how des US-Marktes und ein Netzwerk für qualitative Recherchen würde ein solcher Fonds nicht funktionieren."
Beraten wird das Fondsmanagement von European Investors Inc., einer Vermögens- und Beratungsgesellschaft, die aktuell 2,5 Milliarden Dollar betreut. Das Unternehmen prüft und schlägt geeignete Hypothekenkredite vor. Wichtige Partner in diesem Geschäft sind auf Immobilien spezialisierte Mortgage Companies. Die Vergabe erfolgt teilweise ohne Prüfung betriebswirtschaftlicher Kennzahlen innerhalb von 14 Tagen. Bei traditionellen Banken dauert der Genehmigungsprozeß circa zwei Monate, oft zu lange für Unternehmer, die schnell entscheiden müssen.
Partner von HPC ist die Mortgage Company WexTrust Capital aus Chicago. Die seit 1994 in dieser Branche tätige Gesellschaft erwirtschaftet Bruttorenditen von mehr als 20 Prozent und hat nach Auskunft von HPC seit Geschäftsstart noch keinen einzigen Kreditausfall verzeichnen müssen.
Sicherheitsüberlegungen stecken auch hinter der Absicht, die Hypothekenkredite stark zu streuen. Unterschiedliche Immobilien, Nutzungskonzepte, Mieterstrukturen und Regionen machen eine gute Mischung aus, die Branchen, Standorte und Zwecke berücksichtigt. Auch bei den Laufzeiten wird zwischen sechs und 24 Monaten gewechselt. Ein allgemeiner Zusammenbruch des Immobilienmarktes wird nach Ansicht von Pirgmann mit der Laufzeitenstrategie abgefedert: "Wegen der kurzen Laufzeiten der Darlehen von durchschnittlich einem Jahr beinhaltet das Portfolio jeweils aktuell bewertete Hypothekenkredite."
Wie bei anderen Investitionen deutscher Privatanleger unterliegen die Einkünfte dem Doppelbesteuerungsabkommen mit den USA. Liegen keine weiteren Einkünfte in den USA vor, fallen keine Steuern an. Wer unabhängig von Währungsschwankungen agieren will, benötigt ein US-Konto.
Eine konkrete Einschätzung zum neuen Segment mag Stefan Loipfinger, unabhängiger Fondsanalyst und Herausgeber des Newsletter Fondstelegramms, noch nicht geben. Ihm seien zuwenig Dinge über die Details bekannt. Von innovativen Ideen hält er andererseits sehr viel - solange sie auf einem soliden Konzept stehen und private Investoren nicht mit zu hohen Kosten belasten. Dann stecke auch in dieser Idee ein gewisser Charme.
Loipfinger sagt: "Ein Problem wird sein, wie hoch die Einstiegskosten für den privaten Anleger sein werden. Immerhin kann man inzwischen ähnlich aufgebaute und an der Börse handelbare Papiere kaufen, die in der Regel zwischen zehn und fünfzehn Punkte günstiger sind als Anteile an geschlossenen Fonds dieser Art." Karl-Heinz Möller
Artikel erschienen am 26. Februar 2006
Wo die Gewinne wirklich sprudeln
Banken und Fondsgesellschaften entdecken den Rohstoff Wasser. Langfristig orientierte Privatanleger können an dem globalen Trend mitverdienen
von Christina Anastassiou
Marktexperten mögen Metaphern. Sie nennen Öl Schwarzes Gold und sprechen vom Betongold statt von Immobilien. Nun strapazieren sie das Edelmetall abermals, denn zunehmend sehen sie im Wasser das "blaue Gold".
Und das nicht ohne Grund: Dieser Rohstoff ist einer der Anlagetrends, die die Geschicke an den Aktienmärkten auf lange Sicht beeinflussen werden. Schließlich ist Trinkwasser ein knappes Gut, das zunehmend verschmutzt oder versiegt. Dies mag unwahrscheinlich klingen, da Wasser 70 Prozent der Erdoberfläche bedeckt. Doch nur ein Prozent des globalen Vorkommens ist Süßwasser. 97 Prozent davon sind Salzwasser, und der Rest steckt im Eis der Antarktis, Alaskas und Grönlands.
Zum begrenzten Angebot kommt ein steigender Verbrauch. "Die weltweite Nachfrage nach Wasser wächst doppelt so schnell wie die Bevölkerung", sagt Hans Peter Portner, Fondsmanager bei Pictet Funds in Genf. Sein Haus hat diesen Trend frühzeitig erkannt und im Jahr 2000 den ersten reinen Wasserfonds aufgelegt. Der "PF-Water-P Cap" investiert in Unternehmen, die Wasserversorgungs-Systeme installieren, in solche, die die dazugehörige Technologie entwickeln oder auch in entsprechende Umweltdienstleister.
Der Experte macht vor allem zwei Kurstreiber aus: "Gegenwärtig werden 91 Prozent der Weltbevölkerung von Betrieben im Besitz der öffentlichen Hand mit Wasser versorgt. Wir sehen die Tendenz, daß private Anbieter Marktanteile gewinnen." Hinzu kämen die in den nächsten zwei Dekaden bevorstehenden Erneuerungen der maroden Leitungssysteme in den USA, bei denen der Privatsektor kräftig mitmischen werde.
Mittlerweile denken auch andere Anbieter über Chancen in diesem Segment nach. Zwar sind die Investments in das nasse Element gut sechs Jahre nach Start des Pictet-Fonds noch immer rar gesät (siehe Tabelle). Doch allein seit September 2005 haben mit der West LB, ABN Amro und der Société Générale drei Banken entsprechende Zertifikate aufgelegt.
Das neueste Produkt kommt von der Deutsche-Bank-Tochter DWS. Ihr seit dem vergangenen Montag gehandelter Zukunftsressourcen-Fonds soll Wasserwerten ein Gewicht von rund 40 Prozent am Gesamtportfolio einräumen. Hinzu kommen Aktien von Agrochemie- und Erneuerbare-Energien-Unternehmen.
Diese Entwicklung zeigt: Banken und Fondsgesellschaften wittern wachsende Chancen am Wassermarkt. Und davon können Sparer profitieren. "Privatanleger haben einen großen Zeitvorteil, denn bislang beachten nur wenige Investoren den Wassersektor. Er ist also noch nicht überhitzt", sagt Wolfgang Pflüger, Chefvolkswirt bei der Berenberg Bank.
Gelegenheiten für Investoren sieht sein Haus im Mineralwassermarkt, bei Anbietern neuer Technologien zum Entsalzen und Aufbereiten von Wasser sowie bei Unternehmen, die helfen, Flüssigkeit zu sparen. Letzteres kann unter anderem über landwirtschaftlich genutzte Berieselungsanlagen geschehen, den Einbau von Wasserzählern oder den Aufbau von Ver- und Entsorgungsnetzen.
Der Chefvolkswirt rät Anlegern, den gesamten Rohstoffsektor mit zehn bis 15 Prozent im Portfolio zu gewichten. Etwa ein Viertel davon sollten die Wasserinvestments bilden. Anleger, die auf schnelle Renditen setzen, wären in diesem Segment allerdings schlecht aufgehoben. Pflüger: "Wer in Wasser investieren will, braucht einen Anlagehorizont von mindestens fünf Jahren."
Dieter Küffer von Sustainable Asset Management (SAM) in Zürich geht noch weiter. "Anleger sollten für sieben bis zehn Jahre in Wasserwerte investieren, auch wenn kurzfristig gute Renditen erwartet werden können", sagt der Manager des 2001 aufgelegten SAM Sustainable Water Fund.
Tatsächlich können sich auch kurzfristig Orientierte derzeit über die Wertentwicklung freuen. Haben doch die Wasserfonds von Pictet und SAM auf Jahressicht um mehr als 30 Prozent zugelegt.
Wer die beiden Fonds miteinander vergleicht, sieht jedoch deutliche Unterschiede, obwohl beide die Versorger Veolia Environment und Suez sowie den weltgrößten Wasserpumpenhersteller ITT Industries unter ihren zehn Top-Positionen haben. Während der Pictet-Fonds etwa die Hälfte seiner Mittel in Versorgerfirmen investiert, kommt das SAM-Produkt nur auf einen Anteil von zehn bis 25 Prozent.
Küffer sieht überdurchschnittliche Chancen bei kleineren und mittleren Werten. Pictet-Fondsmanager Portner hingegen nimmt auch die Riesen der Nahrungsmittelindustrie mit ins Portfolio. So sind die beiden Marktführer bei Mineralwasser unter seinen zehn größten Werten. Nestlé ist mit 4,3 Prozent die Nummer sechs und Danone mit 3,7 Prozent immer noch achtstärkster Titel.
Einen anderen Ansatz hat das neue Zukunftsressourcen-Produkt der DWS. Fondsmanager Daniel Balthasars sieht nur wenige Möglichkeiten für einen reinen Wasserfonds. "Es gibt nicht so viele echte Anbieter in diesem Segment." Beispielsweise sei General Electric zwar weltweit führender Hersteller von Entsalzungsanlagen, erziele aber weniger als zwei Prozent des Konzernumsatzes damit.
Um in dem kleinen Markt also nicht auf Unternehmen mit geringem Umsatzanteil im Wassergeschäft setzen zu müssen, nimmt Balthasar mit Agrochemie und erneuerbaren Energien zwei andere Branchen mit ins Portfolio.
Fonds sind eine Möglichkeit, am Megatrend Wasser teilzuhaben. Das andere Mittel zum Zweck sind Zertifikate. Die aktuellen Angebote von ABN Amro, UBS und der West LB setzen auf Körbe mit jeweils zehn Aktien. Beim Produkt der Société Générale sind es 20 Wasserwerte.
Sicherheitsorientierte Anleger tun besser daran, ihre Wasser-Anlagen auf Fonds und Zertifikate zu beschränken. So streuen sie die mit Einzeltiteln verbundenen Gefahren. Fondsmanager Portner von Pictet: "Es hätte dramatische Folgen, wenn die jeweilige Regulierungsbehörde des Landes die Spielregeln änderte. Und vor allem in wenig entwickelten Ländern herrschen politische Risiken." Das leuchtet ein. Welcher Anleger will schon mit seinem Wasser-Investment baden gehen?
Artikel erschienen am 5. März 2006
"Welt": Anleger zogen eine Milliarde Euro aus Immobilienfond ab
"Welt": Anleger zogen eine Milliarde Euro aus Immobilienfond ab
Mit der zeitweiligen Schließung ihres Immobilienfonds hat die Deutsche Bank viele Kunden verärgert.
Berlin/Frankfurt - Die Wiedereröffnung des in die Krise geratenen offenen Immobilienfonds Grundbesitz-Invest haben Anleger nach einem Bericht der Tageszeitung "Die Welt" dazu genutzt, Kasse zu machen.
Seit dem 3. März seien aus dem zur Deutschen-Bank-Gruppe gehörenden Fonds über eine Milliarde Euro abgezogen worden, schreibt die Zeitung in ihrer Samstagausgabe unter Berufung auf Kreise der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Das entspreche mehr als 16 Prozent des Gesamtvolumens.
Die Deutsche-Bank-Tochter DB Real Estate hatte den Grundbesitz-Invest Mitte Dezember geschlossen, nachdem Anleger wegen angekündigter Wertberichtigungen mehr als 350 Millionen Euro abgezogen hatten. Die Wertberichtigungen fielen jedoch eher gering aus. Wie die Kapitalflucht zeigt, konnte der nur kleine Abschlag die Investoren offensichtlich jedoch nicht beschwichtigen. Inzwischen sei das Vermögen des einst mehr als sechs Milliarden Euro schweren Fonds unter fünf Milliarden Euro gefallen, schreibt "Die Welt". Eine erneute Sperrung des Fonds werde bei der DB Real Estate jedoch ausgeschlossen.
Bei den Wettbewerbern sei der Unmut über die Deutsche Bank groß. So habe bereits die Sperrung des Grundbesitz-Invest im Dezember zu einer Massenflucht aus offenen Immobilienfonds geführt. Anleger hätten in Panik insgesamt 8,2 Milliarden Euro abgezogen. Nun könnte die negative Entwicklung beim Fonds der Deutschen Bank erneut auf die übrigen Produkte durchschlagen.
© dpa - Meldung vom 14.04.2006 17:52 Uhr
Nordamerikanische Aktien enttäuschen Anleger
von Christoph Hus
Nordamerika-Aktienfonds haben Anlegern in den vergangenen Jahren keine Freude bereitet. Der Mehrheit der Fondsmanager gelang es nicht, die wichtigen Vergleichsindizes zu übertreffen.
Im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre erzielten Nordamerika-Fonds eine jährliche Rendite von 4,57 Prozent, so das aktuelle Rating des Fonds-Analyse-Anbieters Feri Rating & Research. Der Index MSCI USA verzeichnete im gleichen Zeitraum ein Plus von 6,46 Prozent pro Jahr. Der MSCI North America kletterte sogar um 7,34 Prozent pro Jahr.
Die Zahlen sind für Anleger ernüchternd, weil sie mit Aktien aus anderen Regionen mehr Rendite erzielt hätten. Sowohl europäische Dividendenpapiere als auch Schwellenländer-Aktien haben sich wesentlich besser entwickelt.
Den Ranking-Siegern gelang dennoch ein Ergebnis, das die Entwicklung der Vergleichsindizes übertrifft. Rang eins sicherte sich der Fonds UniNordamerika, der Anleger mit einem jährlichen Plus von 13,38 Prozent erfreute. Er legt einen Schwerpunkt auf US-amerikanische Aktien, die über 80 Prozent des Portfolios ausmachen. Kleinere Anteile entfallen auf kanadische und mexikanische Papiere. Die Fondsmanager waren mit einer Stockpicking-Strategie erfolgreich. Sie vertrauen besonders auf Aktien von Finanzdienstleistern, die im Portfolio ein Gewicht von mehr als einem Drittel haben.
Rang zwei im Ranking erkämpfte sich der "DWS (CH)-US Equities" mit einem jährlichen Plus von 12,34 Prozent in den vergangenen drei Jahren. Er konzentriert sich auf die Aktien international bekannter US-Unternehmen. Zu den größten Einzelwerten gehören der Pharmahersteller Pfizer und der Mobilfunkanbieter Verizon. Die Energiebranche hat das größte Gewicht.
Rang drei sicherte sich der "W&W US Equity Fund" mit einer durchschnittlichen Jahresrendite von 11,81 Prozent.
Biodieselfonds: "Grüne" Anlage mit hohen Risiken
BERLIN -
In Zeiten historischer Rekordmarken beim Ölpreis entdecken immer mehr Anleger die Investition in alternative Energien. Während Erdöl und Erdgas knapper und teurer werden, gelten Biogasanlagen als Energielieferanten der Zukunft. Der Biodieselmarkt boomt, weil bisherige Kraftstoffe nach einer Richtlinie der Europäischen Union künftig ersetzt werden sollen. Obendrein wird die Produktion von Strom, Gas, Wärme und Sprit aus Gülle und nachwachsenden Rohstoffen staatlich stark gefördert.
Da ist es verlockend, sich einen der neuen Biofonds aus dem jungen Markt ins Depot zu legen. So paradiesisch die Chancen mit einer grünen Geldanlage aussehen mögen, so hoch sind auch die Risiken. "Für Normalanleger weniger ratsam, eher für Leute mit großem Vermögen und hoher Risikobereitschaft", meint Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW). "Attraktiver Markt, aber gleichzeitig relativ spekulativ", findet auch Roland Aulitzky von "Finanztest".
Grundsätzlich funktioniert die Beteiligung am Bau einer Biogas- oder Biodieselanlage folgendermaßen: Investoren sind mit Summen zwischen 5000 und 50 000 Euro dabei, plus meist fünf Prozent Gebühr. Als Gegenleistung werden die Rückzahlung der Einlage sowie ziemlich hohe Renditen zwischen acht und 17,6 Prozent jährlich in Aussicht gestellt, wie Ariane Lauenburg, Expertin von "Finanztest", bei einem Marktcheck herausgefunden hat. Ist genug Geld für ein Projekt eingesammelt, wird der Fonds geschlossen und die Anlage gebaut. Aus Mais, Roggen, Weizen, Gras und Sonnenblumen wird dann Biogas produziert, das mithilfe eines Verbrennungsmotors in Strom umgewandelt wird. Das Plus: Stromversorger sind aufgrund des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) 20 Jahre lang zur Abnahme des grünen Stroms zum Festpreis verpflichtet. Und aus Raps- und Sojaöl wird Biodiesel gewonnen, der bislang kaum besteuert wird.
Doch wer "grün" investieren will, muss darauf vertrauen, dass die Konzepte und Prognosen der Anbieter langfristig aufgehen. Denn er beteiligt sich an einem geschlossenen Fonds mit Laufzeiten von 14 bis 20 Jahren. "Ein Risiko an sich", warnt Kurz. Ein vorzeitiger Ausstieg ist meist nur unter großen Verlusten möglich. Außerdem ist das unternehmerische Risiko nicht zu unterschätzen. Im schlimmsten Fall ist das Geld komplett weg.
AP
erschienen am 19. August 2006
Exklusiv
Finanzinvestor EQT will Firmen aus Gesundheitsbranche kaufen
Der schwedische Finanzinvestor EQT setzt mit seinem neuen Milliardenfonds verstärkt auf die Gesundheitsbranche. Der Fonds soll erneut in großem Umfang in Deutschland investieren.
"Wir sehen uns in der Gesundheitsbranche in Deutschland mehrere Unternehmen an", sagte Björn Höi Jensen, Chef der Private-Equity-Sparte, der FTD. Seit der Eröffnung des Münchner Büros 2001 habe EQT hierzulande im Durchschnitt jährlich ein Unternehmen gekauft. "Wir erwarten, dass sich dieser Trend fortsetzt." Jensen hatte jüngst den Holzmindener Duftstoffhersteller Symrise an die Börse gebracht.
Expansion Richtung Osteuropa
EQT bestätigte am Sonntag die Auflage eines neuen Fonds mit 4,25 Mrd. Euro. Dies ist der größte Fonds für Nordeuropa inklusive Deutschland. Zudem will die Beteiligungsfirma aus dem Einflussbereich der Unternehmerfamilie Wallenberg erstmals in Osteuropa investieren. Weitere bevorzugte Branchen sind Dienstleistungen, Konsumgüter und Einzelhandel.
Mit dem Fonds nutzt EQT das hohe Interesse der institutionellen Investoren weltweit an Private Equity. So hatten die Schweden den im August 2004 aufgelegten Vorgängerfonds von 2,5 Mrd. Euro schnell in nur zwei Jahren investiert. Allein in Deutschland tätigte EQT 2006 mit MTU Friedrichshafen und Kabel Baden-Württemberg zwei Milliardendeals. Auch der neue Fonds solle "30 bis 40 Prozent des Fonds oder mehr in Deutschland investieren", so Jensen. Dafür hat EQT erstmals den Chef des Familienkonzerns Haniel und Ex-DaimlerChrysler-Vorstand Eckhard Cordes in sein Investitionskomitee geholt. Dieses Komitee, dem neben Cordes der Ex-Chef der Investor AB, Claes Dahlbäck, und Massimo Rossi angehören, begleitet die Partner bei allen Investitionsentscheidungen. Bislang gehörte Cordes nur zu ETQs informellem Beraterkreis.
Investitionsfokus ändert sich nicht
Laut Branchenkreisen hat EQT den Investoren seit der Gründung 1994 im Durchschnitt das Vier- bis Fünffache der investierten Mittel zurückgegeben. Wie bei den Vorgängerfonds bleibt Wallenbergs Investor AB der größte Anleger. Mit 500 Mio. Euro wie beim letzten Fonds sinkt aber ihr Anteil.
Trotz des größeren Fonds werde EQT den Investitionsfokus nicht ändern, sagte Jensen. "Wir streben Übernahmen größerer Mittelstandsunternehmen an." Hauptziel sind Firmen, für deren Kauf EQT 300 Mio. Euro Eigenkapital benötigt. Dies entspricht einem Unternehmenswert von 1 Mrd. Euro. Bei größeren Deals können EQTs Investoren co-investieren. Mit anderen Finanzinvestoren Großkonzerne von der Börse zu kaufen kommt für EQT hingegen nicht infrage. "Wir machen keine Club-Deals."
Vor einigen Monaten hatte EQT laut Branchenkreisen auch ein Listing eines Börsenvehikels erwogen. Dem erteilte Jensen jedoch eine Absage: "Für ein Listing gibt es keinerlei Pläne oder Vorbereitungen."
25.01.2007 15:23
Klimaveränderung eröffnet Investmentchancen
In Anbetracht der voranschreitenden Klimaerwärmung und der jüngsten Rede von US-Präsident George Bush über die Notwendigkeit zur Hinwendung zu alternativen Energien richtet sich das Augenmerk auf Aktien von Ethanolherstellern sowie auf andere umweltfreundliche Energiehersteller. Es gibt jedoch nahzezu noch kein ausreichendes Konzept, um jenes Thema in einen Investmentfonds oder Exchange Traded Fund (ETF) abzubilden.
Laut dem Chef des ETF-Portfoliomanagements von Barclays Global Investors, Patrick O`Connor, verfügt seine Gesellschaft bereits über entsprechende Fonds. Diese seien jedoch nicht auf jene von Präsident Bush angesprochene Bereiche spezifiziert. Bei einem jener wenigen Fonds handle es sich um den PowerShares WilderHill Clean Energy. Zu den darin enthaltenen 42 Unternehmen zählen Brennstoffzellenhersteller wie Plug Power mit einer Marktkapitalisierung von 301 Millionen Dollar und Praxair mit einer Marktkapitalisierung von 20 Milliarden Dollar.
Bei vielen der in umweltfreundlichen Technologien tätigen Unternehmen handle es sich um kleine Start-ups. Ein mit jenen Unternehmen ausgestatteter Fonds sei vermutlich mit einer höheren Volatilität und einem größeren Risiko ausgestattet.
20.04.07, 11:30 | Skandinavienfonds
Die Wirtschaft im Norden floriert
Im Europavergleich führen die Skandinavier die Wachstumslisten an. Mit welchen Fonds Anleger davon profitieren können.
Von FOCUS-MONEY-Redakteurin Heike Bangert
Auch Finnland profitiert vom Weltmarkt
Die skandinavischen Politiker hatten rechtzeitig ihre Hausaufgaben gemacht: Ende der 90er-Jahre senkten sie die Unternehmensteuer und die Kosten im Gesundheitswesen, lockerten den Kündigungsschutz und verkleinerten den Staatsapparat.
Das machte sich auch an der Börse bemerkbar. Einer Studie von Boston Consulting zufolge übertrafen von 2001 bis 2005 viele nordische Unternehmen ihre internationale Konkurrenz — gemessen an der annualisierten Aktienrendite, die die Gesamtperformance eines Unternehmens im Vergleich zu seiner Referenzgruppe bemisst. Firmen wie Hydro und Orkla (Norwegen), SKF und SSAB (Schweden), Fortum und Ramirent (Finnland) zählen dazu. Auch auf Länderebene wiesen die Nordeuropäer eine hohe Wertschöpfung auf. „Ob Containerschifffahrt, Maschinenbau, Hightech oder Konsum: Die Wirtschaft im Norden floriert“, beobachtet Tommi Saukkoriipi, Manager des Fonds Nordea Nordic. Investoren, die ihr Geld in Skandinavienfonds steckten, profitierten davon.
Ganz so rasant, erwartet der Fondsmanager, wird es in den nächsten Jahren nicht weitergehen. Der Blick gen Norden lohnt sich trotzdem. „Aufgrund der anhaltend hohen Nachfrage aus Asien und der Erholung der europäischen Konjunktur sind die Aussichten für skandinavische Exporteure nach wie vor gut“, urteilt Saukkoriipi.
„Wir erwarten, dass die Unternehmensgewinne wachsen, wenn auch weniger stark als 2006“, schätzt Henrik Knudsen. Der Manager des Danske Fund Nordic setzt derzeit vor allem auf Industriewerte wie Atlas Copco aus Schweden.
Gefährliches Fernweh
Von Jochen Hägele
Über Fonds und Zertifikate investieren Kleinanleger in die entlegensten Länder der Welt. Die Folgen bedenken sie nicht.
Stolze 17 Prozent hat der deutsche Aktienindex Dax seit Jahresanfang zugelegt. An anderen Handelsplätzen kann man darüber nur lächeln. Sie sind im selben Zeitraum nach oben geschossen: Die Börse in Lagos verzeichnete ein Plus von 48 Prozent, im kroatischen Zagreb stiegen die Kurse um 58 Prozent, in Belgrad haben sich die Werte der 15 größten Unternehmen zeitweise verdoppelt. In China erklimmen die Aktienbarometer in Shanghai und Shenzen nahezu im Tagesrhythmus neue Höchststände. Und immer sind die Anbieter von Fonds und Zertifikaten zur Stelle, um Anlegern mit passenden Produkten den Weg zu ebnen.
»Alles, was exotisch klingt, kommt zurzeit gut an«, sagt Dirk Heß, Zertifikate-Spezialist bei Goldman Sachs. »Produkte auf Emerging Markets sind derzeit Selbstläufer«, sagt auch Holger Bosse von x-markets, der Zertifikate-Abteilung der Deutschen Bank. Nicht nur die deutschen Käufer von Zertifikaten, auch die deutschen Kunden von Aktienfonds sind auf den Geschmack gekommen. Mehr als 800 Millionen Euro pumpten sie im vergangenen Jahr in Emerging-Markets-Fonds, während sie aus Aktienfonds mit Fokus Europa unterm Strich rund drei Milliarden Euro abzogen. Fast grenzenlos erscheint derzeit die Begeisterung der deutschen Kleinanleger für entlegene Aktienmärkte. Selbst von Ländern wie Vietnam oder Kasachstan zeigen sie sich fasziniert.
Es ist eine Faszination mit Risiken. Viele dieser Märkte sind extrem klein. Oft ist die Gesamtkapitalisierung gering, ebenso die Zahl der gehandelten Papiere. Schon der Kauf weniger Aktien kann den Börsenkurs eines Unternehmens beeinflussen, und in der Summe können bereits geringe Kapitalbewegungen große Auswirkungen auf die Entwicklung des Gesamtmarktes haben. Wer in solche Länder investiert, setzt also auf einen positiven Trend, den er zum Teil selbst erst mit verursacht. Locken steigende Kurse immer mehr Anleger an, entsteht ein sich selbst verstärkender Prozess – und die Gefahr einer Blase.
Wie ein solcher Kreislauf in Gang kommt, zeigt besonders deutlich das Beispiel Vietnam. Bis Oktober 2006 kannte kaum ein Börsianer den dortigen Ho-Chi-Minh-Index. Dann lancierte die Landesbank Berlin (LBB) das erste darauf bezogene Indexzertifikat. Als Geld hereinfloss, begannen die Kurse in Vietnam zu steigen. Das zog noch mehr Interessenten an, und die Kurse zogen noch rascher an. Weitere Emittenten folgten, und binnen vier Monaten sprang der Index um mehr als 100 Prozent in die Höhe. Nach Branchenschätzungen vereinigen die derzeit drei Anbieter von Vietnam-Zertifikaten 60 Prozent des gesamten Börsenwerts an der Ho Chi Minh Stock Exchange auf sich. »Natürlich bewegen wir mit so viel Kapital selbst die Kurse«, bestätigt ein Banker. Eine verführerische Konstellation. »Wenn man eine solche Marktmacht hat wie etwa die Anbieter von Vietnam-Papieren, könnte man leicht die Börse etwas pushen, um Anleger in sein Produkt zu ziehen«, so ein Experte. Eine Überlegung, von der sich alle Anbieter distanzieren.
Der Erfolg Vietnams ist für Emittenten wie Anleger zweischneidig. Während in Deutschland das Zertifikat gehandelt wird, herrscht an Vietnams Börse Nachtruhe. Zudem können die Aktien nicht direkt gekauft werden, sondern nur über Zwischengeschäfte. Für die Investmentgesellschaft DWS und die anderen Anbieter brachte das in der Vergangenheit bereits Probleme mit sich. »An manchen Tagen flossen bis zu zehn Millionen Euro Anlegergelder in das Papier«, sagt Ferdinand Haas, der bei der DWS die Abteilung Strukturierte Produkte leitet. Die Summen konnten kaum noch so schnell vor Ort investiert werden, wie sie hereinströmten. Das führte dazu, dass der Kurs der Indexzertifikate nicht mehr wie beabsichtigt eins zu eins dem Ho-Chi-Minh-Index folgte. Er wurde immer stärker von der Nachfrage nach dem Zertifikat selbst diktiert.
Stieg die Nachfrage, stieg der Kurs der Papiere weit über den Indexstand, sank sie, blieb er dahinter zurück. Schließlich wies die DWS auf ihrer Homepage darauf hin, das Papier berge neben dem Marktrisiko ein »weiteres Spekulationsrisiko« – eine Warnung, wie sie Banken, wenn überhaupt, nur im Kleingedruckten veröffentlichen. Ferdinand Haas ist das Unbehagen über den ungeahnten Erfolg der Anlagestory Vietnam anzumerken.
Riskant wird es vor allem, wenn die Marktstimmung erst einmal dreht. »Gerät das Ganze ins Rutschen, geht es auch steil abwärts«, sagt ein Bankmitarbeiter. Im Fall Vietnam träfe dies vor allem die Kleinanleger. Die Emittenten müssen bei vielen der Nischenprodukte die Kurse nach Gefühl stellen. Denn während das Zertifikat in Deutschland gehandelt wird, wissen sie nicht, auf welchem Stand die Börse in Vietnam am Abend eröffnet. Sie tragen ein Risiko, etwa falls sie ihren Kunden das Zertifikat zu einem geringeren Preis anbieten, als der Index abends eröffnet. Auf schlechte Nachrichten hin ziehen die Händler daher den Kurs des Papiers in Sekunden nach unten, obwohl an der Zielbörse gar kein Handel stattfindet.
Gefahren drohen für die Anleger auch, wenn in Deutschland Nacht ist und in Vietnam der Markt abstürzt. »Sinkt der Markt außerhalb der Handelszeiten des Zertifikats stark, kann der Eröffnungskurs am nächsten Morgen weit unter dem Schlusskurs des Vortages liegen«, erklärt ABN-Amro-Expertin Funda Tarhan. Die Handelszeiten überschreiten selbst im außerbörslichen Handel nicht die Zeitspanne von 8 bis 22 Uhr. Startet das Papier danach weit unter dem Schlusskurs, hilft den Anlegern selbst ein Stoppkurs nur wenig.
Bislang ist in Vietnam noch alles gut gegangen. Allerdings ist die Karawane ohnehin bereits weitergezogen: Kroatiens Börse hat, nachdem die österreichische Erste Bank das erste Zertifikat brachte, binnen wenigen Wochen rund 50 Prozent zugelegt. Und für ihr Ostbasket-Zertifikat auf die Ukraine und Kasachstan beendete die Raiffeisen Centro Bank (RCB) nach nur zwei Tagen vorzeitig die Zeichnungsfrist – das Papier war faktisch ausverkauft, Wochen bevor es an die Börse kam. Theoretisch ließe sich das Volumen einfach erhöhen. Dass die Emittenten das nicht tun, spricht dafür, dass ihnen etwas mulmig ist.
Auch die Fondsindustrie legt nach. Sie ist trotz der wachsenden Konkurrenz der Zertifikate noch immer der mit Abstand größte Investor an den Märkten und setzt vor allem auf Länderkombinationen. Zuletzt wurden binnen wenigen Wochen drei neue Fonds mit Schwerpunkt Afrika und Arabien lanciert.
Ob Osteuropa, Arabien oder Vietnam – es ist vor allem die Armada von Anbietern entsprechender Produkte, die solche Trends generiert und davon lebt. Sie verdient gut an Gebühren. Der erfolgreichste unter den bisherigen Trends ist sicher der Hype um »BRIC«. 2003 schrieb Jim O’Neill, der Chefvolkswirt der Investmentbank Goldman Sachs, die wohl folgenreichste Studie aller Zeiten. In seinem Global Economic Paper Nr. 99 skizzierte er den Aufstieg von Brasilien, Russland, Indien und China, einer Gruppe, die O’Neill griffig als »BRIC« zusammenfasste. Ende 2004 dann brachte die dänische Fondsgesellschaft Sydinvest einen BRIC-Fonds auf den Markt. Auch große Anbieter stiegen auf das Thema ein. »Ich wundere mich, wie man mit einer so schwachen Idee wie BRIC so viel Geld einsammeln kann«, so ein Fondsmanager. Derzeit sind in den zehn für deutsche Anleger zugänglichen BRIC-Fonds etwa acht Milliarden Euro investiert.
Nicht nur für die Fondsgesellschaften, auch für die Anleger wurde BRIC ein großer Erfolg. BRIC-Fonds ließen die meisten anderen auf Emerging Markets spezialisierten Fonds weit hinter sich. Die britische HSBC musste ihren HSBC Freestyle bei einem Anlagevolumen von rund vier Milliarden US-Dollar gar vorübergehend für Neukunden schließen – zu stark bewegten die Fondsmanager mit ihren eigenen Kauf- und Verkaufsorders den Markt. Kundeninteresse und Performance verstärkten sich auch hier gegenseitig. »Die enormen Summen, die in die BRIC-Fonds geflossen sind, haben einen großen Teil zum Kursanstieg in den vier Märkten beigetragen«, sagt Maarten-Jan Bakkum von ABN Amro Asset Management. Er sieht das Konzept mit Skepsis – seine Kollegen von der ABN-Zertifikate-Abteilung haben derweil mehrere BRIC-Papiere lanciert.
Weil kein Trend ewig hält und der Markt immer wieder etwas Neues verlangt, hält die Branche bereits neue griffige Schlagwörter parat. Bei der DWS Go ist jetzt von der »3rd wave« die Rede, O’Neill selbst setzt auf den Ansatz »The next 11«. Elf Staaten hält er für geeignet, den BRIC zu folgen – darunter Vietnam, aber auch Länder wie Bangladesch, Iran oder Ägypten. Weil die Produktanbieter diesmal bereits in den Startlöchern saßen, folgten fast unmittelbar auf die Publikation der Studie Zertifikate unter dem Motto »N11« sowie Papiere auf die einzelnen darin enthaltenen Börsen. Der Erfolg war durchschlagend: X-markets-Mann Holger Bosse schätzt, dass in allen Nischenmärkten derzeit etwa 1,2 Milliarden Euro an deutschen Anlagegeldern stecken.
Während die Industrie noch auf Hochtouren läuft, nimmt die Zahl der Skeptiker zu. Zwar bieten Aktien aus Ländern im Aufholprozess vom Entwicklungs- zum Industrieland langfristig große Chancen. Phasenweise können sich Fundamentaldaten und Aktienkurse aber stark auseinanderentwickeln. Immer mehr Börsenexperten schlagen Alarm, dass die Märkte sich gerade von der Realität lösen. Die Bewertungen steigen rapide: In China betragen die Kurse der Aktien im Schnitt mehr als das 45-Fache des erwarteten Gewinns, in Vietnam nach Schätzung des Internationalen Währungsfonds das 70-Fache – in Deutschland liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 14.
»Derzeit stecken mindestens 30 Prozent Spekulation in den Kursen der Schwellenländertitel«, sagt Asienexperte Marc Faber. Auch Joachim Goldberg von der Beratungsfirma cognitrend kann sich zur Risikostreuung geeignetere Märkte vorstellen als manche der aktuell hoch gehandelten Staaten. »Gerade die Deutschen sind sonst sehr heimatverbunden bei ihren Anlage-Entscheidungen«, wundert sich der Experte für verhaltensorientiertes Finanzmanagement über die aktuelle Risikofreude der Anleger hierzulande. Die Anbieterindustrie selbst spricht nur ungern über Marktaussichten. »Wo Anleger Interesse zeigen, da müssen wir dabei sein. Sonst haben wir unseren Beruf verfehlt«, sagt Bosse von x-markets. Beraten dürfen die Emissionsabteilungen die Anleger schon aus rechtlichen Gründen nicht. Bleiben die Produktbroschüren. Über sie sagt der Emerging-Markets-Spezialist einer Bank: »Keine Ahnung, wer die ganzen schönen Hochglanzprospekte schreibt. Aus unserer Abteilung kommen die jedenfalls nicht.«
Fondsbörsen kämpfen um Aufmerksamkeit
von Christoph Hus
Nur eine Minderheit der Privatanleger handelt Fondsanteile an der Börse. Das Angebot der Handelsplätze wird erst langsam bekannter.
Wer ein Depot bei einer Direktbank hat, spart beim Kauf von Fondsanteilen bares Geld. Denn hier bekommen die Kunden Rabatt auf den Ausgabeaufschlag, der bei jedem Kauf fällig wird. So bietet beispielsweise die ING-Diba mehrere Hundert Fonds ohne Ausgabeaufschlag an. Konkurrent DAB Bank hat ihn für alle Fonds halbiert. Anleger mit einem herkömmlichen Depot bei einer Großbank, Sparkasse oder Volksbank können von solchen Konditionen nur träumen.
Sie zahlen beim Kauf eines Publikumsfonds oft volle Ausgabeaufschläge von bis zu fünf Prozent. Mit dieser Gebühr finanzieren Investmentgesellschaften ihren Vertrieb. Wollen Anleger den Aufschlag sparen, können sie Fondsanteile an der Börse kaufen, statt die Papiere direkt beim Emittenten zu ordern. Auch in diesem Fall entfällt die Ausgabegebühr. Doch viele Privatinvestoren wissen nichts von dieser Möglichkeit - und ihre Anlageberater weisen sie häufig nicht darauf hin.
Die Börsen schielen deshalb auf die neue EU-Finanzmarktrichtlinie Mifid, die Ende des Jahres in Kraft treten soll. Danach müssen Banken die Wertpapiergeschäfte ihrer Kunden zu den günstigsten Konditionen ausführen. Dieses Prinzip heißt in der Mifid-Richtlinie "Best Execution". Doch Fonds sind davon im Gesetzentwurf der Bundesregierung bisher ausgeschlossen.
Ein Nischenmarkt
Börsen und Anlegerschützer sind sich einig: "Best Execution" soll nicht nur für Aktien gelten, sondern auch für Anteile an Publikumsfonds. "Das verbessert den Anlegerschutz", sagt Jürgen Kurz, Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Banken sollen nach seiner Auffassung gezwungen werden, Fondsgeschäfte ihrer Kunden nicht selbstverständlich über eine Investmentgesellschaft abzuwickeln. Stattdessen sollen sie vergleichen, ob ein Geschäft über die Börse vorteilhaft für Kunden wäre.
"Mittelfristig könnte so die Praxis der Fondsgesellschaften unter Druck geraten, von Fondskäufern einen Ausgabeaufschlag zu verlangen", sagt ein Branchenkenner. Bisher ist der Börsenhandel mit Investmentfonds-Anteilen ein Nischenmarkt, obwohl Anleger hier von mehreren Vorteilen profitieren. Wichtigstes Argument ist meist der Preis: Statt eines Ausgabeaufschlags zahlen Anleger zwar eine Gebühr an ihre Bank und an den Börsenmakler.
Unter dem Strich bleibt aber meist ein großer finanzieller Vorteil. Hinzu kommt: An den Börsen können Anleger während der Handelszeiten laufend Orders aufgeben, während Emittenten nur einmal täglich einen Kurs stellen. Und: Anleger können an der Börse Limit- und Stop-Marken setzen, mit denen sie sich gegen Kursverluste und einen zu hohen Kaufpreis schützen.
13.08.2007
FINANZKRISE
Goldman-Sachs-Fonds unter Druck
Die Turbulenzen auf den Finanzmärkten gehen weiter: Auch ein Hedgefonds der US-Investmentfirma Goldman Sachs erhält nun eine Milliardenspritze. Wegen erheblicher Wertverluste werden drei Milliarden Dollar zusätzlich in den GEO-Hedge-Fonds investiert.
New York - Der GEO-Hedge-Fonds der US-Investmentfirma Goldman Sachs ist im Zuge der Finanzmarktturbulenzen erheblich unter Druck geraten und erhält eine Milliardenspritze. Mehrere amerikanische Investoren und Goldman Sachs selbst investieren in den Fonds drei Milliarden Dollar (2,2 Milliarden Euro).
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© AP
Finanzspritze für Fonds:
Goldman Sachs in New York
Neben Goldman Sachs beteiligten sich daran Starr & Co., die Perry Capital LLC und der amerikanische Milliardär Eli Broad, teilte die New Yorker Investmentbank am Montag mit. Der Geo-Fonds (Global Equity Opportunities) hatte vor dem Milliardeninvestment nur noch einen Wert von rund 3,6 Milliarden Dollar. Der Fonds sei seit Anfang des Jahres um mehr als 30 Prozent abgesackt, erklärte Goldman-Finanzchef David Viniar.
Die US-Wirtschaftsagentur "Bloomberg" gab die Vermögenswerte des Fonds für Juli noch mit mehr als fünf Milliarden Dollar an. Goldman Sachs erklärte, der GEO-Fonds habe "erheblich gelitten". Man habe deshalb die Risiken deutlich reduziert.
GEO ist ein Fonds, der computergesteuerte quantitative Investmentstrategien einsetzt. Mehrere dieser sogenannten Quant-Fonds hatten wegen der massiven Schwankungen und Störungen in den Finanzmärkten und an den globalen Börsen an Wert verloren.
Zwei andere Goldman-Sachs-Hedge-Fonds, der Global-Alpha- und der NAEO-Fonds, waren ebenfalls durch die Marktstörungen unter Druck geraten. Auch hier habe man Risiken und Hebel reduziert. Mit ihrer gegenwärtigen Kapitalausstattung seien diese Fonds nun derart positioniert, um aktiv Marktchancen zu nutzen.
manager-magazin.de mit Material von dpa, dow jones, reuters
vom 23.08.2007
Börsen-Turbulenzen drücken den Absatz von Aktienfonds
Umfrage: Anleger wechseln in Geldmarktfonds
Hamburg/Frankfurt (ddp). Die jüngsten weltweiten Kurseinbrüche bei Aktien haben Anlegern einer Umfrage zufolge die Lust auf Aktienfonds verdorben. Das geht aus einer jetzt im Anlegermagazin „Das Investment“ veröffentlichten Studie der Fondsgesellschaft Robeco (Frankfurt) unter 350 Finanzberatern hervor. Demnach schätzen nur noch 41 Prozent der Befragten das aktuelle Geschäft mit Aktienfonds als gut ein - der niedrigste Stand seit Oktober 2006. Besserung scheint den Angaben zufolge nicht in Sicht: Nur 38 Prozent der Berater erwarten, dass die Nachfrage nach Aktienfonds in den kommenden sechs Monaten steigen wird. Damit verharrt dieser Wert auf dem Stand vom Juni und gleichzeitig auf dem tiefsten Stand seit Beginn der Umfrage im Mai 2003. „Die Diskussionen um eine mögliche Baisse lassen die ohnehin vorsichtigen Anleger noch zurückhaltender agieren“, sagte dazu Deutschlands Robeco-Geschäftsführer Frank Alexander de Boer dem Hamburger Magazin. Unter der wachsenden Vorsicht litten naturgemäß vor allem Aktienfonds, während Geldmarktfonds davon profitierten. Die Umfrageergebnisse untermauern das: In der aktuellen Umfrage sind 74 Prozent der Berater mit dem Absatz von Geldmarktfonds zufrieden. Damit wurde der höchste Stand in der Geschichte der Umfrage erreicht nach 71 Prozent im Vormonat. Auch für die Zukunft sind die Befragten laut Studie so zuversichtlich wie noch nie: 53 Prozent erwarten für das kommende halbe Jahr einen weiter steigenden Absatz bei Geldmarktfonds.
16.10.2007 08:37
Bequem und renditestark am Klimawandel verdienen
Der Klimawandel ist in aller Munde. Klar ist: es muss jetzt gehandelt werden, bevor es zu spät ist. Es lohnt sich, frühzeitig auf die Gewinner dieser Entwicklung zu setzen. Solarwerte haben derzeit mal wieder einen Lauf. Jedenfalls bis zur nächsten Korrektur, die Aktien dieser Branche gelten zu Recht als sehr launisch. Mal hopp, mal top. Wenn Sie sich die Arbeit der Aktienauswahl nicht machen möchten und/oder auf Risikostreuung Wert legen, bieten sich Fonds oder Zertifikate an.
Das Angebot ist mittlerweile riesig. Die Finanzbranche hat eine Vielzahl entsprechender Produkte auf den Markt geworfen und ständig werden es mehr. Vielen Anbietern geht es jedoch hauptsächlich darum, schnelles Geld machen, längst nicht alle sind auch empfehlenswert. Mein Tipp: Vergessen Sie die Neuprodukte und setzen Sie stattdessen auf die Fonds, die ihre Klasse seit vielen Jahren eindruckvoll unter Beweis stellen.
Dazu zählt beispielsweise der Sarasin NewEnergy Fonds (WKN: 581365). In den vergangenen fünf Jahren brachte er seinen Anlegern einen Gewinn von über 230% ein. Der Fonds investiert in Unternehmen die in den Bereichen Energie aus Sonne, Wasser, Wind, Biomasse und Geothermik sowie in der Brennstoffzellentechnik und Energie-Effizienz tätig sind.
Rund die Hälfte des Fondsvermögens hat das Management aktuell in Europa angelegt. Ein Großteil davon entfällt auf deutsche Werte, die in der Solarbranche eine weltweit führende Rolle einnehmen. Größte Einzelpositionen sind neben den deutschen Solarwerten Solarworld, Q-Cells sowie Roth&Rau der deutsche Industriekonzern Linde und der für seine innovative, umweltfreundliche Technik bekannte japanische Automobilhersteller Toyota. Längst nicht alles Kapital steckt also in den schwankungsfreudigen Solaraktien. Trotzdem ist der Fonds in erster Linie für die risikofreudigen Anleger unter Ihnen geeignet.
Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Börsentag
Sascha Mohaupt
Chefredakteur Investor´s Daybreak
09.11.2007 08:37
Lebenszyklusfonds: Unterschätzte Form der Altersvorsorge
Einer aktuellen Umfrage der Börse Hamburg zufolge kennen lediglich ein Drittel der Anleger Lebenszyklusfonds, erst 12% sind darin investiert. Kapitallebensversicherungen sind dagegen fast allen Befragten bekannt. Leider werden diese auch oftmals zur Altersvorsorge genutzt. Warum leider? Weil sie wenig dafür geeignet sind. Hohe Versicherungsgebühren und vergleichsweise schwache Renditen machen Kapitallebensversicherungen für mich zur unattraktivsten Anlagemöglichkeit überhaupt. Hinzu kommt ihre mangelnde Flexibilität. Nehmen Sie die Kapitalanlage lieber in die eigene Hand. Das spart eine Menge Gebühren und bietet Ihnen wesentlich höhere Renditechancen.
Wer wenig Aufwand betreiben will, kauft Investmentfonds. Was aber, wenn das Kapital zu einem bestimmten Zeitpunkt - also genau wie bei einer Kapitallebensversicherung - zur Verfügung stehen soll?
Genau hier kommen Lebenszyklusfonds ins Spiel. In den USA sind sie bereits ein Renner, hierzulande wird die erst vor wenigen Jahren eingeführte Fondskategorie ebenfalls immer beliebter. Mit einem Lebenszyklusfonds erwerben Sie quasi eine komplette Vermögensverwaltung und müssen sich danach um nichts mehr kümmern. Zum Ende der Laufzeit wird Ihr Kapital schrittweise in sicherheitsorientierte Anlagen umgeschichtet und am Ende ausbezahlt.
Dahinter steckt folgende Idee: Wer eine größere Summe zu einem bestimmten Zeitpunkt (beispielsweise Ruhestand) im Aktienmarkt anspart, hat zum Laufzeitende ein Problem: Damit das gesparte Kapital nicht „auf den letzten Metern“ der Sparphase einem Börsencrash zum Opfer fällt, sollte es schrittweise in risikoärmere Geldanlagen umgeschichtet werden. Natürlich macht dies Arbeit und kostet Zeit, aber es lohnt sich, wenn Sie am Ende auf der sicheren Seite sein wollen.
Aber wie sieht es mit der Rendite aus? Da Lebenszyklusfonds in Deutschland noch nicht lange auf dem Markt sind, ist das Zahlenmaterial dürftig. Die Fonds mit langen Laufzeiten (2020 bis 2040, jeweils in 5-Jahresabständen) der Deutschland-Pioniere Fidelity und Deka erreichten in den vergangenen 12 Monaten Renditen von rund 10%. Sicher nicht schlecht im Vergleich zu Spar-Alternativen außerhalb des Aktienmarktes, aber im Vergleich zu den Top-Fonds eher wenig. Daher eignen sich Zielfonds in erster Linie für Anleger, die wenig Zeit haben oder relativ unerfahren in Börsenangelegenheiten sind. Auf jeden Fall besser als sein Geld in einer Kapitallebensversicherung versauern zu lassen.
Erholen Sie sich am Wochenende gut von dieser turbulenten Handelswoche.
Ihr
Sascha Mohaupt
Chefredakteur Investor´s Daybreak
Fondsrating
Das Polster der Finanzaktien wird dünner
von Olaf Wittrock
Seit einem halben Jahr hält die Kreditkrise die Finanzmärkte weltweit in Atem. Zuerst brachen die Immobilienpreise in den USA ein, danach in Spanien, Irland und anderswo in Europa. Als Dutzende US-Hausfinanzierer in die Pleite rutschten, entgingen Institute aus Großbritannien und Deutschland dem Desaster nur knapp.
In diesen Wochen melden reihenweise große Bankkonzerne milliardenschwere Verluste. Auch diese Schockwelle hat den Atlantik inzwischen überquert. Wie verunsichert auch die hiesigen Marktteilnehmer mittlerweile sind, zeigte sich in der vergangenen Woche. Nachdem die Hypo Real Estate Abschreibungen in Höhe von 390 Mio. Euro bekannt gegeben hatte, stießen Aktionäre ihre Papiere massenhaft ab. Der Kurs des Immobilienfinanziers brach zeitweise um 35 Prozent ein - so etwas hatte zuvor noch kein Dax-Wert erlebt.
Bei jenen, die trotz Nervosität und schlechten Nachrichten weiterhin in der Branche investiert sind, türmen sich derweil Verluste auf. Im vergangenen Jahr brach der "MSCI World Financials", weltweiter Leitindex der Finanzindustrie, um über 17 Prozent ein, woran allein das zweite Halbjahr schuld ist. Und schon die ersten Handelswochen des Jahres 2008 sorgten für weitere 8,5 Prozent Verlust.
Fonds, die sich auf die Finanzbranche konzentrieren, konnten sich dem Abwärtsstrudel zuletzt nicht mehr entziehen, wie das aktuelle Morningstar-Rating belegt. Kein einziger Fonds beendete das Jahr 2007 verlustfrei. Auch in diesem Jahr steht kein einziger im Plus. Immerhin können Anleger, die schon länger dabei sind, aber weiter von den guten Jahren davor zehren: Im Dreijahresschnitt weisen die besten Fonds sogar nach den Einbrüchen noch zweistellige jährliche Renditen auf. Der weltweite Leitindex hat seine Gewinne aus demselben Zeitraum mittlerweile fast vollständig abgegeben.
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Die 10 besten Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Finanzwerte
Die teilweise deutliche Outperformance der Spitzenfonds gegenüber der Benchmark hat vor allem zwei Gründe: Erfolgreich waren erstens solche Fonds, die weniger auf Banken, dafür mehr auf andere Finanzdienstleister setzten. So hat beispielsweise die belgische KBC-Gruppe einen Asset-Management-Fonds im Angebot, der sich ganz auf Vermögensverwalter konzentriert, also börsennotierte Fondsgesellschaften. Und der weltweit streuende Fonds von Crédit Agricole konzentriert sich ähnlich wie der Fidelity Global Financial Services Fund stark auf Versicherungsgesellschaften.
Die zweite Chance zur Verlustbegrenzung hieß zuletzt Europa: Manager, die kaum oder gar nicht in den USA anlegen, kamen bisher nämlich mit einem blauen Auge davon, wie der Index MSCI Europe Financials andeutet: Die Dreijahresrendite steht dort noch bei 7,5 Prozent im Plus. Auch unter den zehn besten in Deutschland erhältlichen Produkten des Morningstar-Ratings befinden sich gleich sechs reine Euro- und Europa-Fonds. Der Klassenprimus DWS Finanzwerte, der gemäß Anlagepolitik durchaus stark in den USA aktiv sein könnte, hat derzeit ebenfalls 80 Prozent seines Geldes in Europa angelegt.
Hier hat die Finanzmarktkrise eben noch nicht so starke Verluste verursacht wie am Krisenherd Nordamerika. Was aber in den kommenden Wochen passiert, wenn nach und nach weitere Banken ihre Bilanzen vorlegen müssen, ist ungewiss. Die hohen Schwankungen der vergangenen Monate lässt jedenfalls wenig Ruhe erwarten. Weshalb die Finanzfondsmanager unisono angeben: Wir fahren riskante Positionen zurück. Das ist sicher keine falsche Vorsicht.
Anleger im Olympia-Fieber
Mittwoch, 6. August 2008
Wenn in wenigen Tagen die Jugend der Welt im neugebauten „Vogelnest“ von Peking zusammenkommt und die Spiele der 29. Olympiade beginnen, schauen nicht nur Sport-Fans zu, sondern auch die Wall Street. Denn trotz der kritischen Diskussion um das Gastgeberland dürfte China von dem Großereignis nur profitieren.
So umstritten die Menschenrechts- und Umweltpolitik Chinas ist, so unumstritten ist: Der chinesischen Konjunktur geht es beneidenswert gut. „Seit zwei Jahrzehnten verzeichnet China ein Wirtschaftswachstum von 10 Prozent“, meint Robert Froehlich von DWW Investments. In bezug auf Innovation, Technologie, Arbeitskraft und Kapital sei das Land „so stark wie nie zuvor. Diese Trends werden anhalten, und die Olympischen Spiele werden ein Licht daraufwerfen.“
Und wozu das an der Börse führen dürfte, zeigt die Vergangenheit: Schon die Olympischen Spiele in Griechenland, Spanien und Südkorea haben einen Aufschwung und Kursgewinne ausgelöst.
Entsprechend bringen sich Anleger in den USA und in anderen Ländern in Position. Besonders gefragt: Die Papiere von mittelgroßen Konzernen, Immobilien und sogar die Währung, der Yuan. Vieles ist interessanterweise gerade in den letzten Wochen billiger geworden, da Befürchtungen um ein etwas schwächeres Wirtschaftswachstum in China, Inflation und eine eigene Kreditkrise Kursverluste auf breiter Basis ausgelöst haben.
Gut für die Anleger, denn Experten an der Wall Street sind sich einig: Egal wie die Aussichten langfristig sein mögen, die Olympischen Spiele mit ihrer Medienmacht dürften zumindest kurz- und mittelfristig für schöne Gewinne sorgen. Danach gilt es natürlich, rechtzeitig den Ausstieg zu schaffen.
Weil das – vor allem bei Investitionen im weitgehend unbekannten Ausland – nicht ganz leicht ist, empfehlen sich für Otto Normal-Anleger einige China-Fonds. Der älteste auf dem amerikanischen Markt ist der iShare Xinhua China 25, der nach seiner Einführung im Jahr 2004 zunächst steil zugelegt hatte, bevor die Bullen im letzten Jahr die Kraft verließ. Der Indexfond, der bei Barclay’s aufliegt, könnte jetzt ein Schnäppchen sein, meine Analysten.
Experten empfehlen auch andere Indizes wie etwa den Nets Hang Seng China Enterprises und den SPDR China von Standard & Poor’s. Von Power Shares ist ein China-Papier mit dem klangvollen Namen Golden Dragon Halter gelistet, zudem gibt es Papiere von fast allen namhaften Brokerhäusern.
Ohne einen einzelnen hervorheben zu wollen ist ein Investment in diese Papiere für China-Freunde zu empfehlen, während sich Privatanleger von einzelnen Aktien möglichst fernhalten sollten. Geschehnisse auf anderen Kontinenten sind schwer zu überblicken, Risiken werden oft erst bemerkt, wenn die Kursverluste kassiert sind. Letztendlich gilt auch bei der Olympiade: Nicht jeder kann gewinnen.
© Inside Wall Street
Investmentfonds
Das blaue Gold verliert an Glanz
von Maximilian Pisacane
Auch Wasserfonds können sich dem Abwärtstrend an den Weltbörsen nicht entziehen. Hohe Verluste mussten die Anleger verkaften, besonders in China und Russland. Dennoch sehen die Experten für die Zukunft in Wasserfonds viel Potenzial.
Zahlreiche Studien der vergangenen Jahre beweisen: Wasser ist ein teures Gut. Denn die Vereinten Nationen (UN) erwarten, dass Landwirtschaft, Industrie und private Haushalte im Jahr 2025 bis zu 40 Prozent mehr Wasser vergießen als heute. "Wir rechnen daher für die Wasserbranche mit jährlichen Wachstumsraten von bis zu acht Prozent", sagt Hans Peter Portner, Manager des Pictet Water Fund. Die Investmentbank Goldman Sachs geht sogar von 15 bis 25 Prozent aus.
Die anstehenden Verteilungsprobleme machen das kühle Nass zum "blauen Gold" des 21. Jahrhunderts: Zum einen verbrauchen aufstrebende Nationen wie China oder Indien mehr Wasser; zum anderen stammt die Infrastruktur zahlreicher Großstädte der westlichen Industrienationen teilweise aus dem 19. Jahrhundert.
So sollen beispielsweise wegen Lecks in den alten Rohren Londons bis zu 50 Prozent versickern. Auch jenseits des Großen Teiches verrinnen etwa 20 Prozent des geförderten Wassers ungenutzt. Die Schätzungen für die notwendigen Investitionen bis 2030 liegen zwischen 500 und 1000 Mrd. $.
ETFs sind attraktiver
Privatanleger können von dem Trend allerdings nur über Umwege profitieren, schließlich kann man sich Wasser nicht ins Depot legen. Infrage kommt stattdessen entweder ein Einzelinvestment, oder aber ein spezialisierter Wasserfonds. Letztere investieren in verschiedene Unternehmen aus den Bereichen Infrastruktur und Dienstleistung rund ums Wasser. Aufgrund ihrer verschiedenen Depotpositionen weisen Fonds in der Regel ein geringeres Risiko auf als Einzelinvestments.
Hierzulande sind eine Handvoll aktiv gemanagter Wasserfonds erhältlich, zu den bekanntesten gehören der Pictet Water Fund und der SAM Sustainable Water Fund. Daneben können Anleger auch auf mittlerweile drei sogenannte Exchange-Traded Funds (ETFs) ausweichen, die jeweils einen Wasserindex abbilden: Der iShares S&P Global Water ETF beinhaltet 50 Aktiengesellschaften, der Powershares Palisades Global Water Fund 37 Gesellschaften und der Lyxor ETF Global Water 20 Unternehmen. Der Vorteil: ETFs sind besonders aufgrund ihrer geringeren Gebühren gegenüber aktiv gemanagten Fonds interessant.
Wasserfonds verliert an Performance
Dem Abwärtstrend an den Börsen konnten sich jedoch auch die Wasserfonds nicht entziehen. Der SAM-Fonds etwa verlor auf Jahressicht mehr als 34 Prozent, das Pictet-Produkt imnmerhin noch 22 Prozent. Bei den ETFs sieht es nicht besser aus: Das iShares-Produkt büßte seit Auflegung im Mai dieses Jahres fast 50 Prozent ein, der Powershares Palisades seit Zulassung im November 2007 mehr als 30 Prozent, der ebenfalls seit November des vergangenen Jahres erhältliche Lyxor-Fonds sackte ebenfalls fast 30 Prozent ab.
"Der Markt hat das Potenzial von Wasserinvestments noch nicht voll realisiert", sagt Frank Henze, Leiter Produktmanagement Deutschland bei der iShares-Mutter Barclays Global Investors. Allerdings schnitt der Gesamtmarkt auch nicht viel besser ab. Der Dax verlor auf Jahressicht mehr als 30 Prozent, der Dow Jones fast ebenso viel. Wer in China oder Russland investiert hat, muss sogar doppelt so hohe Verluste verkraften.